The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd

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Fernsehserie
Deutscher TitelThe Handmaid’s Tale – Der Report der Magd
OriginaltitelThe Handmaid’s Tale
TheHandmaidsTale de.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) seit 2017
Produktions-
unternehmen
MGM Television
Länge 44–60 Minuten
Episoden 36 in 3+ Staffeln (Liste)
Genre Drama, Dystopie
Idee Bruce Miller
Musik Adam Taylor
Erstveröffentlichung 26. April 2017 (USA) auf Hulu
Deutschsprachige
Erstveröffentlichung
4. Oktober 2017 auf EntertainTV-Serien
Besetzung
Synchronisation

The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd (Originaltitel: The Handmaid’s Tale) ist eine dystopische US-amerikanische Drama-Fernsehserie, die auf dem im Original gleichnamigen Roman Der Report der Magd (1985) von Margaret Atwood basiert. Seit 2017 sind, auch auf Deutsch, drei Staffeln mit 36 Episoden erschienen, weitere Staffeln sind geplant. Mitproduziert wird die Serie vom US-Streamingdienst Hulu, bei dem sie auf Englisch auch veröffentlicht wird. In Deutschland erscheint sie als Video-on-Demand beim Telekom-Dienst MagentaTV. Auch bei Amazon Prime Video sind alle bisherigen drei Staffeln zu sehen.

Die Serie spielt in einem fiktiven Neuengland und erzählt von einer Gesellschaft, die von einer Religionsdiktatur geprägt ist und Frauen als Dienstmägde versklavt und missbraucht, damit sie Kinder gebären. In zahlreichen Rückblenden auf unterschiedliche Zeitebenen schildert sie zudem die Entstehung dieser Gesellschaft und die Vorgeschichte der Hauptfiguren. Wichtigste Protagonistin ist eine von Elisabeth Moss verkörperte Dienstmagd, aus deren Perspektive die Serie erzählt wird.

Die Serie wurde mit zahlreichen Preisen überhäuft und ist die erste Fernsehserie eines Streamingdienstes, die mit einem Primetime Emmy in der Kategorie Beste Dramaserie ausgezeichnet wurde.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im US-Amerika einer dystopischen Zukunft haben atomare Katastrophen, Umweltzerstörung und Geschlechtskrankheiten zu weitestgehender Unfruchtbarkeit geführt. In dieser Gesellschaft bildet sich der totalitäre, christlich-fundamentalistische Staat Gilead heraus. Die Gesellschaft wird von machtversessenen Führern in einem neuen, militarisierten, hierarchischen Regime des Fanatismus und in neu geschaffenen sozialen Klassen organisiert, in denen Frauen brutal und auch mit gezielten Verstümmelungen unterjocht werden und es ihnen unter anderem nicht erlaubt ist zu arbeiten, Eigentum und Geld zu besitzen oder zu lesen. Stattdessen sind die letzten fruchtbaren Frauen als sogenannte Dienstmägde Eigentum bestimmter Männer, von denen sie sich regelmäßig rituell vergewaltigen lassen müssen, damit eine Empfängnis zustande kommt.

Die Dienstmägde verlieren, wenn sie in den Besitz eines Mannes übergehen, ihren Vor- und Nachnamen und müssen einen neuen Einzelnamen annehmen, der sich aus der Vorsilbe „Des-“ (im englischsprachigen Original „Of-“) und der Nachsilbe, bestehend aus dem Vornamen des Mannes, dem sie gehören, zusammensetzt, zum Beispiel: Desfred, Desglen oder Deswarren. Wechseln die Frauen (zum Beispiel nach dem Tod des Mannes) den Besitzer, so müssen sie den Namen des neuen Mannes annehmen, wie zum Beispiel Desglen, die zu Dessteven wird. Zu den Dienstmägden gehört auch die junge Frau June Osborne, die anfangs Desfred heißt und aus deren Perspektive – dem Serientitel entsprechend – die Serie erzählt wird.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

June wird in der ersten Staffel in der dystopischen Zukunft Eigentum des hochrangigen Beamten Fred Waterford und lebt fortan als Dienstmagd Desfred in der Villa, in der er mit seiner empfängnisunfähigen Frau Serena Joy wohnt. Die Zeremonien, in denen Fred versucht, Desfred zu schwängern, verlaufen wenig erfolgreich und lassen Serena vermuten, dass er zeugungsunfähig ist. Deshalb wird Desfred von Serena dazu aufgefordert, sich von Nick, dem Chauffeur der Waterfords, schwängern zu lassen. Daraufhin geht Desfred mit Nick eine Intimbeziehung ein, die sie zunehmend leidenschaftlich führen. Parallel dazu erhält Desfred aber, unbemerkt von seiner Frau, auch von Fred Avancen und hat mit ihm Sex. Angesichts dieser Beziehung beendet Nick sein Verhältnis mit Desfred, ehe sie bemerkt, dass sie schwanger ist. Wenig später zwingt die Aufseherin, die Tante Lydia genannt wird, Desfred und andere Dienstmägde dazu, eine Dienstmagd zur Strafe für ihre Ungehorsamkeit zu Tode zu steinigen. In einem Akt kollektiven Ungehorsams weigern sich die Frauen jedoch, ihr Folge zu leisten.

Rückblenden in der ersten Staffel geben Aufschluss über das Leben von June, bevor sie Dienstmagd der Waterfords wurde, und ihrer Vertrauten. Als die Unterdrückung der Frauen begann, war sie mit Luke, dem Vater ihrer Tochter, auf der Flucht vor den Behörden. Im Glauben, dass Luke getötet worden wäre, wird sie verhaftet und von ihrer Tochter getrennt. Wie deutlich wird, gelang Luke tatsächlich jedoch die Flucht nach Kanada, wovon June in der dystopischen Zukunft eher zufällig erfährt.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie folgt in der ersten Staffel größtenteils der Handlung des Buches. Von dort ausgehend wurde ab der zweiten Staffel die Geschichte frei weiterentwickelt.

Margaret Atwood wurde bei der Entwicklung der Serie zu Rate gezogen, um sicherzustellen, dass das Fortschreiben der Geschichte nicht ihren Vorstellungen zuwiderlief. Beispielsweise bestand Atwood darauf, dass die jüngere Tochter der Hauptfigur überleben muss, da sie deren Lebensgeschichte weitererzählen wollte.[1] 2019 erschien Atwoods Roman Die Zeuginnen (The Testaments), der 15 Jahre nach dem Ende von Der Report der Magd ansetzt. Darin achtete Atwood auf eine Kompatibilität mit der Handlung der Fernsehserie. In einem Interview sagte Atwood, dass ihre weitere Ausgestaltung der Figur Tante Lydia, die in dem Fortsetzungsbuch eine zentrale Rolle spielt, durch Ann Dowds Darstellung in der Fernsehserie geprägt sei.[2] In der Hörbuchfassung des Buches liest Dowd die aus Tante Lydias Sicht erzählten Textteile.

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wird bei der Studio Hamburg Synchron vertont. Nadine Geist ist sowohl für Dialogbuch als auch Dialogregie verantwortlich.[3]

Die Tabelle nennt die Schauspieler, ihre Rollennamen, ihre Zugehörigkeit zur Hauptbesetzung (●) bzw. zu den Neben- und Gastdarstellern (•) je Staffel sowie die deutschen Synchronsprecher.

Staffel
Schauspieler Rollenname Alternative Rollennamen
Englisch (Deutsch)
1 2 3 Synchronsprecher[3]
Elisabeth Moss June Osborne Offred (Desfred), Ofjoseph Tanya Kahana
Joseph Fiennes Fred Waterford Frank Schaff
Yvonne Strahovski Serena Joy Waterford Aline Staskowiak
Alexis Bledel Dr. Emily Malek Ofglen (Desglen), Ofsteven (Dessteven), Ofroy, Ofjoseph Ilona Brokowski
Madeline Brewer Janine Lindo Ofwarren (Deswarren), Ofdaniel (Desdaniel), Ofhoward Anna Gamburg
Ann Dowd Lydia Clements Peggy Sander
O. T. Fagbenle Luke Bankole Tobias Schmidt
Max Minghella Nick Blaine Nico Sablik
Samira Wiley Moira Strand Anja Stadlober
Amanda Brugel Rita Svantje Wascher
Bradley Whitford Joseph Lawrence Klaus-Dieter Klebsch
Sam Jaeger Mark Tuello
Jordana Blake Hannah Bankole Laeticia Schwarz
Stephen Kunken Warren Putnam
Ever Carradine Naomi Putham Irina von Bentheim
Nina Kiri Alma Ofrobert (Desrobert)
Kristen Gutoskie Beth Marieke Oeffinger
Cherry Jones Holly Maddox
Julie Dretzin Eleanor Lawrence Katharina Koschny
Tattiawna Jones Lillie Fuller
Janessa Grant Dolores
Bahia Watson Brianna
Erin Way Erin
Clea DuVall Sylvia

Episoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Serienstart war am 26. April 2017 beim Videoportal Hulu, nachdem sie im April des Vorjahres mit einer Direktbestellung versehen worden war.[4]

Die deutschsprachige Fassung der ersten Staffel wurde ab 4. Oktober 2017 bei EntertainTV Serien, einem Portal von Telekom Deutschland und deren Dienst Telekom Entertain, erstveröffentlicht.[5]

Die ersten beiden Episoden der zweiten Staffel der Serie wurden am 25. April 2018 bei Hulu zur Verfügung gestellt.[6] Die weiteren Folgen wurden jeweils mittwochs hinzugefügt. Die dritte Staffel startete am 5. Juni 2019 mit den ersten drei Episoden auf Hulu. Insgesamt umfasst sie 13 Folgen.[7] Die vierte Staffel wird voraussichtlich 2021 erscheinen, da sich die Dreharbeiten aufgrund der COVID-19-Pandemie verzögern.[8][9] Während der Dreharbeiten zur vierten Staffel wurde bekannt, dass Hulu eine fünfte Staffel in Auftrag gegeben hat.[10]

Staffel Episoden Erstveröffentlichung Hulu Deutschsprachige Erstveröff.
(MagentaTV)
DVD und Blu-ray
(Deutsch)
1 10 26. Apr. 2017 – 14. Jun. 2017 4. Okt. 2017 – 23. Nov. 2017 15. März 2018
2 13 25. Apr. 2018 – 11. Jul. 2018 2. Aug. 2018 – 11. Okt. 2018 13. Dez. 2018
3 13 5. Jun. 2019 – 14. Aug. 2019 5. Sep. 2019 5. Dez. 2019

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgewählte Bewertungen
Staffel
Bewertungsdienst 1 2 3
RottenTomatoes (Tomatometer) 94 %[11] 89 %[11] 81 %[11]
Metacritic (Metascore) 92/100[12] 86/100[12] 68/100[12]
Filmdienst [13] [14] [15]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 wurde die Serie in mehreren Kategorien mit dem Emmy Award (Beste Dramaserie sowie Elisabeth Moss und Ann Dowd als beste Darstellerinnen) sowie zwei Golden Globe Awards (Beste Dramaserie und Moss) ausgezeichnet. Damit ist The Handmaid’s Tale die erste Serie eines Streaming-Dienstes, die den wichtigsten US-amerikanischen Fernsehpreis als beste Dramaserie gewann.[16]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ann Dowd and More Will Narrate the 'Testaments' Audiobook. Abgerufen am 6. April 2020 (englisch).
  2. Henry Chu, Henry Chu: Margaret Atwood on New Book ‘The Testaments’: ‘Instead of Moving Away From Gilead, We Started Moving Towards It’. In: Variety. 10. September 2019, abgerufen am 6. April 2020 (englisch).
  3. a b The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 1. Januar 2021.
  4. Denise Petski, Nellie Andreeva: Elisabeth Moss To Star In Straight-To-Series Drama ‘The Handmaid’s Tale’ On Hulu. 29. April 2016.
  5. Karoline Meta Beisel: Neues Streamingangebot. Einer geht noch. In: Medien. Süddeutsche Zeitung, 3. September 2016, abgerufen am 10. September 2017: „Mit "The Handmaid's Tale", einer der erfolgreichsten Serien des Jahres, steigt nun auch die Telekom ins Geschäft mit dem Serienstreaming ein.“
  6. 'The Handmaid's Tale': Here's the first trailer for season 2, and a premiere date.
  7. Sean Hollister: The Handmaid’s Tale returns for its third season on June 5th. In: The Verge. 11. Februar 2019, abgerufen am 12. Februar 2019 (englisch).
  8. „The Handmaid's Tale“ Staffel 4 kommt erst 2021 kino.de, abgerufen am 6. Oktober 2020
  9. “The Handmaid’s Tale” Staffel 4 serienfuchs.de, abgerufen am 6. Oktober 2020
  10. The Handmaid's Tale' Scores Early Season 5 Renewal at Hulu Hollywoodreporter.com, abgerufen am 11. Dezember 2020
  11. a b c The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd bei Rotten Tomatoes (englisch)Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/Verschiedene Kenner in Wikipedia und Wikidata, abgerufen am 1. Januar 2021
  12. a b c The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd bei Metacritic (englisch)Vorlage:Metacritic/Wartung/Verschiedene Kenner in Wikipedia und Wikidata, abgerufen am 1. Januar 2021
  13. The Handmaid's Tale - Staffel 1. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 1. Januar 2021.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  14. The Handmaid's Tale - Staffel 2. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 1. Januar 2021.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  15. The Handmaid's Tale - Staffel 3. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 1. Januar 2021.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  16. Daniel Holloway: Emmys: Diversity Reigns Over Trump as ‘Big Little Lies,’ ‘Handmaid’s Tale,’ ‘SNL’ Dominate, in: Variety vom 18. Sep. 2017, abgerufen am 3. Jan. 2021