The Trump Entrepreneur Initiative

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The Trump Entrepreneur Initiative (ehemals Trump University, zwischenzeitlich auch Trump Wealth Institute[1]) ist ein amerikanisches Unternehmen, das zur Trump Organization gehört und Crashkurse über Unternehmensgründung, Vermögensverwaltung, Vermögensvermehrung und Immobilienhandel vertrieb, die durch E-Learningangebote ergänzt wurden.[2] 2010 wurde der operative Geschäftsbetrieb faktisch eingestellt. Seitdem wurden keine Kurse mehr vertrieben.[3]

Firma und Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde im Jahr 2004 vom Unternehmer und heutigen US-Präsidenten Donald Trump, Michael Sexton und Jonathan Spitalny als Trump University LLC gegründet, die am 23. Mai 2005 den Geschäftsbetrieb aufnahm. Das sogenannte Trump Institute vertrieb in Lizenz der Trump University zwischen 2006 und 2009 in Florida gleichartige Angebote,[4][5] die von Donald Trump beworben wurden.[6]

In 700 Orten der Vereinigten Staaten wurden kostenlose 90-minütige „Schnupperkurse“ abgehalten, deren Teilnehmern versucht wurde, mehrtägige Seminare zu verkaufen.[7] Die Gebühren hierfür rangierten von 1.495 bis zu 34.995 US-Dollar pro Veranstaltung.[8] Annonciert wurde das Angebot in Zeitungsanzeigen und durch Spam-E-mails,[9] in denen Donald Trump vermeintlich persönlich versprach, von ihm „handverlesene“ „unglaubliche Köpfe“ würden die Absolventen in das „Geheimnis seines Erfolgs“ einweihen, sie dazu befähigen, durch Immobilienspekulation schnell reich zu werden und ihnen darüber hinaus Geldgeber für diese Geschäfte zu vermitteln. Die Dozenten, die von Trump wider besseres Wissen u. a. als Professoren und Immobilienexperten beworben wurden, arbeiteten auf Provisionsbasis und führten die Veranstaltungen, deren Ablauf, bis hin zur Raumtemperatur, in einer Art Drehbuch festgelegt war, mit dem Ziel durch, deren Teilnehmer zur Buchung weiterer, teurerer Kurse zu animieren.[7]

Bis 2013 nahmen insgesamt 80.308 Personen an bis dahin abgehaltenen 2.000 kostenlosen Veranstaltungen teil und 7.611 buchten ein kostenpflichtiges Angebot.[7] Eigene Liegenschaften und Räumlichkeiten für Kurse gibt es nicht.[9] Für Präsenzveranstaltungen wurden Säle angemietet.[1]

Die Trump University war weder als Bildungseinrichtung anerkannt,[3] noch als Universität oder College akkreditiert.[10] Am 27. Mai 2005 unterrichtete das New York State Education Department das Unternehmen darüber, dass es gegen das New York Education Law verstoße, indem es die irreführende Bezeichnung „Universität“ in der Firma führt.[11] Erst nach Klageandrohung im April 2010[12] erfolgte im Juni 2010 die Umbenennung der Gesellschaft, die sich 2008 kurzzeitig auch Trump Wealth Institute nannte,[1] in The Trump Entrepreneur Initiative.[13]

Im Mai 2011 war das Unternehmen Gegenstand einer Untersuchung durch die Abteilung für illegale Geschäftspraktiken der New Yorker Staatsanwaltschaft, die in einem Prozess am 24. August 2013 mündete.

Betrugsvorwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. August 2013 reichte der Bundesstaat New York eine Zivilklage in Höhe von 40 Millionen US-Dollar gegen das Unternehmen ein,[14] das seine Tätigkeit seit 2010 im Wesentlichen eingestellt hatte.[3] Die Klage beruhte auf der Anschuldigung, Mitarbeiter der Trump University hätten illegale Geschäftspraktiken getätigt und falsche Versprechen abgegeben.[15]

Donald Trump wies die Anschuldigungen zurück und verwies auf eine Zufriedenheitsrate von 98 %. Trump bezeichnete den New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman als „politischen Nichtsnutz, der Aufmerksamkeit anstrebe“ (“a political hack looking to get publicity”).[16]

Der Attorney General Schneiderman äußerte sich folgendermaßen dazu: „Wir begannen damit, die Trump University zu beobachten und entdeckten, dass es sich bei deren Geschäftsftätigkeit um klassisches Beispiel eines Lockvogelangebot-Schemas (Bait-and-switch) handele. Es war ein Betrug, der bereits damit begann, dass es sich nicht um eine Universität handelte.“[17] Schneiderman warf Trump vor, 5 000 Personen betrügerisch dazu gebracht zu haben, bis zu 35.000 US$ (Inflations-bereinigt: 36.600€) gezahlt zu haben, um das Immobilienbusiness zu erlernen.[18]

Trump gab dazu widersprüchliche Angaben ab. In einem Infomercial sagte er: „Und ehrlich gesagt, wenn man von denen nicht lernen kann, wenn Sie nicht von mir lernen, wenn Sie nicht von den Menschen lernen, die wir ihnen vorsetzen, und diese sind alle Menschen, die von mir ausgelesen wurden, dann werden Sie es einfach nicht schaffen Erfolg in Bezug auf die Weltklasse zu haben.“ Trump sagte 2012 – was im Widerspruch zu den Behauptungen der Trump-University-Werbebroschüren und Verkaufsmaterialien steht, dass im Gegensatz zu Aussagen der Trump-Universität und Aussagen, die er im Infomercial gemacht hat, er weder die Lehrer ausgewählt noch den Lehrplan eingesehen habe.[19]

Im Oktober 2014 befand ein New Yorker Richter Trump für schuldig, Erziehungsgesetze des Staates verletzt zu haben.[18]

In einem getrennten Verfahren Mitte Februar 2014 ließ Gonzalo P. Curiel, Bundesrichter aus San Diego, die Klage von Kursteilnehmern, die der Ansicht waren, durch Trumps Institut betrogen worden zu sein, in Kalifornien, Florida und New York zu.[20] Trump erwähnte hernach, dass es sich bei dem Richter um einen Hispanic handele, was diesen ihm gegenüber voreingenommen mache.[21] Attorney General Schneiderman bezeichnete dies als Rassenhetze.[22]

Die Trump University strengte 2010 eine Klage gegen eine ehemalige Kundin, Tarla Makaeff, an. Der Streitwert betrug 1 Mio. US-Dollar. Makaeff hatte ca. 37.000 US-Dollar für Seminare gezahlt, dann an einer Sammelklage gegen die University teilgenommen und ihre Erfahrungen in sozialen Medien veröffentlicht.[23] Das Unternehmen verlor jedoch diese „SLAPP–Klage“ und ein US-Bezirksrichter verurteilte es im April 2015 dazu, Makaeff und ihren Anwälten umgerechnet 689.000€ zu zahlen. Die Trump-Organisation kündigte rechtliche Schritte gegen das Urteil an.[24]

Während der Vorwahlen der Präsidentschaftswahl 2016 konfrontierten im Februar des Jahres zwei der republikanischen Konkurrenten Trumps, Ted Cruz und Marco Rubio, diesen mit der Geschichte der Trump University.[25][26] Trotz Trumps seinerzeitiger Behauptung, die meisten Prozesse gewonnen zu haben,[26] waren zu dem Zeitpunkt alle drei Klagen noch anhängig.[27]

Christopher L. Peterson von der University of Utah vertrat die Ansicht, dass ein etwaiger Präsident Donald Trump wegen der Affäre um die Trump University des Amtes enthoben werden könnte. Sollte sich systematischer Betrug im Zusammenhang mit der Trump University bestätigen, sei dies ein schwerwiegendes Verbrechen. Dies könne die Basis für ein Amtsenthebungsverfahren werden, da nach amerikanischem Recht eine Amtsenthebung auf der Grundlage von Straftaten, die vor der Vereidigung begangen wurden, möglich sei.[28]

Am 18. November 2016, 10 Tage nach seiner Wahl zum US-Präsidenten, erklärte Trump seine Absicht, 25 Millionen US-Dollar an die Kläger zu zahlen,[29] um die Einstellung aller im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Trump University noch anhängigen Gerichtsverfahren zu bewirken.[30] Vorher hatte Trump noch behauptet, dass er sich aus Prinzip auf keinen Vergleich einigen werde,[26] zumal er nichts Illegales getan habe.[31]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Seth Gitell: I Survived Trump University... And I even kind of liked it. politico.com, 8. März 2016; abgerufen am 26. November 2016.
  2. Exciting News! – Opportunities for Entrepreneurs Have Never Been Better! trumpinitiative.com, 2010, archiviert vom Original am 22. Juli 2010; abgerufen am 26. November 2016.
  3. a b c Tom Hamburger, Rosalind S. Helderman, Dalton Bennett: Donald Trump said ‘university’ was all about education. Actually, its goal was: ‘Sell, sell, sell!’ washingtonpost.com, 4. Juni 2016; abgerufen am 26. November 2016.
  4. Joe Mullin, Jonathan Kaminsky: Trump University and the art of the get-rich seminar. arstechnica.com, 29. April 2016; abgerufen am 26. November 2016.
  5. Alex Leary: In Trump Institute, Donald Trump had Florida partners with a record of fraud. tampabay.com, 30. Juni 2016; abgerufen am 26. November 2016.
  6. Jonathan Martin: Trump Institute Offered Get-Rich Schemes With Plagiarized Lessons. nytimes.com, 29. Juni 2016; abgerufen am 26. November 2016.
  7. a b c Steven Brill: What the Legal Battle Over Trump University Reveals About Its Founder. time.com, 5. November 2015; abgerufen am 26. November 2016.
  8. Michael Barbaro: New York Attorney General Is Investigating Trump's For-Profit School. Am 19. Mai 2011 auf nytimes.com
  9. a b Alex Beam: The relentless pursuit of Trump U. boston.com, 2010, archiviert vom Original am 28. Januar 2007; abgerufen am 26. November 2016.
  10. Greg Levine: Trump University Founded For Student 'Customers'. Am 23. Mai 2005 auf forbes.com
  11. David Halperin: NY Court Refuses to Dismiss Trump University Case, Describes Fraud Allegations. huffingtonpost.com, 3. März 2016; abgerufen am 26. November 2016.
  12. Douglas Feiden: State educrats give failing grade to Donald Trump's 'misleading' Trump University. nydailynews.com, 15. April 2010; abgerufen am 26. November 2016.
  13. Kevin McCoy: Trump faces two-front legal fight over 'university'. usatoday.com, 26. August 2013; abgerufen am 26. November 2016.
  14. Kenneth Lovett: New York Attorney General Eric Schneiderman files Donald Trump 'University' $40 million fraud suit. In: New York Daily News, 24. August 2013. Abgerufen am 26. November 2016. 
  15. Alan Feuer: Trump University Made False Claims, Lawsuit Says. In: The New York Times. 24. August 2013.
  16. Michael Gormley: Trump Calls NY Attorney General a 'Political Hack'. ABC News. Archiviert vom Original am 10. November 2013. Abgerufen am 26. August 2013.
  17. Prosecutor: Trump lawsuit no stunt. Am August 26. August 2013 auf cnn.com
  18. a b Eddie Curran: New York judge finds Donald Trump liable for unlicensed school. Reuters. 16. Oktober 2014. Abgerufen am 20. Februar 2015.
  19. Karen Freifeld: Trump University swindled me, says Iowa retiree. aminewswire.com. 1. Februar 2016. Abgerufen am 1. Februar 2016.
  20. Fire Ant: Donald Trump to Face Fraud, Racketeering Claims in California Class Actions. New York Fraud Case Continues. In: New Times Broward-Palm Beach. Abgerufen am 16. Juni 2015.
  21. Robert King: Trump blames legal woes on 'Spanish' judge. Fox News. 27. Februar 2016. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  22. New York Attorney General Schneiderman Fires Back At Trump For Hispanic Judge Remark. CBS New York. 27. Februar 2016. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  23. Michael Barbaro: Buying a Trump Property, or So They Thought. In: The New York Times, 12. Mai 2011. Abgerufen am 31. August 2015. 
  24. Rebekah Kearn: $798,000 Award Against Trump University. In: Courthouse News Services, 30. April 2015. Abgerufen am 31. August 2015. 
  25. Philip Bump: Marco Rubio came out swinging at Trump and one punch really landed Trump University. Am 25. Februar 2016 auf washingtonpost.com
  26. a b c Transcript of the Republican Presidential Debate in Houston. nytimes.com, 25. Februar 2016; abgerufen am 26. November 2016.
  27. Michelle Ye Hee Lee: Donald Trump’s misleading claim that he’s ‘won most of’ lawsuits over Trump University. Washington Post. 27. Februar 2016. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  28. Hubertus Volmer: Der Mann, der regiert, wenn Trump nicht will. Am 5. Oktober 2016 auf n-tv.de
  29. Trump settles Trump University lawsuits for $25m. BBC, 19. November 2016; abgerufen am 21. November 2016.
  30. Steve Eder: Donald Trump Agrees to Pay $25 Million in Trump University Settlement. In: The New York Times, 18. November 2016. 
  31. Kenneth Lovett, Nancy Dillon: Donald Trump Agrees to Pay $25 Million in Trump University Settlement. In: New York Daily News, 18. November 2016.