The Other Side of the Wind

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Filmdaten
OriginaltitelThe Other Side of the Wind
ProduktionslandFrankreich, Iran, USA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2018
Länge122 Minuten
Stab
RegieOrson Welles
DrehbuchOrson Welles,
Oja Kodar
ProduktionFilip Jan Rymsza
MusikMichel Legrand
KameraGary Graver
SchnittBob Murawski,
Orson Welles
Besetzung

Sowie als sie selbst: Claude Chabrol, Curtis Harrington, Henry Jaglom, George Jessel, Paul Mazursky

The Other Side of the Wind ist ein Film von Orson Welles, der auf satirische Weise die Regie-Legende Jake Hannaford porträtiert, gespielt von John Huston. Er war als das Comeback des Regisseurs geplant. Der von Welles zwar abgedrehte, aufgrund seines Todes im Jahr 1985 jedoch nie vollendete Film wurde ab 2017 von Netflix fertiggestellt. Neben Huston arbeiteten mit Susan Strasberg, Lili Palmer, Dennis Hopper und Natalie Wood mehrere Hollywood-Größen mit. Der Film soll am 31. August 2018 im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere feiern.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alternde Regie-Legende Jake Hannaford kehrt kurz vor seinem 70. Geburtstag nach Hollywood zurück. Hier plant er mit seinem neuen Projekt The Other Side of the Wind sein großes Comeback, doch gelingt es ihm nicht, mit dem experimentellen Film an seine alten Erfolge anzuknüpfen. Unter den Gästen auf seiner Geburtstagsparty befinden sich erfolgreiche junge Regisseure wie Brooks Otterlake, einige seiner Fans, aber auch einige seiner Kritiker. Letztlich stirbt Hannaford am Ende seiner eigenen Geburtstagsfeier.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orson Welles (re.) führte Regie, konnte den Filmschnitt jedoch vor seinem Tod nicht beenden

Regie führte Orson Welles. Die Hauptfigur des Jake Hannaway beziehungsweise Hannaford basiert auf Ernest Hemmingway.[1] Die Idee für den Plot kam Welles nach dem Suizid des Schriftstellers im Jahr 1961. Der Film gilt zudem als semi-autobiografisches Projekt, in dem der Regisseur mit verschiedensten Inszenierungsformen spielt. Er ist wie eine Kollage im Stil eines Mockumentarys aufgebaut. Welles hatte die satirische Aufarbeitung Hollywoods und des Experimentalkinos sowohl mit Farb- als auch Schwarz-Weiß-Aufnahmen gedreht und Fotografien in mehreren Formaten genutzt.[2] Die Dreharbeiten fanden zwischen 1970 und 1976 statt. Die Produktion stoppte zwischen 1971 und 1973 aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten, in die Welles’ Produktionsfirma geraten war.

Der Film wurde von Welles jedoch nie vollendet, weil der Regisseur 1985 im Alter von 70 Jahren starb, nachdem er noch rund 40 bis 50 Minuten des Films geschnitten haben soll.[3] Neben The Other Side of the Wind zählt auch sein Film Don Quixote zu den großen verlorenen Werken der Filmgeschichte.[3]

Filmschnitt und Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2017 wurde bekannt, dass Netflix die weltweiten Rechte an The Other Side of the Wind erworben hatte,[4] um den bislang unvollendeten Film fertigzustellen. Zu dieser Zeit waren die Filmrollen aus dem Pariser Lagerhaus bereits nach Los Angeles gebracht worden, wo Frank Marshall und Orson Welles’ enger Freund Peter Bogdanovich den Schnitt überwachten.[3] Insgesamt soll es sich um über 1.000 Filmrollen gehandelt haben.[2] Marshall und sein Team wollten sich bei ihrer Arbeit an persönlichen Notizen von Welles orientieren.[5] Da für den Film in der Vergangenheit nie eine Filmmusik komponiert worden war,[3] übernahm Michel Legrand deren Komposition.[6]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2017 wurde bekannt, dass Netflix auch den Vertrieb des Films selbst übernehmen wird.[1] Die Präsentation des Orson-Welles-Filmes beim Filmfestival in Cannes im Mai 2018 sagte Netflix aufgrund eines Streits mit den Organisatoren ab.[7] Ende Mai 2018 wurde bekannt, dass Netflix eine limitierte Kinoauswertung plant, die möglicherweise US-Kinos vorbehalten bleibt.[8] Der Film soll am 31. August 2018 im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig uraufgeführt werden. Am 2. November 2018 will Netflix den Film in sein Programm aufnehmen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Manuel Berger: „The Other Side Of The Wind“: Netflix wird unfertigen Film von Orson Welles endlich veröffentlichen In: filmstarts.de 15. März 2017.
  2. a b Patricia Dickson: «The Other Side of the Wind» – Der Unvollendete von Orson Welles – eine Odysse geht zu Ende In: srf.ch, 15. März 2017.
  3. a b c d „The Other Side of the Wind“: Netflix rettet Orson Welles' letzten Film In: Süddeutsche Zeitung, 15. März 2017.
  4. http://time.com/4701974/netflix-orson-welles-film-the-other-side-of-the-wind/
  5. „The Other Side of the Wind“: Netflix will Orson Welles' letzten Film fertigstellen In: Spiegel Online, 15. März 2017.
  6. Michel Legrand Scoring Orson Welles’ 'The Other Side of the Wind'. In: filmmusicreporter.com, 19. März 2018.
  7. Netflix cans Orson Welles In: Reuters, 12. April 2018.
  8. https://www.moviepilot.de/news/nach-cannes-streit-netflix-will-orson-welles-letzten-film-ins-kino-bringen-1107482