The Four Seasons

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The Four Seasons
Frankie Valli und The Four Seasons in der Royal Albert Hall, London, Juni 2012
Frankie Valli und The Four Seasons in der Royal Albert Hall, London, Juni 2012
Allgemeine Informationen
Herkunft Newark, New Jersey
Genre(s) Rock, Pop, Pop/Rock, Rock ’n’ Roll, Doo Wop
Gründung 1953 als Variety Trio
Gründungsmitglieder
Frankie Valli
Gesang, Gitarre
Tommy DeVito
Gitarre
Hank Majewski
Nickie DeVito
Billy Thompson
Aktuelle Besetzung
Gesang
Frankie Valli
Gesang, Keyboard
Bob Gaudio
Gesang, Bass
Don Ciccone
Schlagzeug
Gerry Polci
?
Larry Lingle
?
Jerry Corbetta
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Bob Grimm
Gitarre
John Paiva
Gesang, Bass
Nick Massi
Gesang, Bass
Joe Long
Gesang, Bass
Charlie Calello
Schlagzeug
Gary Wolfe
Keyboard
Lee Shapiro
Gesang, Gitarre
Tommy DeVito

The Four Seasons sind eine US-amerikanische Rock- und Pop-Gruppe aus Newark, New Jersey.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Four Seasons entstanden 1960 aus dem Variety Trio. Frankie Valli, Nickie DeVito, Tommy DeVito, Hank Majewski und Billy Thompson traten später als Varietones auf und nahmen 1956 als Four Lovers die Single You’re the Apple of My Eye auf.[1] Später brachten sie als Frankie Valle & the Romans die Single Come si bella auf den Markt. 1960 verließ Majewski die Band und wurde von Nick Massi ersetzt. Als Village Voices nahmen sie Redlips auf und als Billy Dixon & the Topics entstand I Am All Alone.

Nick DeVito verließ die Band bald. Zunächst kam für kurze Zeit Charlie Calello als Ersatz, dann kam Bob Gaudio. Ab 1962 nannte sich die Band dann Four Seasons. Sie arbeiteten als Chorsänger für Danny & the Juniors und Freddie Cannon. Gaudio war ein erstklassiger Komponist, der 1962 eine Hitwelle für die Four Seasons erzeugte. Kurz hintereinander folgten bei Vee Jay Records Sherry,[2] Big Girls Don’t Cry, Walk Like a Man, Ain’t That a Shame von Fats Domino, Candy Girl und Marlena sowie die Alben Sherry & 11 Others, Big Girls Don’t Cry und Golden Hits, ein Sampler.

Die Band wechselte 1964 zu Philips Records. In diesem Jahr erschienen die Alben Dawn und Rag Doll und die Hitsingles Dawn, Stay, Ronnie, Alone, Rag Doll, Save It for Me und Big Man in Town. In den 1960ern waren die Four Seasons auch weiterhin mit vielen Singles erfolgreich, darunter Bye, Bye, Baby (Baby, Goodbye), Girl Come Running, Let’s Hang On!, Don’t Think Twice (It’s Allright), Working My Way Back to You, Opus 17, I’ve Got You Under My Skin, Tell It to the Rain, Beggin’, Can’t Take My Eyes Off You, C’mon Marianne, Watch the Flowers Grow und Will You Love Me Tomorrow.

Im Jahr 1969 schufen sie dann das Konzeptalbum The Genuine Imitation Life Gazette, in das sie psychedelische Elemente einbauten, was der Kritik ganz und gar nicht gefiel. Auch die Single Patch of Blue floppte. 1970 kam das Album Half & Half auf den Markt, auf dem nur die eine Hälfte aus Four-Seasons-Songs bestand, die andere Hälfte waren „Solo“-Produktionen von Frankie Valli.

DeVito zog sich 1970 von der Band zurück und wurde von Bob Grimm ersetzt, außerdem kam der Drummer Gary Wolfe neu dazu. Es erschien das Doppelalbum Edizione d’oro.

Der weiße Ableger von Motown, Mowest, nahm die Band Anfang 1972 unter Vertrag. Allerdings wurde die Band erst 1975 wieder aktiv. Gaudio und Valli engagierten Don Ciccone (vormals The Critters), Gerry Polci, John Paiva und Lee Shapiro. 1975 bekamen sie mit Who Loves You dann noch einen Hit zustande. 1976 folgten December ’63 (Oh What a Night) und Silver Star sowie die Alben Who Loves You, The Four Seasons Story und Greatest Hits.

Als das Beatles-Cover We Can Work It Out (Ende 1976) und das Album Helicon (1977) in den Charts nur noch mäßig erfolgreich waren, verabschiedete sich Valli von der Band.

Im Mai 1980 begann eine Reunion-Tour der Four Seasons, an der Polci, Ciccone, Larry Lingle und Jerry Corbetta teilnahmen. Die Platte Reunited (1981) floppte und auch 1985, wieder mit Valli, wurde die LP Streetfighter kein großer Erfolg. 1990 wurden die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[3] In Europa kamen sie mit dem Sampler The Very Best Of 1992 noch einmal in die Top 10 der Alben-Charts. 1988 und 1994 kamen Remixe von December ’63 von Ben Liebrand auch noch einmal in die Hitparaden. Danach erschienen keine weiteren Songs, auch wenn sich die Band offiziell noch nicht getrennt hat.

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Walker Brothers erreichten 1966 die englische Top Twenty mit The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore und blieben drei Wochen Spitzenreiter. The Tremeloes coverten 1967 Silence Is Golden. 1975 waren The Bay City Rollers mit Bye, Bye, Baby sechs Wochen an der Spitze der britischen Charts.[4] Im selben Jahr spielten The Osmonds The Proud One ein und erreichten Platz 22 der amerikanischen Charts.[5]

Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jersey Boys ist ein Jukebox-Musical von Bob Gaudio und Bob Crewe, das 2005 am Broadway uraufgeführt wurde. Es erzählt die Bandgeschichte der Four Seasons und wurde ein weltweiter Erfolg. Unter anderem gab es Inszenierungen im Londoner West End, Las Vegas, Chicago, Toronto, Melbourne und anderen australischen Städten, Singapur, Südafrika und in den Niederlanden. Jersey Boys gewann 2006 vier Tony Awards – auch in der Kategorie „Bestes Musical“ – und 2009 den Laurence Olivier Award als „Bestes neues Musical“. Im Musical werden viele Hits der Band verwendet, unter anderem Big Girls Don’t Cry, Sherry, December 1963 (Oh, What a Night), My Eyes Adored You, Stay und Can’t Take My Eyes Off You.

Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurde das Musical unter dem gleichnamigen Titel verfilmt.[6] Regie führte Clint Eastwood, der auch Mitproduzent war. In den Hauptrollen – wie bereits im Musical – ist der Grammy-Gewinner für das beste Show-Album John Lloyd Young als Frankie Valli und Erich Bergen als Bob Gaudio zu sehen. Premiere hatte das biografische Filmdrama am 5. Juni 2014 auf dem Sydney Film Festival. Filmstart in den deutschsprachigen Kinos war am 31. Juli 2014.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7][8][9] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1962 Sherry & 11 Others 20
(1 Wo.)
6
(27 Wo.)
Charteintritt in UK erst im Juli 1963
Produzent: Bob Crewe
1963 Big Girls Don’t Cry and Twelve Others 8
(19 Wo.)
Produzent: Bob Crewe
1963 Ain’t That a Shame and 11 Others 47
(12 Wo.)
Aufnahme: Stea-Phillips Sound Studios, New York
Produzent: Bob Crewe; letztes Studioalbum bei Vee Jay Records
1964 Born to Wander 84
(9 Wo.)
mit Frankie Valli, Produzent: Bob Crewe; erstes Philips-Album
enthält mehrere Folk- und Folkpop-Cover
1964 Dawn (Go Away)
And 11 Other Great Hits
6
(25 Wo.)
mit Frankie Valli, Produzent: Bob Crewe
enthält mehrere Doo-Wop-Cover
1964 Rag Doll 7
(26 Wo.)
mit Frankie Valli
erstes Album fast ausschließlich mit Songs von Bob Gaudio
1965 The 4 Seasons Entertain You 77
(13 Wo.)
mit Frankie Valli, Produzent: Bob Crewe
1966 Big Hits by Burt Bacharach
… Hal David … Bob Dylan
7
(26 Wo.)
mit Frankie Valli, Produzent: Bob Crewe
enthält sechs von Bacharach/David geschriebene und sechs Bob-Dylan-Songs
1966 Working My Way Back to You 50
(15 Wo.)
UK: Gold; mit Frankie Valli, Produzent: Bob Crewe
1967 New Gold Hits 37
(25 Wo.)
mit Frankie Valli, Produzent: Bob Crewe
enthält sieben neue und drei bereits zuvor veröffentlichte Songs
1969 The Genuine Imitation Life Gazette 85
(11 Wo.)
mit Frankie Valli, Produzent: Bob Gaudio
von Bob Gaudio mit Jake Holmes geschriebenes Konzeptalbum
1970 Half & Half 190
(2 Wo.)
mit Frankie Valli; Produzenten: Bob Crewe, Bob Gaudio; letztes Philips-Album
enthält zur Hälfte Soloaufnahmen von Frankie Valli
1976 Who Loves You 12
(17 Wo.)
38
(31 Wo.)
UK: Gold, Gesang: Bob Gaudio, Don Ciccone, Frankie Valli, Gerry Polci, John Paiva
alle Songs geschrieben von Bob Gaudio und seiner Frau Judy Parker
Produzent: Bob Gaudio; erstes Warner-Album; Aufnahme: The Sound Factory, Hollywood
1977 Helicon 168
(5 Wo.)
alle Lieder stammen erneut von Gaudio und Parker; Produzent: Bob Gaudio

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia of Pop, Rock and Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 236f – ISBN 0-312-02573-4
  • Warner, Jay: The Billboard Book of American Singing Groups. A History 1940–1990. New York City/New York: Billboard Books, 1992, S. 384–388
  • Miller, Jim (Hrsg.): The Rolling Stone Illustrated History of Rock & Roll. New York, NY: Rolling Stone Press/Random House, 1976, S. 85–87

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Four Seasons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zu der Gruppe The Four Lovers und anderen Vorgängergruppen der Four Seasons siehe Warner, Jay : The Billboard Book Of American Singing Groups. A History 1940-1990. New York City / New York : Billboard Books, 1992, S. 209f
  2. Zum Titel Sherry siehe: Bronson, Fred: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992; S. 117
  3. Rock and Roll Hall of Fame The Four Seasons in der Rock and Roll Hall of Fame
  4. The official British Records Charts 1955–1987
  5. The Billboard Book of US Top 40 Hits
  6. Box office/business for Jersey Boys – Filming Dates. In: IMDb. Abgerufen am 31. Juli 2014 (englisch).
  7. Chartquellen: Singles UK US1 US2
  8. US-Alben: Joel Whitburn: Joel Whitburn presents the Billboard Albums. 6 Auflage. Billboard Books, New York 2006, ISBN 0-89820-166-7.
  9. Gold-/Platin-Datenbanken: UK US