Theodor Beck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Theodor Beck (* 3. Juni 1839 in Darmstadt; † 30. Juli 1917 ebenda) war ein deutscher Technikhistoriker und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beck besuchte 1854 bis 1856 die Höhere Gewerbeschule in Darmstadt, lernte ein Jahr bei einem Schlossermeister in Darmstadt und studierte 1857 bis 1859 am Polytechnikum in Karlsruhe unter anderem bei Ferdinand Redtenbacher und Wilhelm Eisenlohr. Danach arbeitete er in der Firma Klett & Co. in Nürnberg (1859), 1860/61 in der Maschinenfabrik und Eisengießerei Darmstadt, 1861/62 bei der Main-Weser-Bahn in Gießen, 1962 bis 1864 in Maschinenfabriken in London und Glasgow und 1865/66 als Konstrukteur beim Maschinenfabrikanten Carl Hoppe in Berlin. Ab 1857 war er Teilhaber in einer eigenen Maschinenfabrik Kleyer & Beck in Darmstadt (später Beck & Rosenbaum).

1885 gab er seine Industriekarriere auf und befasste sich mit Technikgeschichte und besonders Geschichte des Maschinenbaus, wobei er sich auch 1886 an der TH Darmstadt habilitierte und dort Privatdozent und 1900 bis 1908 Professor war. Er veröffentlichte 1886 bis 1896 historische Notizen im Civilingenieur, die er 1899 als Buch herausgab. Die Herausgabe des Buches wurde vom VDI unterstützt. Beck veröffentlichte auch 1901 bis 1908 in der Zeitschrift des VDI, 1900 bis 1903 in der Zeitschrift für Architektur und Ingenieurwesen und 1909 bis 1911 in den Beiträgen zur Geschichte der Technik und Industrie.

Beck veröffentlichte unter anderem über Pappos, Vitruv, Sextus Julius Frontinus, Heron von Alexandria, Philon von Byzanz, Cato der Ältere, Leonardo da Vinci und dessen Maschinen, Vannoccio Biringuccio, Agostino Ramelli, Buonaiuto Lorini, Georgius Agricola, Marin Mersenne, Heinrich Zeising, Vittorio Zonca, Jacques Besson, Gerolamo Cardano, Salomon de Caus, Jacob de Strada, Giambattista della Porta, Faustus Verantius, Giovanni Branca, Georg Philipp Harstörffer, Juanelo Torriano, Evangelista Torricelli, Jean Leurechon, Domenico Fontana, Caspar Schott, James Watt, James Brindley, Isambard Kingdom Brunel, John Rennie senior, John Smeaton, Thomas Telford und antike Geschütze. Er zog für seine Untersuchungen Primärquellen heran und nutzte seine philologischen Kenntnisse. Er gilt als einer der Ersten der sich wissenschaftlich und nach den Quellen mit der Geschichte des Maschinenbaus befasste und ihm wird die Wiederentdeckung und Erschließung der klassischen Maschinenbücher zugeschrieben.[1] Beck war sehr daran interessiert, ob die dargestellten Maschinen auch wie beschrieben funktionierten.

Er war mit Sophie Baer verheiratet und hatte zwei Töchter. Sein Bruder Ludwig Beck war ebenfalls Industrieller und Technikhistoriker (Verfasser eines Standardwerks über die Geschichte des Eisens) sowie der Vater von General Ludwig Beck.

1909 wurde er Ehrendoktor der TH Karlsruhe wegen seiner Beiträge zur Technikgeschichte. Ebenfalls 1909 wurde er Mitglied auf Lebenszeit im Ausschuss des Deutschen Museums in München.

Der Technikhistoriker Franz Maria Feldhaus war Gasthörer bei Beck in Darmstadt und Beck übergab ihm seinen Nachlass zur Technikgeschichte.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beiträge zur Geschichte des Maschinenbaus, Springer 1899, 2. Auflage 1900, Archive, Reprint Hildesheim: Olms 1970 (mit Vorwort von K. H. Manegold)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachruf in: Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, Band 61, 1917, S. 772f
  • F. M. Feldhaus, Nachruf in: Geschichtsblätter für Technik, Industrie und Gewerbe, Band IV, 1917, S. 161f
  • F. Meisel: Beck, Theodor, in: Deutsches Biographisches Jahrbuch, Überleitungsband II, 1917–1920, Berlin 1928, S. 18–21
  • R. J. Gleitsmann: Theodor Beck, in: U. Troitzsch, G. Wohlauf (Hrsg.), Technik-Geschichte. Historische Beiträge und neuere Ansätze, Frankfurt am Main 1980, S. 71–80
  • Carl Graf von KlinckowstroemBeck, Theodor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 699 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DMG Lib (Biographie mit Digitalisat einiger Aufsätze)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Lackner: Von der Geschichte der Technik zur Technikgeschichte: Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, in: Wolfgang König, Helmuth Schneider (Hrsg.), Die technikhistorische Forschung in Deutschland von 1800 bis zur Gegenwart, Kassel University Press 2007, S. 39f