Theo Schoenaker

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Theo Schoenaker bei einem Vortrag (2018)

Theo Schoenaker (geb. 24. Juni 1932[1] in Doetinchem, Niederlande, gestorben am 22. Dezember 2021[2] in Genemuiden, Niederlande) war ein niederländischer Logopäde und individualpsychologischer Berater.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theo Schoenaker studierte zunächst Klavier und Oboe. Anschließend absolvierte er kaufmännische Ausbildungen und arbeitete einige Jahre als Fremdsprachenkorrespondent.[3]

Anfang der 1960er Jahre folgte eine Ausbildung zum Logopäden. Er arbeitete zusammen mit seiner Frau Antonia (1930–1994), die ebenfalls Logopädin war, in freier Praxis – vor allem mit erwachsenen Menschen, die stottern. Dies erfolgte zunächst in den Niederlanden, später in Deutschland. Er ist Begründer individualpsychologischer Methoden zur Therapie sozialer Störungen sowie Trainingsmethoden zur Förderung und Schulung der Fähigkeit zur Selbstermutigung und Ermutigung.

Schoenaker lebte zuletzt mit seiner Frau Julitta in Genemuiden in den Niederlanden. Er war auch noch im hohen Lebensalter als Vortragsredner, Autor, Supervisor und individualpsychologischer Berater aktiv.[4][5]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland kam Schoenaker durch Erik Blumenthal in Kontakt zu Rudolf Dreikurs, einem Schüler Alfred Adlers, und lernte einige Jahre von ihm. Schoenaker war von 1969 bis 1982 mit ICASSI (International Committee for Adlerian Summer Schools and Institutes) eng verbunden – im Team und als Vortragender.

Schoenaker eröffnete 1973 das Rudolf-Dreikurs-Institut für soziale Gleichwertigkeit in Züntersbach. 1998 wurde es in Adler-Dreikurs-Institut umbenannt. Ebenfalls 1973 wurde ihm der Turmac-Liemers-Preis für soziale Verdienste verliehen.[6]

Er entwickelte als Logopäde neue Methoden, die zu einem praktisch orientierten Konzept in der Behandlung erwachsener Menschen führten, die stottern. Er nannte sie „Doetinchemer Methode“. Durch seine Begegnung mit Dreikurs und der Individualpsychologie entwickelte er diese Methode weiter zur individualpsychologischen Gruppentherapie für stotternde Erwachsene. Schoenaker wandte diese Methode auch auf neurotische Störungen an und entwickelte hieraus die zunächst die Individualpsychologische Sozialtherapie[7] und später ein präventives Kursprogramm zur bewussteren Lebensgestaltung, das „Encouraging Training“. 1996 begründete er zusammen mit seiner Frau Julitta ein spezielles Konzept einer Ausbildung zum individualpsychologischen Berater[8], deren Hauptmerkmal das ermutigende Lernen ist.

Auf Initiative von Theo Schoenaker wurde im Februar 1990 der Verein „Trendwende Ermutigung“ als Forum des Austausches für Encouraging-Trainern gegründet. Ziel war es, eine Institution zu bieten, die seine Mitglieder bei der Verbreitung des Ermutigungskonzeptes unterstützt. Der Verein wurde 1996 in den „Verein für praktizierte Individualpsychologie“ umbenannt[9].

Aufgrund seiner Verdienste um das Stottern und die Individualpsychologie wurde Schoenaker 2002 vom Meredith College, Raleigh, North Carolina der Titel „Kenan Distinguished Professor“ verliehen.[10]

Mit dem Ziel, Individualpsychologie für Laien verständlich zu machen und zu verbreiten, hielt Schoenaker themenbezogene Vorträge in Deutschland und den Niederlanden, die teilweise aufgezeichnet und veröffentlicht wurden. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er den RDI-Verlag. Hier wurden viele seiner Bücher veröffentlicht.[11] Sein bekanntestes Buch ist „Mut tut gut“. Es erschien auch in Englisch („Encouragement does good things happen“[12]) und Niederländisch ("Moed doet goed"[13]).

Schoenaker veröffentlichte einige Vorträge auf seinem Youtube-Kanal.[14]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Individualpsychologische Sozialtherapie, 1975, Eigenverlag des Rudolf-Dreikurs-Instituts
  • mit Albert Schottky: Was bestimmt mein Leben, 1976, 3. Auflage 1988, ISBN 978-3-926116-54-3
  • Die neue Ehe, Horizonte Verlag, 1987, ISBN 978-3-926116-52-9
  • mit Antonia Schoenaker: Die neue Partnerschaft, Horizonte Verlag, 1988, ISBN 978-3-926116-53-6
  • Mut tut gut, 1991, mehrere Auflagen, Horizonte Verlag
  • Versteh mich doch, 1993
  • mit J. Seitzer, G. Wichtlmann: So macht mir mein Beruf wieder Spaß, 1995
  • Stottern, ein Problem für alle, 1997
  • Sich als Eltern gut fühlen, 1997
  • mit J. Schoenaker, J. M. Platt: Mit Kindern in Frieden leben, 1997
  • Leben beginnt mit Loslassen, 1998
  • Die Antwortfee und andere Ermutigungsgeschichten, 1999
  • mit J. Schoenaker, J. M. Platt: Die Kunst als Familie zu leben, 2000
  • Ja..., aber, 2000, 2005
  • Die kreative Partnerschaft, 2001, 2005
  • Worauf wartest Du?, 2002, 2010
  • Loslassen, damit das Leben weiter geht, 2005
  • Das Leben selbst gestalten, 2006
  • Wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Hund gestorben ist, 2008
  • So wie du bist, bist du gut genug. Ermutigung für Eltern, 2009
  • Wie im Märchen. Kurzgeschichten zum Erfolg, 2010
  • Erfolg in der Schule, 2010
  • Mutig anders – Psychologie für den Frieden, 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Brauer et al.: Logopädie – Wer ist wer? Idstein: Schulz-Kirchner-Verlag, 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Brauer et al.: Logopädie – Wer ist wer? Schulz-Kirchner-Verlag, Idstein 2004.
  2. Facebook Account von Julitta Schoenaker. Julitta Schoenaker, 23. Dezember 2021, abgerufen am 25. Dezember 2021.
  3. https://www.schoenaker.de/vitae. Abgerufen am 22. Januar 2020.
  4. Theo Schoenaker: https://www.schoenaker.de/aktivitaeten. In: www.schoenaker.de. Abgerufen am 22. Januar 2020 (deutsch).
  5. Schoenaker-Concept. Abgerufen am 11. April 2020.
  6. [1] Schiedammer Courant vom 7. Juli 1973
  7. Albrecht Schottky: Individualpsychologische Sozialtherapie - eine teilstationäre Form der Psychotherapie. In: Zeitschrift für Individualpsychologie. Nr. 30, 2. Vandenhoeck & Ruprecht, 2005.
  8. Albrecht Schottky: Individualpsychologische Beraterausbildung nach Th. Schoenaker. In: Zeitschrift für Individualpsychologie. Nr. 29,1. Vandenhoeck & Ruprecht, 2004.
  9. Margarete Horstmann: Der Verein für praktizierte Individualpsychologie und Theo Schoenaker: Eine gelungene und erfolgreiche Beziehung von Anfang an. In: Lichtblick. Nr. 62, 2007.
  10. Thomas Brauer et al.: Logopädie – Wer ist wer? Schulz-Kirchner-Verlag, Idstein 2004.
  11. Der RDI Verlag. In: Website des RDI Verlages. Abgerufen am 22. Januar 2020.
  12. Amazon: Encouragement makes good things happen. Abgerufen am 25. November 2020.
  13. Uitgeverij Anode: Moed doet goed. Abgerufen am 25. November 2020.
  14. Theo Schoenaker Youtube. Abgerufen am 25. November 2020.