The Grandmaster

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Filmdaten
Deutscher Titel The Grandmaster
Originaltitel 一代宗師 / 一代宗师
Yī dài zōngshī
Produktionsland Volksrepublik China,
Hongkong
Erscheinungsjahr 2013
Länge 120 Minuten
Stab
Regie Wong Kar-Wai
Drehbuch Wong Kar-Wai,
Xu Haofeng,
Zou Jingzhi
Musik Shigeru Umebayashi
Kamera Philippe Le Sourd
Schnitt William Chang
Besetzung

The Grandmaster (Originaltitel: 一代宗師 / 一代宗师, Yī dài zōngshī ‚Der Großmeister‘) ist ein Film des chinesischen Regisseurs Wong Kar-Wai aus dem Jahr 2013, der das Leben des chinesischen Kampfkünstlers Yip Man erzählt, der als Mentor von Bruce Lee gilt. Der Film war am 7. Februar 2013 der Eröffnungsfilm der Internationalen Filmfestspiele 2013 in Berlin. The Grandmaster lief außer Konkurrenz, da Wong Kar-Wai der Jurypräsident des Festivals war.[1]

Der Film wurde erst 72 Stunden vor Veröffentlichung von Wong Kar-Wai endgültig fertiggestellt. Die Produktionskosten werden auf 240 Millionen RMB (etwa 28 Millionen Euro) geschätzt.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1936: In Foshan im Süden Chinas herrscht eine Ausgangssperre wegen separatistischer Unruhen. Der Wing-Chun-Meister Ip Man (im Film oft Ye Wen genannt) stammt aus einer wohlhabenden Händlerfamilie in Foshan und ist mit Zhang Yongcheng verheiratet. In der Einstiegsszene im Regen kämpft er gegen dutzende Männer, wobei er nicht einmal seinen charakteristischen weißen Hut verliert.

Gong Baosen, Meister des Bagua sowie des Xingyi und führender Vertreter der Kampfkunstschulen Nordchinas, besucht gemeinsam mit seiner Tochter Gong Er und seinen Anhängern den Süden, um seinen Abschied als Meister zu verkünden. Sein bester Schüler Ma San, der es im Xingyi zu hoher Meisterschaft gebracht hat, soll sein Nachfolger werden. Gong wünscht einen letzten Schaukampf gegen einen ebenbürtigen Vertreter der südlichen Schulen. Der im Norden unbekannte Ip Man wird einstimmig von den südlichen Meistern auserwählt.

Der Kampf soll im traditionsreichen „Goldenen Pavillon“ stattfinden. Der bislang ungeschlagene Gong fordert Ye Wen in einem eher philosophischen Zweikampf auf, einen Kuchen zu zerbrechen. Ye Wen gelingt dies und zeigt dabei, dass seine Vision weiter geht als die des alten Meisters. Die Bagua-Meisterin Gong Er sieht dadurch die Ehre ihrer Familie verletzt und fordert Ye Wen beim Siegerbankett zum Zweikampf. Ye Wen sichert Gong Er den Sieg zu, sollte er ein Möbelstück beschädigen. Er verliert infolgedessen den ballett-ähnlichen Kampf, als eine Stufe unter seinem Fuß zerbricht.

1937 beginnt Japan mit dem Angriff auf China, ehe der Krieg im Oktober 1938 Foshan erreicht. Weil Wen sich weigert mit den japanischen Besatzern zu kollaborieren, verarmt die Familie zunehmend. Wens Töchter sterben und er verlässt seine Frau, in der Absicht zurückzukehren. Ma San hingegen kooperiert und zieht so den Unmut seines Meisters Gong Baosen auf sich, der ihm das Vermächtnis der Familie wieder entziehen will. In seinem Zorn verletzt Ma San seinen Lehrer Gong tödlich. Obwohl ihr Vater vor seinem Tod ausdrücklich keine Vergeltung forderte, verschreibt sich Gong Er ganz der Rache. Sie löst ihre Verlobung und legt einen Schwur ab, der ihr verbietet jemals zu heiraten, Kinder zu bekommen oder zu unterrichten. Ye Wen versucht währenddessen in Hongkong als Martial Arts-Lehrer Fuß zu fassen.

Yi Xian Tian, der Rasiermesser genannt wird, ist Agent des Geheimdienstes der Kuomintang. Diese will er nun verlassen und entkommt, indem er alle anderen anwesenden Agenten in einer dem ersten Kampf des Films ähnlichen Auseinandersetzung besiegt. Er flieht nach Hongkong und gründet im „Friseursalon der weißen Rose“ 1952 eine Kampfkunst-Schule des Bajiquan.

Neujahr 1950: Gong Er ist mittlerweile Ärztin geworden und führt ein ruhiges Leben, als Wen sie besucht, um die Kunst der 64 Hände, die nur sie beherrscht, noch einmal zu sehen. Sie erzählt ihm, vor genau 10 Jahren Ma San geschlagen zu haben. Dieser hat sie dann als die alleinige Erbin der Familie Gong anerkannt und ihr das letzte Geheimnis, das ihm Gong anvertraut hatte, verraten.

Gong Er hört 1952 auf als Ärztin zu praktizieren. Seit sie im Kampf gegen Ma San verletzt wurde, ist sie opiumsüchtig. Die 64 Hände des Bagua hat beherrscht sie ebenfalls nicht mehr. Ye Wen trifft sie zum letzten Mal. Sie gesteht ihm ihre Gefühle, die sie seit ihrer ersten Begegnung für ihn empfand. 1953 stirbt sie. Sie hat damit nie einen Kampf verloren, außer den gegen sich selbst.

Ip Man erhält 1953 in Hongkong seinen Ausweis, nachdem die Grenze zu China geschlossen wurde. Er schafft es Wing Chun Kung Fu populär zu machen und wird der Lehrer von berühmten Kämpfern wie Bruce Lee, ehe er 1972 stirbt.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zhang Ziyi und Tony Leung bei der Premiere von The Grandmaster auf der Berlinale 2013

„[…] Wong Kar-Wais beizeiten schöner, aber überlanger und emotional überraschend unraffinierter Streifen leidet an seinem selbstmitleidigen Schwelgen in Trauer. Alles Wichtige ist ohnehin schon vorüber, und die Gegenwart ist nur ein anderes Wort für rückwärtiges Sehnen. Diese Verachtung für die Gegenwart wandert wie ein Virus auch zurück in die aktuellen Geschehnisse von The Grandmaster: Kein Moment ist wirklich ganz präsent, stattdessen verweist immer alles nur von sich, tiefer in die Zeit und weiter weg von Handlungsmacht. […]“

critic.de[3]

Hauptdarsteller Tony Leung hingegen wird von den Kritikern für seine Darbietung gelobt. So schreibt Stephanie Zacharek bei Film.com:

„[…] Wir wollen Filme, die überwältigen, aber feinfühlig sind, geschmeidig, aber stark, hypnotisch, aber selbstsicher. The Grandmaster versucht all das auf einmal zu sein und es ist vielleicht dieses Versuchen, das ihm ein Bein stellt. Aber eines bleibt konstant: Leung fesselt die Kamera. Sein Gesicht ist geradezu ein eigener Film. Die Inszenierung um ihn herum ist nur eine Ausrede.[…]“

film.com[4]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es existieren mehrere Schnittvarianten des Films. Die internationale Fassung hat eine Länge von 123 Minuten. In den USA gibt es eine 108 minütige Version, in der auch andere Szenen Verwendung finden. Außerdem wurde eine 3D-Fassung erstellt, die in chinesischen Kinos ausgewertet wurde.[5]
  • Bereits 2008 erschien unter dem Titel Ip Man ein Film der ebenfalls die Geschichte von Ip Man erzählt.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktion wurde international für Dutzende Filmpreise nominiert und ebenso oft ausgezeichnet. Der Film erhielt 2014 in mehreren Kategorien den Asian Film Award und Hong Kong Film Award.

Philippe Le Sourd erhielt 2014 für seine Arbeit eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Kamera. William Chang Suk Ping wurde für das Beste Kostümdesign nominiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berlinale Pressemitteilung: WONG Kar Wais The Grandmaster eröffnet 63. Berlinale
  2. Grandmaster has masterful BO debut. Film Business Asia, abgerufen am 4. August 2015 (englisch).
  3. Nino Klingler: The Grandmaster. critic.de, 7. Februar 2013, abgerufen am 23. März 2013.
  4. Stephanie Zacharek: ‘The Grandmaster’ Review. film.com, abgerufen am 8. Juni 2015 (englisch).
  5. schnittberichte.com, abgerufen am 8. Juni 2015