Theodor Kirsch (Kieferchirurg)

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Theodor Kirsch (* 5. Mai 1912 in Hoffenheim; † 31. Oktober 1997 in Heidelberg) war ein deutscher Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg sowie Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gebürtige Hoffenheimer Theodor Kirsch, der seinen Vater im Ersten Weltkrieg verlor, legte sein Abitur in Sinsheim ab. Er wandte sich im Anschluss den Studien der Medizin und der Zahnmedizin an den Universitäten Heidelberg und Marburg zu, bevor er 1936 zum Dr. med. und Dr. med. dent. promoviert wurde. Theodor Kirsch trat im gleichen Jahr eine Assistentenstelle bei Karl Friedrich Schmidhuber an der Universitäts-Zahnklinik Heidelberg an, bis er nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als Truppenarzt an der Ost- sowie Westfront eingesetzt wurde. Theodor Kirsch geriet nach Kriegsende in französische Gefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.

Theodor Kirsch erhielt in der Folge eine Stelle als Gastassistent, nach seiner Facharztanerkennung eine als planmäßiger Assistent an der Heidelberger Zahnklinik. 1953 habilitierte er sich dort für das Fach Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, 1956 wurde er zum Oberarzt, 1958 zum außerplanmäßigen Professor und 1960 zum wissenschaftlichen Rat ernannt. 1964 folgte Kirsch dem Ruf auf die außerordentliche Professur für Kieferchirurgie und Zahnärztliche Chirurgie an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Der 1966 zum ordentlichen Professor beförderte Theodor Kirsch übernahm 1968 in der Nachfolge von Wilhelm Meyer die gleiche Professur an der Georg-August-Universität Göttingen, die er bis zu seiner Emeritierung 1980 innehatte. Theodor Kirsch, der 1940 Johanna, geborene Voll heiratete, mit der er drei Töchter hatte, verstarb 1997 85-jährig in Heidelberg.

Sein wissenschaftliches und klinisches Arbeitsgebiet umfasste die Anästhesie in der Zahnmedizin, die kindliche Osteomyelitis, die Zystengenese, die Implantologie sowie den breitgefächerten Bereich der Kieferfrakturen.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Studien zur Entwicklung des Nervus mandibularis der Gefäßversorgung, der Knochenmarksverhältnisse am foetalen menschlichen Unterkiefer und ihre klinische Auswertung, Barth, 1953
  • Strahlengefährdung und Strahlenschutz in der zahnärztlichen Röntgendiagnostik, Hüthig, 1960
  • Die Begutachtung in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde unter Berücksichtigung zahnärztlich-praktischer Belange, Hüthig, 1961

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Schuder (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Band 2, 13. Ausgabe, De Gruyter: Berlin, New York, 1980. ISBN 3-11-007434-6. Seite 1910.
  • Gerhard Selle: Nachruf auf Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Theodor Kirsch (5. 5. 1912–31. 10. 1997), In: Oral and Maxillofacial Surgery, Band 2, Saunders, 2000, Seite 115, 116.
  • August Ludwig Degener, Walter Habel: Wer ist wer? Das deutsche Who's who, Band 40, Verlag Schmidt Römhild, 2001, ISBN 3-7950-2032-8 bzw. ISBN 978-3-7950-2032-3. Seite 722.