Zum Inhalt springen

Theodor Rosenhauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Theodor Rosenhauer malt „Blick auf das Japanische Palais nach dem Angriff“
Das Grab von Theodor Rosenhauer auf dem Friedhof Wannsee, Lindenstraße in Berlin

Victor Theodor Rosenhauer (* 8. Mai 1901 in Dresden; † 14. Juni 1996 in Berlin) war ein deutscher Maler der Landschafts- und Bildnismalerei.

Theodor Rosenhauer war der Sohn des Büroassistenten Victor Moritz Rosenhauser und besuchte zunächst die Realschule in Radebeul. Dort wurde er von seinem Zeichenlehrer Artur Ahnert (1885–1927), Ehemann von Elisabeth Ahnert, in seinen künstlerischen Interessen gefördert. Von 1919/1920 besuchte er die Kunstgewerbeschule Dresden, und von 1920 bis 1924 studierte er an der Kunstakademie Dresden bei Ferdinand Dorsch. 1924 begann er freischaffend zu malen. Er gehörte zum Freundeskreis um Karl Kröner und Paul Wilhelm. 1925 folgte eine Studienreise nach Rumänien, die sein späteres Werk beeinflusste.

Im Jahr 1934 wurde der Wunsch Rosenhauers zur Berufung an die Kunstakademie Dresden abgelehnt. Er war von den Dresdner Hochschullehrern einstimmig zur Berufung ausgewählt worden, doch das NS-Regime ließ ebendies nicht zu. 1938 unternahm er eine weitere Studienreise nach Italien.

In der Zeit des Nationalsozialismus war er Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 10 großen Ausstellungen sicher belegt.[1]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Rosenhauer 1940 zum Militär einberufen und diente in Krakau bei einem Polizeibataillon.[2] Während eines Bombenangriffes auf die Stadt Dresden 1945 wurde sein Atelier in der Polytechnischen Schule am Antonsplatz zerstört, wobei zwei Drittel aller bis dahin entstandenen Rosenhauer-Bilder verbrannten.[2] Der Maler Josef Hegenbarth bot ihm 1946 an, das Lehramt an der Akademie mit ihm zu teilen. Das lehnte Rosenhauer ab und widmete sich ausschließlich seiner eigenen Kunst.[2] Später arbeitete er deshalb zeitweilig in Radebeul.

Rosenhauer lebte bis zu seinem 91. Lebensjahr in Dresden-Trachau in der Teichstraße 5.[2] Nach einem Schlaganfall 1992 zog er bis zu seinem Tod in ein Pflegeheim in Berlin-Wannsee. Er starb im Alter von 95 Jahren.

Rosenhauers Werke Rathen im Winter, Mädchen mit Blumenschale und Sitzende Frau am steinigen Strand in der Ausstellung Theodor Rosenhauer in der Galerie Neue Meister 1988

Das Werk Rosenhauers ist geprägt von Öl- und Aquarellbildern, die vornehmlich Landschaften und Stillleben zeigen. Er grundierte seine Leinwände selbst nach einem Rezept aus Knochenleim und Formalin, Kreide und Zinkweiß. Über der zweifachen ölfreien Grundierung malte er mit einer aus Eitempera, Leinöl und Pigmenten anfangs selbst angemischten Palette, verzichtete, um diesen matten Ton zu erhalten, grundsätzlich auf Firnis.[2]

Rosenhauer hatte seit den 1920er Jahren eine außerordentlich große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. In der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR war er u. a. von 1946 bis 1988 auf allen Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden vertreten.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden besitzen elf Werke von Rosenhauer.[2]

Der schriftliche Nachlass Rosenhauers befindet sich in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. Dieser umfasst neben persönlichen Dokumenten auch mehr als 1.200 Briefe und Postkarten.[3]

Bildliche Darstellung Rosenhauers

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung in der bildenden Kunst

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Paul Wilhelm: Bildnis Theodor Rosenhauer (Öl auf Leinwand, 74,5 × 55 cm, 1939; Galerie Neue Meister Dresden)[4]

Fotografische Darstellung (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Joachim Meintzschel: Der Maler Theodor Rosenhauer. In: Bildende Kunst, 5. Jg. (1957), S. 747–750.
  • Manfred Bachmann, Waltraut Schumann, Joachim Uhlitzsch: Theodor Rosenhauer (Katalog zur Ausstellung in der Gemäldegalerie Neue Meister, Dresden, 14. Juli – 15. Oktober 1968). Dresden 1968 (enthält: Vorläufiges Werkverzeichnis).
  • Waltraut Schumann: Der Maler Theodor Rosenhauer. In: Bildende Kunst, 17. Jg. (1969), S. 257–261.
  • Gert Claußnitzer: Ein Meister der Farbkultur. Theodor Rosenhauer zum 75. Geburtstag. In: Bildende Kunst, Berlin, 5/1976, S. 219–222
  • Inge Zimmermann (Bearb.): Theodor Rosenhauer (Katalog zur Ausstellung in der Akademiegalerie im Marstall, Berlin, 5. September – 12. Oktober 1986). Akademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1986.
  • Gert Claussnitzer: Die Kraft der Farbe. Ein Maler der sittlichen Solidarität: Theodor Rosenhauer zum 95. Geburtstag. in Neues Deutschland vom 8. Mai 1996, S. 9
  • Theodor Rosenhauer in der Gemäldegalerie Neue Meister Dresden. Bestandskatalog und Werkverzeichnis der Gemälde Gabriele Werner. Verlag der Kunst Dresden, Dresden 1997, ISBN 978-3-86530-046-1.
  • Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Hrsg.: Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9.
  • Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Teil I. Band 3. Künstler und ihre Werke. K. G. Saur, München 2008, S. 1277
  • Stefan Bongers-Rosenhauer, Klaus Hebecker (Hrsg.): Theodor Rosenhauer. Sehsam, Erfurt 2010, ISBN 978-3-9808217-7-3.
  • Rosenhauer, Theodor. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 787–789
  • Anke Scharnhorst: Rosenhauer, Theodor. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4 (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
  • Sebastian Hennig: Ein Ereignis. Ausstellung und Monografie zu Theodor Rosenhauer in Erfurt. in Neues Deutschland vom 8. Februar 2011
  • Rainer Zimmermann: Expressiver Realismus: Malerei der verschollenen Generation. Hirmer, Berlin 1994, ISBN 3-7774-6420-1, S. 436.
Commons: Theodor Rosenhauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 538, passim
  2. 1 2 3 4 5 6 Jens-Uwe Sommerschuh: Brote, Steinbrüche, Kinder von nebenan: Der Maler Theodor Rosenhauer wurde vor 125 Jahren geboren. In: Sächsische Zeitung. 9. Mai 2026 (kostenpflichtig online [abgerufen am 10. Mai 2026]).
  3. SLUB Dresden erhält schriftlichen Nachlass des Malers Theodor Rosenhauer. Sächsische Staatskanzlei, 23. Mai 2024, abgerufen am 24. Mai 2024.
  4. Bildnis Theodor Rosenhauer. SKD | Online Collection, abgerufen am 25. Oktober 2022.
  5. Theodor Rosenhauer. SKD | Online Collection, abgerufen am 25. Oktober 2022.