The Rocky Horror Show

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The Rocky Horror Show
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Musicaldaten
Titel: The Rocky Horror Show
Originalsprache: englisch
Musik: Richard O’Brien
Buch: Richard O’Brien, Jim Sharman
Liedtexte: Richard O’Brien
Uraufführung: 16. Juni 1973
Ort der Uraufführung: The Royal Court Theatre Upstairs, London (UK)
Spieldauer: ca. 2½ Stunden, 1 Pause
Ort und Zeit der Handlung: New Jersey in den 1950er Jahren
Rollen/Personen
  • Usherette
  • Brad Majors
  • Janet Weiss
  • Narrator (Erzähler)
  • Riff-Raff
  • Magenta
  • Columbia
  • Dr. Frank N. Furter
  • Rocky
  • Eddie
  • Dr. Everett Scott
  • Phantoms (2 männl. & 2 weibl.)

Die Rocky Horror Show ist ein Musical von Richard O’Brien, das am 16. Juni 1973 am The Royal Court Theatre Upstairs, der Studiobühne des Royal Court Theatres in London Premiere hatte. 1975 wurde die Verfilmung The Rocky Horror Picture Show in die Kinos gebracht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer regnerischen Novembernacht sucht das frischverlobte Paar Brad Majors und Janet Weiss nach einer Reifenpanne Hilfe bei den Bewohnern eines nahegelegenen Schlosses. Doch statt der erhofften Gelegenheit zum Telefonieren begegnet ihnen hier reichlich Unerwartetes: Der exzentrische außerirdische Wissenschaftler Dr. Frank N. Furter vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania präsentiert seinen Mitbewohnern in dieser Nacht seine neueste und bisher größte Schöpfung, das blonde und muskelbepackte Retortenwesen Rocky, das er in erster Linie zu seinem – auch sexuellen – Vergnügen erschaffen hat. Brad und Janet werden unfreiwillig Zeugen dieser Enthüllung. Im Verlauf der Handlung wird Rocky geboren, verliert seine sexuelle Unschuld, erleidet durch Untreue seines Schöpfers Eifersuchtsqualen und stirbt. Währenddessen werden die rigiden Wertvorstellungen des Liebespaares durch den Transvestiten Dr. Furter herausgefordert, der beide täuscht und verführt. Schließlich ruft Frank N. Furter durch seine Unmäßigkeit (zur Erschaffung von Rocky scheute er zum Beispiel auch nicht vor dem Mord an seinem Ex-Geliebten zurück) eine Revolte hervor, die in seiner Entmachtung und Tötung und der Rückkehr der übrigen Aliens auf ihren Heimatplaneten gipfelt, während Brad und Janet gerade noch einmal davonkommen.

Songtitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Akt
Zweiter Akt
  • Touch-a, Touch-a, Touch-a, Touch Me
  • Once in a While
  • Eddie’s Teddy
  • Planet Schmanet Janet
  • Rose Tint My World
  • Fanfare
  • Don’t Dream It, Be It
  • Wild and Untamed Thing
  • I’m Going Home
  • Superheroes
  • Science Fiction Double Feature (Reprise)

Aufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die englische Uraufführung fand am 16. Juni 1973 am The Royal Court Theatre Upstairs, der Studiobühne für 63 Zuschauer des Royal Court Theatres in London unter Regie des Australiers Jim Sharman statt, mit Tim Curry als Frank-N-Furter und Richard O’Brien als Riff Raff. Mehrfach zog das Stück in größere Säle um und erobert schließt Londons Theaterdistrikt im Westend. Dort stand es sieben Jahre auf dem Spielplan.

Die deutschsprachige Uraufführung fand in der Übersetzung von Horst Königstein am 20. Januar 1980 im Grillo-Theater in Essen unter der Regie von Walter Bockmayer statt. Frank-N-Furter wurde vom US-amerikanischen Gaststar Decoven C. Washington verkörpert, der somit auch als erster Schwarzer Frank-N-Furter verkörperte und als einziger gute Kritiken bekam. Ensemblemitglieder spielten die übrigen Rollen: Fritz Briesemeister agierte als Riff-Raff und Jutta Bryde verkörperte Magenta.[1] Bei der Kritik fällt die Inszenierung durch: „Das Produkt schmeckt wie solide Plastikware, garantiert keimfrei“ schrieb die FAZ.[2] Von der Premiere gibt es eine Plattenaufnahme von Ariola, welche 2002 als CD heraus kam.[3][4]

In Österreich wurde das Stück erstmals am 18. Dezember 1983 unter dem Titel Rocky Horror Picture Show am Wiener Schauspielhaus unter der Regie von Michael Schottenberg und der Choreographie von Sam Cayne. Frank N. Furter wurde von Erich Schleyer gespielt, Riff Raff von Alexander Goebel, Magenta von Debbie Brown, Janet Weiss von Beatrice Frey und Brad Majors von Toni Böhm. Das Musical wurde zum größten Publikumserfolg des von Hans Gratzer gegründeten Schauspielhauses, der es seit Anbeginn aufführen wollte, aber zuerst die Rechte nicht bekam da eine Europa-Trournee der Londoner Produktion geplant war. Im Foyer wurden Souvenierartikel wie Sticker, Feuerzeuge oder Reis verkauft, mittanzen war erlaubt, mitsingen sowieso. In der darauffolgenden Saison wurde das Stück am 6. September 1984 wieder aufgenommen und insgesamt 108 Mal gespielt.[5]

Besonderheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl in den Theater- als auch Kinoaufführungen neigt das Publikum bis heute dazu, enthusiastisch und aktiv an der Handlung auf der Bühne beziehungsweise der Leinwand teilzunehmen. Verkleidungen der Zuschauer, Utensilien, wie Wasserpistolen und Zeitungen (um den Regen in der Ankommensszene des urromantischen Pärchens Brad und Janet plastisch zu unterstreichen), Konfetti, Leuchtstäbe und Toilettenpapier-Rollen sowie das Mitsingen und Mittanzen, vor allem beim Song Time Warp, in den Sitzreihen sind Teil des Spektakels.

Viele Besucher erleben somit das Musical als eine interaktive Vorstellung, an der viele wiederholt teilnehmen. Inzwischen gibt es mehrere Generationen aktiver „Zuschau-Mitleidender“.

Die Rolle der Usherette wird in den meisten Produktionen von der Darstellerin der Magenta übernommen, ebenso wird „Eddie“ in vielen Produktionen vom gleichen Darsteller wie „Dr. Everett Scott“ gespielt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rocky Horror – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Jansen: Cats & Co: Geschichte des Musicals im deutschsprachigen Theater. Henschel, 2008, ISBN 978-3-89487-584-8, S. 1975.
  2. Stichtag: 20. Januar 1980 - Deutsche Bühnenpremiere der "Rocky Horror Show". In: WDR. 20. Januar 2015, abgerufen am 28. März 2016.
  3. Die Rocky Horror Show > German Cast. In: castalbums.org. Abgerufen am 28. März 2016 (englisch).
  4. Die Rocky Horror Show (Live in Deutscher Sprache) (1980). In: Rocky Music. Abgerufen am 28. März 2016 (englisch).
  5. Petra Paterno: „Dein Theater war wie ein Magnet.“ Das Wiener Schauspielhaus unter Hans Gratzer 1978 bis 2001. Dissertation für Doktorin der Philosophie in der Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Wien 2013, S. 45, 54, 55, 62, 274, 315, 316 (othes.univie.ac.at [PDF; abgerufen am 28. März 2016]).