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Theatinerkirche (München)

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St. Kajetan
Theatinerkirche

MünchenTheatinerkirche a.jpg

Konfession: römisch-katholisch
Patronat: Kajetan von Thiene
Weihedatum: 11. Juni 1675
Rang: Stiftskirche, Ordenskirche
Orden: Dominikaner
Anschrift: Theatinerstr. 22, 80333 München

Koordinaten: 48° 8′ 32″ N, 11° 34′ 35″ O

Theatinerkirche und -kloster um 1700, Stich von Michael Wening

Die katholische Stiftskirche St. Kajetan in München, genannt Theatinerkirche, war Hof- und zugleich Klosterkirche des Theatinerordens. Sie ist die erste im Stil des italienischen Spätbarock erbaute Kirche nördlich der Alpen. Das Kirchengebäude in der Theatinerstr. 22 liegt im Nordosten des Kreuzviertels an der Feldherrnhalle und gehört heute architektonisch zum Ensemble des Odeonsplatzes. Die Mutterkirche des Theatinerordens ist Sant’Andrea della Valle, Rom, erbaut im 16. Jahrhundert.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theatinerkirche (1953)
Theatinerkirche am Odeonsplatz (2008)

1659 legte Henriette Adelheid von Savoyen, Gemahlin von Kurfürst Ferdinand Maria, das Gelübde ab, als Dank für die Geburt eines Erbprinzen die „schönste und wertvollste Kirche“ errichten zu lassen. Diese sollte Hofkirche und Stiftskirche für die Theatiner werden.

Nachdem der Kronprinz und spätere Kurfürst Max Emanuel am 11. Juli 1662 geboren worden war, erhielt Agostino Barelli aus Bologna den Entwurfsauftrag. Als Bauplatz für Kirche und Kloster wurde die Nordostecke des Kreuzviertels direkt an Stadtmauer und Schwabinger Tor ausgewählt, die gegenüber der Residenz liegt. Bereits am 29. April 1663 erfolgte die Grundsteinlegung. Barelli nahm sich als Vorbild die Mutterkirche der Theatiner, Sant’Andrea della Valle, in Rom. Während der Rohbauarbeiten kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Barelli und seinem Bauleiter Antonio Spinelli, selbst Theatiner und Beichtvater Henriettes, die zur vorübergehenden Entlassung Barellis führten. Schließlich vollendete Agostino Barelli bis 1674 noch den Rohbau und verließ dann München.

Im selben Jahr übernahm Enrico Zuccalli die künstlerische Leitung. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Außengestaltung. Zuccalli bestimmte die Form der 71 m hohen Tambourkuppel mit einem Durchmesser von knapp 18 m und später auch der beiden sehr eigenwilligen 65 m hohen Türme. Das Hauptschiff weist eine Länge 72,50 m, eine Breite von 15,50 m und eine Höhe von 28,55 m auf, die Kuppel wurde etwas kleiner gestaltet als ursprünglich geplant. Gleichzeitig arbeitete Zuccalli auch an der dekorativen Ausgestaltung des Kircheninnenraumes entscheidend mit. Ebenfalls 1674 begannen der Comer Giovanni Nicolò Perti und Giovanni Viscardi sowie Abraham Leuthner mit den Stuckarbeiten.

Am 11. Juli 1675 wurde die Kirche geweiht – sie war zu diesem Zeitpunkt weitgehend noch im Rohbauzustand.[1] Lange Diskussionen über die endgültige Fassadengestaltung verzögerten die Fertigstellung; ein endgültiges Ergebnis wurde nicht gefunden. So errichtete Zuccalli zuerst zwischen 1684 und 1692 nach seinen Plänen die Türme, 1688 war die Innenausstattung vollendet. Ab 1692 bis zur Fertigstellung übernahm Giovanni Viscardi die Bauleitung. Henriette von Savoyen erlebte die Fertigstellung der Theatinerkirche nicht mehr, sie war bereits im Jahre 1676 verstorben.

Dennoch blieb die Außenfassade der Theatinerkirche weiterhin unvollendet, da trotz langer Diskussionen keine Einigung erzielt werden konnte. Erst rund 100 Jahre nach der Weihe entwarf François de Cuvilliés der Ältere 1765 eine Fassade im Stile des Rokokos mit nur leichten Veränderungen, die sein Sohn François de Cuvilliés der Jüngere vollendete.

Der Klosterbau trug die Handschrift Zuccallis, unter dessen Leitung der Baumeister Lorenzo Perti die Gebäude aufführte. Kirche und Kloster bildeten ein gewaltiges Viereck zwischen Stadtmauer, Schwabinger Gasse (der heutigen Theatinerstraße), Kuhgasse (der heutigen Salvatorstraße) und Salvatorplatz.

Die Theatiner erlangten einen guten Ruf als Seelsorger und Gelehrte, bis sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein zunehmender Verfall der Zucht und Finanzen bemerkbar machte. Kurfürst Max IV. Joseph, der spätere König Max I. Joseph, hob am 26. Oktober 1801 das Kloster schon vor der Säkularisation auf. Die Theatinerkirche blieb Stiftskirche und Hofkirche, während in das Konventgebäude die kurfürstlichen Departements (Ministerien) für Finanzen, Justiz und Geistliche Sachen verlegt wurden, nachdem bereits 1799 das Departement der Auswärtigen Angelegenheiten in das noch bestehende Theatinerkloster eingezogen war. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Theatinerkloster Standort der kurfürstlichen Regierung.

Während des Zweiten Weltkrieges, besonders in den Jahren 1944/45, wurde die Kirche teilweise schwer, das Kloster bis auf den Westtrakt sehr schwer zerstört. Das Altarbild Die Stiftung der Theatinerkirche durch das Kurfürstenpaar (Antonio Zanchi, 1675) wurde ebenfalls zerstört. Bereits 1946 begann der Wiederaufbau, der 1955 weitgehend abgeschlossen wurde. Seit 1954 betreuen Dominikaner die Stiftskirche und haben seitdem eine kleine Niederlassung an St. Kajetan. Die Wiederbebauung des ehemaligen Klostergeländes wurde 1973 abgeschlossen. Der so entstandene Gebäudekomplex beherbergt das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Seit 2001 ist eine umfassende Generalsanierung der Kirche im Gang. Im Zuge derselben wurde auch das Projekt einer neuen Altarraumgestaltung angestoßen.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der Hochaltäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochaltar

Von der Einweihung der Kirche im Jahr 1675 bis zur Zerstörung des Chorraumes im Zweiten Weltkrieg wechselten vier Hochaltäre ab: Zur Einweihung am 11. Juli 1675 war ein Entwurf des damaligen Bauleiters und Theatiners, Antonio Spinelli, ausgeführt worden. Dieser erste, von der Kurfürstin Henriette Adelheid bei Spinelli am 15. Januar 1670 in Auftrag gegebene Altar bestand aus zwei überlebensgroßen knienden Engeln, welche ein großes Kugeltabernakel stützten.[2] Möglicherweise handelte es sich hier aber nur um ein provisorisches Modell, dessen finale Ausführung nie umgesetzt wurde (vergleiche Kugeltabernakel San Giorgio Maggiore Venedig). In seinem 1687 erschienenen Kurbayerischem Atlas beschreibt der Münchner Jurist Anton Wilhelm Ertl den Altar von 1675 im Ensemble mit den vier Evangelisten Ableithners wie folgt: „Neben dem Chor=Altar seynd zwey grosse Cherubim / und dann die vier heiligen Evangelisten über Manns Grösse.“[3]

In den 1720er-Jahren wurde dieser erste Hochaltar durch den zweiten, meist auf 1722 datierten, ersetzt. Dieser wies das bekannte rundtempelartige Tabernakel auf, welche damals noch mit der Mensa eine Einheit bildete. 1854 wurde dieser „Tempietto-Altar“ durch die mutmaßliche Rekonstruktion des ursprünglichen „Hochaltars von 1675“ ersetzt. Statt durch kniende Engel und ein Rundtabernakel zeichnete dieser dritte Hochaltar sich jedoch durch eine schrankartige dreiteilige Altarretabel aus.[4] 1928 bis 1930 wiederum wurde diese dritte Lösung durch einen Nachbau des „Tempietto-Altars“ von 1722 abgelöst. Er war es auch, der am 7. Januar 1945 zerstört wurde.[5]

Die üblicherweise als „Altar von 1722“ bezeichnete Fassung, welche den Kirchenraum am längsten (1720er bis 1854; 1930er bis 1945) schmückte, fügte sich, wie davor Spinellis kniende Engel mit Kugeltabernakel, hervorragend in das Gesamtkunstwerk der Theatinerkirche. Die „Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern“ stellen fest, der „gewaltige Hochaltar“ wäre „von großer decorativer Wirkung“ gewesen. Er schied sich in einen vorderen und einen hinteren Teil. Altaraufbau und Mensa mit Tabernakel (vom Beginn des 19. Jahrhunderts) standen getrennt. Dazwischen lag der Musik- und Psalierchor. In der ursprünglichen Anordnung standen zu den Seiten der Mensa Portalbauten, die von überlebensgroßen Statuen der vier Evangelisten (von Balthasar Ableithner) eingerahmt waren: „Diese Gestalten, wie auch die flottgearbeiteten Engelsfiguren, welche beiderseits die Oratorien des Chores tragen, gleichfalls von der Hand Ableithners, stimmen harmonisch zu der decorativen Gesammtwirkung des Presbyteriums“ (Kunstdenkmäler, S. 960).

Im Zweiten Weltkrieg zerstörte ein Luftangriff den Chorraum – Chorschranke, Altar und Tabernakel – sowie die Figur des hl. Matthäus. Während der hl. Lukas schwer beschädigt wurde, blieben die Figuren der hl. Evangelisten Markus und Johannes erhalten. Johannes und Markus wurden auf die Obergeschosse der beiden Querhausaltäre gestellt. Die nach dem Krieg geschaffene neue Chorraumgestaltung bestand aus einem schlichten, steinernen Altar mit Mensa und Tabernakel, der auf mehreren Stufen platziert war. Hinter dem Altar wurde der Chorraum durch einen an einem schmiedeeisernen Gitter befestigten Vorhang abgetrennt. Im Gefolge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde ein zusätzlicher Altar aus Holz aufgestellt. Dieser bis heute in der Kirche befindliche Altar fügt sich harmonisch in den Kirchenraum ein. Das Projekt „Neugestaltung des Altarraums“ führte bisher zu keinem Ergebnis – die Entwürfe von Friedrich Koller und Stephan Huber wurden nicht umgesetzt.

2004 kehrten die Evangelisten Markus und Johannes mit Unterstützung des Staatlichen Bauamts München I von den Obergeschossen der Querhausaltäre in den Altarraum zurück. Dank der finanziellen Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gelang die Ergänzung der bis dahin nur in Fragmenten erhaltenen Lukasfigur, deren Rekonstruktion der in Deggendorf lehrende Professor Jörg Maxzin ausführte. Von der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Matthäusfigur sind nur Schwarz-Weiß-Fotos erhalten – eine künstlerisch anspruchsvolle Kopie des verlorenen Originals war damit kaum möglich. Somit wurde der römische Bildhauer Giuseppe Ducrot von der katholischen Kirchenstiftung St. Kajetan mit einer Neuschöpfung beauftragt. Er schuf zunächst ein Modell, das der Südtiroler Bildhauer Gregor Prugger unter seiner Ägide in Lindenholz umsetzte. Die neue Figur schließt nun die Lücke am Hochaltar, wobei sie sich in Größe und Ausdruck den barocken Figuren anpasst, aber bewusst als Neuschöpfung erkennbar ist. Die gesamten Kosten der Matthäusfigur übernahm die Bauer´sche Barockstiftung. Somit nähert sich der aktuelle Zustand wieder dem originalen von 1722 an. Bereits 2004 wurden auch die beiden Torbögen in provisorischer Ausführung (aus Holz und Kunststoff) wieder errichtet. Im Frühjahr 2016 wurde der den Altarraum abtrennende graue Vorhang durch ein neues Provisorium in Holz- und Textilausführung ersetzt.

Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochaltarbild von Gaspar de Crayer (1646)

Die größten Werke finden sich an den drei Hauptaltären, also in der Apsis und in den beiden Querarmen. Den Hochaltar zierte einst ein Gemälde (1675) von Antonio Zanchi, das die Heiligen St. Kajetan und Adelheid, sowie die kurfürstliche Stifterfamilie kniend darstellte, sowie zwei Pagen, die ein Modell der Theatinerkirche in den Händen halten. Dieses Bild wurde aber im vorletzten Kriegsjahr 1944 zerstört.[6] Der Altar enthält nun ein Gemälde von Gaspar de Crayer, das eine thronende Madonna zeigt. Im linken Seitenaltar, also im Querschiff der Kirche, befindet sich ein Altarbild aus der Hand des renommierten Malers Joachim von Sandrart, das „Kajetans wunderbares Eingreifen bei der Pest zu Neapel“ zeigt. Das in dunklen Farben gehaltene, überdimensional große Werk (8,50 × 4,40 m) war im Jahre 1667[7] von den bayerischen Kurfürsten in Auftrag gegeben worden und seit seiner Vollendung 1671 schon vorhanden, bis es zur Einweihung der Kirche im Jahr 1675 seinen herausragenden Platz fand.[8] Im rechten Querhausaltar ein prächtiges Bild von Carlo Cignani, dass dieser 1676 nach München gesandt hat, mit der Darstellung der "Heiligen Sippe" - ein Werk prächtig vitaler, oberitalienischer Barockmalerei, das von seiner Stimmung her genau das Gegenteil zum betrübten Gegenüber des Pestbildes darstellt.

Bedeutende Kunstwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim von Sandrart, St. Kajetan München
Stuckengel

Stuck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Innenraum der Theatinerkirche ist reich dekoriert mit Stuck. Im Stile des Barock und Rokoko sind darin sowohl korinthische Säulenelemente mit Akanthusblättern, als auch Ornamente und religiöse Figurationen eingearbeitet.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Theatinerkirche gibt es zwei Orgeln: Auf der Empore befindet sich die Hauptorgel aus dem Jahr 1961, gegenüber der Kanzel befindet sich die Seitenorgel aus dem Jahr 1950, die die Funktion einer Chororgel hat.[9]

Hauptorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptorgel wurde 1960–61 von Ludwig Eisenbarth (Passau) erbaut. Das Instrument hat elektropneumatische Taschenladen. Der Hauptspieltisch steht rechts unter dem Hochaltar und ist auf fünf Manuale ausgelegt. Vom 4. und 5. Manual aus lässt sich die Seitenorgel von 1950 ansteuern.

I Positiv C–g3
1. Nachthorn 8′
2. Quintade 8′
3. It. Prinzipal 4′
4. Blockflöte 4′
5. Rohrquinte 223
6. Schwegel 2′
7. Quinte 113
8. Oktävlein 1′
9. Terz 135
10. Scharff IV 23
11. Rankett 16′
12. Krummhorn 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
13. Prinzipal 16′
14. Prinzipal 8′
15. Gedeckt 8′
16. Gemshorn 8′
17. Oktave 4′
18. Rohrflöte 4′
19. Quinte 223
20. Superoktave 2′
21. Mixtur Major V-VII
22. Mixtur Minor IV 12
23. Trompete 16′
24. Trompete 8′
25. Clairon 4′
III Schwellwerk C–g3
26. Gedacktpommer 16′
27. Prinzipal 8′
28. Rohrpfeife 8′
29. Zartflöte 8′
30. Praestant 4′
31. Flöte 4′
32. Nachthorn 2′
33. Mixtur IV 113
34. Trompete 8′
35. Fagott 16′
36. Oboe 8′
37. Feldtrompete 4′
Tremulant
Pedalwerk C–f1
38. Prinzipalbaß 16′
39. Subbaß 16′
40. Zartbaß (= Nr. 26) 16′
41. Quintbaß 1023
42. Oktavbaß 8′
43. Gedecktbaß 8′
44. Choralbaß 4′
45. Nachthorn 2′
46. Hintersatz 223
47. Bombarde 32′
48. Posaune 16′
49. Baßtrompete 8′
50. Klarine 4′
  • Koppeln: I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P
  • Spielhilfen: Crescendowalze, 3 freie und 1 Pedalkombination, Cymbelstern

Seitenorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seitenorgel wurde in den Jahren 1947 bis 1950 von Carl Schuster gegenüber der Kanzel errichtet. Das Taschenladen-Instrument hat 18 Register auf zwei Manualen und Pedal.

„Innigst geliebt und heftigst beweint“, so lautet die Inschrift unter dem Grabrelief für die Prinzessin Maximiliane Josepha Caroline von Bayern (1810–1821). Konrad Eberhard schuf es in den Jahren 1821–1825.
I. Manual
1. Prinzipal 8′
2. Spillflöte 8′
3. Zartflöte 8′
4. Oktav 4′
5. Oktav 2′
6. Nazard 223
7. Mixtur IV
II. Manual
8. Gedeckt 8′
9. Salicional 8′
10. Prinzipal 4′
11. Rohrflöte 4′
12. Nachthorn 2′
13. Cymbel III 1′
14. Englischhorn 8′
Pedal
15. Subbaß 16′
16. Zartbaß 16′
17. Oktavbaß 8′
18. Choralbaß 4′

Grablege der Wittelsbacher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fürstengruft, Sarkophag Kaiser Karls VII.
Fürstengruft, Sarkophag König Ottos I. von Griechenland
Fürstengruft, Sarkophag von Prinzregent Luitpold
Fürstengruft, Sarkophag von Kronprinz Rupprecht
Seitenkapelle, Sarkophag von König Maximilian II.
Seitenkapelle, Sarkophag von Königin Marie

Die Kirche besitzt seit Anfang an wegen ihrer Funktion als Hofkirche auch eine Fürstengruft, die neben der Kirche St. Michael und dem Frauendom eine der wichtigsten Grablegen des bayerischen Herrscherhauses der Wittelsbacher ist. In der Regel wurden jedoch nur die Körper der Verstorbenen hier beigesetzt; die Herzen wurden meist in der Altöttinger Gnadenkapelle bestattet. Von den toten Wittelsbachern in der Theatinerkirche ruhen die meisten in der Fürstengruft (derzeit 47 Familienmitglieder) in Metallsarkophagen. Es sind dies:

Nicht in der Fürstengruft, sondern in einer Seitenkapelle des Hauptschiffes, sind in monumentalen Steinsarkophagen beigesetzt:

Siehe auch: Grabstätten europäischer Monarchen

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geläut besteht aus fünf Kirchenglocken. Bruchstücke des zerstörten Vierergeläutes von St. Michael sind in die Glockenspeise der Michaelsglocke eingeschmolzen worden.

Jeden Samstag um 15 Uhr wird für fünf Minuten mit allen Glocken der Sonntag eingeläutet. Zu den Sonntagsmessen läutet eine Viertelstunde vor Beginn die große Glocke, fünf Minuten vorher alle Glocken. Werktags wird nicht geläutet.

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Ø
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
 
Inschrift
 
1 Kajetan 1967 Karl Czudnochowsky, Erding 1570 2384 h0 Vor Pest, Hunger und Krieg bewahre uns, Herr Jesus Christus, auf die Fürbitte des hl. Kajetan.
2 Michael 1950 Gebr. Oberascher, München 1400 ~1500 d1 Ich bin der tönende Rest der Glocken von St. Michael, im Flammenmeer vom 25. April 1944 verschmolzen. Ich wurde neu geformt im Heiligen Jahr 1950, als das Tonnengewölbe in St. Michael eingezogen wurde.
3 Allerseelen 1967 Karl Czudnochowsky, Erding 1200 1076 e1 Requiem aeternam dona eis, Domine.
4 Dominikus 1961 1020 661 g1 Loquamur cum Deo et de Deo.
5 Wetter 1953 890  ? a1 A fulgure et tempestate, liberanos Domine Jesu Christe.

Allerseelenbruderschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1615 in der Hofkapelle St. Laurentius im Alten Hof gegründete Allerseelenbruderschaft wurde nach Abbruch der Laurentiuskapelle 1816 in die Theatinerkirche übertragen und heißt seitdem Allerseelenbruderschaft bei St. Kajetan.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio (Begr.), Ernst Götz (Bearb.): München und Oberbayern (Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler; 4). Deutscher Kunstverlag, München 1990, ISBN 3-422-03010-7, S. 705.
  • Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer).
  • Alfred Kaiser: Theatinerkirche St. Kajetan. München. Schnell und Steiner, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-4023-7 (Reihe: Kleine Kunstführer/Kirchen und Klöster).
  • Joseph Koegel: Geschichte der St. Kajetans-Hofkirche, der Theatiner und des Königl. Hof- und Kollegiatsstiftes in München. Herder, München 1899.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Theatinerkirche (München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reiser 2012 (s. u.), S. 95 zitiert hierzu aus dem Klostertagebuch von 1675: „fare la consecrazione alli 11 di luglio, giorno natale del Ser. Principe Elettorale.“
  2. Die Skizze befindet sich heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv Plsg 7816; vgl. Gabriele Dischinger: Zeichnungen zu kirchlichen Bauten bis 1803 im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, 2 Bde, Wiesbaden 1988, Bd. 1, S. 141.
  3. Anton Wilhelm Ertl: Kur=Bayerischer Atlas. Ansichten und Beschreibungen altbayerischer Städte aus dem Jahre 1687, S. 107 (Nachdruck: Passau 1968).
  4. So, mit der Datierung auf 1675, etwa in Richard Hoffmann: Bayerische Altarkunst, München 1923, S. 136.
  5. Zusammengefasst aus Thomas Reiser: St. Kajetan's of Munich 'Main Altar of 1675' in the Year 1675, in: Regnum Dei, Collectanea Theatina, 68 (2012), S. 77–108; und Erwin Emmerling: Die Chorschranken von St. Kajetan, ehem. Hofkirche München (Theatinerkirche), in Denkmalpflege und Instandsetzung, Vorträge Wintersemester 2004/2005, Technische Universität München 2004/2005, S. 67–99.
  6. Hermann und Anna Bauer: Klöster in Bayern. Eine Kunst- und Kulturgeschichte der Klöster in Oberbayern, Niederbayern und der Oberpfalz. 2., durchgesehene und ergänzte Auflage. Beck, München 1993, ISBN 3-406-37754-8, S. 132 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).Eine Abb. dieses Werkes findet sich unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Die_Heilige_Dreifaltigkeit,_die_Heiligen_Adelheid_und_Cajetan_und_der_Kurf%C3%BCrst_Ferdinand_Maria_von_Bayern_mit_Familie_und_Gefolge,_Antonio_Zanchi.png
  7. Norbert Lieb: München. Die Geschichte seiner Kunst. 3. Auflage. Callwey, München 1982, S. 132.
  8. Kajetans wunderbares Eingreifen bei der Pest zu Neapel. In: Sandrart.net: Eine netzbasierte Forschungsplattform zur Kunst- und Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts. Thomas Kirchner, Alessandro Nova, Anna Schreurs u.a., abgerufen am 30. Mai 2013.
  9. Informationen zu den Orgeln auf der Website der Gemeinde
  10. Allerseelenbruderschaft bei St. Kajetan. Für die Verstorbenen beten, damit auch für uns gebetet wird. In: Theatinerkirche. Kirchenstiftung St. Kajetan, abgerufen am 30. Mai 2013.