The Verge

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The Verge
The Verge Logo 2016.svg
www.theverge.com
Beschreibung Technikportal
Registrierung optional
Sprachen Englisch
Eigentümer Vox Media
Erschienen 1. November 2011
Status aktiv

The Verge ist ein amerikanisches Technikportal und Mediennetzwerk. Das Unternehmen ist ein Tochterunternehmen von Vox Media mit Sitz in Manhattan, New York. Veröffentlicht werden Nachrichtenmeldungen, Leitartikel, Produktrezensionen, Podcasts und eine eigene Unterhaltungssendung.

Die Seite wird mit Vox Medias proprietärer Publishing-Plattform Chorus betrieben.[1] Finanziert wird The Verge durch Werbeeinnahmen und Sponsoren. An der Spitze stehen Chefredakteur Nilay Patel, Redakteur Dieter Bohn und Geschäftsführer von Vox Media Jim Bankoff.[2][3][4] Die Seite ist seit dem 1. November 2011 aktiv.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 begann AOL eine Strategie zum Ausbau von werbefinanzierten Inhalten zu verfolgen, welche den Kauf von bereits etablierten Webseiten beinhaltete.[5] Eine der ersten Zukäufe war Weblogs, Inc. im Jahr 2005, ein Unternehmen, welches mehrere Webseiten, darunter das Technikportal Engadget, betrieb.[5] Laut Business Insider wurde Engadget zur „führenden Gadget-Webseite der Branche“ („industry leading gadget site“) und dadurch zu AOLs „populärsten und wichtigsten Besitz im Medienbereich“ („most popular and important media property“).[5]

Im Jahr 2007 wurde Joshua Topolsky zum Chefredakteur von Engadget und war zuständig für The Engadget Show und deren mobile Applikation sowie das kontinuierliche Wachstum der Seite.[5] Nach der Übernahme von TechCrunch im Jahr 2011 kam es zu ersten Feindseligkeiten zwischen Topolsky und AOL. Ausgegangen waren diese von abfälligen Kommentaren, die TechCrunch-Gründer Michael Arrington öffentlich über Topolsky geäußert hatte.[5][6] Im Januar 2011 eskalierte die Situation zwischen den beiden Redakteuren.[7][8] AOL intervenierte dabei nicht.[5] Ein Monat später veröffentlichte die Presse „The AOL Way“, ein internes Dokument zur Ausbildung von Redakteuren. Inhalt dessen war ein neuer Content-Leitfaden, der Seitenaufrufe als wichtiger einstufte als die Qualität der veröffentlichten Inhalte.[9] Das Dokument wurde veröffentlicht, bevor es von Engadgets Redakteuren und Autoren intern gelesen werden konnte.[5] „The AOL Way“ entmutigte die Belegschaft und führte zu einer ideologischen Spaltung zwischen Engadget und AOL.[5]

Zwischen März und April 2011 verließen Topolsky sowie acht weitere Autoren und Redakteure Engadget, um ein neues Technikportal zu gründen.[10][11][12] Dazu gehörten der leitende Redakteur Nilay Patel und die Mitarbeiter Paul Miller, Ross Miller, Joanna Stern, Chris Ziegler, Justin Glow und Dan Chilton.[10][13][14] Anfang April gab Topolsky eine Partnerschaft zwischen SB Nation, einer Webseite mit Sportnachrichten, und dem neuen, noch unbenannten Projekt bekannt. Die Veröffentlichung wurde auf Herbst festgesetzt.[13][15] Topolsky lobte dabei die ähnlichen Interessen in Hinblick auf die Zukunft des Verlagswesens und den Glauben an einen unabhängigen Journalismus, in Verbindung mit hauseigenen Content-Delivery Tools.[13][14] Jim Bankoff von SB Nation erkannte eine Überlappung zwischen den Demographien der beiden Seiten und dadurch die Gelegenheit das Modell von SB Nation auszuweiten.[13] Bankoff war zuvor Mitarbeiter bei AOL, wo er 2005 die Übernahme von Engadget durchführte.[16]

SB Nation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jim Bankoff, der Vorsitzende und CEO von Vox Media, sprach öffentlich über die Vorteile einer Medienmarke mit Fokus auf Verbrauchertechnologien. In einem Interview mit Beet.tv sagte er dazu: „Von Anfang an lag der Fokus von SB Nation im Bereich Sport, und das wird auch weiterhin so bleiben. Aber als wir über die Überlappungen zwischen unserem Publikum und den Überlappungen zwischen unseren Werbepartnern nachdachten und welche anderen Kategorien im Bezug auf diese gut für uns funktionieren könnten, wählten wir die Verbrauchertechnologien.“ („All along, the SB Nation model as you know has been about sports and that continues to be our big push with great growth but when we thought to ourselves from an audience overlap perspective, from an advertiser overlap perspective what other categories could work well for us obviously consumer tech was another one“).[17] Weiters äußerte er den Wunsch, Journalisten und Blogger außerhalb der Sportmedien bei Vox Media unterzubringen. Dadurch sollten die modernen Technologien von Vox Media mit ‚außergewöhnlich‘ talentierten Personen in Verbindung gebracht werden, um eines der führenden Medienunternehmen zu schaffen.[17] Die Entwicklung der hauseigenen Plattform Chorus wird von Chief Product Officer Trei Brundett geleitet.[18]

This Is My Next[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der öffentlichen Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen SB Nation und dem unbenannten Projekt im April 2011 gab Topolsky weiters bekannt, dass der von Nilay Patel, Paul Miller und Topolsky selbst moderierte Engadget-Podcast auf einer neuen Webseite unter dem Projektnamen This Is My Next weitergeführt werde.[5] Nilay Patel, der ehemalige leitende Redakteur von Engadget Amsterdam Thomas Ricker, und der ehemalige Smartphone Experts Chefredakteur Dieter Bohn füllten die Seite mit Inhalten, was zum offiziellen Start des Projektes führte.[19] Im August 2011 verzeichnete die Seite einen Million eindeutige Besucher und 3,4 Millionen Seitenaufrufe pro Monat.[19] Im Oktober 2011 verzeichnete die Seite drei Millionen eindeutige Besucher und zehn Millionen Seitenaufrufe pro Monat.[20] Nach dem Start von The Verge wurde die Seite geschlossen.

Offizieller Start[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Verge wurde am 1. November 2011 veröffentlicht. Begleitet wurde die Veröffentlichung von der Ankündigung eines neuen Mutterunternehmens: Vox Media.[20] Laut Vox Media, wurden beim Start vier Millionen eindeutige Besucher und 20 Millionen Seitenaufrufe gezählt.[5] Zur Zeit von Topolskys Ausstieg bei Engadget konnte deren Seite 14 Millionen eindeutige Besucher verzeichnen.[10][21] Vox Media konnte im Laufe der letzten Hälfte des Jahres 2012 die Anzahl der eindeutigen Besucher auf 15 Millionen verdoppeln.[5] Zum Startzeitpunkt beschäftigte The Verge zwölf ehemalige Mitarbeiter von Engadget.[20]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktdatenbank und Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Verge verfügt über eine eigene Produktdatenbank, die es Lesern erlaubt, Produktspezifikationen zu vergleichen und die Verfügbarkeit des Produkts zu prüfen.

Das Team veröffentlicht regelmäßig Produktrezensionen. Personal Computer und Mobiltelefone sind dabei die etwa am meisten rezensierten Produkte. Produkte erhalten einen „Verge Score“ von 0 bis 10 Punkten mit genau einer Nachkommastelle (z. B. kann ein Produkt einen „Verge Score“ von 7,3 erhalten). Nutzer haben die Möglichkeit, ihre eigenen Produktrezensionen für Produkte, die sie selbst auch besitzen, zu veröffentlichen.

The Verge veröffentlicht unter anderem auch Features. Diese beinhalten Interviews mit in der Industrie bekannten Persönlichkeiten und anderen Technologie-Journalisten sowie Leitartikel über Technologie Produkte, Aspekte und Kultur und einzelne Nachrichtenmeldungen.

Podcasts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Verge überträgt wöchentlich einen Live-Podcast unter dem Titel The Vergecast. Die Gäste sind meist Redakteure von The Verge und präsentieren einen Beitrag zu ihrem jeweiligen Fachgebiet. Die erste Folge wurde am 4. November 2011 ausgestrahlt. Anders als bei vorherigen Podcasts wurde die Aufzeichnung durch einen Videostream übertragen.[22]

Ein zweiter wöchentlicher Podcast wurde am 8. November 2011 unter dem Namen The Verge Mobile Show angekündigt. Der Fokus liegt dabei im Bereich der Mobiltelefone. Moderiert wird die Sendung von Chris Ziegler, Vlad Savov, Dan Seifert und Dieter Bohn.[23][24]

On The Verge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. August 2011 gab Marty Moe, einer der Herausgeber und Mitbegründer von The Verge, die Veröffentlichung einer Webserie unter dem Namen The Verge Show in einem Interview mit Edelman bekannt. Nach dem Start der Seite wurde die Sendung in On The Verge umbenannt. Die erste Episode wurde am Montag dem 14. November 2011, mit Gast Matías Duarte, aufgezeichnet.[25]

Die Show ist eine Unterhaltungssendung mit einem Fokus auf Technologie und Nachrichten aus dem Technologiebereich. Das Format ähnelt dem einer Late-Night-Show. Sie wird allerdings über das Internet und nicht im Fernsehen übertragen. Die erste Episode wurde am 14. November 2011 über einen Videostream ausgestrahlt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eric Eldon: A Closer Look At Chorus, The Next-Generation Publishing Platform That Runs Vox Media. techcrunch.com. 7. Mai 2012. Abgerufen am 14. Juni 2014.
  2. CORRECTING and REPLACING SB Nation Announces The Verge To Launch This Fall. businesswire.com. 19. Juli 2011. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  3. About The Verge Editorial Staff. theverge.com. Abgerufen am 16. August 2017.
  4. Marty Moe Profile Page. voxmedia.com, archiviert vom Original am 7. August 2014, abgerufen am 24. März 2017 (englisch).
  5. a b c d e f g h i j k Kevin Lincoln: THE RAID ON AOL: How Vox Pillaged Engadget And Founded An Empire. In: Business Insider. 9. Januar 2012. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  6. Jay Yarow: AOL’S NEW PROBLEM: Mike Arrington. In: Business Insider. 12. Januar 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  7. Jay Yarow: ARRINGTON EXPLODES: TechCrunch Boss Rips Engadget Colleagues As 'Immensely Unethical,' Says He’s Sick Of 'Their Bullsh*t'. In: Business Insider. 13. Januar 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  8. Jay Yarow: 'ENOUGH IS ENOUGH': Engadget Editor Strikes Back At Arrington As AOL’s Civil War Escalates. In: Business Insider. 13. Januar 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  9. Nicholas Carlson: LEAKED: AOL’s Master Plan. In: Business Insider. 1. Februar 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  10. a b c Kara Swisher: Exclusive: Engadget’s Top Editors Topolsky and Patel Exit From AOL’s Giant Tech Site. In: All Things Digital. 12. März 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  11. David Carr: No Longer Shackled by AOL. In: The New York Times, 3. April 2011. Abgerufen am 13. Juni 2014. 
  12. Pascal-Emmanuel Gobry: Engadget Editor Paul Miller Resigns Over 'The AOL Way'. In: Business Insider. 19. Februar 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  13. a b c d Kara Swisher: SB Nation Sacks AOL in Raid of Former Engadget Team for Competing New Tech Site, As AOL Zeroes in on New EiC. In: All Things Digital. 3. April 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  14. a b Chloe Albanesius: Engadget’s Topolsky, Former Editors Starting New Rival Tech Site. In: PC Magazine. Ziff Davis. 4. April 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  15. Chris Rovzar: AOL Loses Original Engadget Team to SB Nation. In: New York. New York Media. 4. April 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  16. Emma Bazilian: Staff of AOL’s Engadget Leaving en Masse. In: Adweek. Prometheus Global. 4. April 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  17. a b With Deep Pockets, SB Nation is „Building a Great Media Company“ – Launches Interim Site for ex-Engadget Crew, Sets up Shop in NYC. beet.tv. 1. Mai 2011. Abgerufen am 24. März 2017.
  18. Profile page for Trei Brundrett. sbnation.com. Abgerufen am 24. März 2017.
  19. a b Richard Edelman: The Verge Is Coming. Edelman. 2. August 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 24. März 2017.
  20. a b c Daniel Roberts: With The Verge, SB Nation looks beyond just gadgets. In: CNNMoney. 26. Oktober 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 24. März 2017.
  21. Henry Blodget: Engadget Editors Quit AOL. In: Business Insider. 12. März 2011. Archiviert vom Original am 4. Mai 2013. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  22. Nilay Patel: The VergeCast, live at 6:30PM ET / 10:30PM GMT!. In: The Verge. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  23. Trent Wolbe: The Verge Mobile Podcast 001 – 11.09.2011. In: The Verge. 9. November 2011. Abgerufen am 24. März 2017.
  24. Vlad Savov: The Verge Mobile Podcast, live at 4:30PM ET / 9:30PM GMT!. In: The Verge. Abgerufen am 24. März 2017.
  25. Chad Mumm: On The Verge' arrives on Monday, November 14th with Matias Duarte. In: The Verge. 7. November 2011. Abgerufen am 24. März 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]