Theodor Georgii (Turner)

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Das Geburtshaus Georgiis
Theodor-Georgii-Denkmal auf der „Maille“

Theodor Georgii (* 9. Januar 1826 in Esslingen am Neckar; † 25. September 1892 in Wilhelmsdorf bei Ravensburg) war einer der wichtigsten Protagonisten der deutschen Turnbewegung. Er war der erste Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft.

Theodor Georgii wurde im Kaisheimer Pfleghof geboren und wurde von seinem Vater an die Remstäler Reformschule geschickt. Dort wurden Bewegung und Turnen besonders intensiv gefördert. Die Begeisterung und die Ideale, die der junge Theodor beim Turnen dort erlebte, prägten ihn für sein weiteres Leben.

Von 1843 an studierte Theodor Georgii Jura in Tübingen, wo er eine eigene Turngemeinde gründete. Während seines Studiums wurde er 1843 Mitglied der Burschenschaft Germania Tübingen und der Burschenschaft Walhalla Tübingen. 1846 begrüßte er bei einem Turnerfest in Heilbronn zum ersten Mal Turner aus ganz Deutschland. 1847 war er Gründungsmitglied des als Turnerfeuerwehr organisierten Tübinger Pompierkorps.[1]

1849 begann er in Stuttgart als Rechtsanwalt zu praktizieren. 1850 wurde er Herausgeber des Turnblatts für und aus Schwaben, das 1854 in Eßlinger Turnzeitung umbenannt wurde. 1851 zog er von Stuttgart in seine Heimatstadt Esslingen am Neckar um.

Am 30. August 1852 lud Theoder Georgii, der bereits während seiner Studienzeit 1847 Mitbegründer der Tübinger Feuerwehr war, zu einer Versammlung zwecks Gründung einer freiwilligen Steigerkompanie in den „Schwanen“ ein. Dieser Einladung folgten etwa 80 Männer, allesamt aus dem Turnerstand. Nach Beschluss zur Errichtung einer solchen Steigerkompanie wurde er von der Versammlung zum ersten Hauptmann gewählt.[2] Der 30. August 1852 ist damit der Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Esslingen.

1860 war Georgii in Coburg als Vorsitzender beim Deutschen Turn- und Jugendfest mit mehr als 1000 Teilnehmern. Dort wurde auch die Gründung der Deutschen Turnerschaft (DT) beschlossen, die 1868 vollzogen wurde. Geogii wurde in jenem Jahr ihr erster Vorsitzender.

Zuletzt lebte er bis zu seinem Tod 1892 bei seinem Sohn in Wilhelmsdorf.

1895 stiftete die deutsche Turnerbewegung ein Denkmal auf der Maille in Esslingen. Das Denkmal wurde am 21. Juli 1895 im Rahmen des XI. Deutschen Turntages (21. bis 24. Juli) eingeweiht. Das Georgii-Gymnasium in Esslingen ist seit 1937 nach Theodor Georgii benannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Thielecke: Die Turnerfeuerwehren – ein (fast) vergessenes Kapitel der Turngeschichte. (PDF; 958 kB)
  2. Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Esslingen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Bausinger: Sitzhocke – Freiheit – Einheit. Ein Kapitel politischer Sportgeschichte. In: Suevica. Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte 7 (1993). Stuttgart 1994 [1995], S. 141–146. ISBN 3-88099-311-4 [Zum 150-Jahr-Jubiläum der Rede Theodor Georgiis auf dem Allgemeinen Lieder- und Turnfest in Schwäbisch Gmünd am Pfingstmontag 1844.].
  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 2: F–H. Heidelberg 1999, S. 117–118.
  • Hans-Ulrich von Ruepprecht: Georgii: Stammliste der württembergischen Familie Georgii und ihres Thüringer Zweigs. Stuttgart 1986.
  • Hans-Henning Zabel: Georgii, Theodor Immanuel. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 246 (Digitalisat).