The Death of Stalin

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Filmdaten
Deutscher TitelThe Death of Stalin
OriginaltitelThe Death of Stalin
ProduktionslandVereinigtes Königreich,
Frankreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2017
Länge106 Minuten
Stab
RegieArmando Iannucci
DrehbuchArmando Iannucci,
Ian Martin,
David Schneider
ProduktionNicolas Duval Adassovsky,
Kevin Loader,
Laurent Zeitoun,
Yann Zenou
MusikChristopher Willis
KameraZac Nicholson
SchnittPeter Lambert
Besetzung

Synchronisation: Die deutsche Fassung wurde unter der Dialogregie von Clemens Frohmann nach einem Dialogbuch von Stefan Kaiser bei der Neuen Tonfilm München erstellt.

The Death of Stalin ist eine britisch-französische Filmkomödie des schottischen Regisseurs Armando Iannucci von 2017, die mit schwarzem Humor die Ereignisse um den Tod Josef Stalins im Jahr 1953 und die Intrigen um seine Nachfolge schildert. Der Film, dessen Aufführung in Russland untersagt[3] wurde, kam in Deutschland und Österreich am 29. März 2018 in die Kinos.[4] In der frankophonen Schweiz startete er am 28. März, und Aufführungsbeginn in der Deutschschweiz war am 12. April 2018.[5]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf der französischen Graphic Novel La Mort de Staline (dt.: The Death of Stalin) und ihrer Fortsetzung von Autor Fabien Nury und Illustrator Thierry Robin.[6] Er handelt von den Machtkämpfen, die in der Sowjetunion nach Stalins Tod im März 1953 im engsten Führungszirkel von Partei und Staat ausbrachen.

Nach einer Radioübertragung eines Mozart-Konzerts durch Radio Moskau fordert Josef Stalin telefonisch eine Aufzeichnung an. Da das Konzert jedoch nicht aufgenommen wurde, wird die Aufnahme unter absurden Bedingungen hektisch nachgestellt. Unter anderem werden, um identische akustische Bedingungen zu erreichen, Passanten von der Straße geholt, um Zuschauer zu ersetzen, die den Sendesaal schon verlassen hatten. Die Pianistin Maria Yudina, deren Angehörige durch Stalins Regime ermordet wurden, lässt sich nur durch eine Bestechung mit über 20.000 Rubeln bewegen, erneut zu spielen.

In der Schallplattenhülle, die per Kurier zu Stalins Datsche geschickt wird, versteckt Yudina einen Zettel, mit dem sie den Diktator beschuldigt, das Land in den Abgrund zu führen. Als Stalin die Notiz liest, beginnt er zu lachen, erleidet eine Hirnblutung und stürzt gelähmt zu Boden. Da zunächst niemand wagt, unaufgefordert sein Zimmer zu betreten, wird er erst am nächsten Morgen bewusstlos aufgefunden. Von den herbeigerufenen Mitgliedern des Zentralkomitees der KPdSU (ZK) trifft zunächst Geheimdienstchef Lavrenti Beria ein, der Yudinas Notiz entdeckt und an sich nimmt. Kurz darauf erscheint der stellvertretende Generalsekretär des ZK, Georgi Malenkow, der wegen Stalins bevorstehendem Tod in Panik gerät. Beria rät ihm aber, die Führung zu übernehmen, in der Hoffnung, ihn wie eine Marionette beeinflussen zu können.

Bis auf den ehemaligen Außenminister Wjatscheslaw Molotow, den Stalin am Vorabend auf eine Liste seiner Feinde hatte setzen lassen, treffen schließlich alle Mitglieder des ZK ein, darunter auch dessen Sekretär Nikita Chruschtchow. Erst jetzt tragen sie Stalin aus dem Zimmer und veranlassen ärztliche Betreuung, was aber gar nicht so einfach ist, da sie erst kürzlich fast alle Ärzte haben verhaften lassen.

Zwischen Chruschtschow und Beria entbrennt nun ein verdeckter Machtkampf. Der Geheimdienstchef lässt die Transportverbindungen von und nach Moskau unterbrechen und überträgt dem von ihm kontrollierten NKWD die Sicherung der Hauptstadt anstelle der Roten Armee. Beria begnadigt Molotow und lässt nun seinerseits missliebige Personen verhaften. Stalins Tochter Svetlana und sein cholerischer Sohn Wassili treffen ebenfalls in der Datsche ein, wo Chruschtschow und Beria um ihre Aufmerksamkeit ringen, da sie sich durch die Kinder Stalins noch zusätzlichen Einfluss versprechen.

Vier Tage später stirbt Stalin. Die ZK-Mitglieder fahren nach Moskau zurück, während NKWD-Agenten die Datsche plündern und alle Augenzeugen ermorden. Chruschtschow sucht Molotow in seiner Wohnung auf, um ihn als Verbündeten zu gewinnen, was dieser zurückweist, da er als überzeugter Stalinist eine Spaltung der Partei ablehnt. Beria versucht ebenfalls, Molotow auf seine Seite zu ziehen, indem er dessen Ehefrau Polina freilässt, die zuvor vom NKWD verhaftet worden war.

Das ZK ernennt Malenkow zum neuen Regierungschef und weist Chruschtschow auf Betreiben Berias die bedeutungslose Aufgabe zu, Stalins Begräbnis zu organisieren. Beria hingegen verbessert seinen Ruf in der Öffentlichkeit, indem er politische Gefangene freilässt und Repressalien gegen die Kirche einstellt. Ein weiterer Konflikt entbrennt zwischen Beria und Georgi Schukow, Kriegsheld und Chef der Landstreitkräfte der Roten Armee, der darüber erbost ist, dass der NKWD anstelle der Armee die Sicherheit Moskaus garantieren soll.

Als Beria erfährt, dass die Pianistin Yudina eine entfernte Bekannte von Chruschtschow ist, weil sie dessen Nichte Klavierunterricht gegeben hat, bedroht er beide mit dem Hinweis auf den Zettel, den er neben Stalin gefunden hat. Chruschtschow trifft sich daraufhin mit Schukow. Dieser sichert ihm seine Unterstützung in einem Putsch gegen Beria zu, falls das ZK einstimmig hinter ihm steht.

Um Berias Popularität zu untergraben, weist Chruschtschow an, den Zugverkehr nach Moskau wieder aufzunehmen. NKWD-Agenten, die die Aufbahrungshalle bewachen, verweigern den Trauergästen den Zutritt und eröffnen das Feuer, wobei insgesamt 1500 Menschen getötet werden. Das ZK schlägt vor, einige NWKD-Offizielle zu bestrafen, was Beria aber zurückweist, da dies auf ihn zurückfallen werde. Wütend bedroht er die ZK-Mitglieder mit inkriminierenden Informationen, die er über sie gesammelt hat. Auch Molotow stimmt nun einem Putsch zu, unter der Bedingung, dass Chruschtschow die Zustimmung aller Mitglieder, einschließlich der Malenkows, findet.

Am Tag von Stalins Beerdigung behauptet Chruschtschow gegenüber Schukow, Malenkow unterstütze den Putsch. Die Rote Armee überwältigt daraufhin die anwesenden NKWD-Agenten, und Schukow und seine Männer verhaften Beria. Chruschtschow und seine Verbündeten klagen Beria des Hochverrats an und lassen ihn an Ort und Stelle nach kurzem Prozess erschießen. Seine Leiche wird noch an Ort und Stelle verbrannt. Chruschtschow lässt Stalins Tochter Svetlana nach Wien ausreisen und sichert ihr zu, dass er sich um ihren Bruder kümmern werde.

Der Film endet mit einer Einstellung, in der Chruschtschow – der zwischenzeitlich zum Führer der Sowjetunion ernannt wurde – ein Konzert von Maria Yudina besucht. Dabei wird er von Leonid Breschnew beobachtet, der ihn elf Jahre später stürzen wird.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken. Bei Rotten Tomatoes sind 95 Prozent der insgesamt 117 Kritiken positiv bei einer durchschnittlichen Wertung von 8.2/10.[7]

Der Filmdienst kritisiert, dass „für die Opfer des stalinistischen Terrors kaum Platz“ bleibe. Dafür beeindrucke „die Mischung aus Schrecken, Grausamkeit und Dialogwitz durch ihr glänzendes Darstellerensemble und die Illusionslosigkeit, mit der die Zeit nach Stalin bar allen Optimismus angedeutet wird.“[8]

Alexander Menden sah in der Süddeutschen Zeitung eine „zeitlose Ensemblekomödie über böse Menschen, die Böses im Schilde führen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit Böses tun“ und hob vor allem die Darsteller hervor: Iannucci habe „für die einander belauernden Sowjet-Apparatschiks eine spieltechnisch heterogene, im Ensemble aber fantastisch funktionierende Gruppe amerikanischer und britischer Schauspieler zusammengestellt.“[9]

Verbot in Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Russland wurde von verschiedener Seite ein Verbot des Films gefordert. Zum Zeitpunkt der Premiere in England hatte der Verleiher in Russland, Wolga Film, beim Kulturministerium noch keinen Antrag für eine Lizenz eingereicht,[10] die danach erteilte Lizenz wurde nach einer Ankündigung des Kulturministers am 23. Januar wieder entzogen. Ein Kino hatte den Ticketverkauf nicht gestoppt und zeigte den Film vom 25. bis 27. Januar insgesamt fünf Mal und wurde dafür in erster Instanz zu hohen Geldbußen verurteilt.[11][12]

Wedomosti berichtete, das Verbot habe zu einer großen Bekanntheit des Films im Land geführt. Im Vergleich mit dem Film Matilda habe es sich gezeigt, dass die „Entehrung“ Stalins für Russen schlimmer sei, als jene des Zaren.[13]

Historische Tatsachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Standgericht der ZK-Mitglieder und die sofortige Verbrennung von Lawrenti Berias Leiche folgt einer Schilderung von Berias Sohn. Auch einige Zeitungen berichteten seinerzeit diesen Hergang. Historisch ist diese Darstellung heute nicht mehr haltbar. 2010 bestätigte der Stabschef der russischen Luftstreitkräfte, Generalleutnant Wadim Wolkowizki, dass Beria am 23. Dezember 1953 erschossen worden sei. Demnach wurde Beria Ende Juni 1953 tatsächlich bei einer ZK-Sitzung verhaftet, aber erst im Dezember vor Gericht gestellt.

Im Film trifft Beria als Erster bei Stalin ein. Unabhängig von anderen Darstellungen stimmt die Darstellung insofern, als kein Arzt gerufen wurde, bis nicht alle ZK-Mitglieder anwesend gewesen waren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Death of Stalin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. filmstarts.de
  2. https://www.synchronkartei.de/film/39971
  3. FAZ Online vom 29.01.2018
  4. Offizielle Homepage des Films von Concorde Film
  5. movies.ch: The Death of Stalin
  6. Fabien Nury, Thierry Robin: The Death of Stalin, Splitter Verlag, Bielefeld 2018
  7. The Death of Stalin (2018). Rotten Tomatoes, abgerufen am 31. März 2018 (englisch).
  8. The Death of Stalin. Filmdienst, abgerufen am 31. März 2018.
  9. Böse Menschen, die Böses tun. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 31. März 2018.
  10. In Russia, nobody's laughing at Iannucci's The Death of Stalin, The Guardian, 14. Oktober 2017
  11. Russland verbietet Stalin-Filmsatire, Spiegel Online, 24. Januar 2018
  12. Das Kino "Pioneer" erhält eine Geldstrafe für die Aufführung von The Death of Stalin, Wedomosti, 22. Februar 2018
  13. Das Kulturministerium hat den "Tod Stalins" gut beworben, Wedomosti, 20. Februar 2018