The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit

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Filmdaten
Deutscher Titel The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit
Originaltitel The Birth of a Nation
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2016
Länge 120 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 14[2]
Stab
Regie Nate Parker
Drehbuch Nate Parker,
Jean McGianni Celestin
Produktion Jason Michael Berman,
Aaron L. Gilbert,
Preston L. Holmes,
Nate Parker,
Kevin Turen
Musik Henry Jackman
Kamera Elliot Davis
Schnitt Steven Rosenblum
Besetzung

The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit (Originaltitel: The Birth of a Nation) ist ein US-amerikanischer Historienfilm von Nate Parker, der am 25. Januar 2016 beim Sundance Film Festival uraufgeführt und am 7. Oktober 2016 in den US-amerikanischen Kinos veröffentlicht wurde. Das Filmdrama erzählt die Geschichte des amerikanischen Sklavenanführers Nat Turner (1800–1831). Regisseur Nate Parker übernahm selbst die Rolle des Protagonisten und entwickelte das Drehbuch gemeinsam mit dem haitianischen Autor Jean McGianni Celestin[3]. Der Film kam am 13. April 2017 in die deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Afroamerikaner Nat Turner wächst zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Virginia auf, wo er in seiner Kindheit gemeinsam mit dem weißen Sohn des Plantagenbesitzers, Samuel Turner, seinem späteren Plantagenbesitzer, aufwächst. Man lehrt Nat, anders als auf anderen Plantagen üblich, das Lesen. Samuels Mutter, Elizabeth Turner, erlaubt ihm allerdings nur ein Buch zu lesen: die Bibel. Er beginnt diese zu erforschen und daraus zu predigen. Dieses Privileg unterscheidet ihn von den meisten anderen Sklaven. Ihm wird vorhergesagt, er werde einst ein Prophet sein, und Nat wird zum Prediger seiner Mitsklaven.

Als Nat älter ist, heiratet er die Sklavin Cherry. Weil Nat ein intelligenter und leidenschaftlicher Christ und überzeugender Prediger ist, will der Plantagenbesitzer von seinen Künsten profitieren. Er soll überall im Land Sklaven das Evangelium predigen, damit diese hierdurch jeden Gedanken an Rebellion aufgeben und ihr Los als den Willen Gottes annehmen. Als Nat als Wanderprediger in verschiedene Orte geschickt wird, wofür sich Samuel Turner bezahlen lässt, sieht er, wie schlecht viele Sklaven behandelt werden: Ein kleines Mädchen wird an einer Leine herumgeführt und einem Mann schlägt man die Zähne mit einem Meißel heraus. Nat beginnt das Ausmaß der Sklaverei zu erkennen und will sich nicht weiter in der Rolle als Prediger missbrauchen lassen. Er beschließt, in Zukunft eine andere Art von Anführer zu sein, befreit seine Frau von einem Sklavenmarkt und zettelt einen Aufstand der versklavten Schwarzen an. Eine blutige und äußerst gewalttätige Schlacht beginnt, bei der viele Weiße, aber noch mehr Schwarze getötet werden.

Illustration der Gefangennahme von Nat Turner durch Benjamin Phipps am 30. Oktober 1831

Historischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Figur des Protagonisten des Films Nat Turner basiert auf einer realen Person. Nat Turner war ein amerikanischer Sklave, der im Oktober 1800 zur Welt kam, von den Kindern seines Besitzers Bibelunterricht erhielt und sich selbst das Lesen beibrachte. Als methodistischer Laienprediger versammelte er später die Sklaven der Umgebung um sich. Ab 1830 war Turner im Besitz von Joseph Travis, der ihn nach eigenen Aussagen freundlich behandelte. Turner sah im Februar 1831 in einer scheinbaren Sonnenfinsternis ein Zeichen Gottes, einen Befreiungsschlag zu unternehmen. Am 21. August töteten er und sieben andere Sklaven ihre Besitzer. Begonnen hatte Turner mit seinem eigenen Herrn, den er mit einem Beil in dessen Schlafzimmer erschlug. Der von Turner angeführten Gruppe schlossen sich über 70 weitere Afroamerikaner an.[4] Die Männer zogen mit Messern, Äxten und Hacken bewaffnet von Siedlung zu Siedlung, um gezielt ihre Unterdrücker zu töten. Bei diesem Sklavenaufstand kamen 55 Weiße ums Leben.[5] Nach 36 Stunden wurde der Aufstand durch eine Übermacht des zu Hilfe geholten Militärs niedergeschlagen. Turner floh und versteckte sich sechs Wochen lang in den Wäldern. Nachdem Turner am 30. Oktober 1831 gefangen genommen werden konnte, wurde er am 11. November 1831 für seine Taten hingerichtet. Auf den Plantagen der Südstaaten arbeiteten zu diesem Zeitpunkt noch vier Millionen Schwarze als Sklaven. Erst nach dem Ende des Bürgerkrieges 1865 wurde die Sklaverei endgültig abgeschafft.[4] Neben dem Vernehmungsprotokoll nach seiner Verhaftung[4] existiert als einziges authentisches Zeugnis von Turner nur ein 5000-Worte-Dokument, das 1831 unter dem Titel Die Bekenntnisse des Nat Turner in Baltimore erschienen war.[6]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorproduktion und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nate Parker (2014)

Im Jahr 2014 kündigte Parker an, dass er an einem Film über Nat Turner, der ein Held für viele Afro-Amerikaner wurde, arbeite und er den Film The Birth of a Nation nennen wolle, was eine ironische Anspielung auf den als rassistisch verrufenen Film Die Geburt einer Nation (Originaltitel The Birth of a Nation) aus dem Jahr 1915 sein soll[7][8], der bis heute als erfolgreichster Stummfilm aller Zeiten gilt und diverse filmische Innovationen einführte, wodurch er von Filmhistorikern gar als Schlüsselwerk der Filmgeschichte angesehen wird. Der Film propagierte klar rassistische Inhalte und trug durch seine Verherrlichung offenbar maßgeblich zur Neugründung des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan bei.[9] Zudem prägte der Film nach Parkers Aussage die Filmindustrie, wie wir sie heute kennen. Es sei daher an der Zeit gewesen, einen Film zu machen, der die Sklaverei aus den Blickwinkeln von Widerstand und Selbstbestimmung betrachte. Auch im Buch The Confessions of Nat Turner von William Styron, für das der Autor 1968 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde[6], sieht Parker seinen Protagonisten und die Sklaverei im Allgemeinen falsch dargestellt.[10]

Der Regisseur stammt, wie auch der Protagonist des Films, aus Virginia. Der Film ist Parkers Regiedebüt.[11][12] Parker sagte über den historischen schwarzen Anführer des Sklavenaufstandes: Schon lange bevor ich Künstler wurde, war Nat Turner mein Held. Das Wissen um seine Heldentaten hat mir Mut gegeben, meine künstlerischen Ziele zu verfolgen. Ich denke, es ist nur passend, sein Leben schließlich auf die Leinwand zu bringen. Parker hatte nach eigenen Aussagen ein paar Jahre, bevor er das Buch oder den Film 12 Years a Slave kannte, mit den Arbeiten am Film begonnen.[10]

Insgesamt hatte Parker sieben Jahre am Film und der Entwicklung des Drehbuchs gearbeitet, und nach mehreren gescheiterten Kreditverhandlungen selbst den größten Teil der Anfangsfinanzierung des Films übernommen[13] und insgesamt 100.000 US-Dollar seines eigenen Geldes investiert[14], was exakt den damaligen Produktionskosten des Films Die Geburt einer Nation von 1915 entsprach. Viele potenzielle Geldgeber waren sich laut Parker unsicher, ob überhaupt jemand für das Thema interessiert werden könnte. Parker hatte sich sogar anhören müssen, die Menschen hätten grundsätzlich kein Interesse an Filmen mit schwarzen Protagonisten.[10] Letztlich konnte Parker elf verschiedene Investorengruppen finden, die 60 Prozent des Produktionsbudgets von 10 Millionen US-Dollar finanzierten. Die Restfinanzierung übernahm der Produzent Aaron L. Gilbert.[15]

Besetzung und Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nate Parker, Produzent, Regisseur und Drehbuchautor des Films, übernahm selbst die Rolle des Protagonisten Nat Turner. Parker, der selbst mehrfach für den Image Award und den Black Reel Award nominiert war, besetzte die Rollen der Schwarzen im Film überwiegend mit Schauspielern, die ebenfalls etliche, explizit an Personen afroamerikanischer Herkunft gerichtete, Filmpreise erhalten hatten. So erhielten Gabrielle Union und Aja Naomi King, die im Film Ned Turners spätere Frau spielt, im April 2015 ihre Rollen. Später stießen Aunjanue Ellis, Dwight Henry, Roger Guenveur Smith, Tony Espinosa und Griffin Freeman zur Crew. Colman Domingo, der im Film die Rolle von Hark Turner übernahm, war zuvor überwiegend als Theaterschauspieler bekannt und wurde hierfür mehrfach ausgezeichnet.

In den weißen Rollen sind Armie Hammer als Samuel Turner, Penelope Ann Miller als seine Mutter Elizabeth Turner, Mark Boone Junior als Reverend Walthall und Jackie Earle Haley als der brutale Raymond Cobb zu sehen.

Im April 2015 wurde ein Casting-Aufruf für die Suche von Neben- und Statistenrollen gestartet.[16] Letztlich umfasste die Liste der Darsteller mehr als 70 Personen.

Die Dreharbeiten fanden an 27 Tagen im Mai 2015 in Savannah, Georgia statt, unter anderem in der dort gelegenen River Street.[17] Der Film wurde teils auf einer Plantage gedreht, in welcher wirklich früher Sklaven arbeiteten. Für viele der beteiligten Schauspieler war dies nach eigenen Aussagen sehr emotional.[18]

Für die Kampfszenen, die im Film zu sehen sind, hatte Parker einige Tipps von Ed Zwick, dem Regisseur von Last Samurai, erhalten. Parker erklärte: Er hat mir die Wichtigkeit von Rauch im Vordergrund beigebracht. Einer der Tricks, die er mich gelehrt hat: Er sagte: 'Dafür muss man eine Menge von gemahlenem Kork besorgen.' Lassen Sie einen ihrer Assistenten oder sonst jemanden, der sich hinter der Kamera befindet, eine Handvoll werfen, wenn eine Schuss losgeht. Dies, so Zwick, werde Dynamik ins Bild bringen. Um das Kunstblut in die Kampfszenen einzubringen, besorgte Parker nach eigenen Aussagen Ketschupflaschen, mit deren Hilfe seine Assistenten dieses während der Dreharbeiten ins Bild spritzten. Kein Blut zu zeigen, so Parker, sei das, was in vielen Kampfszenen oft falsch gemacht werde.[19]

Marketing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grammy-nominierte Song Rise Up im Langtrailer stammt von Andra Day

Am 15. April 2016 wurde von Fox Searchlight ein erster offizieller Kurztrailer zum Film veröffentlicht, der mit einer Coverversion des Liedes Strange Fruit von Nina Simone unterlegt war.[20]

Im Mai 2016 veröffentlichte Fox Searchlight ein erstes Filmplakat. Dieses stellt durch vier rote Reihen von Personen, abwechselnd eine Reihe mit Weißen und eine Reihe mit Afroamerikanern, und den in ein blaues Rechteck gesetzten Filmtitel eine vereinfachte US-amerikanische Flagge dar. Diese Grafik wurde in Verbindung mit einem Video eines animierten Filmplakats veröffentlicht, das bei der Figur von Nate Turner beginnend, der sich in der Mitte einer Reihe von Afroamerikanern befindet, aus dem Bild herauszoomt und letztlich das vollständige Plakat zeigt.[21]

Am 21. Juni 2016 veröffentlichte Fox Searchlight einen ersten offiziellen Langtrailer.[22] Dieser 2:37 min lange Trailer zeigt die Verwandlung des folgsamen Leibeigenen zum Anführer einer Rebellion. Die erste Hälfte des Trailers schildert die harte Realität im Leben der Sklaven zur damaligen Zeit. Am Ende greifen die Sklaven zu den Waffen und stellen sich einer weißen Miliz in den Weg. Im Zentrum der Kurzdarstellung der Geschehnisse steht die Ansprache von Turner, in der er anderen Sklaven mitteilt, er habe von Gott eine Botschaft erhalten. In englischer Originalsprache sagt er: a vision of what's to come – The rise of good against evil. Ab diesem Zeitpunkt ist der Trailer mit den Klängen des Grammy-nominierten Songs Rise Up von Andra Day unterlegt[23], der als emotionale Hymne die inspirierende Predigt von Turner musikalisch widerhallen lässt.[24]

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik komponierte Henry Jackman.[25] Insgesamt wird die Filmmusik als ungewöhnlich vielfältig beschrieben, und sie greife auf mehrere musikalische Traditionen und Referenzen zurück.[26]

Bereits im ersten Trailer, der im April 2016 veröffentlicht wurde, war das Lied Strange Fruit (engl. Sonderbare Frucht) zu hören, das auch ganz am Ende des Films, dem emotionalen Höhepunkt, gespielt wird. Das Musikstück war nach dem Auftritt der afroamerikanischen Sängerin Billie Holiday 1939 im Café Society in New York weltweit bekannt geworden und bezieht sich auf Lynchmorde in den Südstaaten der USA. Der Jazz-Song gilt als ein früher Ausdruck der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Im Film ist das Lied in einer Coverversion von Nina Simone zu hören, deren Version einen etwas langsameren Rhythmus hat und von einigen anderen Instrumenten begleitet wird, als das Original. Das Lied beschäftige sich nach Aussage von Nina Simone sehr direkt mit den Problemen zwischen Schwarzen und Weißen in den USA.[27] Emily Lackey von bustle.com sagt zur Auswahl dieses Liedes: Es ist nicht nur irgendein Lied. Es ist eine unglaublich bewegende Melodie, eine, die perfekt für 'The Birth of a Nation' geschrieben zu sein scheint.[27] Kritiker erachten Jackmans Arbeit an der Filmmusik als Oscar-würdig.[28][29] Im Dezember 2016 wurde der Soundtrack als Anwärter bei der Oscarverleihung 2017 in der Kategorie Beste Filmmusik in die Kandidatenliste (Longlist) aufgenommen, aus denen die Mitglieder der Akademie die offiziellen Nominierungen bestimmen werden.[30]

Premiere und finanzieller Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nate Parker und Teile der Filmcrew und Darsteller beim Sundance Film Festival 2016

Der Film feierte am 25. Januar 2016 beim Sundance Film Festival seine Premiere.[31] Nachdem im Januar die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben wurden und daraufhin eine Diskussion über fehlende kulturelle Vielfalt, insbesondere in Bezug auf schwarze Schauspieler und Regisseure in Hollywood, aufflammte[9], weil zum zweiten Mal in Folge kein einziger schwarzer Schauspieler nominiert wurde, stand The Birth of a Nation im Fokus der Veranstaltung und stieß auf das besondere Interesse der US-amerikanischen Filmindustrie. Einige Vertreter großer Verleiher waren bei der Premiere anwesend. Im Anschluss entbrannte eine Bieterschlacht, in deren Folge sich Fox Searchlight für ein Gebot von 17,5 Millionen US-Dollar die weltweiten Rechte für den Film sicherte, was den größten Vertragsabschluss in der Geschichte des Sundance Film Festivals darstellte.[32][14] Der Regisseur Spike Lee sagte hierzu, aus filmwirtschaftlicher Sicht sei diese Rekordsumme in erster Linie auf die finanzkräftigen Online-Vertriebe zurückzuführen, die neuerdings auf dem Filmmarkt agierten, sich gegenseitig zu überbieten versuchten und so nicht nur die Spielregeln, sondern auch die Definition von Independent-Film verändert hätten.[33]

Veröffentlichung und Verwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2016 wurde der Film im Rahmen des Toronto International Film Festivals vorgestellt.[34] Am 7. Oktober 2016 kam der Film in die US-amerikanischen Kinos.[35] Im Oktober 2016 wird der Film im Rahmen der Internationalen Hofer Filmtage erstmals in Deutschland gezeigt und am 2. November 2016 beim Tokyo International Film Festival erstmals in Japan vorgestellt werden.[36] Am 13. April 2017 kam der Film in die deutschen Kinos.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist der Film FSK 16. In der Freigabebegründung heißt es: „Das auf Fakten basierende Drama erzählt von einem schwarzen Sklaven in den USA der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der angesichts des Unrechts und der Brutalität der Sklaverei einen Aufstand anzettelt. [...] Die Szenen des eigentlichen Aufstandes bergen zahlreiche Gewaltdarstellungen, die teils drastisch ausfallen [...] 16-Jährige sind in der Lage, diese Szenen in den Kontext einzuordnen und zu verarbeiten, wobei ihnen das historische Setting die Distanzierung erleichtert. Auch den Wunsch nach Rache als Handlungsmotiv kann diese Altersgruppe verstehen und hinterfragen, ohne dass dieser Aspekt eine sozialethisch desorientierende Wirkung entfaltet.“[37]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht nur wegen der Begeisterung des Sundance-Publikums, sondern auch im Hinblick auf die aktuellen Stimmungen in Hollywood[38] und einer möglichen Unterstützung durch 20th Century Fox wurde der Film und sein Regisseur bereits kurz nach seiner Premiere, aber auch vor seiner Vorführung beim Toronto International Film Festival 2016 von vielen Kritikern als großer Oscar-Anwärter gehandelt.[32][39]

Ramin Setoodeh von Variety brachte zudem Parker als Schauspieler hierfür ins Gespräch: „Auch wenn es noch 13 Monate bis zur nächsten Oscar-Verleihung sind, ist es schwer sich ein Szenario vorzustellen, in dem Parker kein Anwärter als Bester Schauspieler ist.“[13]

Armie Hammer stellte beim London Film Festival 2016 nicht nur The Birth of a Nation, sondern auch den Film Nocturnal Animals vor

Sein Redaktionskollege Justin Chang beschreibt die Besonderheiten der Dramaturgie des Films und prophezeit: „Die heftigsten Diskussionen werden sich auf den absehbaren kathartischen Höhepunkt des Films zentrieren, in dem die große Stärke liegt, wie Parker seine Geschichte erzählt und in dem er plötzlich seinen Film in Richtung eines brutalen und blutigen Kriegsfilms verschiebt, in dem moralische Grautöne von einem bedrohlichen Rot abgelöst werden.“[40]

Eric Kohn von indiewire.com empfindet die blutige und äußerst gewalttätige letzte Szene des Films, und besonders die darin eingebauten Slowmotion-Einstellungen, ein wenig überzogen und den Titel ziemlich kitschig, aber dennoch habe der Regisseur immer die volle Kontrolle über sein Material. Im Abspann erfährt der Zuschauer, man habe Turners Leichnam später in Stücke gerissen und so versucht, sein Vermächtnis zu schmälern. Durch die Kombination mit einer letzten Montage, in der das historische Geschehen in die Gegenwart überblendet, bestätige sich in den Augen von Kohn die Rechtfertigung des Films.[41]

Chris Nashawaty äußert sich über die Besetzung: „Parker Leistung als Turner ist unbestreitbar ausdrucksstark, wie auch die von Hammer und seinen Schauspielkollegen Aja Naomi King als Sklavin, die später seine Frau wird oder Jackie Earle Haley als sadistischer Schläger.“[8]

Dominic Patten vergleicht Parkers Film mit Schindlers Liste und einer Handvoll weiterer, gut erzählter Filme, in denen Völkermord thematisiert wird.[42]

Brian Tallerico bestätigt: „Parker hält nichts zurück und weigerte sich, die Sklaverei nur wie einen Hintergrund oder eine Einstellung zu präsentieren, wie dies sonst in Hollywood üblich ist. […] Parker hat erkannt, dass das Grauen, das zum Aufstand führte, nicht stummgeschaltet werden darf, wenn es zum Ausdruck gebracht werden soll.“[43]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltweiten Einnahmen des Films liegen derzeit bei rund 16,8 Millionen US-Dollar.[44]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Directors Guild of America Awards 2017

  • Nominierung als Beste Filmproduktion eines Spielfilmregiedebüts 2016 (Nate Parker)[45]

Hollywood Music In Media Awards 2016

NAACP Image Awards 2017

  • Nominierung als Bester Film
  • Nominierung als Outstanding Writing in a Motion Picture (Film)
  • Nominierung als Bester Independentfilm
  • Nominierung als Bester Hauptdarsteller (Nate Parker)
  • Nominierung als Beste Nebendarstellerin (Aja Naomi King)
  • Nominierung als Outstanding Directing in a Motion Picture – (Film) (Nate Parker)[47]

Satellite Awards 2016

Sundance Film Festival 2016

Young Artist Awards 2017

  • Nominierung als Bester Nebendarsteller in einem Spielfilm in der Kategorie Teen Actor (Kai Norris)[51]

CinemaCon 2016

  • Im März 2016 wurde bekannt, dass Parker im April 2016 im Rahmen der CinemaCon von der National Association of Theatre Owners, der Vereinigung der US-amerikanischen Kinobesitzer, für seine Arbeit am Film als Breakthrough Director of the Year ausgezeichnet werden soll.[52]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüfnummer: 163958/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit. Jugendmedien­kommission.
  3. Regina: Jean McGianni Celestin. In: serendipitylit.com. Abgerufen am 23. März 2016.
  4. a b c Monika Koepcke: - Amoklauf der Sklaven. In: deutschlandfunk.de. Deutschlandfunk, 11. November 2006, abgerufen am 23. März 2016.
  5. Stephen B. Oates: The fires of jubilee: Nat Turner's fierce rebellion. Harper & Row, New York 1975, ISBN 0-06-091670-2.
  6. a b Alles wie Massa. In: Der Spiegel. Nr. 49, 1967 (online).
  7. Emma Brown: Nate Parker's Future Past. In: interviewmagazine.com. Interview Magazine, 21. April 2014, abgerufen am 23. März 2016.
  8. a b Chris Nashawaty: Sundance 2016: 'The Birth of a Nation' lights a match in Park City. In: ew.com. Entertainment Weekly's EW.com, 25. Januar 2016, abgerufen am 23. März 2016.
  9. a b Cem Topçu: Erste Bilder aus der Sundance Premiere The Birth of A Nation – Blogbusters – Mehr Filmgenuss. In: blogbusters.ch. Blogbusters, abgerufen am 23. März 2016.
  10. a b c Soheil Rezayazdi: Five Questions with The Birth of a Nation Director Nate Parker. In: filmmakermagazine.com. Filmmaker Magazine, abgerufen am 23. März 2016.
  11. Jen Yamato: Armie Hammer Joins Nate Parker’s Nat Turner Biopic 'The Birth Of A Nation' In: deadline.com, 12. November 2014.
  12. First Pics From Writer-Director Nate Parker’s ‘The Birth Of a Nation’. In: blackfilm.com. Abgerufen am 23. März 2016.
  13. a b Ramin Setoodeh: ‘The Birth of a Nation’ Premieres at Sundance With Big Standing Ovation and Oscar Buzz. In: variety.com. Variety, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).
  14. a b How The Birth of a Nation Became Sundance’s Biggest Sale Ever. In: wired.com. WIRED, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).
  15. Rebecca Ford: 'Birth of a Nation': The Slave-Revolt Movie That Will Have Sundance Talking. In: hollywoodreporter.com. The Hollywood Reporter, abgerufen am 23. März 2016.
  16. Ells Erica: Open Casting Call in Savannah for „The Birth of a Nation“ Starring Armie Hammer – Auditions Free. In: auditionsfree.com. Auditions Free, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).
  17. Mary Carr Mayle: Savannah tops MovieMaker's annual list In: businessinsavannah.com, 22. Januar 2016.
  18. Julie Walker: Nate Parker’s The Birth of a Nation Sells for Record Price at Sundance. In: theroot.com. The Root, abgerufen am 23. März 2016.
  19. Steve Greene: Nate Parker’s 10 Huge Lessons from Making 'The Birth of a Nation' In: indiewire.com, 3. Juni 2016.
  20. Erik Pedersen: ‘The Birth Of A Nation’: First Trailer For Nate Parker’s Sundance Triumph In: deadline.com, 15. April 2016.
  21. Tambay Obenson: Check out the stirring Motion Poster for Nate Parker’s 'Birth of a Nation' In: shadowandact.com, 16. Mai 2016.
  22. Mia Galuppo: Official Trailer for Nate Parker's 'The Birth of a Nation' Debuts In: The Hollywood Reporter, 21. Juni 2016.
  23. Annette Bögelsack: The Birth of a Nation – Neuer emotionaler Trailer zum Sklaverei-Epos In: moviepilot.de, 22. Juni 2016.
  24. What's The Song In 'The Birth Of A Nation' Trailer? It Echoes Turner's Inspiring Preaching In: bustle.com, 22. Juni 2016.
  25. Henry Jackman to Score Nate Parker’s ‘The Birth of a Nation’. In: filmmusicreporter.com. Abgerufen am 23. März 2016.
  26. Todd McCarthy: 'The Birth of a Nation': Sundance Review In: The Hollywood Reporter, 25. Januar 2016.
  27. a b Emily Lackey: The Song In ‘The Birth Of A Nation’ Trailer Is A Powerful Look At Our Nation's Past In: bustle.com, 15. April 2016.
  28. Scott Feinberg: Feinberg Forecast: The First Look at the 89th Oscar Race In: The Hollywood Reporter, 9. September 2016.
  29. And the predicted Nominees are In: awardscircuit.com. Abgerufen am 10. September 2016.
  30. 145 Original Scores In 2016 Oscar Race In: oscars.org, 13. Dezember 2016.
  31. '16 Sundance Film Festival – U.S. Dramatic Films. In: sundance.org. Abgerufen am 23. März 2016.
  32. a b Brent Lang,Ramin Setoodeh: Sundance: ‘Birth of a Nation’ Lands at Fox Searchlight in Record $17.5 Million Deal. In: variety.com. Variety, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).
  33. "Schwarzes" Öl ins Feuer der Kritik an „weißen“ Oscars | Kultur Info | SWR2. In: swr.de. swr.online, abgerufen am 23. März 2016.
  34. Tim Walker: Nate Parker's 'Birth of a Nation' receives standing ovation at Toronto Film Festival In: independent.co.uk, 10. September 2016.
  35. Brian Truitt: Sundance hit 'Birth of a Nation' to open in October. In: usatoday.com. USA TODAY, abgerufen am 23. März 2016.
  36. Tokyo International Film Festival 2016 In: tiff-jp.net. Abgerufen am 25. Oktober 2016.
  37. Freigabebegründung für The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 13. April 2017.
  38. Brent Lang,Ramin Setoodeh: Can Sundance Help Solve Hollywood’s Diversity Crisis? In: variety.com. Variety, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).
  39. Scott Feinberg: Feinberg Forecast: The First Look at the 89th Oscar Race In: The Hollywood Reporter, 9. September 2016.
  40. Justin Chang: Sundance Film Review: ‘The Birth of a Nation’. In: variety.com. Variety, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).
  41. Eric Kohn: Sundance Review: The Brilliance of 'Birth of a Nation' Is Bigger Than the Movie. In: indiewire.com. Indiewire, abgerufen am 23. März 2016.
  42. Dominic Patten: ‘Birth Of A Nation’ Electrifies Sundance Crowd In World Premiere. In: deadline.com. Deadline, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).
  43. Brian Tallerico: Sundance 2016: “The Birth of a Nation” | Sundance | Roger Ebert. In: rogerebert.com. Abgerufen am 23. März 2016.
  44. The Birth of a Nation In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 10. April 2017.
  45. DGA Film Nominees Include Nate Parker, 'Deadpool's' Tim Miller, Barry Jenkins, Damien Chazelle In: The Hollywood Reporter, 12. Januar 2017.
  46. 2016 Hollywood Music in Media Awards Nominations Announced In: filmmusicreporter.com, 2. November 2016.
  47. Ruth Kinane: Beyoncé leads the pack of 2017 NAACP Image Awards nominees In: Entertainment Weekly, 13. Dezember 2016.
  48. Jazz Tangcay: Satellite Nominations Announced In: awardsdaily.com, 29. November 2016.
  49. Sundance Film Festival: „The Birth of a Nation“ räumt ab. In: Spiegel Online. SPIEGEL ONLINE, abgerufen am 23. März 2016.
  50. Dominic Patten,Patrick Hipes: ‘Birth Of A Nation’ Sweeps Sundance Grand Jury & Audience Awards. In: deadline.com. Deadline, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).
  51. 2017 Nominations In: youngartistawards.org. Abgerufen am 25. März 2017.
  52. Brent Lang: CinemaCon: ‘Birth of a Nation’s’ Nate Parker Named Breakthrough Director of the Year. In: variety.com. Variety, abgerufen am 23. März 2016 (amerikanisches englisch).