The Troggs

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The Troggs (2013)

The Troggs war eine Beat-Band aus dem südenglischen Andover in Hampshire. In den 1960er Jahren erlebte die Gruppe ihre erfolgreichste Zeit. Ursprünglich hieß die Band „The Troglodytes“ (englisch für „Die Höhlenbewohner“). Ihr bekanntester Song ist Wild Thing aus dem Jahre 1966.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Troggs – Wild Thing
Deutsche Veröffentlichung der Single Hip Hip Hooray, 1968

The Troggs gründeten sich 1964 und wurden vom Manager der Kinks, Larry Page, 1965 unter Vertrag genommen. Die Band machte ihre Aufnahmen auf dem Label „Page One Records“ von Larry Page, der die Formation zunächst an CBS weiterempfahl, wo die Debütsingle Lost Girl erschien.[1] Der erste und größte Hit der Troggs war die Single Wild Thing (Original von Jordan Christopher & the Wild Ones, 1965), geschrieben von Chip Taylor, die Nummer 2 der UK-Charts und Nummer 1 der US-Charts erreichte.[2] Durch die Kombination eines einfachen einprägsamen Gitarren-Riffs und koketter Lyrik wurde es schnell ein Garage-Rock-Standard.

Weitere Hits waren With a Girl Like You (Juli 1966), I Can’t Control Myself (September 1966) und Any Way That You Want Me (Dezember 1966). Die Troggs nahmen mit ihren zumeist eher simplen und aggressiven Songs einiges dem Punk-Rock vorweg. Mit Love Is All Around und Night of the Long Grass wandten sich die Troggs 1967 erfolgreich vorübergehend der angesagten psychedelischen Musik zu. Am 12. Oktober 1968 hatte die Band einen Auftritt in der Radio-Bremen-Fernsehsendung Beat-Club, 1971 mit With a Girl Like You in der ZDF-Sendung disco.

Mit nachlassendem Charterfolg löste sich die Band im März 1969 auf.[1] Ronnie Bond war der erste, der eine Soloaufnahme machte (Anything for You, Single März 1969), gefolgt von Reg Presley mit Lucinda Lee im April. Chris Britton veröffentlichte sein Soloalbum As I Am im selben Jahr. Die Band formierte sich aber noch in diesem Jahr neu, mit dem ehemaligen Plastic Penny Bassisten Tony Murray, der Staples ersetzte, und vereinigte sich 1974 wieder unter Larry Page, der jetzt Penny Farthing Records betrieb. Die dabei entstandene Coverversion des Beach-Boys-Hits Good Vibrations und eine Reggaeversion von Wild Thing brachten aber nicht den gewünschten Erfolg.

1992 nahmen die Troggs mit Hilfe von R.E.M. das Album Athens Andover auf, das durchweg gute Kritiken bekam. Die darauf enthaltenen Lieder wurden nie live gespielt. Für das Album hatte Manager Larry Page sein altes Page One Label reaktiviert.

Die Solo-LP von Chris Britton As I Am aus dem Jahr 1970 ist heute die meistgesuchte Troggs-Rarität.

Die Troggs waren noch bis 2011 aktiv und planten noch im Dezember dieses Jahres zwei Konzerte in Deutschland. Im Januar 2012 verkündete der erkrankte Sänger Reg Presley jedoch sein Karriereende, nachdem bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert wurde.[3] Er starb am 4. Februar 2013.[4] Ein Gründungsmitglied, der Schlagzeuger Ronnie Bond, starb bereits 1992. Dave Wright, ein weiteres Gründungsmitglied, starb am 10. Oktober 2008.

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die wohl bekannteste Coverversion von Wild Thing spielte Jimi Hendrix 1967 beim Monterey Pop Festival.
  • Die britische Pop-Rockband Fancy erreichte 1974 mit ihrer Version von Wild Thing die Top 20 der US-Billboard-Charts.
  • 1994 wurde der Troggs-Hit Love Is All Around von der schottischen Band Wet Wet Wet erneut in die Charts gebracht (15 Wochen Nummer 1 in Großbritannien).

Bandmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reg Presley (eigentlich Reginald Ball), (* 12. Juni 1941 in Andover, Hampshire; † 4. Februar 2013), Gesang
  • Dave Wright (David Frederick Wright), (* 21. Januar 1944 in Winchester, Hampshire; † 10. Oktober 2008) Gesang, Rhythmus-Gitarre.
  • Chris Britton, (* 21. Januar 1945 in Watford, Hertfordshire), Gitarre
  • Pete Staples, (* 3. Mai 1944 in Andover, Hampshire), Bass
  • Ronnie Bond (eigentlich Ronald Bullis), (* 4. Mai 1943 in Andover, Hampshire; † 13. November 1992), Schlagzeug
  • Tony Murray (Anthony Murray), (* 26. April 1943 in Dublin, Irland) Bass-Gitarre

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: The Troggs/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1966 From Nowhere /
Wild Thing (US)
4
(28 Wo.)
6
(16 Wo.)
52
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1966
1967 Trogglodynamite 15
(12 Wo.)
10
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1967
1968 Love Is All Around 109
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1968

weitere Studioalben

  • 1967: Cellophane
  • 1968: Mixed Bag (UK) / Hip Hip Hooray (DE)
  • 1970: Contrasts
  • 1970: As I Am (Soloalbum von Chris Britton)
  • 1975: The Troggs
  • 1976: The Trogg Tapes
  • 1981: Black Bottom
  • 1989: Au
  • 1992: Athens Andover

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RSH-Gold

  • 1995: in der Kategorie „Werbesong des Jahres“ für Wild Thing[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Greg Shaw: The Troggs. In: ders. (Hrsg.) : Die Briten kommen. Aus den Kindertagen der englischen Rockmusik. Aus dem Amerikanischen von Walle Bengs. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1983, 220–222; dort auch eine vollständige Diskografie bis 1972.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Martin C. Strong: The Great Rock Discography, 6th edn.. Canongate, 2002, ISBN 1-84195-312-1.
  2. Nähere Informationen zu dem Titel siehe: Fred Bronson: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992, S. 204.
  3. Sean Michaels: The Troggs’ Reg Presley diagnosed with lung cancer. In: guardian.co.uk. The Guardian, 27. Januar 2012, abgerufen am 28. September 2016 (englisch).
  4. Troggs-Sänger Reg Presley ist tot. In: spiegel.de. Spiegel Online, 5. Februar 2013, abgerufen am 28. September 2016.
  5. Chartquellen: Singles Alben UK US1 US2
  6. Helmut Radermacher: RSH-Gold Verleihung 1995. In: rsh-history.de. Abgerufen am 28. September 2016.