Theodor Schober (Pfarrer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Theodor Schober (* 10. August 1918 in Zirndorf bei Nürnberg; † 26. Juli 2010 in Loßburg bei Freudenstadt) war ein deutscher evangelischer Pfarrer und Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor Schober wurde als Pfarrerssohn geboren. Er leistete Kriegsdienst und kam in Kriegsgefangenschaft. Schober studierte in Tübingen und Erlangen, wo er auch 1948 über Die altreformierte Lehre vom Gesetz promovierte. Sein Vikariat leistete er in Erlangen ab und war dort auch Pfarrer.

1955 wurde er Rektor des Diakoniewerkes Neuendettelsau, 1963 dann Präsident des Diakonischen Werkes in Stuttgart. Er übte dieses Amt über zwei Jahrzehnte bis 1984 aus. Von 1980 bis 1981 war er zudem Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

1979–1988 war er Präsident des Internationalen Verbandes für Innere Mission und Diakonie. Ab 1984 betreute er als „Beauftragter der EKD für die Seelsorge deutscher Kriegsverurteilter in ausländischem Gewahrsam“ inhaftierte nationalsozialistische Kriegsverbrecher[1]. Er war auch Vorsitzender des Verbandes der deutschen Evangelischen Bahnhofsmission.

Theodor Schober war ein bedeutender evangelischer Sozialpolitiker; die evangelische Diakonie wurde zum Arbeitgeber für 270.000 Mitarbeiter. Er pflegte Kontakte zur katholischen Caritas und zum Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR. Seit den 1960er Jahren setzte er sich für die Integration ausländischer Arbeitnehmer ein.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969 wurde er Ehrendoktor der Universität Seoul, 1980 verlieh ihm das Land Baden-Württemberg den Professorentitel, 1983 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz sowie 1990 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schober hinterlässt seine Frau Eva-Maria und vier Kinder.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die heutige Berechtigung der Lebens- und Dienstformen in der Mutterhausdiakonie, Neuendettelsau: Verl. der Diakonissenanst. 1959.
  • Berufung und Gelübde: Versuch einer Klärung von zwei theologischen Begriffen, ohne die man auch die Mutterhausdiakonie nicht richtig verstehen wird, Neuendettelsau: Verl. der Diakonissenanstalt 1960.
  • Die diakonische Gemeinde: am Beispiel Finnlands zusammen mit Arvo Laajarinne, Neuendettelsau: Verl. d. Diakonissenanst., 1963.

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (Hrsg.): Theodor Schober - diakonischer und theologischer Schriftsteller: Festgruß zu seinem 70. Geburtstag, Stuttgart: Verl.-Werk der Diakonie, 1988. ISBN 3-923110-48-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Klee: Vergebung ohne Reue. Heimliche Hilfe der Kirchen für Massenmörder und Schreibtischtäter. In: ZEIT Online. 21. Februar 1992, abgerufen am 2. April 2013.