The Team (Fernsehserie, 2015)

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Seriendaten
Deutscher Titel The Team
Originaltitel The Team
Produktionsland Belgien, Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweiz
Originalsprache Dänisch, Schwedisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Flämisch
Jahr 2015
Länge 57 Minuten
Episoden 8 in 1 Staffel
Genre Krimi
Erstausstrahlung 22. Februar 2015 (Dänemark) auf DR1
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
28. Februar 2015 auf SRF 1
Besetzung

The Team ist eine Krimiserie, die in internationaler Koproduktion in Belgien, Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz entstand. Die Erstausstrahlung begann im Februar 2015 in Dänemark. Die Serie behandelt die polizeiliche Zusammenarbeit der Länder im Rahmen von Europol zur Aufklärung diverser Verbrechen und organisierter Kriminalität.

In der Originalversion sprechen alle Teams untereinander hauptsächlich in ihren Landessprachen, der Großteil der Dialoge der Serie ist jedoch auf Englisch. Für die Ausstrahlung in Deutschland ließ das ZDF außerdem eine vollständig auf Deutsch synchronisierte Fassung produzieren. Im Onlineangebot des Senders ist auch die Originalversion mit Untertiteln verfügbar.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupthandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handlung beginnt mit den Morden an drei Prostituierten in Antwerpen, Berlin und Kopenhagen. Allen Frauen wurde durch das linke Auge geschossen und ein Finger abgetrennt. Aufgrund des gleichen Musters und des kurzen Zeitraumes erkennt Europol einen Zusammenhang und stellt ein internationales Ermittlerteam zusammen: die Belgierin Alicia Verbeeck, die Deutsche Jackie Müller und den Dänen Harald Bjørn. Bereits im Prolog erfährt der Zuschauer, dass die Zusammenarbeit zwischen Jackie und Harald aufgrund eines früheren gemeinsamen Einsatzes emotional belastet ist.

Die erste Spur der Polizei führt zum Belgier Jean-Louis Poquelin, der an allen drei Tatorten gesehen worden ist. Die Recherche ergibt, dass er der Ex-Freund einer vierten Ermordeten ist, die mit den drei Mordopfern befreundet war. Dieser Mord, der Ähnlichkeit zu den neuen Verbrechen aufweist, liegt zum Handlungsbeginn jedoch bereits sechs Jahre zurück, relevant jedoch ist, dass Poquelin damals unter Mordverdacht stand. Die Ermittler schließen Poquelin jedoch schnell als Täter aus, und der Zuschauer erfährt, dass diesem der Mord von der belgischen Polizei (genauer: Madame Pernel, Alicia Verbeecks Vorgesetzte) angehängt wurde. Poquelin arbeitet(e) an einem Buch über den litauischen Gangster und Menschenhändler Marius Loukauskis. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf diesen und sein Umfeld.

Loukauskis’ Imperium erstreckt sich über weite Teile Europas und sein Reichtum und seine Macht basieren auf Menschenhandel, Korruption und organisierter Kriminalität. Sein Name taucht schnell in Verbindung mit allen Morden auf, und die Ermittler decken auf, dass es Loukauskis war, der Poquelins Freundin bei einer Feier auf einer Yacht ermordete. Die nun ermordeten drei Frauen waren alle Zeuginnen des zurückliegenden Verbrechens, und Poquelin versuchte alle drei zu Aussagen zu bewegen, die ihn entlasten sollten. Loukauskis’ Ex-Frau, Dahlia Loukauskis, ließ jedoch die drei Prostituierten liquidieren, um ihren Ex-Mann zu schützen.

Das internationale Ermittlerteam deckt all diese Verbindungen auf; auch, dass Loukauskis niemals Verbindungen zu seinen kriminellen Machenschaften nachgewiesen werden konnten. Dank der im Laufe der Handlung gesammelten Beweise hat die Polizei jedoch genug gegen Loukauskis in der Hand und kann ihn zur Fahndung ausschreiben. Bevor er jedoch von den Ermittlern in Berlin verhaftet werden kann, taucht er unter und eine Verfolgungsjagd durch Europa beginnt.

Im Staffelfinale verfolgen Alicia und Harald schließlich Loukauskis bis zu einer seiner illegalen Textilfabriken in Belgien, in der Menschen wie moderne Sklaven gehalten werden. Im dunklen Kellerlabyrinth der Fabrik können sie den Verbrecher schließlich stellen und verhaften. Im Epilog wird die gute Zusammenarbeit der Länder unter Europol im Rahmen einer Pressekonferenz gelobt. Zwar verstirbt der Autor Poquelin kurz nach der Fertigstellung seines Buches an Krebs, jedoch wären ohne seine Recherche die Ermittlungen nicht bzw. schwerlich erfolgreich gewesen. Die Ermittler greifen daher das grundlegende Thema der Staffel, Menschenhandel und illegale Arbeit, noch einmal auf, und würdigen seine Arbeit.

Nebenhandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptplot wird durch diverse Nebenhandlungen getragen, die mit der eigentlichen Geschichte verwoben sind. Im Gegensatz zum Erzählstil von z. B. Die Brücke sind die Beziehungen zur Haupthandlung dabei leichter zu erkennen.

Hauptfiguren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harald Bjørn
(gespielt von Lars Mikkelsen) ist ein dänischer Ermittler. Er ist verheiratet und werdender Vater. Im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass er bereits eine siebenjährige Tochter mit Jackie Müller hat. Harald Bjørn kann als kontrolliert und empathisch beschrieben werden.
Jackie Müller
(gespielt von Jasmin Gerat) ist eine deutsche Hauptkommissarin beim BKA. Sie ist scharfsinnig, jedoch manchmal auch sehr ruppig. Ein großer Teil der Nebenhandlungen behandelt die Beziehung zu ihrem Ehemann, sowie ihr emotionales Verhältnis zu Harald Bjørn.
Alicia Verbeeck
(gespielt von Veerle Baetens) ist eine Kommissarin in Antwerpen und die Jüngste der drei Ermittler. Alicia ist sehr direkt und scharfsinnig. Sie klärt die Verwicklung ihrer Chefin, Madame Pernel in den Fall auf. In den Nebenhandlungen wird das Verhältnis von Alicia zu ihrer alkoholkranken Mutter und ihrer Schwester, die als Prostituierte arbeitet, näher beleuchtet.
Marius Loukauskis
(gespielt von Nicholas Ofczarek) ist ein litauischer Krimineller, Menschenhändler und Milliardär. Er versucht durch die Verheiratung seiner Tochter mit einem deutschen Adeligen und dem Erwerb einer Banklizenz unangreifbar zu werden.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie lief am 8. März um 22 Uhr im ZDF an und erreichte mit 3,91 Mio. Zuschauern einen Marktanteil von 19,8 %.[1]

In Dänemark erreichte sie einen Marktanteil von 55 % (für DR), in Norwegen 38 % (für NRK) und in der Schweiz von 16,6 % (für das SRF).[2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Drei Aspekte, die für eine gute Serie sprechen: viel Geld, tolle Darsteller, dänisches Fernsehen. […] Trotzdem ist ‚The Team‘ größtenteils Murks. […] Immerhin sorgen die häufigen Ortswechsel und Außendrehs für sehenswerte Kulissen und sind von Kaspar Gaardsøe und Kathrine Windfeld (‚The Bridge‘) souverän inszeniert. Doch das Geld wäre noch besser in zwei, besser drei Überarbeitungen des Drehbuchs von Mai Brostrøm und Peter Thorsboe gegangen. Besonders die Backgroundgeschichten der drei Ermittler hätten entrümpelt gehört […] Das alles zu erzählen, geht zulasten der eigentlichen Krimigeschichte. Von einzelnen Verfolgungsjagden und Rettungsversuchen abgesehen, entwickelt ‚The Team‘ überraschend wenig Spannung.“

Hannah Pilarczyk: Spiegel Online[3]

Nach einer umfassenden und insgesamt positiven Filmkritik geht das Quotenmeter darauf ein, dass die Serie in der ZDF-Mediathek abzurufen ist: „...[man] wird man sich bei The Team gleich doppelt wohlfühlen: Einerseits, weil eine gelungene und spannende Serie eingeschaltet wurde und andererseits, weil das Original noch einiges mehr an Flair transportiert, als die linear ausgestrahlte Variante“.[4]

Die Filmkritikerin der NZZ schreibt: „The Team ist ein konventionell angelegter, in seinen internationalen Schauplätzen so stilvoll wie unaufgeregt verorteter Krimi, sieht man einmal von den penetrant mehrfach ins Bild gerückten Austrian Alps ab […] Der Reiz liegt darin zuzusehen, wie das aus drei Ländern zusammengewürfelte Team sich konsolidiert, ohne dass die nationalen Besonderheiten neutralisiert würden. […] Die Figuren haben in postnationaler Unaufgeregtheit ihr Identifikationspotenzial dort, wo sie persönlich gefordert sind […] Insgesamt führt The Team aber den TV-Krimi aus seiner oft etwas muffig anmutenden Enge regionaler Kommissariate, ohne in künstlerischer Heimatlosigkeit zu enden.“[5]

Kurt Sagatz vom Berliner Tagesspiegel lobt die Serie als „schnörkelloser und beinharter Krimi-Mehrteiler“. „Der Vierteiler verzichtet dabei auf Gefühlsduselei und sozialkritische Anklänge. Hier wird nicht gefragt, welche Umstände die Organisierte Kriminalität begünstigen, sondern die Realität als das genommen, was sie mitunter ist: brutal und menschenverachtend. Auch ohne zusätzliche Verschachtelungen gibt es genügend Wendungen, um die Spannung bis zum Ende hoch zu halten.“[6]

Pierre Sérisier, der Filmkritiker von Le Monde lobt die Idee der Serie, bemängelt aber ihre Realitätsferne. Die Intrige entfalte sich zu reibungslos (anicroche), die harmonische Zusammenarbeit zwischen den Ermittlerteams aus mehreren Ländern sei wenig realistisch, man habe mehr Probleme, was die beteiligten Organisationen, Rivalitäten zwischen den Teams und unterschiedliche Ermittlungsmethoden erwartet. Darüber hinaus mangele es den Personen an Dichte (épaisseur) und Originalität, und die Geschichte laufe in einem atemberaubenden Tempo ab. Allerdings sieht er durchaus Möglichkeit in einem Genre grenzübergreifender TV-Krimis, wobei die nationalen Besonderheiten und die Persönlichkeit der Akteure klarer umrissen werden sollten, die bei aller Integration trotz allem erhalten blieben.[7]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Titellied der Serie, Northern Rd., stammt von der belgischen Indie-Rock-Band Intergalactic Lovers und befindet sich auf dem Album Little Heavy Burdens.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meedia. 9. März 2016 abgerufen am 22. April 2016.
  2. Top-Quoten für internationale ZDF-Krimireihe „The Team“ abgerufen am 22. April 2016
  3. Hannah Pilarczyk: The Team: ZDF Krimiserie aus Belgien, Dänemark, Deutschland. It's the ZDF, stupid. Spiegel Online, 21. Februar 2015, abgerufen am 13. November 2015.
  4. International und mit Flair: «The Team» geht die heißen Eisen an, quotenmeter abgerufen am 22. April 2016.
  5. Claudia Schwartz: Eurocool. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Februar 2015. [1]
  6. Kurt Sagatz: Grenzenloser Kampf gegen das Verbrechen. In: Der Tagesspiegel. 21. Februar 2015. [2]
  7. Il faut seulement mieux définir les contours des personnages et de leurs particularités nationales qui ne se sont (malgré tout) pas effacées avec l'intégration communautaire. Pierre Sérisier: The Team – L’Europe pour terrain d’enquête, in: Le Monde.fr abgerufen am 22. April 2016.
  8. Intergalactic Lovers levert titelsong van internationale serie, deredactie.be