The Last Guardian

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The Last Guardian
Logo The Last Guardian.svg
Originaltitel人喰いの大鷲トリコ
TranskriptionHitokui no Ōwashi Toriko
StudioSIE Japan Studio
genDESIGN
PublisherSony Interactive Entertainment
Leitende EntwicklerFumito Ueda
KomponistTakeshi Furukawa
Erstveröffent-
lichung
JapanJapan NordamerikaNordamerika 6. Dezember 2016[1]
EuropaEuropa 7. Dezember 2016
PlattformPlayStation 4
GenreAction-Adventure
SpielmodusEinzelspieler
MediumBlu-ray Disc, PlayStation Store
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 12 Jahren empfohlen

The Last Guardian ist ein vom japanischen Entwicklerstudio gen DESIGN und dem SIE Japan Studio exklusiv für die PlayStation 4 entwickeltes Computerspiel des Genre Action-Adventure. Herausgeber ist Sony Interactive Entertainment. Das Spiel erschien Anfang Dezember 2016.[1] Leitender Entwickler und Designer ist Fumito Ueda, der bereits an Spielen wie Ico und Shadow of the Colossus maßgeblich beteiligt war.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von The Last Guardian wird in Form eines Rückblicks erzählt, in dem ein alter Mann über seine Abenteuer erzählt, die er gemeinsam mit einer großen, gefiederten Kreatur namens Trico erlebt hat. Trico misst sieben Meter, erinnert von der Gestalt her an das mythische Mischwesen Greif und vereint körperliche Merkmale verschiedener Tiere, wie die Flügel eines Vogels und den Kopf einer Katze.[2]

Zu Beginn der Erzählung wechselt die Perspektive zu einem Jungen, der aus noch ungeklärten Gründen entführt wurde und in einer Höhle aufwacht. An seinem Körper befinden sich Tätowierungen mysteriöser Zeichen, die sich vorher noch nicht dort befunden haben. Hier trifft er erstmals auf Trico und entfernt dem angeketteten und verletzten Tier einen Speer aus einer Wunde.[3] Eine gute Tat, die wie in der Überlieferung von Androklus und dem Löwen, nach anfänglichem gegenseitigem Misstrauen, im Verlauf des Spiels zu einer tiefen Freundschaft zwischen Mensch und Tier führt.

Der Junge befreit Trico aus seinem Kerker und gemeinsam versuchen die beiden, aus einem weitläufigen Ruinengebiet zu entfliehen. Sie müssen dazu tödliche Fallen umgehen und gegen feindliche Soldaten kämpfen. Die Aufgaben lassen sich nur lösen, wenn der namenlose Junge und Trico ihre individuellen Fähigkeiten kombinieren.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Last Guardian wird aus der Third-Person-Perspektive gesteuert und kombiniert Action-Adventure- und Rätselelemente. Der Spieler steuert ausschließlich den unbewaffneten Jungen und kann laufen, springen, klettern und Trico Befehle erteilen.[4] Die Steuerung und das Spielprinzip ist mit den bereits erschienenen Spielen Ico und Shadow of the Colossus des leitenden Entwicklers Fumito Ueda vergleichbar. Zudem muss der Spieler das Terrain ausnutzen, um sich unerkannt an Wachen vorbeischleichen zu können.

Zur Lösung der Rätsel werden die Fähigkeiten von Trico gebraucht. Das Tier ist in der Lage den Jungen auf seinem Rücken zu transportieren, große Sprünge über Abgründe durchzuführen, und kann zudem Blitze aus seinem Schwanz verschießen.[5] Diese lassen sich von dem Jungen mittels eines Spiegelschilds in eine gewünschte Richtung lenken. So lassen sich Umgebungsrätsel lösen, bei denen beispielsweise entfernte Schalter betätigt werden müssen oder Feinde kampfunfähig gemacht werden.

Ein wichtiger Aspekt ist das Verhältnis zwischen Trico und dem Jungen. Das Tier fungiert nicht als williger Helfer, sondern folgt seinen Instinkten und verfügt über ein eigenes ausgeprägtes Gefühlsleben. Erkennbar an der Farbe seiner Augen, zum Beispiel gelb für Vorsicht oder lila für Ärger und Ekel, durchläuft Trico unterschiedliche Emotionen. So kann es sein, dass er nicht unverzüglich auf Befehle reagiert, sondern mehrfach gerufen werden muss oder einfach einen eigenen Weg verfolgt. In diesen Fällen bedarf es einer höheren Vertrauensstufe, bis eine Aktion wunschgemäß ausgeführt wird. Diese erreicht der Junge dadurch, dass er nach einem Angriff Pfeile und Speere aus Tricos Körper entfernt und es ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt. So gelingt es dem Spieler im Verlauf eine bessere Kontrolle zu erlangen und auch die Natur des Tiers zu verstehen. So ist es beispielsweise auch notwendig, Trico frei laufen zu lassen, damit seine Neugierde dazu führt, einen Zugang zu einem neuen Gebiet zu finden.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Game Designer des Spiels, Fumito Ueda, Juni 2016

The Last Guardian wurde erstmals auf der Electronic Entertainment Expo 2009 offiziell angekündigt, befand sich aber zu diesem Zeitpunkt schon seit zwei Jahren in der Entwicklung bei dem Softwarestudio Team Ico. Erscheinen sollte das Spiel 2011 exklusiv für die PlayStation 3.[6]

Allerdings kam es zu erheblichen Verzögerungen während der Arbeit an dem Projekt, unter anderem, weil der leitende Entwickler Fumito Ueda zwischenzeitlich Sony verlassen hatte und mit gen DESIGN ein neues Studio gründete.[7] Die Arbeiten wurden dann aber mit dem Fokus auf die technischen Möglichkeiten der PlayStation 4 und unter Mithilfe des SIE Japan Studio fortgesetzt. Bevor das Spiel während der Electronic Entertainment Expo 2015 endgültig angekündigt wurde, wähnten viele Vertreter der Fachpresse The Last Guardian in der Entwicklungshölle und glaubten nicht mehr an eine Veröffentlichung.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metawertungen
DatenbankWertung
GameRankings83,04[9]
Metacritic83[8]
Bewertungen
PublikationWertung
GamePro80/100[12]
GameSpot[13]
IGN[10]
PC Games77 %[14]
Polygon[11]
The Guardian[15]
Time[16]

Erste Kommentare der Fachpresse, die bereits eine fortgeschrittene Version des Spiels antesten konnten, sprachen mehrheitlich von einem fesselnden Spielerlebnis.[17] Besonders hervorgehoben wurde die lebendig wirkende Figur des Begleiters Trico, die fantasievolle Atmosphäre und der Soundtrack von Takeshi Furukawa, der von dem London Symphony Orchestra eingespielt wurde.[18]

Die Kritiken zur Veröffentlichung des Spiels waren überwiegend positiv. Bei Metacritic besitzt The Last Guardian eine Bewertung von 83/100, basierend auf 90 Kritiken aus der Fachpresse.[8] Insbesondere die emotionalen Momente zwischen den Spielfiguren und das grafische Design bekamen viel Lob.[15][16] Kritisiert wurde hingegen die technische Umsetzung. So gebe es Probleme bei der Steuerung und der Kamera. Auch die grafische Qualität sei nicht auf der Höhe der Zeit.[19][11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Shūhei Yoshida: An Update on The Last Guardian. In: PlayStation.Blog. Sony Interactive Entertainment, 12. September 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016 (englisch).
  2. Matthias Huber: Das liebenswerteste Haustier der Playstation-Geschichte. In: Süddeutsche Zeitung. Süddeutscher Verlag, 18. August 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  3. Alice Wilczynski: E3-Vorschau: The Last Guardian. In: 4Players. Computec Media Group, 22. Juni 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  4. Roland Fauster: Fumito Ueda vom Team Ico spricht über The Last Guardian und die Ico Collection. In: PlayStation.Blog. Sony Interactive Entertainment, 24. September 2010, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  5. Josh Hawkins: The Last Guardian - Part One - Free Trico. In: Prima Games. Random House, 5. Dezember 2016, abgerufen am 12. Dezember 2016 (englisch): „Use the Mirror to cause Trico to shoot lightning from his tail and destroy the barrier.“
  6. Roland Fauster: The Last Guardian Trailer erscheint Ende 2011 für PS3 – Schaut euch den neuen Trailer an. In: PlayStation.Blog. Sony Interactive Entertainment, 16. September 2010, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  7. Robin Schweiger: The Last Guardian: Macht nur langsam Fortschritte. In: GIGA. Ströer Media, 10. Februar 2012, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  8. a b The Last Guardian for PlayStation 4 Reviews. In: Metacritic. CBS Interactive, abgerufen am 22. Dezember 2016 (englisch).
  9. The Last Guardian for PlayStation 4. In: GameRankings. CBS Interactive, abgerufen am 22. Dezember 2016 (englisch).
  10. Marty Sliva: The Last Guardian Review. In: IGN. Ziff Davis, 5. Dezember 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016 (englisch).
  11. a b Philip Kollar: The Last Guardian review. In: Polygon. Vox Media, 5. Dezember 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016 (englisch).
  12. Tobias Veltin: The Last Guardian im Test - Eine Hassliebe mit Happy End. In: GamePro. Webedia, 5. Dezember 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  13. Peter Brown: The Last Guardian Review. Love is patient. In: GameSpot. CBS Interactive, 5. Dezember 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  14. Thomas Szedlak: The Last Guardian Test: Update mit Wertung - eine emotionale Achterbahnfahrt. In: PC Games. Computec Media Group, 6. Dezember 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  15. a b Simon Parkin: The Last Guardian review – a joyous meditation on companionship. In: The Guardian. Guardian News & Media Ltd., 5. Dezember 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016 (englisch).
  16. a b Matt Peckham: Review: After Years in Development, The Last Guardian Is a Thing of Wonder. In: Time. Time Inc., 5. Dezember 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016 (englisch).
  17. Rae Grimm: The Last Guardian - Der Beginn einer schwierigen Freundschaft. In: GamePro. Webedia, 3. Juli 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  18. Benjamin Schmädig: The Last Guardian: Soundtrack gespielt vom London Symphony Orchestra als Doppelalbum auf Vinyl. In: 4Players. Computec Media Group, 28. Oktober 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  19. Andrew Webster: The Last Guardian review: can heart make up for technical problems? In: The Verge. Vox Media, 5. Dezember 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016 (englisch).