Theodor Bergmann (Unternehmer)

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Eines der ältesten zugelassenen Autos in Deutschland, ein Bergmann von 1901 in der Technischen Sammlung Hochhut in Frankfurt am Main
Stollwerck-Automat Merkur von 1889

Theodor Bergmann (* 21. Mai 1850 in Sailauf; † 23. März 1931 in Gaggenau) war ein deutscher Unternehmer und Erfinder.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor Bergmann wurde als Sohn des Gastwirts und Brauereibesitzers Johann Adam Bergmann geboren. Nach dem Besuch der Sailaufer Volksschule und der Gewerbeschule in Aschaffenburg machte er sich einen Namen als Konstrukteur und Erfinder.

Er gründete 1883 die Bergmann-Industriewerke in Ottenau/Gaggenau (später Süddeutsche Automobil-Fabrik Gaggenau) und stellte zunächst Haushaltswaren, Herde und Verkaufsautomaten her. Ein berühmter Verkaufsautomat war das Modell Merkur, den er 1888 gemeinsam mit dem Berliner Erfinder Max Sielaff für den Kölner Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck herstellte. Dies war einer der ersten Verkaufsautomaten, die in Deutschland aufgestellt wurden.[1]

Später produzierte Bergmann Fahrräder und baute ab 1894 Automobile. Dabei sind zwei seiner Modelle besonders hervorzuheben:

  • Orient-Express
  • Liliput, das sich bald zu einem Volksautomobil entwickelte

Aus marktwirtschaftlichen Gründen verlegte sich Theodor Bergmann im Wesentlichen auf die Herstellung von Lastkraftwagen. In Gaggenau gilt er als einer der bedeutendsten Wirtschaftspioniere, der „den Impuls für neue Industrien dieser Stadt“ gab, und wird mit Carl Benz, Gottlieb Daimler und Friedrich Lutzmann als „der vierte Wegbereiter der Deutschen Automobilindustrie“und „auch der bedeutendste Gaggenauer Industriepionier“ genannt.[2][3]

Im Jahr 1910 verkaufte Bergmann seine Automobilfabrik an Benz & Cie. und widmete sich fortan nur noch der Herstellung und Verbesserung von Maschinen- und Handfeuerwaffen in seiner Fabrik in Suhl. Wegen seiner Verdienste in dieser Branche verlieh ihm der damalige sächsische Hof den Ehrentitel Kommerzienrat.

Trotz Arbeit und Wohlstand verlor Theodor Bergmann nie die Beziehung zu seinem Heimatort. So kam er z. B. im Jahr 1900 mit seinem Orient-Express nach Sailauf, um hier mit seinen Verwandten und Bekannten seinen fünfzigsten Geburtstag zu feiern. Die Stadt Gaggenau, in der er nach wie vor seinen Wohnsitz hatte, verlieh ihm anlässlich seines siebzigsten Geburtstags die Ehrenbürgerwürde. Im Jahr 1930 besuchte er als Achtzigjähriger zum letzten Mal seinen Heimatort. Wie bei all seinen Besuchen vorher wohnte und feierte Theodor Bergmann im Gasthaus Zum Grünen Baum (Päffche), seinem Eltern- und Geburtshaus. Er starb am 23. März 1931 und wurde in der Familiengruft in Gaggenau beigesetzt. In Gaggenau ist eine Straße nach ihm benannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Echle: Theodor Bergmann 1850–1931. Leben und Wirken eines Gaggenauer Industriepioniers. 2. Auflage, Torzewski, Gaggenau 1979.
  • Ferdinand Kraus (Vorwort), Fred Maier (Vorwort), Karl Strom (Vorwort), Gerhard Steigerwald (Vorwort), Maria Reinhardt, Herta Hubertus, Bruno Eisert, Gottfried Baumann: Sailauf Eichenberg. Bilder aus über 100 Jahren dörflicher Vergangenheit. 2. überarbeitete Auflage, Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-140-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Theodor Bergmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RWWA, Stollwerck AG: Unterlagen Deutsche Automaten Gesellschaft. Köln, (DAG)
  2. Oberschultheiß Anton Rindeschwender. Stadt Gaggenau, archivierte Version
  3. Ein Blick in die Gaggenauer Geschichte.