Theodor-Heuss-Platz

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Theodor-Heuss-Platz
Theo
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Theodor-Heuss-Platz
Theodor-Heuss-Platz vom Deutschlandhaus aus gesehen
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Westend
Angelegt 1904
Hist. Namen Reichskanzlerplatz
(1904–1933, 1947–1963),
Adolf-Hitler-Platz
(1933–1947)
Einmündende Straßen
Kaiserdamm,
Lindenallee,
Ahornallee,
Pommernallee,
Reichsstraße,
Heerstraße,
Masurenallee
Bauwerke Deutschlandhaus, Fernsehzentrum des RBB
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer, Straßenverkehr, ÖPNV

Der Theodor-Heuss-Platz (von den Anwohnern Theo genannt) ist ein öffentlicher Platz im Berliner Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Benannt ist er nach dem ersten Bundespräsidenten Deutschlands. Unter dem Platz befindet sich der U-Bahnhof Theodor-Heuss-Platz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichskanzlerplatz, 1907
Kriegsschäden auf der Nordseite des Reichskanzlerplatzes, im Hintergrund rechts die Ruine der Villa Tanneck, 1948
Gedenktafel anlässlich der Umbenennung nach Theodor Heuss
Fernsehzentrum des Rundfunk Berlin-Brandenburg
Blick von der Reichsstraße über den Theodor-Heuss-Platz mit dem Fernsehzentrum des Rundfunks Berlin-Brandenburg im Hintergrund

Der Platz wurde von 1904 bis 1908 im Rahmen der Bebauung Neu-Westends als Schmuckplatz angelegt und erhielt den Namen Reichskanzlerplatz. Anfangs war der Platz noch unbebaut, neben dem seinerzeit neu errichteten U-Bahnhof befand sich lediglich am Nordostende die um 1890 im Stil eines Märchenschlosses erbaute Villa Tanneck. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde sie als Mädchenpensionat genutzt.

Am 21. April 1933 wurde der Platz in Adolf-Hitler-Platz umbenannt. Bei den Planungen Hitlers und seines Baumeisters Albert Speer, Berlin in eine „Welthauptstadt Germania“ umzuwandeln, war der Platz als Westende der Ost-West-Achse vorgesehen. Die für den Platz projektierten Monumentalbauten, unter anderem ein Denkmal von Benito Mussolini, wurden allerdings nie fertiggestellt. Dabei war auch eine Umbenennung in Mussoliniplatz vorgesehen. Ein zentralerer projektierter Platz nahe dem Reichstagsgebäude sollte dafür nach Hitler benannt werden. Am 31. Juli 1947 bekam er seinen ursprünglichen Namen Reichskanzlerplatz zurück. Sechs Tage nach dem Tod von Theodor Heuss, dem ersten deutschen Bundespräsidenten, erhielt der Platz am 18. Dezember 1963 seinen heutigen Namen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Kaiserdamm, Bismarckstraße und Straße des 17. Juni ist der Theodor-Heuss-Platz in einer direkten Linie sowohl mit dem Ernst-Reuter-Platz, mit der Siegessäule, dem Brandenburger Tor als auch der Straße Unter den Linden verbunden. Die Achse wird in Richtung Westen durch die Heerstraße gradlinig fortgesetzt.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markante Bauwerke sind das zwischen 1928 und 1930 nach Entwürfen von Heinrich Straumer, dem Architekten des nahegelegenen Berliner Funkturms, im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaute Deutschland- und Amerikahaus am Südrand des Platzes. Das zur Heerstraße hin gelegene Amerikahaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der britischen Besatzungsmacht als Clubhaus genutzt. Heute beherbergt es das Kabarett Die Wühlmäuse. Im Deutschlandhaus waren seit 1937 die Studios des Fernsehsenders Paul Nipkow untergebracht.

Im Jahr 1970 wurde das am Ostrand des Platzes gelegene 18-geschossige Fernsehzentrum fertiggestellt, in das der Sender Freies Berlin (SFB) einzog. Nachfolger des SFB ist seit 1. Mai 2003 der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). In unmittelbarer Nähe des Platzes befindet sich das 1930 gebaute Haus des Rundfunks. Es ist der Hauptsitz des RBB. Direkt gegenüber liegt das Berliner Messegelände.

Denkmale und Kunstwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Theodor-Heuss-Platz brennt die Ewige Flamme als Denkmal für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Der Kulturausschuss des Deutschen Bundestages empfahl den Erhalt des 1955 errichteten Denkmals als gesamtstaatliche Aufgabe zu sehen.

Seit 1995 steht auf dem Theodor-Heuss-Platz auch die Brunnenskulptur Blauer Obelisk der Berliner Künstlerin Hella Santarossa.

Am Ostrand des Platzes, gegenüber der Einmündung der Masurenallee, wurde 1989 das aus zwei Skulpturen bestehende Ensemble Zwei Köpfe des Bildhauers Rainer Kriester aufgestellt. Es besteht aus der weißen Skulptur Großer verschnürter Kopf und ihrem schwarzen Gegenüber Großes Berliner Kopfzeichen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Theodor-Heuss-Platz (Berlin) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 30′ 34″ N, 13° 16′ 22″ O