The Green Mile (Film)

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Film
Deutscher TitelThe Green Mile
OriginaltitelThe Green Mile
The Green Mile logo.jpg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 189[1] Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 14[2]
Stab
Regie Frank Darabont
Drehbuch Frank Darabont
Produktion Frank Darabont,
David Valdes
Musik Thomas Newman
Kamera David Tattersall
Schnitt Richard Francis-Bruce
Besetzung
Synchronisation

The Green Mile ist eine 1999 erschienene Literaturverfilmung der gleichnamigen Romanreihe von Stephen King. Frank Darabont drehte den für vier Oscars nominierten Film nach seinem eigenen Drehbuch mit Tom Hanks und Michael Clarke Duncan in den Hauptrollen. Der Film startete am 10. Februar 2000 in den deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1998 lebt der Senior Paul Edgecomb in einem Altersheim. Beim gemeinschaftlichen Fernsehen fängt er plötzlich an zu weinen, als Fred Astaire im Film Ich tanz’ mich in dein Herz hinein das Lied Cheek to Cheek singt. Seiner teilnahmsvollen Wohngenossin und Freundin Elaine erzählt Paul, warum ihn dieser Film so berührt. Seine Erinnerungen gehen zurück in die 1930er Jahre. Zu dieser Zeit war Paul der Leiter des Todestraktes im Staatsgefängnis Cold Mountain, Louisiana, welcher wegen der Farbe seines Linoleumbodens „die grüne Meile“ (the Green Mile) genannt wurde. Gemeinsam mit seinen Kollegen hatte Paul die Aufgabe, die zum Tode Verurteilten zu bewachen und ihre Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl zu vollziehen.

1935 wird mit John Coffey ein neuer Gefangener in den Todestrakt überstellt. Coffey ist ein rund zwei Meter großer, überaus muskulöser und mit Narben übersäter Afroamerikaner, der wegen Vergewaltigung und Mordes an zwei kleinen weißen Mädchen verurteilt wurde. Er ist nicht sonderlich intelligent und spricht nur in kurzen Sätzen. Schnell zeigt sich, dass die äußere Erscheinung nicht sein wahres Wesen widerspiegelt: tatsächlich ist er ein sanftmütiger Hüne mit naivem Wesen und Angst vor der Dunkelheit, der niemandem gegenüber jemals Gewalt anwendet oder auch nur Drohungen ausspricht. Außerdem besitzt Coffey die übernatürliche Gabe, Tiere und Menschen von ihren Leiden und Krankheiten heilen zu können. Er setzt sie zunächst ein, um Paul von einer schmerzhaften Blasenentzündung zu befreien. Das macht Paul sehr nachdenklich: er beginnt zu bezweifeln, dass Coffey die ihm zur Last gelegten Taten hätte begehen können, denn Gott würde niemals einem Mörder solch eine Gabe verleihen. Als Coffey die Maus Mister Jingles – ein Maskottchen des Todeskandidaten Delacroix – ins Leben zurückholt, nachdem der sadistische Aufseher Percy Wetmore sie absichtlich zertreten hatte, werden auch die anderen Wärter des Todestraktes Zeugen seiner Gabe: er saugt gewissermaßen aus den Körpern von Menschen und Tieren alles Kranke als „böse Energie“ heraus und lässt sie anschließend als eine Art schwarzen Insektenschwarm wieder aus seinem Mund entweichen. Die Wärter erkennen, dass Coffey kein schlechter Mensch sein kann, und fassen Vertrauen zu ihm.

Ganz anders Percy Wetmore: Er betrachtet die grüne Meile als einen „Eimer voll Pisse, in dem man Ratten ersäuft“. Er ist bösartig, bei allen unbeliebt und erpresst sie mit seinen Beziehungen (seine Tante ist die Gattin des Gouverneurs von Louisiana). Eigentlich will er sich auf eine besser bezahlte Stelle in einer psychiatrischen Anstalt versetzen lassen, jedoch nicht ohne vorher einmal das Kommando bei einer Hinrichtung geführt zu haben. Bei der Exekution von Delacroix wird ihm dies gewährt; er unterlässt es absichtlich, den Schwamm, der auf dem Kopf des Delinquenten den elektrischen Strom übertragen soll, zu befeuchten und bereitet so dem Todeskandidaten ein unnötig qualvolles Ende (er verbrennt bei lebendigem Leibe).

Melinda Moores, die Frau des Gefängnisdirektors, ist an einem inoperablen Hirntumor erkrankt. Paul und seine Kollegen glauben, dass Coffey die einzige Hilfe für die Frau ist, und schleusen ihn aus dem Gefängnis heraus. Coffey heilt auch sie, behält jedoch diesmal die böse Energie in sich zurück. Wetmore durfte von dieser Geheimaktion natürlich nichts erfahren; ihn hatten die Wärter – vorgeblich als interne Strafe für die vermasselte Hinrichtung – in Zwangsjacke und Gummizelle gesteckt.

Nach der erfolgreichen Rückkehr ins Gefängnis muss Wetmore wieder befreit werden. Als er an Coffeys Zelle vorbeigeht, ergreift ihn dieser durch die Gitterstäbe und überträgt die bis jetzt zurückgehaltene böse Energie auf ihn. Wetmore verfällt daraufhin in Katatonie und erschießt den psychopathischen Gefangenen William Wharton (genannt: „Billy the Kid“). Nach der Tat wird er in genau jene psychiatrische Anstalt eingewiesen, zu der er sich auf Druck seiner verärgerten Kollegen versetzen lassen wollte. Coffey erklärt Paul, dass er damit „die bösen Männer bestraft“ habe. Er nimmt Pauls Hand und zeigt ihm mittels Telepathie, dass in Wahrheit der erschossene Häftling Wharton der Vergewaltiger und Mörder der beiden kleinen Mädchen gewesen war. Coffey hatte damals erfolglos versucht, die Mädchen wieder ins Leben zurückzuholen, aber sie waren schon zu lange tot gewesen, als er sie fand. Der vom Sheriff und vom Vater der Mädchen angeführte Suchtrupp hatte ihn später, laut heulend vor Verzweiflung, mit den Leichen im Arm aufgefunden. Da niemand etwas über seine Gabe wusste, war er irrtümlich für den Mörder gehalten und festgenommen worden.

Paul ist verzweifelt, als er diese Wahrheit erkennen muss. Da er sich fragt, wie er vor dem Jüngsten Gericht bestehen soll, wenn er „eines von Gottes wahren Wundern umgebracht“ hat, macht er Coffey das Angebot, ihn einfach eigenmächtig freizulassen, doch der lehnt ab. Coffey, der offenbar stets einsam und allein unterwegs war und selbst nicht weiß, wie alt er ist, sehnt sich nach dem Tode, da er das Leid auf der Welt und den Umgang der Menschen miteinander nicht mehr ertragen kann. In Erfüllung seines letzten Wunsches arrangieren die Wärter für ihn eine nächtliche „Flimmervorführung“ im Hinrichtungsraum, da Coffey zeitlebens noch nie einen Film gesehen hat. Gezeigt wird der neueste Fred-Astaire-Streifen Ich tanz’ mich in dein Herz hinein mit dem berühmten Lied Cheek to Cheek. Am Tage darauf wird Coffeys Todesurteil vollstreckt. Dies ist die letzte Hinrichtung für Paul, denn er und sein Kollege Brutus Howell ersuchen bald danach um Versetzung.

Paul und die von Coffey reanimierte Maus Mr. Jingles führen ein unnatürlich langes Leben. Er ist bereits 108 Jahre alt und Mr. Jingles über 60, das ist 30 Mal länger als die natürliche Lebensspanne einer Maus. Paul sieht sein langes Leben inzwischen als Strafe an, da er den Tod aller geliebten Menschen, auch den seiner Altersfreundin Elaine, miterleben muss. In der letzten Einstellung vor dem Abspann sieht man den inzwischen uralten und ergrauten Mr. Jingles in seiner Behausung, einer mit Watte ausgepolsterten Zigarrenschachtel, liegen, während Pauls Stimme aus dem Off sich fragt: „Wenn er einer Maus ein so langes Leben schenken konnte, wie viel länger habe dann ich?“

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Frank Darabont gelang mit einer hervorragenden Besetzung – allen voran Tom Hanks als Oberaufseher – nach ‚Die Verurteilten‘ erneut eine sensible, ruhig erzählte Verfilmung eines Romans von Bestseller-Autor Stephen King. Er baut hier eine dichte Atmosphäre rund um den Todestrakt auf, zeigt eindrucksvoll das Leben einer kleinen Gruppe, die ständig mit dem Tod konfrontiert ist. Dank der Darsteller, der Ausstattung und der Kamera ist dies trotz kleiner Unstimmigkeiten in der Story ein rundum gelungenes Werk.“

„Die erste Hälfte […] vergeht mit banalen Alltagsschilderungen und grob geschnitzten Typisierungen. Auch wenn das episodenhafte Reiben von Guten und Bösen nie stockt, so drängt es sich nicht eben auf für eine epische Inszenierung auf engstem Raum. Ihre ersehnte Wendung erreicht die Geschichte, als der schwarze Hüne John Coffey (eine mimische Naturgewalt: Michael Clarke Duncan) von Kräften Gebrauch macht, die das bittersüße Gleichgewicht von Leben und Tod im Hinrichtungstrakt ins Wanken bringt. […] Man kann die kommenden Konflikte existenziell und spirituell nennen – wenn aber das Schwirren der Geigen, das Schwelgen in Slow Motion und die patentierte Kummermiene von Herrn Hanks volle Kraft voraus auf die Tränendrüsen zielen, dann drängt sich nur noch ein Wort auf: Edelkitsch.“

„Regisseur Frank Darabont, der bereits mit ‚Die Verurteilten‘ nach einer King-Vorlage überzeugte, bietet mit ‚The Green Mile‘ Kino zwischen Anspruch und Unterhaltung mit atmosphärisch dichten, intensiven Bildern. Der ausgezeichneten Darstellerriege gelingt es, souverän das religiöse Pathos zu überspielen. Das hervorragende Drehbuch fügt die Geschichte am Ende überraschend zusammen.“

„Der extrem breit angelegte Film widersetzt sich zwar erfolgreich der hektischen Dramaturgie des heutigen Hollywoods, versteht die metaphysische Komponente jedoch nicht zu mehr als emotionaler Ergriffenheit zu nutzen.“

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Darsteller von John Coffey, Michael Clarke Duncan, war mit seiner Größe von 1,96 m nicht bedeutend größer als die Darsteller der Gefängniswärter Tom Hanks (1,85 m), David Morse (1,93 m) und kleiner als James Cromwell (2,01 m). Unter anderem wurden verschiedene Kamerawinkel genutzt, um die Illusion von John Coffey als Riesen zu erzeugen.
  • Über die Lautsprecher im Altenheim wird beruhigende Musik gespielt, es handelt sich um Charmaine von Mantovani. Dieses Stück hört man auch im Sanatorium von Einer flog über das Kuckucksnest.
  • Die Altersfreigaben sind bei diesem Film von Land zu Land sehr verschieden. So ist er in Deutschland ab 12 Jahren, in den USA ab 17 und in Großbritannien beispielsweise erst ab 18 Jahren freigegeben.
  • In diesem Film trifft Tom Hanks wieder auf seine Schauspielkollegen Gary Sinise, der in Forrest Gump Lt. Dan Taylor verkörperte und mit dem er auch zusammen in Apollo 13, hier als Thomas K. Mattingly, vor der Kamera stand, des Weiteren Barry Pepper, der in Der Soldat James Ryan den Scharfschützen Private Jackson spielte.

Synchronsprecher [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronsprecher für die deutsche Fassung:[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscarverleihung 2000

Golden Globe Awards 2000

Screen Actors Guild Awards 2000

Saturn Awards 2000

Satellite Awards 1999

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „wertvoll“.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Green Mile (1999). IMDb. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  2. Alterskennzeichnung für The Green Mile. Jugendmedien­kommission.
  3. The Green Mile. In: prisma. Abgerufen am 4. April 2021.
  4. The Green Mile. In: cinema. Abgerufen am 4. April 2021.
  5. The Green Mile auf filmstarts.de
  6. The Green Mile. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017. 
  7. The Green Mile. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 19. September 2015.
  8. The Green Mile auf fbw-filmbewertung.com