The French Dispatch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Film
OriginaltitelThe French Dispatch
Produktionsland Deutschland, USA, Frankreich
Originalsprache Englisch, Französisch
Erscheinungsjahr 2021
Länge 107 Minuten
Stab
Regie Wes Anderson
Drehbuch Wes Anderson
Produktion Wes Anderson,
Jeremy Dawson,
Steven Rales
Musik Alexandre Desplat
Kamera Robert D. Yeoman
Schnitt Andrew Weisblum
Besetzung

The French Dispatch ist ein Film von Wes Anderson, der am 21. Oktober 2021 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos kommen soll. Der Film wurde in die Offizielle Auswahl der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2020 aufgenommen und feierte in der darauffolgenden Ausgabe des Festivals im Juli 2021 seine Weltpremiere.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus Kansas stammende Arthur Howitzer Jr. ist der Gründer und Chefredakteur von The French Dispatch mit Sitz in der Stadt Ennui-sur-Blasé. Das Magazin ist der französische Ableger der Liberty, Kansas Evening Sun. In seinem Testament hat er verfügt, dass die Zeitschrift nach seinem Tod nicht mehr veröffentlicht werden soll. Howitzer ist ein Mann von Prinzipien, und sein ganzes Leben lang hat er versucht, ein talentiertes Team von Expat-Journalisten zusammenzustellen, nimmt es bei der Qualität deren Arbeit aber nicht immer so genau. Seine Mitarbeiter fühlen sich nicht unbedingt der „journalistischen Neutralität“ verpflichtet und haben oft eine ganze eigene Auffassung von politischen Geschehen, dem Leben und der Kunst.[1][2]

„The Concrete Masterpiece“

Die Kunstkritikerin JKL Berensen schreibt über den verurteilten Mörder Moses Rosenthaler und die Aufseherin Simone, die ihm als Aktmodell und Muse im Gefängnis zur Seite steht. Berensen schätzt Rosenthalers Werk sehr.

„Revisions to a Manifesto“

Die Arbeit der Politjournalistin Lucinda Krementz konzentriert sich ganz und gar auf die französische Studentenrevolte, insbesondere auf den Studentenführer Zeffirelli.

„The Private Dining Room of the Police Commissioner“

Eigentlich wollte Roebuck Wright einen Bericht über den bekannten Koch Nescafier schreiben. Als jedoch der Sohn des Commissaire entführt wird, ändern sich die Pläne des Journalisten.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Wes Anderson, der auch das Drehbuch schrieb und den Film gemeinsam mit Jeremy Dawson und Steven Rales produzierte. Der Film hat einen Prolog und einen Epilog und ist in drei Kapitel unterteilt, überschrieben mit „The Concrete Masterpiece“, „Revisions to a Manifesto“ und „The Private Dining Room of the Police Commissioner“.[3][4]

Jedes Kapitel stellt einen anderen Journalisten des French Dispatch bei der Arbeit vor. Arthur Howitzer Jr., der Gründer und Chefredakteur der Zeitung, wird von Bill Murray gespielt. Die Rolle ist an den Gründer von The New Yorker Harold Ross angelehnt. Kunstreporterin JKL Berensen wird von Tilda Swinton gespielt, der inhaftierter Maler Moses Rosenthaler, über den sie schreibt, von Benicio del Toro. Die Französin Léa Seydoux spielt die Gefängniswärterin Simone, Adrien Brody einen intriganten Kunsthändler. Die Reisekolumne wird von dem „Radsportreporter“ Herbsaint Sazerac geschrieben, gespielt von Owen Wilson, Oscar-Preisträgerin Frances McDormand ist in der Rolle der Politjournalistin Lucinda Krementz zu sehen, die über den studentischen Revolutionär Zeffirelli berichtet.[5] Anderson hatte sich für Timothée Chalamet, der diesen spielt, entschieden, nachdem er ihn in den Filmen Lady Bird und Call Me by Your Name gesehen hatte. „Ich wusste, dass er genau richtig war, und außerdem: Er spricht Französisch und sieht aus, als wäre er tatsächlich direkt einem Éric-Rohmer-Film entsprungen. […] die Nouvelle Vague hätte sicher einen Platz für ihn gehabt.“[6] Das zweite Kapitel „Revisions to a Manifesto“, in dem Chalamet spielt, nimmt die französischen Studentenproteste vom Mai 1968 auf.[7]

Zudem haben eine Reihe weiterer Schauspieler größere oder kleinere Cameo-Auftritte. Edward Norton spielt den Polizeichef, Saoirse Ronan eine Kriminelle.[5]

Filmförderung und Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt erhielt vom Medienboard Berlin-Brandenburg eine Produktionsförderung in Höhe von 500.000 Euro.[8] Das Gesamtbudget wird auf 25 Millionen US-Dollar geschätzt.[9] Als Produktionsunternehmen fungierten American Empirical Pictures, Indian Paintbrush und Studio Babelsberg.[10]

Die Dreharbeiten wurden im November 2018 in Angoulême im Südwesten Frankreichs begonnen und dort im März 2019 beendet.[11] In der Stadt in der Region Nouvelle-Aquitaine Frankreich fand die Filmcrew die passende Infrastruktur vor, inklusive einer heruntergekommenen Filzfabrik etwas außerhalb, die Anderson und sein Team in ein eigenes Filmstudio umwandelten mit einem Requisitenlager, einer Tischlerei, einem anderen Raum zum anfertigen von Modellen und einer Garderobe für die Schauspieler. Gedreht wurde in den drei größten Räumen des Gebäudes.[6] Als Kameramann fungierte Robert D. Yeoman.

Kostüme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kostümbildnerin fungierte Milena Canonero. Für Swinton in der Rolle von Lucinda Krementz kreierte sie ein Outfit im Boho-Chic.[12]

Filmmusik und Soundtrack-Album[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik komponierte Alexandre Desplat. Das Soundtrack-Album umfasst 25 Musikstücke. Neben den Kompositionen und Klaviersolos von Jean-Yves Thibaudet finden sich auf dem Album auch Songs aus dem Film, die von den Schauspielern Grace Jones, Jarvis Cocker und Charles Aznavour beigesteuert werden, aber auch Stücke von Ennio Morricone und Georges Delerue.[13]

Marketing und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2020 wurde der Trailer vorgestellt.[14] Ursprünglich sollte der Film am 24. Juli 2020 in die US-amerikanischen Kinos kommen.[15] Ein Kinostart in Deutschland war für den 10. September 2020 geplant. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden diese Starttermine jedoch mehrere Male verschoben.[16][17] Zudem war er in das Programm der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2020 aufgenommen worden, die bedingt durch die Coronavirus-Pandemie jedoch abgesagt werden mussten.[18][19] Stattdessen feierte der Film am 12. Juli 2021 beim Filmfestival von Cannes seine Weltpremiere,[20] soll im Herbst auch auf dem New York Film Festival gezeigt werden und schließlich am 22. Oktober 2021 in die US-amerikanischen Kinos kommen.[21] Der neue deutsche Kinostart soll bereits einen Tag früher erfolgen.[22]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[23]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den bei Rotten Tomatoes erfassten Kritiken sind 87 Prozent positiv.[24] Auf Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 82 von 100 möglichen Punkten.[25]

Regisseur Wes Anderson

Peter Debruge von Variety schreibt, während Wes Andersons Film Grand Budapest Hotel noch als Hommage an einen einzigen Schriftsteller, den österreichischen Romanautor Stefan Zweig, gedacht gewesen sei, müsse The French Dispatch als eine an eine ganze Generation von Autoren gesehen werden. Debruge fällt in seiner Kritik außer Ernst Lubitsch oder Jacques Tati kaum ein anderer Regisseur ein, der so viel Aufwand in eine Komödie gesteckt hat, bei der jede Wahl, ob Kostüme, Requisiten oder Besetzung, treffsicher im Absurden landete. Anderson habe den Film zurecht als eine Hommage an eine Generation bedeutsamer Autoren wie John Fante oder Zeitungsredakteure wie Harold Ross und Wallace Shawn von The New Yorker gestaltet, die unsere Vorstellung von den Möglichkeiten des Geschichtenerzählens geprägt haben, auch wenn er seine Charaktere wie Karikaturen wirken lasse. Diese Autoren hätten Poesie auf den Straßen und Helden am Rande der Gesellschaft gefunden und das Establishment herausgefordert. Auch die heutzutage zu beobachtende Gier nach Web-Traffic und populären Trends würden einen solchen Toast auf diese Tintenkleckser von damals, die einfach ihren Instinkten folgten, mehr als rechtfertigen.[26]

Thomas Schultze von Blickpunkt:Film schreibt, The French Dispatch sei kein Film über die Menschen geworden, die in Frankreich ein amerikanisches Magazin im Stil des New Yorker machen, und es sei noch nicht einmal ein Film über das titelgebende literarische Magazin geworden. „Es ist ein Film wie ein literarisches Magazin. Man blättert ihn durch. Wie Anderson sich vorstellt, dass es sich anfühlen soll, wenn man sich durch ein Magazin blättert.“ Im gleichen Maße sei es ein Film geworden, der Frankreich so abbildet, wie es sich vor Andersons innerem Auge zusammensetzt, so Schultze: „Ein Frankreich, in dem die Menschen schnell französisch sprechen, französische Zigaretten rauchen, formidabel französisch aussehen. Man kann sich nicht sattsehen. Mehr Fantasie geht nicht.“[27]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2021

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jennifer Ullrich: Mit seinem neuen Film stürzt sich Wes Anderson auf ein ganz neues Genre. In: moviepilot.de, 16. August 2018.
  2. Savannah Walsh: The French Dispatch Might Be The Most Star-Studded Wes Anderson Movie Yet. In: elle.com, 12. Februar 2020.
  3. Jessica Kiang: 'The French Dispatch': Wes Anderson Dazzles With A Whimsical New Missive Of Wit & Short Story Delights. In: theplaylist.net, 12. Juli 2021.
  4. Todd McCarthy: Cannes Review: Wes Anderson’s 'The French Dispatch'. In: deadline.com, 12. Juli 2021.
  5. a b Eric Kohn: 'The French Dispatch' Review: Wes Anderson Doubles Down on His Style in Endearing Journalism Salute. In: 1indiewire.com, 2. Juli 2021.
  6. a b Zack Sharf: Wes Anderson’s 'French Dispatch' to Open in Theaters This October, Plus Cannes and NYFF. In: indiewire.com, 27. Mai 2021.
  7. David Rooney: Wes Anderson’s 'The French Dispatch': Film Review. In: The Hollywood Reporter, 12. Juli 2021.
  8. Berlin-Brandenburger Drehsaison 2019 läuft! Medienboard fördert 39 Projekte mit 6 Mio. Euro. In: medienboard.de, 29. April 2019.
  9. Ben Croll: Angouleme Delivers for Wes Anderson’s ‘The French Dispatch’ Shoot. In: Variety, 15. Januar 2020, abgerufen am 20. Juli 2021 (englisch)
  10. Filmland Brandenburg 2019. (PDF; 1,27 MB) Kino. In: medienboard.de. S. 5, abgerufen am 20. Juli 2021.
  11. Le film de Wes Anderson tourné à Angoulême sortira le 26 août en France. In: sudouest.fr, 6. Februar 2020. (Französisch)
  12. https://www.hollywoodreporter.com/movies/movie-reviews/the-french-dispatch-cannes-2021-1234977451/
  13. 'The French Dispatch' Soundtrack Album Details. In: filmmusicreporter.com, 15. Juni 2021.
  14. „The French Dispatch“: Der Trailer zum neuem Film von Wes Anderson ist da. In: Musikexpress, 12. Februar 2020.
  15. Anthony D'Alessandro: Wes Anderson’s 'The French Dispatch' Deploys This Summer. In: deadline.com, 29. Januar 2020.
  16. Björn Becher: Neuer Termin für „Mulan“, warten auf „Indiana Jones 5“ und ein Film direkt als Stream: Disneys Post-Corona-Plan. In: filmstarts.de, 3. April 2020.
  17. Anthony D’Alessandro: 'Mulan' Off The Calendar; Disney Also Delays 'Avatar' & 'Star Wars' Movies By One Year As Studio Adjusts To Pandemic. In: deadline.com, 23. Juli 2020.
  18. Ryan Lattanzio: Cannes Will Announce Official Selection in June, but There’ll Be No Physical Edition This Year. In: indiewire.com, 10. Mai 2020.
  19. Thomas Schultze: Was passiert mit Cannes? In: Blickpunkt:Film, 10. Mai 2020.
  20. The Screenings Guide 2021. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 7. Juli 2021.
  21. Anthony D’Alessandro: ‘The French Dispatch’ Lands Fall Release Date After Setting Cannes Premiere In: Deadline.com, 27. Mai 2021, abgerufen am 27. Mai 2021.
  22. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 21. Juni 2020.
  23. The French Dispatch. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 14. März 2020.
  24. The French Dispatch. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 19. Juli 2021.
  25. The French Dispatch. In: metacritic.com. Abgerufen am 16. Juli 2021.
  26. https://variety.com/2021/film/reviews/the-french-dispatch-review-wes-anderson-1235012718/
  27. Thomas Schultze: Cannes Tag 7: Vive le Wes! In: Blickpunkt:Film, 13. Juli 2021.