Theatergemeinde München

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Das Logo der Theatergemeinde München

Die Theatergemeinde München (seit 2013 TheaGe - Karten- und Kulturservice) ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Kultur und Publikum in der bayerischen Landeshauptstadt. Mit rund 25.000 Teilnehmern ist die Organisation die größte Theatergemeinde der Bundesrepublik. Sie besteht mit Unterbrechung sei 1919.

Vereinsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theatergemeinde e. V. unterliegt dem Vereinsrecht und hat einen ehrenamtlich arbeitenden Vorstand, dem die Journalistin Sibylle Steinkohl-Gloning vorsitzt. Die Kunden des Vereins werden von einer hauptamtlichen Geschäftsstelle betreut, die von dem Journalisten Michael Grill geleitet wird.

Neben regelmäßigen Anschreiben an die Mitglieder will sie kulturelle Interessen in der Öffentlichkeit vertreten und sich unter anderem im Rahmen von Diskussionsveranstaltungen als Plattform für gesellschaftlichen Diskurs anbieten.

Der Verein ist Mitglied im Bund der Theatergemeinden, den sie von 2013 bis 2015 als geschäftsbesorgende Theatergemeinde anführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein entstand aus den bürgerlichen Demokratiebewegungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der Kerngedanke war, dass nicht nur eine elitäre Minderheit, sondern möglichst alle Bürger am Kulturleben teilnehmen sollten. So entstanden Besucherorganisationen, in München 1918 zunächst die Volksbühne, und im Jahr darauf die Theatergemeinde. Im Jahr 1933 wurden von den Nationalsozialisten alle Besucherorganisationen aufgelöst. 1947 wurde die Theatergemeinde München wiedergegründet.

2013 wurde durch eine innere Umstrukturierung, die auch den Namens- und Logowechsel zur Folge hatte, ein neuer Schwerpunkt auf allgemeinere kulturelle Betätigungen gelegt, die auch jüngere Neukunden interessieren soll.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschäftsstelle der Theatergemeinde liegt an einer Kreuzung, an der osteuropäische Tagelöhner auf der Straße Schwarzarbeit anbieten. Die Örtlichkeit wurde als Arbeiterstrich mehrfach in der Münchner Presse aufgegriffen [1]. Umliegende deutsche und türkische Geschäftsleute sowie Anwohner, darunter die Theatergemeinde, empfinden die Situation als belastend und geschäftsschädigend und haben einen Sicherheitsdienst engagiert, der bis Ende 2015 auch von der Stadt München bezuschusst wurde. Aktivisten, die vor Ort die meist aus Bulgarien stammenden Tagelöhner betreuen, haben nach einer Petition, die 2013 für mediale Aufmerksamkeit sorgte und unter anderem auch von Geschäftsführer Michael Grill unterschrieben wurde, Vorwürfe gegen diesen erhoben [2].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Kurz: Theatergemeinde München – Chronik 1947-1997. G.J. Manz AG, München 1997, ISBN 3-00-001840-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschäftsleute schlagen Alarm - Ein Tag am Arbeiterstrich am Bahnhof vom 20. Januar 2016
  2. Kameras und Polizei gegen Arbeiterstrich vom 31. August 2013

Koordinaten: 48° 8′ 12″ N, 11° 33′ 31″ O