The Hirsch Effekt

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The Hirsch Effekt
The Hirsch  Effekt, live in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen (Saar)
The Hirsch Effekt, live in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen (Saar)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Indie-Rock, Metal, Post-Punk, Math-Rock
Website http://thehirscheffekt.com/
Aktuelle Besetzung
Nils Wittrock
E-Bass, Gesang
Ilja Lappin
Schlagzeug (seit 2013)
Moritz "Mr. Moe" Schmidt
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug (bis 2013)
Philipp Wende

The Hirsch Effekt ist eine Artcoreband[1] aus Hannover.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musiker Nils Wittrock und Ilja Lappin lernten sich an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover kennen und gründeten 2008 mit Philipp Wende die Band.[2] 2009 produzierten und veröffentlichten The Hirsch Effekt eine selbstbetitelte Demoaufnahme mit fünf Songs. Sie versendeten sie an zahlreiche Fanzines, Blogs, ein paar Indielabels und Veranstalter in Deutschland zusammen mit handgeschriebenen Briefen. Die Aufnahmen erlangten Beachtung durch die Musikkritik, da sie, für die DIY-Szene eher untypisch, zusammen mit dem Kammerchor Hannover aufgenommen worden war und durch orchestrale Referenzen mit den Konventionen von Emocore und Mathcore brach.[3]

Mit „Holon : Hiberno“ erschien am 19. März 2010 auf Midsummer Records das Debütalbum und der erste Teil der „Holon“-Trilogie. Das Album wurde zusammen mit Jens Siefert[4] produziert. Nachdem The Hirsch Effekt im Vorprogramm der Emopunk-Band Adolar im JZ Oerlinghausen aufgetreten waren, lernte die Band die Betreiber des jungen Labels Käpt´n Platte kennen. Das Label veröffentlichte von „Holon : Hiberno“ am 1. Februar 2011 die Vinyl-Auflage, während bei Midsummer Records die CD-Nachauflage erschien. In Kooperation mit Ampire Records aus Frankfurt erschien im selben Jahr die Split-EP „Perigæum / Apogæum“ mit der Hardcore-Band Caleya. Bei Käpt´n Platte erschien die Split-Single mit der Band Adolar, auf der sich die Bands gegenseitig covern.[5] Über Adolar entstand auch der Kontakt zum Produzententeam Tim Tautorat und Max Trieder, mit welchen das zweite Album „Holon : Anamnesis“ aufgenommen wurde. Es erschien 2012 bei Käpt´n Platte und Midsummer Records. Die Kritik reagierte hierauf begeistert, im Folgejahr wählten Redaktion und Leserschaft des Magazins VISIONS das Album als einziges deutschsprachiges Album unter die „20 besten Alben aller Zeiten“.[6] Dies verschaffte den Multi-Instrumentalisten einen Auftritt im Vorprogramm der Hardcore-Band The Dillinger Escape Plan im Rahmen der Konzertserie „Visions in Concert“.[7] Die US-amerikanische Band nahm The Hirsch Effekt im Folgejahr wieder mit auf ihre Tour. Darüber hinaus spielte das Trio zahlreiche eigene Konzerte und brachte eine weitere Split-Platte zusammen mit der Band Zinnschauer heraus. Auf der LP veröffentlichte die Band orchestrale Arrangements zweier Albumsongs sowie bisher unveröffentlichte Stücke. Das Stück „Fixum“ nahm die Band bereits mit dem neuen Schlagzeuger Moritz Schmidt auf, nachdem Gründungsmitglied Philipp Wende die Band verlassen hatte. Mit ihm tourte die Band nahtlos weiter und nahm den dritten Teil der Holon-Trilogie auf. "Holon : Agnosie" erschien 2015 auf Long Branch Records.

2017 traten The Hirsch Effekt beim Wacken Open Air auf.[8] Am 18. August 2017 erschien das vierte Album "Eskapist" und brachte der Band unter anderem bei dem Hardcore-Magazine Fuze Titelgeschichten ein. Das Album stieg in die Top 30 Albumcharts in Deutschland ein.

Stil und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bandname bezieht sich auf die Durchlässigkeit der Schleimhäute des Dünndarms, welche die deutsch-jüdischen Ärztin Rahel Hirsch entdeckte und als "Hirsch Effekt" nach ihr benannt worden ist.[9] Die Band arbeitet seit dem ersten Demo 2009 mit dem US-amerikanischen Art-Director Alejandro Chavetta zusammen und seit 2011 mit dem Produzententeam Tim Tautorat und Max Trieder (Turbostaat, David Hasselhoff, In Flames u.a.) zusammen.

Die Texte der frühen Songs sind oft nur wenige Zeilen lang und überwiegend auf persönliche und emotionale Probleme beschränkt. Nach Abschluss der Holon-Trilogie fiel das Album Eskapist politisch aus. Die Booking-Agentur der Band schreibt:[10]

„Ein hyperrealistisches Stück Sozialkritik, bissig politischer Kommentar, musikalisch überwältigendes Lehrstück.“

Carsten Sandkämper

Nils Wittrock beschäftigte sich seit Ende 2015 verstärkt mit sozialkritischen Themen, Faschismus, Rechtspopulismus und Terrorismus. Ausschlaggebend hierfür ist ein Schlüsselerlebnis in Hannover am 17.11.2015 gewesen. In einem Live-Chat auf Facebook verrät der Musiker einem Fan, der Fehlalarm wegen Terrorverdachts[11]in Hannover anlässlich des geplanten Länderspiels Deutschland gegen die Niederlande habe ihn beschäftigt, auch weil die Stadt plötzlich menschenleer war: "Dies hat mich so geschockt, dass mich das bewegt hat politisch auf dem Album zu sein", sagt Wittrock.[12]

Sich selbst bezeichneten The Hirsch Effekt zu Beginn der Holon-Trilogie als „Indielectro-Post-Punk-Metal-DIY-Band“.[13] In ihrer Musik verarbeiten sie jedoch Einflüsse aus weitaus mehr Musikstilen. unterm durchschnitt-Gründer Andreas Wildner beschrieb die musikalische Breite im Promoschreiben[14] zu "Holon : Agnosie":

„The Hirsch Effekt sorgen für die musikalische Verwirklichung des philosophischen Traums gelebter Entgrenzung. Genres wie Hardcore, Kammermusik, Death Metal, Jazz, Electronica und Deutsch Pop werden dekonstruiert und in das eigene künstlerische Schaffen eingesogen. Das Hannoveraner Trio ist der musikalische Resonanzraum vom Schwarzen Loch.“

Andreas Wildner

Eine eindeutige stilistische Einordnung der Band fällt entsprechend ihrem weitreichenden Genremix schwer, Vergleiche mit Metalbands wie Coheed and Cambria und Sleepytime Gorilla Museum[15][16] sowie The Mars Volta[17] sind nicht selten. Positive Kritik bekamen die Debüt-EP und das folgende Album u. a. vom Ox-Fanzine[18], von den Babyblauen Seiten[1] - und von den Zeitschriften Visions[19] und eclipsed.[17] Auch in deutschsprachigen Blogs wurde die Band positiv aufgenommen.[15][20]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Holon : Agnosie
  DE 63 05.05.2015 (1 Wo.)
Eskapist
  DE 21 25.08.2017 (1 Wo.)
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Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Hirsch Effekt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hoffmann, Andreas: The Hirsch Effekt auf den Babyblauen Seiten. Abgerufen am 12. Mai 2010.
  2. Manuel Behrens: Hannoversche Allgemeine Zeitung: "Am Anfang war der Lärm. Mit den Artrockern von The Hirsch Effekt durch Hannover". Abgerufen am 20. August 2017.
  3. Oliver H.: Review The Hirsch Effekt E.P. vom 6. Mai 2009. Abgerufen am 20. August 2017.
  4. Jens Siefert: "Visitenkarte des Produzenten Jens Siefert bei Backstage Pro". Abgerufen am 20. August 2017.
  5. Pretty in noise Redaktion: "Pretty in noise: Verlosung der Hirsch Effekt / Adolar Split 7inch". Abgerufen am 20. August 2017.
  6. Armin, Plattentests-Redaktion: Pressemitteilung von Long Branch Records auf Plattentests.de. Abgerufen am 20. August 2017.
  7. Sebastian Ströwer: Newsmeldung auf Visions.de zum Konzert Dillinger Escape Plan/The Hirsch Effekt. Abgerufen am 20. August 2017.
  8. Wacken Open Air: Wacken Open Air - Bandinformation Hirsch Effekt. Abgerufen am 20. August 2017.
  9. Peter: The Hirsch Effekt Review im Blog Schallgrenze. Abgerufen am 20. August 2017.
  10. KOKS Musik Booking-Agentur: Bandinfo der Booking-Agentur Koks Musik 2017. Abgerufen am 22. August 2017.
  11. HAZ: Nach Terrorwarnung in Hannover. Der Tag danach: So war die Lage in Hannover". Abgerufen am 23. August 2017.
  12. The Hirsch Effekt: Aufzeichnung Live-Chat "Kaffekränzchen mit The Hirsch Effekt am 18. August 2017 (29:14 min.)". Abgerufen am 22. August 2017.
  13. MySpace-Profil von The Hirsch Effekt. Abgerufen am 12. Mai 2010.
  14. Andreas Wildner: Promoschreiben "Holon : Agnosie" von Long Branch Records/Oktober Promotion. Abgerufen am 20. August 2017.
  15. a b Hirnfick 2.0: Musikalischer Wahnsinn: The Hirsch Effekt. 18. März 2010, abgerufen am 12. Mai 2010.
  16. Babyblaue Seiten: The Hirsch Effekt: Holon : Hiberno. Abgerufen am 12. Mai 2010.
  17. a b eclipsed Nr. 119, April 2010, S. 61
  18. Ox-Fanzine Nr. 89.
  19. Visions Nr. 205: „Hier ist das Album des Moments, das Debüt einer monströsen Band, ein beängstigend tolles Spiel ohne Grenzen.“ Siehe auch im Visions-Internetportal: www.visions.de.
  20. Rehbein, Peter: The Hirsch Effekt - Holon : Hiberno. 17. März 2010, abgerufen am 12. Mai 2010.