The Boring Company

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The Boring Company
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Rechtsform Privat
Gründung 17. Dezember 2016[1]
Sitz Hawthorne, Kalifornien, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Steve Davis (Projektleiter)[2][3]
Branche Tunnelbau, Infrastruktur
Website www.boringcompany.com
Stand: 23. September 2017 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2017

The Boring Company (Abkürzung TBC[4], englisch „das bohrende Unternehmen“, aber auch „das langweilige Unternehmen“[5]) ist ein US-amerikanisches Tunnelbau- und Infrastrukturunternehmen. The Boring Company wurde von Elon Musk gegründet und hat seinen Sitz in Hawthorne, Kalifornien, auf dem Gelände von SpaceX.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elon Musk hatte sich am 17. Dezember 2016 per Twitter über den Verkehr in Los Angeles beklagt und angekündigt, „eine Tunnelbohrmaschine zu bauen und einfach loszugraben“.[6] Noch am selben Tag, dem 17. Dezember 2016[1], gründete Musk The Boring Company.

Musk hatte sich auch vorher schon mit Tunneln auseinandergesetzt; zum einen, weil sie in Zusammenhang mit dem Hyperloop-Konzept von großer Bedeutung sind, zum anderen, weil dadurch das Problem der Verkehrsbelastung in urbanen Regionen gelöst werden könnte, sodass man „nicht mehr die ganze Zeit in nervtötenden Verkehrsstaus feststeckt“.[2] Zuvor hatte Musk wiederholt andere Personen, die ihn nach neuartigen Geschäftsideen gefragt hatten, darauf hingewiesen, Tunnelbau in Betracht zu ziehen.[2] Die Verkehrsstaus in Los Angeles, in denen Musk immer wieder feststeckte, waren für ihn der Auslöser, ein eigenes Tunnelbauunternehmen zu gründen.[2]

Seit Anfang Februar 2017 wurde auf dem Parkplatz des SpaceX-Geländes in Hawthorne, Kalifornien, eine Grube mit einer Länge von 15 m, einer Breite von 9 m und einer Tiefe von 4,6 m ausgehoben.[7][8] Musk wählte den Parkplatz als erstes Testgelände aus, da für die Bauarbeiten auf dem eigenen Gelände keine Baugenehmigung durch die Stadt erteilt werden musste.[2]

Ende April 2017 veröffentliche The Boring Company auf YouTube ein Video[9], in dem das unterirdische Transportsystem, für das die Tunnel gebaut werden, in einer Animation dargestellt wird. In dem Video ist ein Tesla zu sehen, der durch die überfüllten Straßen von Los Angeles fährt. Das Auto hält am Straßenrand auf einer Plattform, die sich, ähnlich wie ein Fahrstuhl für Autos, langsam in den Untergrund absenkt. Die Plattform mit dem Auto ordnet sich in einem Tunnel in den Verkehr ein, wobei die einzelnen Plattformen von Schienen geführt werden. Die Plattformen sollen Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen können und von Computern gesteuert werden. In einer Übersicht sind mehrere dutzend Tunnel zu sehen, in denen die Autos unterirdisch befördert werden. Die Plattform klinkt sich schließlich aus dem Verkehr aus, fährt mit dem Aufzug wieder an die Oberfläche und entlässt das Auto in den (normalen) Straßenverkehr.[10]

In einem Interview sagte Musk, dass er zwar ein Freund von fliegenden Dingen sei, womit er auf den Erfolg seines Unternehmens SpaceX anspielte, doch zur Bewältigung der Verkehrsprobleme gehe er lieber unter die Erde als in die Luft.[5] Zu den Nachteilen von Drohnen und fliegenden Autos gehören beispielsweise die hohe Lautstärke und die starken Luftwirbel, die sie verursachen, so Musk.[5] „Womöglich kommen sie runter und köpfen mich“, befürchtet er.[5]

Musk will die Baukosten für Tunnel gegenüber herkömmlichen Verfahren um den Faktor zehn verbilligen.[5] Dies soll unter anderem durch einen geringeren Querschnitt der Röhren erreicht werden.[5] Zusätzlich plant er, das Bauverfahren radikal zu verändern und deutlich stärkere Maschinen einzusetzen.[5] Musk hat dafür bereits Kontakt zu Herrenknecht, dem deutschen Weltmarktführer für Tunnelbohrungen, aufgenommen.[5]

Per Twitter[11] verkündete Musk Ende Juni 2017, dass das „Warten auf Godot ein Ende hat“, womit er auf das Theaterstück Warten auf Godot von Samuel Beckett anspielte. Die Tunnelbohrmaschine (TBM) von The Boring Company wurde nämlich auf den Namen „Godot“ getauft.[12][13]

Am 20. Juli 2017 teilte Musk mit[14], dass er eine mündliche Zusage der (US-amerikanischen) Regierung erhalten habe, um eine unterirdische Hyperloop-Strecke zwischen New York City, Philadelphia, Baltimore und Washington, D.C. zu bauen,[15] bei der die Tunnelbautechnik der Boring Company verwendet werden soll.

Ende Juli 2017 veröffentlichte Musk ein Video eines funktionsfähigen Auto-Aufzugs.[16][17]

Im August 2017 erhielt Musk von der Stadt Hawthorne, wo das Unternehmen seinen Sitz hat, die Erlaubnis, einen Tunnel unter dem Stadtgebiet zu graben.[18]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Transportkonzept von The Boring Company, Autos unterirdisch auf selbstfahrenden Plattformen zu befördern, wurde nicht nur positiv aufgenommen. Kritisiert wurde unter anderem der Fokus auf Individualverkehr, dass weiter daran gearbeitet werde, noch mehr Ressourcen in die Beförderung von Autos zu investieren, in denen häufig nur eine Person sitze, anstatt die Effektivität des Transports im Personenverkehr zu verbessern und die Verkehrsdichte insgesamt zu erhöhen.[10]

Im Interview mit Wired äußerte der Tunnelbau-Experte Manfred König Bedenken an der Umsetzbarkeit von Musks Vorhaben. Unter anderem sieht er die Geologie, die Baustellenlogistik und den Brandschutz als große Herausforderungen an. König verweist dafür auch auf die Komplikationen bei der Umsetzung des Verkehrsprojekts Stuttgart 21.[19]

Mars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musk deutete an, dass die von der The Boring Company entwickelte Tunnelbau-Technologie eventuell auch auf dem Mars zum Einsatz kommen könnte, wo er beabsichtigt, eine autarke Marskolonisation zu bilden.[20]

“I do think getting good at digging tunnels could be really helpful for Mars. […] For sure there’s going to be a lot of icing mining on Mars, and mining in general to get raw materials. […] You can build a tremendous amount underground with the right boring technology on Mars. […] So I think there is some overlap in that technology development arena.[21] […] And then, along the way, building underground habitats where you could get radiation shielding … you could build an entire city underground if you wanted to.[22]

„Ich denke wirklich, gut im Graben von Tunneln zu werden, könnte in der Tat hilfreich für den Mars sein. […] Sicher wird’s dort auf dem Mars viel Bergbau in Eiszonen geben und Bergbau im Allgemeinen, um an Rohstoffe zu kommen. […] Mit der richtigen Bohrtechnologie kann man auf dem Mars eine ungeheure Menge unterirdisch bauen. […] Daher glaube ich, dass es in diesem Bereich der technologischen Entwicklung eine gewisse Überschneidung gibt.[21] […] Und wenn man dann unterirdische Unterkünfte für den nötigen Strahlenschutz baut, … kannst du, wenn du willst, gleich eine ganze Stadt unterirdisch bauen.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The Boring Company - Crunchbase. In: crunchbase.com. Abgerufen am 22. September 2017 (englisch).
  2. a b c d e Elon Musk Is Really Boring. In: Bloomberg.com. 16. Februar 2017 (bloomberg.com [abgerufen am 23. September 2017]).
  3. Nathan Bomey: How Elon Musk launched The Boring Company to revolutionize tunnel digging. In: CNBC. 3. August 2017 (cnbc.com [abgerufen am 23. September 2017]).
  4. Darrell Etherington: Elon Musk doesn’t just want to bore tunnels – he wants to make boring better. In: TechCrunch. (techcrunch.com [abgerufen am 23. September 2017]).
  5. a b c d e f g h Gerhard Hegmann: Elon Musk hat einen Plan für die Revolution des Tunnelbaus. In: DIE WELT. 7. Mai 2017 (welt.de [abgerufen am 23. September 2017]).
  6. Elon Musk: Traffic is driving me nuts. Am going to build a tunnel boring machine and just start digging... In: @elonmusk. 5:05 AM - 17 Dec 2016, abgerufen am 23. September 2017 (englisch).
  7. Elon Musk's Already Tunneling Under Los Angeles. In: WIRED. (wired.com [abgerufen am 23. September 2017]).
  8. Amelia Heathman: Elon Musk's Boring Company has completed the first 'segment' of a tunnel in LA. In: WIRED UK. (wired.co.uk [abgerufen am 23. September 2017]).
  9. The Boring Company: The Boring Company - Tunnels. In: Youtube.com. 28. April 2017, abgerufen am 23. September 2017.
  10. a b Felix Reek: Teslas Autos sollen unterirdisch fahren. In: sueddeutsche.de. 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 23. September 2017]).
  11. Elon Musk: No longer waiting for Godot. It has begun boring and just completed the first segment of tunnel in LA. In: @elonmusk. 28. Juni 2017, abgerufen am 23. September 2017 (englisch).
  12. Jürgen Schmieder: "Wir haben keine Ahnung, was wir da machen". In: sueddeutsche.de. 16. Juli 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 23. September 2017]).
  13. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Groß angekündigt: Elon Musks Tunnelbohrer bohrt jetzt. 29. Juni 2017, abgerufen am 23. September 2017.
  14. Elon Musk: Just received verbal govt approval for The Boring Company to build an underground NY-Phil-Balt-DC Hyperloop. NY-DC in 29 mins. In: @elonmusk. 8:09 AM - 20 Jul 2017, abgerufen am 23. September 2017 (englisch).
  15. New York: Hyperloop: Elon Musk erhält Genehmigung für seinen Super-Zug. In: DIE WELT. 20. Juli 2017 (welt.de [abgerufen am 23. September 2017]).
  16. Elon Musk: The Boring Company präsentiert Autoaufzug - Golem.de. (golem.de [abgerufen am 23. September 2017]).
  17. Testing The Boring Company car elevator • 26. Jul 2017 um 6:26 Uhr. In: instagram.com. Abgerufen am 23. September 2017 (englisch).
  18. Elon Musk: The Boring Company darf einen Tunnel graben - Golem.de. (golem.de [abgerufen am 23. September 2017]).
  19. Warum Elon Musks Tunnelbau-Projekt wie Stuttgart 21 enden könnte. In: WIRED Germany. 3. Mai 2017 (wired.de [abgerufen am 23. September 2017]).
  20. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Kolonie im Weltraum: So will Elon Musk den Mars besiedeln. 28. September 2016, abgerufen am 23. September 2017.
  21. a b Elon Musk wants moonbase to be built to ‘fire up’ interest in space. In: dailymail.co.uk. Abgerufen am 24. August 2017.
  22. a b Elon Musk’s L.A. Tunnel Boring Project is Just Practice for Mars. In: inverse.com. Abgerufen am 24. August 2017.