The King of Staten Island

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Film
OriginaltitelThe King of Staten Island
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2020
Länge 137 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Judd Apatow
Drehbuch Judd Apatow,
Pete Davidson,
Dave Sirus
Produktion Judd Apatow,
Barry Mendel
Musik Michael Andrews
Kamera Robert Elswit
Schnitt William Kerr,
Brian Scott Olds
Besetzung
Synchronisation

The King of Staten Island ist ein Film von Judd Apatow, der Teilnehmern des Tribeca Film Festivals ab 15. April 2020 online erstmals zur Verfügung gestellt wurde. Es handelt sich um eine teilweise Filmbiografie über den Stand-up-Comedian Pete Davidson.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scott Carlin ist in Staten Island aufgewachsen. Sein Vater war Feuerwehrmann und verlor bei den Löscharbeiten eines Hotelbrandes sein Leben. Der damals 7-jährige Scott idealisierte seinen Vater fortan und ist nie über dessen Tod hinweggekommen.

17 Jahre später lebt Scott noch immer im Haus seiner Mutter Margie und hat die Schule geschmissen. Er hängt mit seinen Kumpels im Keller ab, raucht Marihuana und überredet sie immer wieder, sich von ihm tätowieren zu lassen. Als er Ray begegnet, dem neuen Freund seiner Mutter, der ebenfalls Feuerwehrmann ist, lernt er durch ihn diese Gemeinschaft besser kennen und erfährt, dass sein Vater nicht nur der strahlende Held war.[2][3]

Biografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pete Davidsons Vater Matthew arbeitete als Feuerwehrmann beim New York City Fire Department und kam am 11. September 2001 bei den Rettungsarbeiten während der Terroranschläge in New York ums Leben. Im Alter von 16 Jahren begann er seine ersten Versuche als Stand-up-Comedian in einer Bowlinghalle in Staten Island, wo eine Gruppe von Freunden ihn ermutigte, auf die Bühne zu gehen. Seit seinem Teenageralter leidet Davidson an Morbus Crohn. Er besuchte die St. Joseph by the Sea High School, dann die Tottenville High School und schließlich die Xaverian High School in Brooklyn, wo er 2011 seinen Abschluss machte.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Judd Apatow, der gemeinsam mit Davidson und Dave Sirus auch das Drehbuch schrieb. Michael Meyns bemerkt zu Staten Island, wo nicht nur Scott im Film lebt, sondern auch Davidson aufwuchs, und dem Film seinen Titel gab, dieser New Yorker Stadtteil liege durch seine Randlage weit weg vom Glamour Manhattans und dementsprechend oft als "Insel der Versager" und all derer, die es nicht geschafft haben.[3] Karsten Munt schreibt in der Berliner Zeitung, Davidson trage etwas Neues, Persönliches auf die Apatow-Schablone auf. The King of Staten Island basiere zu weiten Teilen auf Davidsons Leben, das eben nicht die bürgerliche Unbeschwertheit früherer Apatow-Komödien zeigt, sondern ein Kindheitstrauma und eine echte Depression. Davidson bringe ein unwiderstehliches, stets von Melancholie unterlaufenes Charisma aus seiner Vergangenheit in den Film ein, so Munt: „Seine Heimat, die 'Müllinsel' Staten Island, die das Proletariat New Yorks beherbergt, ersetzt die komfortablen, sozial gut abgesicherten Vorstädte, die Apatows Filme in der Bush-Ära bevölkert haben.“[4]

Der Film macht aus dem Nachwuchskomiker einen erfolglosen Tattoo-Zeichner und spinnt in der Handlung fort, was aus Davidson hätte werden können, wenn er nicht das Ventil gefunden hätte, als Komiker seine Dämonen nach außen zu kehren. Der 9/11-Hintergrund wurde ganz weggelassen.[5] Dennoch ist der Film Davidsons Vater gewidmet.[5]

Davidson heißt im Film Scott Carlin. Marisa Tomei spielt seine Mutter Margie, Maude Apatow seine Schwester Claire.[4] Bel Powley ist in der Rolle von Kelsey zu sehen, die er seit Kindertagen kennt und die mittlerweile ein zwangloses Sexverhältnis haben. Bill Burr spielt Ray, den neuen Freund seiner Mutter, der ebenfalls Feuerwehrmann ist.[5]

Filmmusik und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik wurde von Michael Andrews komponiert.[6] Das Soundtrack-Album, das insgesamt sechs Musikstücke umfasst, wurde am 10. Juni 2020 von Back Lot Music als Download veröffentlicht.[7]

Der Film sollte am 13. März 2020 als Eröffnungsfilm des South by Southwest Film Festivals seine Premiere feiern.[8][9] Wenige Tage vor Beginn des Festivals wurde dieses aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf einen unbekannten Zeitpunkt verschoben, somit auch die Premiere des Films.[10] Mitte April 2020 sollte der Film im Rahmen des Tribeca Film Festivals gezeigt werden[11], allerdings wurde auch dieses verschoben.[12] Dennoch wurde der Film von 15. bis 26. April 2020, dem ursprünglichen Zeitfenster des Festivals, online zur Verfügung gestellt.[13][14] Anfang Mai 2020 stellte Universal Pictures den ersten Trailer vor.[15] Nachdem der Film ursprünglich am 19. Juni 2020 in die US-amerikanischen und am 30. Juli 2020 in die deutschen Kinos kommen sollte, wird der Film seit 12. Juni 2020 als Video-on-Demand angeboten.[16]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe und Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[17] In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 12 Jahren freigegeben.

Der Film konnte bislang 74 Prozent aller Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 6,9 der möglichen 10 Punkte[18]

Thomas Abeltshauser von epd Film schreibt, der Film sei das deutlichste Produkt des Exorzismus innerer Dämonen von Pete Davidson und der Familientherapie mit den Mitteln der Comedy, dessen Ton Regisseur Judd Apatow von anfangs recht brachialem Slackerhumor fließend in Mitgefühl wandele: "Eine interessante, wenn auch nicht immer trittfeste Gratwanderung zwischen sarkastischem Witz und rührseligem Friedenschließen mit den Wunden der eigenen Herkunft." Dazu müsse man Davidsons Biografie nicht kennen, so Abeltshauser.[5]

Karsten Munt schreibt in der Berliner Zeitung, The King of Staten Island werfe einen mit Marihuana-Dunst verhangenen Blick zurück auf diese Zeit und mäandere an der Seite von Scott den fünften Stadtteil New Yorks und das hier beheimatete Blue-Collar-Amerika entlang, wo die traurige Gegenwart längst angekommen ist: „Vielleicht braucht dieses vergessene und abgehängte Amerika genau diesen verletzlichen und liebenswerten König. Auch wenn der seine Bestimmung noch nicht gefunden hat.“[4]

Michael Meyns, Filmkorrespondent der Gilde deutscher Filmkunsttheater schreibt, ohne Staten Island zu verklären, zeige Judd Apatow ihren Charme, ihre ganz besondere Aura, die sie im Schatten der Hochhäuser Manhattans zu so etwas wie einer Oase der Normalität macht. Und am Ende realisiere Scott genau das: "Auch wenn er mit seinen vielen Tattoos aus der Masse heraussticht, so verkehrt ist es nicht, ein ganz normales Leben, auch ein bisschen durchschnittliches Leben zu führen."[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

People’s Choice Awards 2020

  • Nominierung als Beste Filmkomödie des Jahres
  • Nominierung als Bester Schauspieler in einer Filmkomödie (Pete Davidson)[19]

Sunset Circle Awards 2020

  • Nominierung als Bester Film
  • Nominierung als Bester Nebendarsteller (Bill Burr)
  • Nominierung als Bestes Schauspielensemble[20]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Nana Spier im Auftrag der Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke.

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Pete Davidson Marcel Collé Scott Carlin
Bill Burr Frank Röth Ray Bishop
Marisa Tomei Claudia Lössl Margie Carlin
Bel Powley Tanya Kahana Kelsey
Ricky Velez Constantin von Jascheroff Oscar
Maude Apatow Luisa Wietzorek Claire Carlin
Steve Buscemi Santiago Ziesmer Papa
Lou Wilson Tim Sander Richie
Luke David Blumm Moritz Hübscher Harold
Moises Arias Hannes Maurer Igor
John Sorrentino Jörg Hengstler Captain Palazzo
Giselle King Runa Aléon Feuerwehrfrau Jaylen Patterson
Hank Strong Kevin Kraus Feuerwehrmann Gardner
Domenick Lombardozzi Matti Klemm Feuerwehrmann Lockwood
Rafael Poueriet Georgios Tzitzikos Feuerwehrmann Morales
Mario Polit Reinhard Scheunemann Feuerwehrmann Rivera
Jimmy Tatro Jannik Endemann Feuerwehrmann Savage
Mike Vecchione Michael Iwannek Feuerwehrmann Thompson
Pamela Adlon Vera Teltz Gina
Pauline Chalamet Moira May Joanne
Kevin Corrigan Hans Hohlbein Joe
Lynne Koplitz Victoria Sturm Joy
Alexis Rae Forlenza Hedwig Krämer Kelly
Carly Aquilino Alice Bauer Tara
Derek Gaines Nico Sablik Zoots

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für The King of Staten Island. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 200087/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. https://www.dvdsreleasedates.com/movies/9738/staten-island
  3. a b c Michael Meyns: The King of Staten Island. In: programmkino.de. Abgerufen am 22. Juni 2020.
  4. a b c Karsten Munt: Im Marihuana-Nebel: „The King of Staten Island“. In: Berliner Zeitung, 30. Juli 2020.
  5. a b c d Thomas Abeltshauser: Kritik zu The King of Staten Island. In: epd-film.de vom 24. Juli 2020.
  6. Michael Andrews Scoring Judd Apatow’s 'The King of Staten Island'. In: filmmusicreporter.com, 4. März 2020.
  7. 'The King of Staten Island' Soundtrack Details. In: filmmusicreporter.com, 9. Juni 2020.
  8. Mark Olsen: Judd Apatow’s Pete Davidson comedy will open 2020 South by Southwest Film Festival. In: Los Angeles Times, 15. Januar 2020.
  9. Neha Aziz: SXSW Film Festival Announces 2020 Features, Episodic Premieres and Opening Night Film The King of Staten Island. In: sxsw.com, 15. Januar 2020.
  10. Ben Sisario und Julia Jacobs: South by Southwest Is Canceled as Coronavirus Fears Scuttle Festival. In: The New York Times, 6. März 2020.
  11. Rebecca Rubin: Hugh Jackman, Pete Davidson Movies to Screen at Tribeca Film Festival. In: Variety, 3. März 2020.
  12. Marc Malkin: Tribeca Film Festival Postponed Due to Coronavirus. In: Variety, 12. März 2020.
  13. Hilary Lewis und Trilby Beresford: Tribeca Film Festival to Debut Online Programming as Films Are Judged Remotely. In: The Hollywood Reporter, 3. April 2020.
  14. Vassilis Economou: The 19th Tribeca Film Festival is postponed. In: cineuropa.org, 14. April 2020.
  15. https://www.firstshowing.net/2020/pete-davidson-in-first-trailer-for-apatows-the-king-of-staten-island/
  16. Judd Apatow ist zurück: Der König der Staten Island. In: moviejones.de. Abgerufen am 24. Juni 2020.
  17. The King Of Staten Island. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 14. März 2020.
  18. The King of Staten Island. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 5. Oktober 2020.
  19. Alexandra Del Rosario: E! People’s Choice Awards Nominees List: 'The Old Guard', 'Birds Of Prey' Among Honorees. In: deadline.com, 1. Oktober 2020.
  20. Sasha Stone: Introducing the Sunset Circle Award Nominees for 2020 In: awardsdaily.com am 24. November 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.