The Melvins

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Melvins
Melvins live, 13. Oktober 2006
Melvins live, 13. Oktober 2006
Allgemeine Informationen
Genre(s) Noise Rock, Hardcore Punk, Grunge, Heavy Metal, Sludge, Indie-Rock, Stoner Rock, Doom Metal
Gründung 1983
Website http://www.melvins.com
Gründungsmitglieder
Buzz Osborne
Matt Lukin (1983-1988)
Mike Dillard (1983-1984)
Aktuelle Besetzung
Buzz Osborne
Schlagzeug, Gesang
Dale Crover (seit 1984)
Schlagzeug, Gesang
Coady Willis (seit 2006)
Bass, Gesang
Jared Warren (seit 2006)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Mike Dillard (bis 1984)
Bass
Matt Lukin (bis 1988)
Bass
Lori „Lorax“ Black (1988–1991, 1993)
Bass
Joe Preston (1991–1992)
Bass
Mark Deutrom (1994–1998)
Bass
Kevin Rutmanis (1998–2005)
Zeitweise Tourmusiker
Gitarre, Bass, Noise
David Scott Stone
Gitarre
Adam Jones
Gesang
Jello Biafra
Bass
Trevor Dunn

Melvins sind eine US-amerikanische Rockband, die 1983 in Montesano, Washington, gegründet wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Melvins wurden 1983 von Buzz Osborne (Gitarre & Gesang), dem zukünftigen Mudhoney-Bassisten Matt Lukin (Bass) und Mike Dillard (Schlagzeug), die allesamt zur High School in Montesano (Washington) gingen, in Aberdeen/Montesano, Washington gegründet. Am Anfang spielte die Band Cover-Versionen von Jimi Hendrix und The Who, später extrem schnellen Hardcore Punk Rock. In dieser Konstellation nahmen die Melvins ein Demo auf. Als Dillard die Band 1984 verließ, wurde er von Dale Crover am Schlagzeug ersetzt. Die Proben der Band fanden von nun an in Crovers Elternhaus in Aberdeen statt. Wenig später fingen die Melvins an, auch langsamere Lieder zu spielen. Das Resultat war eine Mischung aus Punkrock à la Flipper und Black Flag, Heavy Metal wie Black Sabbaths Master of Reality und 1970er Hard Rock von KISS und Alice Cooper.

Kurt Cobain, ein guter Freund von Dale Crover, war ein großer Melvins-Fan und half der Band ein paar Mal beim Transport ihrer Ausrüstung. Cobain versuchte auch, sich der Band als Gitarrist anzuschließen, scheiterte allerdings, weil er beim Vorspielen so nervös war, dass er alle Lieder vergaß. Die Melvins waren 1985 zusammen mit Green River, Skin Yard, Malfunkshun, Soundgarden und den U-Men auf C/Z Records Deep-Six-Sampler zu hören und legten somit den Grundstein für das, was später als Grunge bezeichnet werden sollte. C/Z veröffentlichte auch 1986 die erste Melvins-EP: Six Songs (die 1990 als 10 Songs wiederveröffentlicht werden sollte). Im Dezember 1986 nahm die Band ihr Debütalbum Gluey Porch Treatments auf, das 1987 auf Alchemy Records erschien.

Am 23. Januar 1988 half Crover bei Cobains Band Nirvana während deren ersten Studio-Aufnahmen am Schlagzeug aus und spielte einen Auftritt mit Nirvana noch am selben Tag. Später im Jahr 1988 siedelten Osborne und Crover nach San Francisco um. Lukin blieb in Washington und gründete die Band Mudhoney, er wurde durch Shirley Temples Tochter Lori „Lorax“ Black am Bass ersetzt. Im Mai 1989 wurde das zweite Album, Ozma, aufgenommen, das durch Boner Records noch im selben Jahr veröffentlicht wurde. Ozma wurde von Mark Deutrom produziert, der später auch Mitglied der Band werden sollte.

Da Nirvana 1990 keinen festen Schlagzeuger hatte, sprang Crover für eine kurze Tour an der amerikanischen Westküste mit Sonic Youth wieder bei seinen alten Freunden ein. Glücklicherweise gab Osborne die Telefonnummer von Krist Novoselic an seinen guten Bekannten Dave Grohl, der nach der Auflösung von Scream arbeitslos geworden war. Nach den Arbeiten an Bullhead gingen die Melvins auf Europa-Tournee. Ihr Auftritt in Alzey am 23. Januar 1991 wurde von Produzent Tobby Holzinger auf dem deutschen Indielabel Your Choice Records veröffentlicht. Wieder Zuhause angekommen wurde mit Eggnog noch eine kurze EP aufgenommen und veröffentlicht.

Lori Black verließ die Band und wurde durch Joe Preston ersetzt. Preston ist auf Salad Of A Thousand Delights (1992, Box Dog Video) zu sehen, er hat seine eigene, durch KISS inspirierte Solo-EP (King Buzzo, Dale Crover und Joe Preston, alle 1992 Boner Records) und spielt auf Lysol. Die EP Lysol wurde später in Melvins umbenannt, da der Produktname ohne Erlaubnis benutzt wurde und Band sowie Label rechtliche Schritte verhindern wollten. Es existieren drei Versionen der EP: die unveränderte Originalausgabe, die Originalausgabe mit schwarz abgeklebtem Lysol-Schriftzug und die Melvins-Version.

Prestons Tage bei den Melvins waren bald darauf gezählt, Lori Black wurde als Bassistin auf dem von Kurt Cobain mitproduzierten Major-Label-Debüt Houdini (1993, Atlantic Records) erwähnt, laut Buzz Osborne haben jedoch er und Dale Crover die meisten Bassparts eingespielt[1]. Nach den Aufnahmen verließ Black die Band endgültig. Bass spielte von nun an Mark Deutrom. 1994 brachten die Melvins zwei Alben heraus: Prick (Amphetamine Reptile) und Stoner Witch (Atlantic). Nach langen Tourneen mit, unter anderem, Nirvana, den Nine Inch Nails, Rob Zombie und KISS wurde 1996 mit Stag das letzte Album der später (von Atlantic) sogenannten Atlantic-Ära veröffentlicht. Da die Musik der Melvins nicht gerade massenkompatibel ist, wurden sie 1997 von Atlantic wegen Erfolglosigkeit fallen gelassen. Noch im selben Jahr erschienen mit 1-12 Singles ein Sampler von 12 Singles. 1998 folgte mit Alive at the F*ckerclub ein Live-Album, das während der Australien-Tournee von 1997 in Richmond Melbourne entstand.

1999 begann die Zusammenarbeit mit Mike Pattons Ipecac Recordings, das 1999 die ersten beiden Teile der sogenannten Trilogie des Wahnsinns (The Maggot 1999, The Bootlicker 1999 und The Crybaby 2000) veröffentlichte. The Crybaby überraschte mit vielen Gastmusikern, wie zum Beispiel von der Band Tool oder Hank Williams III. Am 13. März 2012 veröffentlicht die Band mit eine fünf Titel fassende EP The Bulls & The Bees, diese kostenlos als Download über die Webseite des Labels Scion A/V vertrieben wird.

Genre[Bearbeiten]

Oft wird versucht, die Musik der Melvins in Schubladen wie unter anderem Grunge, Doom Metal, Stoner Rock zu legen. Da nur wenige Aspekte der Melvins sich auf diese Genres beziehen lassen (obwohl die Band zweifellos Einfluss auf Künstler dieser Genres hatte), befinden sich die Melvins in ihrer eigenen kleinen Nische der Rockmusik. Kennzeichnend ist dabei vor allem ein extrem langsames Tempo, in dem eine Vielzahl der Melvins-Stücke gehalten sind sowie eine nicht selten ins Groteske gesteigerte Experimentierfreude. So bestehen teilweise lange Passagen, zuweilen auch ganze Alben aus Drone-/ Feedback-Sounds bzw. "unmusikalischen" Geräuschszenarien.

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[2]
Nude with Boots
  US 148 26.07.2008 (1 Wo.)
Jahr Albumtitel Plattenfirma Katalognummer
1986 Six Songs C/Z Records CZ
1987 Gluey Porch Treatments Alchemy Records VM103
1989 Ozma Boner Records BR16-2
1990 10 Songs C/Z Records CZ002
1991 Your Choice Live Series Vol.12 Your Choice Records YC-LS 012
1991 Bullhead Boner Records BR25-2
1991 Eggnog (EP) Boner Records BR28-2
1992 Salad of a Thousand Delights (Video) Box Dog Video BDV002
1992 King Buzzo (EP) Boner Records BR32-2
1992 Dale Crover (EP) Boner Records BR33-2
1992 Joe Preston (EP) Boner Records BR34-2
1992 Lysol (auch bekannt als Melvins) Boner Records BR35-2
1993 Houdini Atlantic Records 7567-82532-2
1994 Prick Amphetamine Reptile AmRep 031
1994 Stoner Witch Atlantic Records 7567-82704-2
1996 Stag Atlantic Records 7567-82878-2
1997 Singles 1-12 Amphetamine Reptile AmRep 063
1997 Honky Amphetamine Reptile AmRep 064-2
1998 Alive at the F*ckerclub Amphetamine Reptile AmRep 072
1999 The Maggot Ipecac Recordings IPC-002
1999 The Bootlicker Ipecac Recordings IPC-004
1999 Gluey Porch Treatments Ipecac Recordings IPC-012
2000 The Crybaby Ipecac Recordings IPC-006
2001 Electroretard Man's Ruin MR2002
2001 Colossus of Destiny Ipecac Recordings IPC-014
2002 Millennium Monsterwork 2000 mit Fantômas Ipecac Recordings IPC-019
2002 Hostile Ambient Takeover Ipecac Recordings IPC-020
2003 26 Songs Ipecac Recordings IPC-038
2003 Melvinmania: The Best of the Atlantic Years 1993–1996 Atlantic Records 5050466574428
2004 Neither Here Nor There (Buch & Best-Of-CD) Ipecac Recordings IPC-047
2004 Pigs of the Roman Empire mit Lustmord Ipecac Recordings IPC-054
2004 Never Breathe what You Can’t See mit Jello Biafra Alternative Tentacles Virus300
2005 Mangled Demos from 1983 Ipecac Recordings IPC-063
2005 Sieg Howdy! mit Jello Biafra Alternative Tentacles Virus350
2006 A Live History of Gluttony and Lust (Houdini Live 2005) Ipecac Recordings IPC-076
2006 (A) Senile Animal Ipecac Recordings IPC-082
2007 The Making Love Demos Bifocal Media BFM026
2008 Nude With Boots Ipecac Recordings IPC-105
2009 Chicken Switch Southern Record Distributors (Soulfood Music) B002IVLH8I
2010 The Bride Screamed Murder Ipecac Recordings IPC-112
2012 Freak Puke Ipecac Recordings IPC-136
2013 Everybody Loves Sausages Ipecac Recordings IPC-144
2013 Tres Cabrones Ipecac Recordings IPC-150

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. buzz osborne breaks down 10 crucial melvins records – interview. Selftitled Magazine. Interview vom 16. Juni 2010.
  2. Quellen Chartplatzierungen: US, abgerufen am 14. November 2012.