The Clock of the Long Now

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Koordinaten: 31° 26′ 54,28″ N, 104° 54′ 13,82″ W

Prototyp der „Uhr des langen Jetzt“ in Science Museum, London

The Clock of the Long Now (engl. „Die Uhr des langen Jetzt“) ist eine im Bau befindliche mechanische Uhr, die die Zeit für die nächsten 10.000 Jahre zeigen soll.[1]

Inspiration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uhr ist eines der Hauptprojekte der Long Now Foundation. Angeregt durch die allgemeine Stimmungslage im Vorfeld des Jahrtausendwechsels, waren die Gründer der Stiftung zu der Überzeugung gelangt, dass es für das langfristige Überleben der Menschheit gut wäre, wenn ihr Blickfeld wirklich weit in die Zukunft reicht.[2][3]

Anforderungen an die Uhr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Langlebigkeit: Die Uhr soll auch nach 10.000 Jahren noch hinreichend genau sein und darf keine wertvollen Teile (wie Schmuck, teure Metalle, oder spezielle Legierungen) enthalten, die geplündert werden könnten.
  • Wartbarkeit: Zukünftige Generationen sollen in der Lage sein, die Uhr zu reparieren. Sie sollen dafür keine weiteren Pläne benötigen, und Technologien auf dem Stand der Bronzezeit sollen dafür ausreichend sein.
  • Transparenz: Um zu verstehen, wie die Uhr funktioniert, soll man sie weder stoppen noch zerlegen müssen.
  • Entwicklungsfähigkeit: Es sollte möglich sein, die Uhr im Laufe der Zeit weiter zu verbessern.
  • Skalierbarkeit: Es soll möglich sein, funktionsfähige Modelle der Uhr von einer Tischuhr bis zu monumentaler Größe mit demselben Bauplan zu bauen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt wurde von Computeringenieur und Erfinder Danny Hillis im Jahr 1986 konzipiert. Er entwickelte die Idee zusammen mit Stewart Brand, der 1996 die Long Now Foundation gründete[5], sowie dem Designer Alexander Rose, heute Geschäftsführer der Stiftung. Der erste Prototyp der Uhr wurde gerade rechtzeitig zur Jahrtausendwende fertiggestellt. Dieser Prototyp, etwa zwei Meter hoch,[6] ist derzeit im Science Museum in London ausgestellt. Ab Dezember 2007 wurden zwei weitere Prototypen in dem Long Now Museum & Store in Fort Mason Center in San Francisco ausgestellt.[7]

Amazon-Gründer Jeff Bezos hat sich von der Idee derart begeistern lassen, dass er den Bau mit 42 Millionen US-Dollar unterstützt.[8] Die vorbereitenden Bauarbeiten an dem geplanten Standort der Uhr auf einem Grundstück von Jeff Bezos in den Bergen von Texas wurden bereits begonnen. Die Uhr wurde von dem britischen Musikkünstler Brian Eno poetisch auf den Namen „The Clock of the Long Now“ getauft.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uhr wird tief unter der Erde, in einem Stollen in Texas, installiert. Dadurch soll sie gegen Erschütterungen geschützt werden. Das Gesamtkonzept basiert auf einer elektromechanischen Konstruktion. Im Zentrum der Uhr ist ein Astrolab mit einer Planetenmaschine platziert.

Die Uhr erhält ihre Energie aus den Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Wenn die Besucher die momentan gültige Zeit angezeigt haben möchten, müssen sie den Mechanismus selbst in Bewegung setzen und dadurch weitere Energie zuführen.

Als Zeitgeber wurde ein Torsionspendel gewählt, das zwar zuverlässig, aber ungenau ist. Um das auszugleichen, wird das Pendel mit Hilfe der durch ein Saphirglasfenster einfallenden Mittagssonne synchronisiert. Ein Metallteil wird durch die Sonne erwärmt und verformt sich, wodurch sie auf Mittag eingestellt wird. Dadurch kann die Uhr über Jahrtausende hinweg die richtige Zeit halten, auch wenn die Synchronisierung wegen Bewölkung nicht jeden Tag erfolgt.

Ein nach einem bestimmten (von Brian Eno entwickelten) Algorithmus arbeitendes Glockenspiel sorgt dafür, dass sich die Melodien innerhalb von 10.000 Jahren nicht wiederholen werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Long Now – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Clemens Gleich: Amerikaner bauen hochhausgroße Uhr für die Ewigkeit. In Die Welt. 6. August 2011, S. 24.
  2. Blick nach vorne: Ein Horizont von 10.000 Jahren. – Zitate aus Stewart Brand: Das Ticken des langen Jetzt. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000. S. 8–10.
  3. Florian Sprenger: The Clock of the Long-Now – Die Uhr, die Langeweile und der Beobachter.
  4. Principles. In: The 10,000 Year Clock. The Long Now Foundation, abgerufen am 18. August 2011.
  5. "Ich bin ein Hacker der Zivilisation." Interview mit Stewart Brand. ZEIT 11.10.2020
  6. The Clock of The Long Now. mechanical drawings and assemblies. The Long Now Foundation, 2002 (PDF 17,6 MB).
  7. Contact Information. The Long Now Foundation, abgerufen am 18. August 2011.
  8. Dylan Tweney: How to Make a Clock Run for 10,000 Years. In: wired.com. Wired, 23. Juni 2011, abgerufen am 3. Februar 2017 (englisch).