The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz

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Film
Deutscher TitelThe Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz
OriginaltitelThe Wild Bunch
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 1969
Länge 145 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sam Peckinpah
Drehbuch Sam Peckinpah
Walon Green
Roy N. Sickner
Produktion Phil Feldman
Musik Jerry Fielding
Kamera Lucien Ballard
Schnitt Lou Lombardo
Besetzung

The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz (Originaltitel: The Wild Bunch) ist ein US-amerikanischer Western von Sam Peckinpah aus dem Jahr 1969 mit William Holden, Ernest Borgnine, Robert Ryan, Edmond O’Brien, Warren Oates, Jaime Sánchez und Ben Johnson in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt im Jahr 1914 während der mexikanischen Revolution. Der alternde Outlaw Pike Bishop und seine Bande halten sich mit räuberischen Diebstählen eher schlecht als recht über Wasser. Bei einem Überfall auf die Kasse einer Eisenbahngesellschaft geraten sie in einen Hinterhalt von skrupellosen Kopfgeldjägern, die von der Bahngesellschaft engagiert wurden, um Bishop zur Strecke zu bringen. Angeführt werden die Kopfgeldjäger von Bishops ehemaligem Kompagnon Deke Thornton, der vor die Wahl gestellt wurde, entweder gegen Bishop zu kämpfen oder zurück ins Gefängnis zu wandern. Bishops Bande kann entkommen, bei der wilden Schießerei werden jedoch unbeteiligte Passanten, Frauen und Kinder getötet.

Am vereinbarten Fluchttreffpunkt müssen sie erkennen, dass es sich beim erbeuteten Diebesgut um wertlose Metallteile handelt, sie waren in eine Falle getappt. Auf der Flucht vor Thornton stoßen sie auf den brutalen und stets alkoholisierten mexikanischen General Mapache. Der hitzköpfige junge Angel aus Pikes Bande tötet Mapaches Mätresse, in der er seine Schwester oder Jugendfreundin wiedererkannte. Da sie dringend Geld benötigen, willigen die Outlaws ein. einen Zug zu überfallen, um moderne amerikanische Waffen zu erbeuten. Der Coup gelingt, doch als Mapache herausfindet, dass Angel einen Teil der Waffen unterschlagen hat, um sie mexikanischen Oppositionellen zukommen zu lassen, lässt er diesen gefangen nehmen und foltern. Bishop und seine letzten Gefährten wollen ihn retten. Es kommt zu einem von Thorntons Männern aus der Ferne beobachteten finalen Showdown, in dem Bishop und seine verbliebenen drei Mitstreiter fast die ganze Garnison Mapaches umbringen, bevor sie selbst getötet werden.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sam Peckinpahs Western wird heute als Meisterwerk angesehen. Zur Zeit seiner Premiere wurde der Film jedoch stark kritisiert. Eines der Motive des Films, die Darstellung exzessiver Gewalt, sorgte in weiten Teilen des Publikums für Unverständnis und Empörung. Peckinpah kommentierte dies seinerzeit mit den Worten: "Amerika verschließt seine Augen vor dem Hunger und der Gewalt; man muss diesem Amerika die Augen öffnen".

Schon eine Szene während des Vorspanns weist auf diese kritische Grundhaltung des Films hin: Kinder „spielen“ mit Skorpionen, die in einem abgegrenzten Bereich gefangen gehalten werden, mit Ameisen kämpfen müssen und von den Kindern immer wieder mit Stöcken zum Liegen gebracht werden. Damit haben die Skorpione keine Chance zu entkommen. Später wird Gras über den Bereich gelegt und angezündet. Skorpione und Ameisen verbrennen bei lebendigem Leib.

All dies tun die Kinder mit einem Grinsen in ihren Gesichtern; sie haben eine, nicht einmal böse, Freude am Töten. Schon bei der ersten Schießerei werden unschuldige Männer und Frauen absichtlich von den „Männern des Gesetzes“ getötet. Damit werden Ausmaß, Sinnlosigkeit und die Absurdität von Gewalt gezeigt. Das finale Massaker stand außerdem Pate für den stilistisch ähnlichen Showdown in John Woos A Better Tomorrow II.

Das Motiv der zwei alten Freunde (Bishop und Thornton), die aus schicksalhaften Gründen gezwungen werden, gegeneinander zu kämpfen, findet sich bereits in Peckinpahs erstem Spätwestern, Sacramento (1962), und – noch ausgeprägter – in Pat Garrett jagt Billy the Kid (1973).

In Deutschland war der Film zunächst ab 18 Jahren freigegeben. Die ungekürzte DVD-Veröffentlichung erhielt von der FSK eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Time Out urteilt: „Der Film zählt zu den packendsten Klageliedern der Wildwest-Filmgeschichte.“
  • Joe Hembus merkt an, The Wild Bunch sei „Peckinpahs definitiver Film über die verlorenen Helden des späten Westens und über die Gewalttätigkeit Amerikas“. Diese Gewalttätigkeit werde „bewußt abgehandelt“ und „mittels seiner Technik reflektiert.“[1]
  • Für Phil Hardy zeigt der Film, „dass in Peckinpahs Welt Unschuld und Brutalität Seite an Seite leben“. The Wild Bunch habe geholfen, „das Ende des Westens als eines der Hauptthemen der Western der 1970er zu etablieren.“[2]
  • Ulrich Gregor sah „ein düsteres, allerdings auch sehr spektakuläres und ästhetisiertes Bild von Gewalt und Rechtlosigkeit“[3]
  • Lexikon des internationalen Films: „Ein meisterhafter Western über die Verhältnisse am Rande der mexikanischen Revolution (1913). Extrem krass in den Gewaltszenen, doch mit überzeugender ästhetischer Kraft werden Korruption, Gewalt und Missbrauch von Gesetz und Macht geschildert. 1996 kam erstmals die ungekürzte Version dieses bedeutenden Westerns in die deutschen Kinos.“[4]

Neuverfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende September 2018 wurde bekannt gegeben, dass Oscarpreisträger Mel Gibson als Regisseur und Drehbuchautor für Warner Bros. an einer Neuverfilmung des Films arbeitet.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Kiefer: The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz. In: B. Kiefer, N. Grob unter Mitarbeit von M. Stiglegger (Hrsg.): Filmgenres – Western. Reclam junior, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 291–297.
  • Steadycam. Nr. 38. Köln Juli 1999 (umfangreiches Dossier über den Film).
  • Stephen Prince (Hrsg.): Sam Peckinpah's The Wild Bunch. Cambridge University Press, Cambridge 1998, ISBN 978-0-521-58606-1.
  • Wolfgang von der Weppen: They play their string out to the end. The Wild Bunch von Sam Peckinpah. In: Andreas Baur, Konrad Bitterli (Hrsg.): Brave lonesome Cowboy. Nürnberg 2007, S. 61–130 (deutsch, englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joe Hembus: Western-Lexikon – 1272 Filme von 1894–1975. 2. Auflage, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1977, ISBN 3-446-12189-7, S. 606 f.
  2. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press, Minneapolis 1984, ISBN 0-8300-0405-X, S. 319.
  3. Ulrich Gregor: Geschichte des Films ab 1960. Bertelsmann, München 1978, ISBN 3-570-00816-9, S. 471.
  4. The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  5. Markus Haage: Mel Gibson dreht ein Remake zu “The Wild Bunch”! In: Neon-Zombie.net. Markus Haage Medienverlag, 25. September 2018, abgerufen am 25. September 2018.