The BossHoss

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Dieser Artikel behandelt die Musikgruppe. Zum Motorradhersteller siehe Boss Hoss.
The BossHoss
The BossHoss bei Rock im Park 2016
The BossHoss bei Rock im Park 2016
Allgemeine Informationen
Genre(s) Country, Rock
Gründung 2004
Website www.thebosshoss.com
Gründungsmitglieder
Alec Völkel
Sascha Vollmer
Michael Frick (2004)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Waschbrett
Alec „Boss Burns“ Völkel
Sascha „Hoss Power“ Vollmer
Ansgar „Sir Frank Doe“ Freyberg (seit 2004)
Mandoline, Banjo, Waschbrett, Mundharmonika, Stylophone, Hintergrundgesang
Malcolm „Hank Williamson“ Arison (seit 2007)
Kontrabass, E-Bass (nur live)
André „Guss Brooks“ Neumann (seit 2004)
Leadgitarre, Hintergrundgesang
Stefan „Russ T. Rocket“ Buehler (seit 2007/08)
Perkussion, Keytar, Melodica, Hintergrundgesang
Tobias „Ernesto Escobar de Tijuana“ Fischer (seit 2004)
Ehemalige Mitglieder
Leadgitarre, Hintergrundgesang
Boris „Russ“ Kontorowski (2004–2006)
Mandoline, Waschbrett, Mundharmonika, Hintergrundgesang
Michael „Hank Doodle“ Fauvet (2004–2006)
Leadgitarre, Hintergrundgesang
Dean „Russ T. Nail“ Micetech (2006–2007/08)
Begleitmusiker bei Live-Auftritten (The Tijuana Wonderbrass)
Semjon Barias (seit 2010)
Trompete
Steffen Zimmer (2010)
Stefan Kapitzke (seit 2010)
Tenorsaxophon
Lars Dietrich (2010)
Andreas Dormann (2010)
Rob Gutowski (2010)
Posaune
Christian Fischer (seit 2010)

The BossHoss ist eine 2004 gegründete siebenköpfige Band aus Berlin. Die Gruppe hatte 2005 ihren Durchbruch mit Interpretationen von Popsongs im Country-Musik-Stil. Inzwischen schreibt der Rhythmusgitarrist Hoss Power die meisten Lieder der Band selbst, wie auch ihre bislang kommerziell erfolgreichste Single Don’t Gimme That. Der Ursprung des Bandnamens liegt in dem 1965 von The Sonics veröffentlichten Lied The Real BossHoss.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 bis 2006 – Gründungsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band wurde 2004 von den beiden Werbegrafikern Sascha Vollmer und Michael Frick, die schon zusammen bei Hot Boogie Chillun gespielt hatten, mit ihrem Kollegen Alec Völkel in Berlin gegründet.[2] Ihren ersten Auftritt hatte die Band im Berliner Bassy Cowboy Club.[3] Danach spielte sie zunächst nur bei privaten Feiern und in kleinen Berliner Clubs; Ende 2004 unterzeichneten sie bei Universal Music ihren ersten Major-Plattenvertrag. 2004 coverten sie für Langnese-Speiseeis den Werbesong Like Ice in the Sunshine, nach dessen Veröffentlichung stieg Frick aus der Band aus und wurde durch Guss Brooks ersetzt. Im April 2005 erschien die erste Single Hey Ya, im Mai desselben Jahres folgte die Veröffentlichung ihres Debütalbums Internashville Urban Hymns. Das Album stieg in Deutschland auf Platz 11 der Albumcharts; die Band spielte 182 Konzerte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. 2006 steuerte die Band die Filmmusik zu FC Venus – Angriff ist die beste Verteidigung bei.

Am 28. April 2006 erschien die erste Single-Auskopplung I Say a Little Prayer des Albums Rodeo Radio, das am 19. Mai 2006 auf den Markt kam und zur Hälfte Eigenkompositionen enthält. Auf dem Album löste Russ T. Nail den alten Leadgitarristen Boris „Russ“ Kontorowski ab. Auch 2006 war die Band mit 150 Konzerten auf Tournee. Zur Veröffentlichung des zweiten Albums Rodeo Radio stieg das Debütalbum Internashville Urban Hymns ein Jahr nach Veröffentlichung wieder in die Charts ein und erreichte Ende Mai 2006 mit 100.000 verkauften CDs Goldstatus. Im Dezember 2006 wurde das zweite Album Rodeo Radio ebenfalls mit Gold ausgezeichnet.

2007 bis 2011 – Neue Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Live-Auftritt 2007. Von links nach rechts: Hank Williamson, Boss Burns, Hoss Power, Russ T. Rocket, Guss Brooks.

Das Jahr 2007 begann mit einer Tour durch Kanada, bei der erstmals die beiden neuen Bandmitglieder Hank Williamson und Russ T. Rocket live zu sehen waren; es folgte dann die Veröffentlichung der Single-EP Everything Counts/Truck ’n’ Roll Rules. Das Video dazu stammt von Regisseur Detlev Buck, zu dessen erstem Kinderfilm Hände weg von Mississippi The BossHoss den Titelsong beisteuerten. Ende des Jahres erschien die zweite Single-Auskopplung Monkey Business und das dritte Album Stallion Battalion mit überwiegend Eigenkompositionen.

Das vierte Studioalbum Do or Die erschien am 19. Juni 2009. Die erste Single-Auskopplung Last Day kam bereits am 5. Juni 2009 auf den Markt.[4] Anschließend spielte die Band beim Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air. Im November 2009 war sie mit ihrer Tour Go! Go! Go! in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Im selben Jahr spielte die Band zusammen mit Gunter Gabriel eine Cover-Version des David-Bowie-Songs Heroes / Helden ein, die auf Gabriels Album Sohn aus dem Volk. German Recordings veröffentlicht wurde.

2010 war die Band erneut auf Tournee; ihr Album Low Voltage, das ein Best-of-Album mit drei neuen Titeln darstellt, erschien am 23. April 2010.[5] Auf der Low-Voltage-Tour holte sich die Band durch die Bläsergruppe Tijuana Wonderbrass und das Babelsberger Filmorchester Verstärkung, wobei erstere immer noch mit der Band touren. Im Juni 2011 spielte die Band bei den Festivals Rock im Park und Rock am Ring.

Seit 2011 – The Voice of Germany und kommerzieller Höhepunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoss Power und Boss Burns, 2012

Von Herbst 2011 bis Winter 2013 teilten sich Burns und Power in den ersten drei Staffeln einen Jurorensitz bei der Castingshow The Voice of Germany. Das ebenfalls in jenem Herbst erschienene Album Liberty of Action erreichte Platz 4 in den deutschen Charts, die Single Don’t Gimme That wurde mit Platz 8 die erste Top-10-Platzierung, die The BossHoss in den Single-Charts bis dahin erreicht hatte. Don’t Gimme That belegte Platz 1 in den österreichischen Charts. L.O.V.E., im Original von Nat King Cole, wurde auch für den Soundtrack zum Film Rubbeldiekatz von Detlev Buck verwendet und als Single veröffentlicht, die sich ebenfalls in den Charts platzieren konnte. Nachdem der Schützling von Boss Burns und Hoss Power, Ivy Quainoo, The Voice of Germany gewann, interpretierte die Band mit ihr live I Say a Little Prayer.[6] Am 5. Januar 2013 traten sie als Special Guest beim ersten DEL Winter Game im Stadion Nürnberg auf.[7]

Im Frühjahr 2014 veröffentlichte die Band die Single My Personal Song und tourte durch Australien. Als erste deutsche Band spielte sie auf dem Soundwave Festivals.[8]

Im April 2015 veröffentlichte der Baumhaus Verlag das Kinderbuch The BossHoss – Kleine Cowboys ganz groß, das Power und Burns zusammen mit Daniel Ernle konzipierten. Zudem trennte sich die Band in diesem Jahr von ihrem langjährigen Manager.[9] Ihr siebtes Studioalbum Dos Bros veröffentlichten The Boss Hoss am 25. September 2015. Zum ersten Mal erreichte die Band damit Platz eins der deutschen und österreichischen Albumcharts.

Sekundäre Tätigkeiten der Bandmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The BossHoss sind in die Bereiche Produktion, Abmischung, Recording, Arrangement, Tontechnik und Grafikdesign ihrer Veröffentlichungen involviert. Hoss Power ist neben seiner Funktion als Rhythmusgitarrist und Sänger auch Hauptkomponist der Band; er hat bisher bei jedem Album die Produktion, das Arrangement, das Recording und die Abmischung übernommen. Boss Burns hat das Grafikdesign aller Alben übernommen, Guss Brooks seit dem Album Low Voltage die Tontechnik. Die Radiosequenzen von Rodeo Radio spielten Power und Ernesto Escobar de Tijuana ein. Bei einigen Stücken waren mit de Tijuana und Williamson neben Hauptkomponist Power auch andere Bandmitglieder am Songwriting beteiligt. Frank Doe übernimmt das Setlisting bei Live-Shows.[10]

Die meisten Bandmitglieder sind in Nebenprojekten tätig, so beispielsweise Guss Brooks mit The 2930s,[11] der mit diesem Nebenprojekt auch als Vorband für The BossHoss auftritt, und Boss Burns mit Teheran Taxi.

Studioarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bandmitglieder Power, Doe und de Tijuana arbeiteten als Komponisten, Arrangeure, Abmischer, Sound Designer und Produzenten im Sonnenstudio in Berlin für Bands und Firmen wie McDonald’s, BMW oder Tchibo. Sie produzieren Werbung und Alben; auch die Veröffentlichungen von The BossHoss wurden hier produziert.[12] 2014 bezog die Band ihr neues Studio Internashville.[13]

Live-Inszenierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bandmitglieder treten häufig in Unterhemden oder Jeanshemden sowie weißen Stetsons, Westernstiefeln und Sonnenbrillen auf. Daneben tragen die beiden Frontmänner Burns und Power mehrere Ringe, wobei ihre linken Hände jeweils die Worte B-O-S-S und H-O-S-S mit vier Ringen bilden. Wichtiges Element aller Live-Auftritte ist der Surf von Perkussionist de Tijuana auf einem Brett über die Zuschauermenge.[14] Seit der Tour zu Liberty of Action verwendet Perkussionist de Tijuana neben einer Keytar auch Keyboards.[15] Seit der Low-Voltage-Tour wird die Band von der Bläsergruppe The Tijuana Wonderbrass begleitet.

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band setzt sich für das Lesen- und Schreibenlernen ein. Im Rahmen der Kampagne „iCHANCE“, die vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung durchgeführt wird, engagieren Hoss Power und Hank Williamson sich in Videos gegen Analphabetismus, sprechen Schwierigkeiten an und machen Betroffenen Mut.[16][17] Sie engagieren sich außerdem schon seit Anbeginn der Band für das Projekt „Sage“, das Geld für Medikamente sammelt, um ein Kinderkrankenhaus im Senegal zu unterstützen. Sie treten regelmäßig bei Benefizveranstaltungen des Vereins auf und machen Spendenaufrufe.[18]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: The BossHoss/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2005 Internashville Urban Hymns 11 Platin
(29 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Mai 2005
Verkäufe: + 209.900[19]
2006 Rodeo Radio 6 Platin
(32 Wo.)
40
(5 Wo.)
83
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Juni 2006
Verkäufe: + 218.870[19]
2007 Stallion Battalion 8 Gold
(43 Wo.)
56
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 2007
Verkäufe: + 101.100[19]
2009 Do or Die 4 Gold
(16 Wo.)
38
(6 Wo.)
32
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. Juni 2009
Verkäufe: + 123.132[19]
2011 Liberty of Action 4 Doppelplatin
(72 Wo.)
3 Platin
(61 Wo.)
26
(31 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. November 2011
Verkäufe: + 422.112[19]
2013 Flames of Fame 2 Platin
(26 Wo.)
5 Platin
(13 Wo.)
8
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Oktober 2013
Verkäufe: + 217.566[19]
2015 Dos Bros 1 Platin
(… Wo.)
1 Gold
(33 Wo.)
14
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. September 2015
Verkäufe: + 207.500

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The BossHoss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview: The BossHoss – Neue Platte Liberty of Action. fairaudio.de
  2. The BossHoss: Cowboys auf Ausritt. stern.de; Interview
  3. Victoriah Szirmai: Voll auf die Nuss! fairaudio, Dezember 2011, abgerufen am 10. November 2015 (deutsch): „Viele kennen die Berliner mit den weißen Feinrippunterhemden, Cowboyhüten und Sonnenbrillen noch von ihrem ersten Album ‚Internashville Urban Hymns‘ (2005), mit dem sie damalige Charthits und Klassiker der Popgeschichte ins Country-Gewand hüllten. ‚Hey Joe‘ vom Jimi Hendrix war da ebenso auf Country zu hören wie ‚Eyes Without A Face‘ von Billy Idol und Hey Ya von Outkast, ‚Toxic‘ von Britney Spears oder ‚Loser‘ von Beck. Nach sieben Jahren und fünf weiteren Alben – darunter eine Einspielung mit dem Babelsberger Film-Orchester – haben sich die Cowboys fast unbemerkt zu einer eigenständigen Band gemausert, wobei das eine oder andere Cover nach wie vor nicht fehlen darf. Ich traf die BossHoss-Frontmänner Alec Völkel und Sascha Vollmer im Berliner White Trash zum Interview.“
  4. The Bosshoss: thebosshoss.net
  5. The Bosshoss
  6. BossHoss und Ivy – I say a little prayer auf YouTube
  7. DEL Winter Game 2013 – The BOSSHOSS. abgerufen am 5. Januar 2013
  8. CMN Hamburg: The BossHoss veröffentlichen neue Single My Personal Song. In: Country Music News. 19. März 2014, abgerufen am 26. November 2015 (deutsch).
  9. Alexandra Kilian: BossHoss sind „Berlins Urban Cowboys“ – und Freunde des Lesens. In: Berliner Morgenpost. 4. April 2015, abgerufen am 10. November 2015 (deutsch): „The BossHoss sind recht vielfältig: Musik, dann die Juroren-Rolle bei ‚The Voice‘ – und nun bringen Vollmer und Völkel zusammen mit Daniel Ernle ein Kinderbuch heraus.“
  10. The BossHoss Zusatz-DVD auf Liberty of Action:Rockumentary (Kapitel: The BossHoss Mess With Texas)
  11. Offizielle Website von The 2930s
  12. Sonnenstudio Berlin
  13. Frauke Schobelt: Internashville: The BossHoss gründen eigene Agentur. In: wuv.de. 9. April 2014, abgerufen am 10. November 2015 (deutsch): „‚Internashville Urban Hymns‘, so hieß ihr erstes gemeinsames Album, das 2005 erschien. ‚Internashville – A Company with Passion for Music‘, so heißt nun auch die Agentur und Management-Firma, die Alec Völkel und Sascha Vollmer, Frontmänner der Band The BossHoss, in Berlin gegründet haben.“
  14. Star Portrait: The BossHoss – Shake your hips – Open-Air in Wuppertal – Preview auf YouTube
  15. The Bosshoss – Hey Ya Live Op Pinkpop 2012 auf YouTube
  16. Promis. iCHANCE Profi Portal, abgerufen am 10. Januar 2013.
  17. Cowboys mit Lesebrille – the Bosshoss im Interview auf YouTube
  18. radioleverkusen.de
  19. a b c d e f The BossHoss. Musik Reviews, abgerufen am 27. März 2015.
  20. The Voice of Germany – Die Castingshow gewann den Deutschen Fernsehpreis 2012. In: castingshow-news.de. 3. Oktober 2012, abgerufen am 14. November 2015.