The Sphere

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Ursprünglicher Zustand von „The Sphere“
WTC und „The Sphere“ nach 9/11

Sphere for Plaza Fountain, auch „Koenig Sphere“ oder volkstümlich „The Sphere“ (die Kugel) genannt[1] ist eine Bronzeplastik des deutschen Bildhauers Fritz Koenig (1924–2017) im New Yorker Stadtbezirk Manhattan.[2] Das ursprünglich „Große Kugelkaryatide“ benannte Werk ist ein Globus aus 52 Bronze-Segmenten auf einem Stahlgerüst. Die Skulptur wurde Anfang der 1970er Jahre auf der Austin Tobin Plaza zwischen den Türmen des World Trade Centers (WTC) aufgestellt[2] und war dem „Weltfrieden durch Handel“ gewidmet. Derzeit (Stand September 2017) steht die Skulptur im Liberty Park in der Nähe ihres ursprünglichen Standortes.[3]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentlich sollte Henry Moore eine Skulptur für das World Trade Center anfertigen, aber nachdem dessen Architekt Minoru Yamasaki in der Staempfli Gallery in New York die Arbeiten von Fritz Koenig gesehen hatte, beauftragte der Bauherr des WTC, die Port Authority of New York and New Jersey, den deutschen Bildhauer. Gebaut wurde die Skulptur von 1967 bis 1971 in Ganslberg bei Landshut. In Bremen wurde sie endmontiert. Die größte Bronzeplastik der Neuzeit wog ursprünglich über zwei Tonnen, war 7,60 m hoch und hatte einen Durchmesser von 4,60 m. Binnen 24 Stunden drehte sie sich einmal um ihre Achse. Sie krönte die Brunnenanlage Plaza Fountain im Zentrum WTC-Anlage und war ein beliebter Treffpunkt der New Yorker. Der ursprüngliche Name „Große Kugelkaryatide“ konnte sich bei den New Yorkern nicht durchsetzen. Sie nannten die kugelförmige Skulptur „Koenig Sphere“ oder einfach nur „The Sphere“ (die Kugel).[1]

Beschädigung am 11. September 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Terroranschläge am 11. September 2001 wurde die Skulptur überraschenderweise nicht völlig zerstört, sondern blieb zwischen den eingestürzten Türmen des World Trade Centers im Ganzen erhalten, wenn auch stark beschädigt. Sie wurde daraufhin zunächst demontiert und in der Nähe des John-F.-Kennedy-Flughafens gelagert. Schließlich wurde sie nach Manhattan zurückgebracht, um sie als Denkmal für die Anschläge aufzustellen. Koenig lehnte dies zuerst ab, beaufsichtigte später jedoch den Wiederaufbau.

Heutiger Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„The Sphere“ am ehemaligen Standort im Battery Park

Am 11. März 2002, sechs Monate nach den Anschlägen, wurde die Skulptur im Battery Park an der Südspitze Manhattans wieder aufgestellt. Mit den Beschädigungen durch die Anschläge ist das goldschimmernde Kunstwerk heute ein Mahnmal und wird von den New Yorkern auch als „9/11“ („nine eleven“) bezeichnet.

Im Eingangsbereich des neuen One World Trade Centers findet sich ein Modell von „The Sphere“. Im September 2017 wurde die Skulptur wieder an ihren ursprünglichen Standort gesetzt. Sie steht heute im Liberty Park in der Nähe des neuen Komplexes des World Trade Centers und National September 11 Memorial and Museum.[4]

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Regisseur Percy Adlon zeigt in seinem Dokumentarfilm „Koenigs Kugel – der deutsche Bildhauer Fritz Koenig im Trümmerfeld von Ground Zero“ (engl. Titel „Koenig’s Sphere“) von 2001/2002 die Wiederbegegnung Koenigs mit seinem stark beschädigten Kunstwerk wenige Monate nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und die Aufstellung als Mahnmal. Der Künstler erinnert sich darin an die Entstehung der Kugelkaryatide und spricht über Vergänglichkeit und die Transformation von Kunst angesichts dieser menschlichen Tragödie: „Es war eine Skulptur, nun ist es ein Denkmal. Jetzt hat sie eine andere Schönheit, eine, die ich mir nie vorstellen konnte. Sie hat nun ihr eigenes Leben – ein anderes als das, das ich ihr gegeben habe.“[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Sphere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b David W. Dunlap: Koenig Sphere Moving to WTC Liberty Park, Port Authority Says. In: The New York Times. 21. Juli 2016; abgerufen am 23. Februar 2017 (englisch).
  2. a b Fritz Koenig ist tot. Landshut trauert um weltberühmten Bildhauer. In: BR24. 23. Februar 2017; abgerufen am 23. Februar 2017.
  3. Andrian Kreye: Neu auf Ground Zero. In: sueddeutsche.de. 4. September 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 6. September 2017]).
  4. Andrian Kreye: Neu auf Ground Zero. In: sueddeutsche.de. 4. September 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 6. September 2017]).
  5. Fritz Koenigs Kugel - Der Bildhauer und der 11. September

Koordinaten: 40° 42′ 14,86″ N, 74° 0′ 54,84″ W