The Jesus and Mary Chain

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The Jesus and Mary Chain
Jesus and Mary Chain live im The Wiltern, Los Angeles am 23. Oktober 2007.
Jesus and Mary Chain live im The Wiltern, Los Angeles am 23. Oktober 2007.
Allgemeine Informationen
Genre(s) Indie-Rock, Noiserock
Gründung 1984
Auflösung 1999
Neugründung 2007

The Jesus and Mary Chain ist eine Indie-Rock-Band aus East Kilbride in Schottland. Die Gruppe bestand von 1984 bis 1999, seit 2007 ist sie wiedervereinigt. The Jesus and Mary Chain verbindet Surf-Rock und an Phil-Spector-Produktionen orientierte Popsongs mit Noise-Rock und Gothic-Elementen.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde durch die beiden Brüder Jim (* 1961 in Glasgow) und William Reid (* 1958 in Glasgow) bestimmt. Dazu kam eine häufig wechselnde Besetzung, zu der anfangs der Bassist Douglas Hart und der Primal-Scream-Frontmann Bobby Gillespie gehörten. Obwohl The Jesus and Mary Chain nicht auf der C86-Kompilation – einem Sampler, den die britische Musikzeitschrift New Musical Express in Zusammenarbeit mit dem Label Rough Trade 1986 als Kassette herausbrachte – vertreten war, werden sie im Allgemeinen dieser Richtung, die wegweisend für die Indie-Musik war, zugerechnet.

Bei frühen Konzerten vor kleinem Publikum spielte The Jesus and Mary Chain meist sehr kurze, manchmal nur zehn Minuten dauernde Gigs, häufig entstellte Coverversionen bekannter Hits, oder sie produzierten eine einzige langanhaltende Geräuschkulisse aus Feedback und Störungen. Dabei standen sie mit dem Rücken zum Publikum und beschimpften oder spuckten auf anwesende Journalisten und Fotografen. Viele Auftritte endeten damit, dass die Reid-Brüder ihre Ausrüstung zerschlugen. Diese Auftritte nutzte Alan McGee (der Chef ihres damaligen Plattenlabels Creation Records) geschickt dazu, die Band zu promoten und Schlagzeilen in der Musikpresse zu bekommen.

Musikalisch war das Album Psychocandy ein wichtiger Einfluss auf das Entstehen der Shoegaze-Szene und viele Indie-Bands covern auch heute noch Songs der Gruppe. Bei einem Auftritt in Los Angeles im September 1998 zerstritten sich die Reid-Brüder so sehr, dass William während des Konzerts die Bühne verließ und viele Jahre lang nicht mehr öffentlich mit seinem Bruder auftrat. Ohne William beendete die Band ihre Tournee und löste sich im Oktober 1999 offiziell auf.

2007 reformierte sich die Band und trat im April als Headliner des Coachella Valley Music and Arts Festival auf. In Deutschland spielte sie im August 2007 auf dem M’era Luna Festival. Am 18. März 2008 veröffentlichte die Band ihre erste und bislang einzige Studioaufnahme seit 1998, den Song All Things Must Pass auf dem Soundtrack-Album der TV-Sendung Heroes.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1985 Psychocandy 31
(10 Wo.)
188
(4 Wo.)
Produzenten: The Jesus & Mary Chain
1987 Darklands 23
(1 Wo.)
5
(7 Wo.)
161
(4 Wo.)
Produzent: William Reid
1989 Automatic 11
(4 Wo.)
105
(25 Wo.)
Produzenten: Jim Reid, William Reid
1992 Honeys Dead 14
(5 Wo.)
158
(2 Wo.)
Produzenten: Jim Reid, William Reid
1994 Stoned & Dethroned 13
(3 Wo.)
98
(6 Wo.)
Produzenten: Jim Reid, William Reid
1998 Munki 47
(1 Wo.)
Produzenten: The Jesus & Mary Chain

weitere Alben

  • 1986: Spin Radio Underground (Promo, 2 LPs)
  • 1991: The Peel Sessions (Aufnahme: A-Seite am 3. Februar 1985; B-Seite am 25. November 1986)
  • 2003: Live in Concert (Aufnahme: 28. März 1992, Sheffield Arena; 19. April 1995, Trinity Bristol)
  • 2015: Barrowlands Live (Aufnahme: November 2014, Glasgow Barrowlands – Psychocandy 30th Anniversary Tour)

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1988 Barbed Wire Kisses
(B-Sides and More)
9
(7 Wo.)
192
(3 Wo.)
Produzenten: Jim Reid, John Loder, William Reid
1993 The Sound of Speed 15
(3 Wo.)
Produzenten: Jim Reid, William Reid

weitere Kompilationen

  • 1992: 7 Years on the Leading Edge / 10 Smash Hits 1985–1992
  • 1995: Hate Rock ’n’ Roll
  • 2000: The Complete John Peel Sessions
  • 2002: 21 Singles
  • 2008: The Power of Negative Thinking: B-Sides & Rarities (Box mit 4 CDs)
  • 2009: Original Album Series (5 CDs)
  • 2010: Upside Down (The Best of the Jesus and Mary Chain) (2 CDs)
  • 2013: The Vinyl Collection (Box mit 12 LPs)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1985 Never Understand
Psychocandy
47
(6 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
Aufnahme: Alaska Studios, mit Noel Thompson;
vorherige Aufnahme aus den Island Studios
mit Stephen Street wegen Nichtgefallen verworfen
1985 You Trip Me Up
Psychocandy
55
(3 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1985 Just Like Honey
Psychocandy
45
(3 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1986 Some Candy Talking
Psychocandy
13
(5 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1987 April Skies
Darklands
8
(7 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1987 Happy When It Rains
Darklands
25
(5 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1987 Darklands
Darklands
33
(5 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1988 Sidewalking 30
(3 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1989 Blues from a Gun
Automatic
32
(2 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1989 Head On
Automatic
57
(3 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1990 Rollercoaster (EP)
Honey’s Dead
46
(2 Wo.)
Autoren: The Jesus and Mary Chain
1992 Reverence
Honey’s Dead
10
(4 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1992 Far Gone and Out
Honey’s Dead
23
(3 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1992 Almost Gold
Honey’s Dead
41
(2 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1993 Sound of Speed (EP)
The Sound of Speed
30
(2 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid
1994 Sometimes Always
Stoned & Dethroned
22
(3 Wo.)
96
(2 Wo.)
Autor: William Reid
1994 Come On
Stoned & Dethroned
52
(2 Wo.)
Autor: Jim Reid
1995 I Hate Rock ’n’ Roll
Hate Rock ’n’ Roll
61
(2 Wo.)
Autor: William Reid
1998 Cracking Up
Munki
35
(2 Wo.)
Autor: William Reid
1998 I Love Rock ’n’ Roll
Munki
38
(2 Wo.)
Autoren: Jim Reid, William Reid

weitere Singles

  • 1984: Upside Down
  • 1985: Riot North London Polytechnic 15/3/85
  • 1988: Surfin’ USA – Summer Mix
  • 1989: Her Way of Praying
  • 1998: ’98 Tour EP
  • 1998: Birthday / Hide Myself

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Chartquellen: Singles Alben UK US

Weblinks[Bearbeiten]