The Westin Leipzig

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The Westin Leipzig
Interhotel Merkur
Hotel InterContinental Leipzig
The Westin Leipzig
Ansicht von der Gerberstraße (2009)
Basisdaten
Ort: Leipzig, Deutschland
Bauzeit: 1979–1981[1]
Eröffnung: 13. März 1981
Sanierung: 1993–1994
Status: Erbaut
Architekt: Kajima Corporation
Koordinaten: 51° 20′ 47,7″ N, 12° 22′ 32,4″ OKoordinaten: 51° 20′ 47,7″ N, 12° 22′ 32,4″ O
The Westin Leipzig (Sachsen)
The Westin Leipzig
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Hotel
Zimmer: 436[2]
Eigentümer: Westin Hotels & Resorts
Bauherr: Limex-Bau Export-Import
Technische Daten
Höhe bis zum Dach: 96,00[1][4] m
Etagen: 27[3]
Konstruktion: Vorhängefassade
Höhenvergleich
Leipzig: 2. (Liste)
Deutschland: 92. (Liste)
Anschrift
Anschrift: Gerberstr. 15
Postleitzahl: 04105
Stadt: Leipzig
Land: Deutschland

Das Hotel The Westin Leipzig gehört mit 96,8 Metern Gebäudehöhe zu den höchsten Bauwerken Leipzigs. Das als Interhotel Merkur erbaute Haus gehört seit 2003 zur Starwood-Hotelkette. Es hat 436 Zimmer auf 27 Etagen, davon 17 Gäste- und 3 Büroetagen.[5] Im Gebäude befinden sich die Restaurants Gusto, Brühl und Falco sowie die Bar/Lounge Shinto.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1978 wurde zwischen dem DDR-Außenhandelsunternehmen Limex und der Japan GDR Project Company der Vertrag zum Bau des 5-Sterne-Hotels unterschrieben. Kajima Corporation übernahm die Projektierung und die Ausführung. Die Kosten für den Bau betrugen 16,1 Mrd. japanische Yen.[6] Im September 1978 war die Grundsteinlegung. Die gesamten Betonfertigteile, die für den Bau der Außenfassaden nötig waren, wurden aus West-Berlin angeliefert. Am 31. Januar 1981 übergab Kajima das Importobjekt an die Vereinigung Interhotel.

Hotel Merkur (1981)

Am 13. März 1981 folgte zeitgleich mit der Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse auch die Eröffnung des Hauses unter dem Namen Hotel Merkur.[6] Anwesend waren neben Ministern und Staatssekretären der DDR etwa 100 Vertreter der japanischen Wirtschaft.

Ausführendes Bauunternehmen (Rohbau) war die Dyckerhoff & Widmann AG (DYWIDAG-Niederlassung-Berlin/West), die auch die Betonfertigteile aus Westberlin hat anliefern lassen. Die Lift-Montage wurde von einem japanischen Unternehmen ausgeführt. Heizung-Klima-Sanitär übernahm das Unternehmen AB Svenska Fläktfabriken aus Schweden. Am Bau waren vom Innenausbau bis hin zur Flachdachabdichtung (VEB Spezialbau Magdeburg) sowie Bauklempnerei (Blechner-Flaschnerarbeiten) Betriebe der DDR beteiligt.

Zu seiner Eröffnung verfügte das Hotel Merkur über 447 klimatisierte Zimmer und Appartements mit 700 Betten, zwölf Restaurants, Bars und Clubs mit insgesamt 800 Plätzen – darunter mit dem Nationalitätenrestaurant „Sakura“, das nach einem Restaurant in Suhl zweite japanische Restaurant der DDR – sowie fünf Salons und ein Bankett- und Kongresszentrum mit 265 Plätzen. Das Hotel beschäftigte 740 Mitarbeiter, davon 110 im Intershop. Zum Hotel gehörten 15 hauseigene Fahrzeuge der Marken Wartburg, Lada und Volvo. Außerdem befand sich im Hotel eine eigene Pass- und Visastelle.

Im Januar 1987 tagte der 15. Internistenkongress im Hotel, im April der Internationale Kongress der Anatomischen Gesellschaft; im September desselben Jahres der 23. Jahrestag der Europäischen Gesellschaft zum Studium des Diabetes. In der Top-Ten-Liste der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ) erschien das Hotel Merkur 1991 auf Platz 8 der besten Hotels Deutschlands.

Die Treuhand führte die Interhotels zunächst weiter, verkaufte sie aber später an Investoren. Am 1. Januar 1993 wurde das Interhotel Merkur zum Hotel InterContinental Leipzig und Teil der InterContinental Hotels Group. Zwischen 1993 und 1994 wurden insgesamt 43 Mio. DM in die Renovierung und den Umbau des Hauses investiert. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens von Inter-Continental Hotels & Resorts initiierte das Hotel 1996 die Umwelt- und Benefizaktion Ein Tag für Leipzig.

Ende 2002 wurde das Vier-Sterne-Hotel von der Westin-Kette übernommen; seit dem 1. Januar 2003 firmiert es als The Westin Leipzig. Am 28. April 2005 wurde unter der Leitung von Peter Maria Schnurr das Restaurant Falco in der 27. Etage eröffnet. 2007 erhielt das Gourmetrestaurant den ersten Michelin-Stern[7] und 2008 wurde dem Falco der zweite Michelin-Stern verliehen. Es war damit das erste Restaurant in den neuen Bundesländern mit zwei Michelin-Sternen.[8]

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2021 veröffentlichte der Sänger Gil Ofarim ein Video, in dem er den Vorwurf erhebt, von einem Hotelmitarbeiter an der Rezeption antisemitisch behandelt worden zu sein. Er berichtete, dass er aufgrund seiner Halskette mit Davidstern nicht habe einchecken können. Mindestens ein Mitarbeiter des Hotels habe ihn aufgefordert die Halskette „einzupacken“.[9] Der von Gil Ofarim beschuldigte Mitarbeiter erstattete nach Veröffentlichung des Videos sowohl eine Anzeige wegen Verleumdung gegen Gil Ofarim als auch eine Anzeige wegen Bedrohung aufgrund von Posts in den sozialen Medien.[10] Nach Angaben des Managements wurden die beteiligten Mitarbeiter vorerst beurlaubt.[11]

Der Fall wurde von der Polizei der Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Prüfung vorgelegt.[12] Ein vor dem Hotel während einer 600 Personen zählenden spontanen Kundgebung gegen Antisemitismus von Mitarbeitern gezeigtes Transparent, das die Flagge Israels zusammen mit dem Halbmond zeigte, sorgte für Irritationen.[13][14]

Noch im selben Monat wurde bekannt, dass Videoaufnahmen des Hotels der Darstellung von Ofarim, wonach dieser eine Halskette mit Davidstern im Hotel getragen habe, widersprechen.[15]

Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981–1993: Günter Bragulla
  • 1993–1996: Gerhard E. Mitrovits
  • 1996–2001: Christian Fuchs
  • 2001–2002: Andreas Obrist
  • 2002–2004: Alexander Huschka
  • 2004–2005: Joerg Potreck
  • seit 2005: Andreas Hachmeister

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007 Restaurant des Jahres für das Falco
  • 2007 erster Michelin-Stern für das Falco
  • 2008 zweiter Michelin-Stern für das Falco

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: The Westin Leipzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The Westin Leipzig, Leipzig. In: emporis.de. Abgerufen am 19. Juni 2019.
  2. Hotelübersicht & Umgebung. The Westin Leipzig, abgerufen am 19. Juni 2019.
  3. Hotel Leipzig Hauptbahnhof. The Westin Leipzig, abgerufen am 19. Juni 2019.
  4. Leipziger Hotel Westin: Neue Leuchtschrift in 96 Metern Höhe. In: LVZ.de. 10. August 2018, abgerufen am 19. Juni 2019.
  5. Leipzigs Vorzeige-Hotel ist nicht schön, aber hoch, Die Welt vom 11. März 2011.
  6. a b André Böhmer/Guido Schäfer: Leipziger „Westin“ – vom DDR-Devisenhotel zur internationalen Top-Adresse. In: LVZ.de. 7. Oktober 2021, abgerufen am 15. Oktober 2021.
  7. Steffen Heyde: 7 Fragen an … Sternekoch Peter Maria Schnurr. In: urbanite.net. 1. Mai 2012, abgerufen am 7. Oktober 2021.
  8. Jürgen Dollase: Griff nach den Sternen. In: FAZ.net. 6. Juni 2009, abgerufen am 7. Oktober 2021.
  9. Gil Ofarim erlebt Antisemitismus in Leipzig. In: n-tv.de. 5. Oktober 2021, abgerufen am 5. Oktober 2021.
  10. Antisemitismus-Vorwurf: Hotelangestellter stellt Strafanzeige wegen Verleumdung. Mitteldeutscher Rundfunk, 6. Oktober 2021, abgerufen am 6. Oktober 2021.
  11. Antisemitismus-Vorwurf von Gil Ofarim – Hotel beurlaubt zwei Mitarbeiter. In: spiegel.de vom 6. Oktober 2021.
  12. Matthias Puppe/Josephine Heinze: Gil Ofarim beklagt Antisemitismus in Leipziger Hotel – Staatsanwaltschaft prüft Vorfall. In: LVZ.de. 5. Oktober 2021, abgerufen am 5. Oktober 2021.
  13. Rieke Wiemann: Nach antisemitischem Vorfall in Leipzig: Hotel irritiert mit Banner. In: taz.de. 6. Oktober 2021, abgerufen am 6. Oktober 2021.
  14. Rockstar Gil Ofarim wegen Davidstern vom Hotel abgewiesen. In: belltower.news. 6. Oktober 2021, abgerufen am 6. Oktober 2021.
  15. Gil Ofarim: Videoaufnahmen aus Hotel werfen offenbar Fragen auf. In: Der Spiegel. 17. Oktober 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 17. Oktober 2021]).