Theodor Storm

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Theodor Storm

Hans Theodor Woldsen Storm (* 14. September 1817 in Husum, Herzogtum Schleswig; † 4. Juli 1888 in Hanerau-Hademarschen) war ein deutscher Schriftsteller. Mit seiner Lyrik und Prosa gehört er zu den bedeutendsten Vertretern des bürgerlichen Realismus. Storm ist vor allem für seine Novellen bekannt, empfand sich allerdings in erster Linie als Lyriker und sah die Gedichte als Ursprung seiner Erzählungen.

Neben den frühen lyrisch-stimmungsbetonten Werken wie Immensee oder Kunstmärchen und Novellen, in denen Storm unheimliche Elemente des Volksglaubens aufgriff, finden sich in der Novellistik seiner mittleren und späten Jahre weitere Themen und Impulse. Zu ihnen gehören religions- und sozialkritische Ideen wie in Veronica, Im Schloß oder Ein Doppelgänger. Einige Gedichte und Novellen sind dezidiert politisch, richten sich gegen den Adel und kritisieren die Beamtenhierarchie sowie die Verbindung weltlicher und geistlicher Kräfte. Storm war Jurist und arbeitete unter anderem als Rechtsanwalt und Richter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtshaus in Husum

Kindheit, Jugend und Studium (1817–1842)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Theodor Woldsen Storm wurde als erstes Kind des Justizrats Johann Casimir Storm und dessen Frau, der Patriziertochter Lucie Woldsen (1797–1879) in Husum, Markt 9, geboren. 1818 zog die Familie in das Haus Neustadt 56 um, 1821 in das Haus der Großeltern Woldsen, Hohle Gasse 3. Mit vier Jahren kam Storm in die Klippschule. Aus einem wohlhabenden Elternhaus stammend, erlebte er eine unbeschwerte Kindheit und entwickelte ein positives Verhältnis zu seiner Heimatstadt, in der von sozialen Spannungen wenig zu spüren war. Husum gehörte zum Herzogtum Schleswig und war Teil des dänischen Gesamtstaates, so dass man sich geehrt fühlte, als der dänische König Christian VIII. im Jahre 1840 seinem Vater den Dannebrogorden verlieh.[1]

Von 1826 bis 1835 besuchte er die Husumer Gelehrtenschule. Anschließend schickte ihn sein Vater für drei Semester auf das neuhumanistische Katharineum zu Lübeck, damit er dort seiner Schulbildung „die letzte Politur geben“ könne.[2] Als 15-jähriger Schüler schrieb er seine ersten Gedichte, die der damals populären Wochenblattpoesie nachempfunden waren (erstes überliefertes Gedicht: An Emma, 1833); in der Schule lernte er Beispiele antiker Poesie nachzuahmen und schrieb erste Prosatexte. Vier Gedichte und mehrere journalistische Arbeiten wurden im Husumer Wochenblatt (Sängers Abendlied, 27. Juli 1834) und im Dithmarscher und Eiderstedter Boten abgedruckt.

Während auf der Husumer Gelehrtenschule nur verhalten von Friedrich Schiller die Rede war, nicht aber von Johann Wolfgang von Goethe oder zeitgenössischen Dichtern wie Joseph von Eichendorff oder Heinrich Heine,[3] wurde Storm in Lübeck „in den ganzen Kreis der neuen Bildung eingeweiht“, wie er in einem späteren Brief an Ada Christen bemerkte.[4] In dieser Stadt lernte er Ferdinand Röse kennen, der ihn unter anderem mit Heines Buch der Lieder bekannt machte.[5]

Ab 1837 studierte Storm Jura an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er 1837 Mitglied der Burschenschaft Albertina[6] und Konkneipant des Corps Holsatia wurde,[7] sowie in Berlin. Damals begann seine Freundschaft mit Theodor und Tycho Mommsen, mit denen er eine Sammlung schleswig-holsteinischer Lieder, Märchen und Sagen zusammentrug. Zeitweilig teilten sich die drei eine Wohnung. 1843 veröffentlichten sie gemeinsam das Liederbuch dreier Freunde, das selbstverfasste Gedichte der drei Autoren enthält. Im September 1837 verlobte sich Storm mit Emma Kühl von der Insel Föhr; im Februar 1838 löste Emma Kühl diese Verlobung. Im September oder Oktober 1842 machte Storm der in Altona lebenden Bertha von Buchan einen Heiratsantrag, den diese jedoch zurückwies.[8] Storm hatte sich bereits an Weihnachten 1836 in sie verliebt. Er war damals neunzehn und sie zehn Jahre alt.[9] Theodor Storms pädophile Neigungen werden seit langem diskutiert.[10]

Rechtsanwalt in Husum (1842–1853)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Storm bewohntes Haus in Husum; heute Storm-Museum

1843 kehrte er nach Husum zurück und eröffnete eine Anwaltskanzlei. Im Januar 1844 verlobte sich Storm mit seiner Cousine Constanze Esmarch (1825–1865), die Heirat fand 1846 im Rathaus von Segeberg statt. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor: Hans (* 25. Januar 1848; † 5. Dezember 1886[11][12]), Ernst (* 30. Januar 1851), Karl (* Juni 1853), Lisbeth (* 10. Juni 1855), Lucie (1860), Elsabe (* Januar 1863) und Gertrud (* 4. Mai 1865).

Ebenso wie sein Freund Theodor Mommsen engagierte sich Storm während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung ab 1848 gegen die dänische Herrschaft. Auch nach dem Friedensschluss von 1850 zwischen Dänemark und Preußen nahm Storm eine unversöhnliche Haltung gegenüber Dänemark ein. Deshalb entzog ihm 1852 der dänische Schleswigminister Friedrich Ferdinand Tillisch die Advokatur.

Gerichtsassessor in Potsdam (1853–1856)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1853 sprach man ihm in Berlin eine unbezahlte Anstellung im Kreisgericht von Potsdam zu. Sein Vorgesetzter war der damalige Direktor Karl Gustav von Goßler, in dessen Familie Storm verkehrte. Zu dieser Zeit erschien seine schon 1849 geschriebene Novelle Immensee. Während seines Aufenthalts in Potsdam berichtete Storm von seinem Abscheu gegen den „preußischen Menschenverbrauch im Staatsmechanismus“; er kämpfte mit beruflichen und finanziellen Schwierigkeiten. Sein künstlerischer Freundeskreis im Rütli, zu dem unter anderem Theodor Fontane und Franz Kugler zählten, trug dazu bei, dass der republikanisch Gesinnte sich im Kreise der preußisch Konservativen zunehmend isoliert fühlte.

Kreisrichter in Heiligenstadt (1856–1864)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnhaus Storms in Heiligenstadt

Storm erhielt im Sommer 1856 eine Anstellung als Richter am Kreisgericht im thüringischen Heiligenstadt,[13] das damals zu Preußen gehörte. Storms Familie bezog zunächst Quartier auf einem Grundstück am Kasseler Tor, das Storms Vater erworben hatte, um dem Bruder Otto zu helfen, seinen Gärtnerbetrieb aufzubauen. Ein Jahr später zog Storm mit seiner Familie in eine Wohnung in der Wilhelmstraße 73.

Dort kamen die Töchter Lucie und Elsabe zur Welt.[14] Er freundete sich mit angesehenen Honoratiorenfamilien wie der des Landrats Alexander von Wussow an und gründete einen Gesangverein.[15] Trotz der Arbeitsbelastung als Kreisrichter, der auch mehrere Todesurteile mitverantwortete, war Storm schriftstellerisch produktiv: Mit Novellen wie Auf dem Staatshof (1859), Drüben am Markt (1861), Im Schloß (1862) und Auf der Universität (1863) gelang ihm der Durchbruch zum realistischen Erzähler. Darüber hinaus sind hier drei Kunstmärchen entstanden bzw. konzipiert worden: Die Regentrude (1864), Bulemanns Haus (1864) und Der Spiegel des Cyprianus (1865).

Während seiner Zeit als Kreisrichter beobachtete er gesellschaftliche Missstände und verschärfte seine Kritik am preußischen Obrigkeitsstaat, die er bereits gegenüber Theodor Fontane geäußert hatte. So empörte er sich, als die Regierung 1862 vor der Wahl des Abgeordnetenhauses Druck auf die Beamten auszuüben versuchte und wollte einen „ehrerbietigen Protest seitens der Collegii“ durchsetzen sowie eine Erklärung in der Vossischen Zeitung publizieren.[16] Seinen Eltern schrieb er, dass ihm bei einer Feier „zu Ehren des Prinz-Regenten-Geburtstags“ das „abscheuliche(n)“ Preußenlied „ganz melancholisch“ gemacht habe und charakterisierte den Refrain „ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein“ als Ausdruck eines „bewußt feindselige(n) Partikularismus gegen das übrige Deutschland“.[17]

Noch deutlicher prangerte er das Standesdenken von Adel und Kirche an. Der Frau des Landrats Alexander von Wussow erklärte er, dass nach seinen „tiefsten Überzeugungen [...] Adel und Kirche“ die „zwei wesentlichen Hemmnisse einer durchgreifenden sittlichen Entwicklung unseres sowie anderer Völker“ seien. Die aus dem Uradelsgeschlecht Byern stammende Dame hatte ihn noch während seiner Arbeit an der religionskritischen Novelle Im Schloß gebeten, „nichts gegen den Adel zu schreiben“.[18] In der zuvor entstandenen Novelle Veronica hatte er die Beichte kritisiert und das Christentum mit den Worten des verständigen Justizrats als bloß „natürliches Ergebnis [...] der geistigen Entwicklung der Menschheit“ charakterisiert. Weltanschauliche Gedichte wie Ein Sterbender oder An deines Kreuzes Stamm o Jesu Christ gehen auf seine Auseinandersetzung mit den Themen Religion und Glauben im katholischen Eichsfeld zurück. Die Verbindung von Adel und Kirche, Thron und Altar nahm er in seinem satirischen Gedicht Der Lump aufs Korn: „Links nehm’ von Christi Mantel ich / Ein Zipfelchen, daß es mir diene, / Und rechts – du glaubst nicht, wie das deckt – / Rechts von des Königs Hermeline.“[19]

Landvogt und Amtsrichter in Husum (1864–1880)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnzimmer, Theodor-Storm-Haus in Husum

Nach der Niederlage Dänemarks im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde Storm in Husum von der Bevölkerung der Stadt zum Landvogt (entspricht dem heutigen „Amtsrichter“) berufen. Im März des Jahres zog er zurück nach Husum.

Constanze Storm starb am 20. Mai 1865 nach der Geburt ihrer Tochter Gertrud. Seine Trauer verarbeitete Storm in dem Gedichtzyklus Tiefe Schatten, dem er als Motto sein zwölf Jahre zuvor entstandenes Gedicht Trost voranstellte.[20]

1866 heiratete Storm die 38-jährige Dorothea Jensen, die er bereits kurz nach seiner ersten Hochzeit kennengelernt hatte und mit der ihn eine leidenschaftliche Beziehung verband. Sie bezogen das Haus Wasserreihe 31, das sie bis 1880 bewohnten und das heute als Theodor-Storm-Museum genutzt wird. Aus der Ehe ging die Tochter Friederike (* 4. November 1868; † 1939) hervor. 1867 wurde er im Zuge der preußischen Verwaltungsreform nach der Annexion Schleswig-Holsteins zum Amtsgerichtsrat ernannt. Gegen 1870 kam der damals 15-jährige Ferdinand Tönnies, später einer der Begründer der Soziologie, als Korrekturleser in Storms Haus und wurde später sein Freund.[21] 1874 starb Storms Vater, 1878 seine Mutter. Seit 1877 stand Storm in Briefwechsel mit seinem Schweizer Schriftstellerkollegen Gottfried Keller.[22]

Alterssitz in Hademarschen (1880–1888)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanerau-Hademarschen Storm-Haus, Zeichnung von Julius Fürst

Im Mai 1880 trat Storm in den vorzeitigen Ruhestand und zog nach Hademarschen, wo sein jüngerer Bruder Johannes Storm (1824–1906) einen Holzhandel betrieb. Theodor Storm ließ sich in der Hauptstraße des Ortes eine Villa errichten. Hier entstanden seine Altersnovellen: Die Söhne des Senators (1880), Der Herr Etatsrat (1881), Hans und Heinz Kirch (1882), Zur Chronik von Grieshuus (1884), Ein Doppelgänger (1887) und Ein Bekenntnis (1887).

Im Mai 1886 unternahm Storm mit seiner Tochter Elsabe und seinem Freund Ferdinand Tönnies eine Reise nach Weimar und besuchte Erich Schmidt, den dortigen Direktor des neu gegründeten Goethe-Archivs und einen seiner langjährigen Briefpartner. Nach seiner Rückkehr begann Storm mit der Arbeit an der Novelle Der Schimmelreiter, die im April 1888 als Storms letzte Novelle erschien. Am 4. Juli 1888 starb er in Hademarschen an Magenkrebs. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof St. Jürgen in Husum.

Die Malerinnen Angelika Dering und Elisabeth Dering sowie die Schriftstellerin Ingrid Bachér sind Urenkelinnen Storms.[23] Der Journalist und Autor Peter Bachér war ein Urenkel Storms.[24]

Werk und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Storm gilt neben Theodor Fontane, Friedrich Hebbel, Wilhelm Raabe und Gottfried Keller als bedeutender Vertreter des Realismus[25] und ist vor allem für seine Novellen bekannt. Zahlreiche seiner Werke wurden in andere Sprachen übersetzt und werden heute noch aufgelegt. Die berühmte Novelle Der Schimmelreiter wird häufig als Lektüre im Deutschunterricht verwendet und wurde mehrfach verfilmt. Storm selbst schätzte seine Lyrik indes höher ein als sein Erzählwerk[26], bewertete sie äußerst selbstbewusst und sah sie als Quelle seiner Erzählungen. Dabei war er sich ihrer spätzeitlichen, philosophischen Dimension und der historisch sich ankündigenden Auflösung tradierter lyrischer Formen bewusst und bezeichnete sich als „letzten Lyriker“, der am Ende einer Entwicklungslinie von Matthias Claudius bis Heinrich Heine stehe. Vor allem in den frühen, stimmungsbetonten Erzählungen wie Immensee ist der Einfluss der Lyrik schon durch die eingestreuten Verse ersichtlich.

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Storm in den 1860er Jahren;
Ferrotypie, möglicherweise von Ferdinand Tellgmann

Wenn er über lyrische Dichtung auch keine abgeschlossene Abhandlung hinterließ, sondern sich in zahlreichen Rezensionen, Vorworten und Briefen über sie äußerte, hatte er doch klare Vorstellungen von ihrer Beschaffenheit. So war ihm das Erlebnis das Fundament des Gedichts. Lyrik komme zwar nicht ohne Bildlichkeit aus, solle aber die „Bildermacherei“ als artifizielle Abstraktion meiden und auf „das verbrauchte Personifizieren von Himmel, Wind, Wolke, Muschel [...] und anderen leblosen Gegenständen“ verzichten.[27]

Storm trat als Dichter in Erscheinung, als er 1843 im Bund mit den Freunden und Kommilitonen Tycho und Theodor Mommsen das Liederbuch dreier Freunde veröffentlichte, in dem er 44 Gedichte publizierte. Den 1851 gedruckten Sommergeschichten und Lieder(n) mit 36 Gedichten folgte 1852 der erste eigene Sammelband Gedichte, der in späteren Ausgaben stetig erweitert wurde.[28] Als Vorbilder können Joseph von Eichendorff, Heinrich Heine und Eduard Mörike gelten. Lässt man lokalpolitische Anspielungen, niederdeutsche und scherzhafte Verse – so sein bekanntes Gedicht Von Katzen – außer Acht, gehören Natur, Liebe und später der Tod zu den bestimmenden Themen seiner Lyrik. Die Stoffe und Motive sind überschaubar, die Wortwahl ist meist schlicht. Anders als bei seinem Freund Mörike ist auch die Metrik in der Regel einfach und wird vom paarweise gereimten, vierzeiligen Lied bestimmt. Storm erkannte und akzeptierte die damit verbundene Gleichförmigkeit, da ihm das Unveränderliche wesentlicher Bestandteil der Dichtung war.[29]

Theodor Fontane, der sich in seiner autobiographischen Schrift Von Zwanzig bis Dreißig teils kritisch mit dem Novellenwerk befasst und spöttisch von „lokalpatriotische(r) Husumerei“ und „Provinzialsimpelei“ geschrieben hatte,[30] zählte Storm zu den großen Lyrikern, den „drei, vier Besten, die nach Goethe kommen“. Für Georg Lukács gehörte Storm zu den „letzten großen Dichter(n) des ungebrochenen alten Bürgertums.“[31]

Vor allem seine Naturlyrik mit ihren Anklängen an die norddeutsche Küstenregion machte Storm bekannt. Zu ihr zählen die Gedichte Die Stadt und Meeresstrand, die sich in vielen Anthologien finden. Das Etikett des Heimatdichters, mit dem die Werke auch in der Zeit des Nationalsozialismus versehen wurden, trifft allenfalls auf die Hälfte seines lyrisches Schaffens zu. Die Naturgedichte lassen sich eher als Erlebnis- oder Stimmungslyrik erschließen. Anders als der Heimatbegriff gehen die von der Forschung eingeführten Kategorien auf inhaltliche Fragen ein, indem sie die Rolle lyrischen Subjekts untersuchen, das seine Gefühle und Wahrnehmungen verarbeitet.[32] In Briefen, Einleitungen und Vorworten nutzte Storm selbst diese Wendungen, um seine Dichtung zu charakterisieren. Wollte er Naturlaute oder -stimmungen ausdrücken, ging es ihm um ein subjektives Element der Wahrnehmung, nicht um die romantische Vorstellung einer Einheit von Mensch und Natur. Als Teil des aufgeklärten Bürgertums eher von Technik und Naturwissenschaft als von Metaphysik beeinflusst, sah er sich selbst als Teil der Natur, fühlte sich in seinem Erleben aber getrennt von ihr. Die Natur war nicht an sich selbst schön, sondern wurde es erst durch Einfühlung und Gestaltung. Friedrich Theodor Vischers These „das Schöne ist nicht ein Ding, sondern ein Akt“ findet sich als Echo in seinem lyrischen wie novellistischen Werk. In seiner Novelle Eine Halligfahrt etwa lässt Storm den eremitisch lebenden „alte Vetter“ sagen, die Natur könne nichts geben, „als was wir selber ihr entgegenbringen.“[33]

Storm verzichtete auf stilistisch extravagante Wendungen und kombinierte in den motivisch überschaubaren Versen häufig allgemeine und beschwörende Beschreibungen mit lakonischen Kommentaren. So in seinem Gedicht Meeresstrand: „Ich höre des gärenden Schlammes / Geheimnisvollen Ton, / Einsames Vogelrufen – / So war es immer schon.“ In seinem lyrischen Spätwerk finden sich kurze Todesgedichte, in der die Natur sich verselbständigt hat und einen eigenständigen Bezugsraum bildet, dem der Dichter zwar angerührt, aber ohne eigene Deutungen gegenübersteht. In dem düsteren Gedicht Über die Heide verknüpfte er Denken und Natur auch akustisch: „Über die Heide hallet mein Schritt; / Dumpf aus der Erde wandert es mit.“[34]

In Thomas Manns Essay Theodor Storm von 1930 steht nicht die Novellistik, sondern die Lyrik im Vordergrund, die mit vielen Zitaten und überschwänglichen Bewertungen vorgestellt wird.[35] Storms Lyrik beeindrucke durch die Kraft „der Lebens- und Empfindungsaussage“ und die ergreifende „Kunst der Formung zum Einfachen.“ Das „innerlich vielerfahren(e) Künstlertum Storms“ habe nichts zu tun „mit Simpelei und Winkeldumpfigkeit“ oder dem, was „Heimatkunst“ genannt werde.[36] Die frühen lyrischen Versuche Thomas Manns lassen mit ihrem sentimentalen Tonfall Storms Einfluss erkennen. In der von ihm selbst besonders geschätzten Novelle Tonio Kröger hat der Protagonist „ein Heft mit selbstgeschriebenen Versen“[37] und erinnert so an Reinhard, der seine Gedichte dem Pergamentband anvertraut.

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vereinzelten poetologischen Anmerkungen Storms zur Novelle zeigen eine gattungsüberschreitende Komponente. Er beschrieb die Novelle als „Schwester des Dramas“ und bemerkte, seine Novellistik sei aus seiner Lyrik „erwachsen“. Seine Novellen sollten „erschüttern“ und nicht „rühren“, ein Affekt, der durch die gewählten dramatischen Elemente erzielt wird.[38] Die Nähe seiner Erzählungen zum Drama lässt sich an der Dialogstruktur und Konstellation der Ereignisse erkennen, die an präzise Bühnenanweisungen erinnern.[39]

Karl Ernst Laage beschreibt am Beispiel der Novelle Renate, dass Storm sich den groben Inhalt eines Werkes zunächst als Szenenfolge notierte, die er vor dem inneren Auge hatte, und diese schließlich zu einer Einheit verband.[40] Als ausgesprochener „Szenenseher“ schildere er Orte und Personen ebenso plastisch wie Perspektiven und Lichtverhältnisse, was bei der Lektüre zu inneren Bildern führe und Maler sowie Illustratoren angeregt habe.[41]

In etlichen Erzählungen verarbeitete Storm unheimliche Elemente des Volks- und Aberglaubens, wobei mitunter der Einfluss des verehrten E. T. A. Hoffmann deutlich wird. Nach Auffassung Gero von Wilperts hing dies mit seiner Herkunft aus den nebelverhangenen Landschaften Norddeutschlands zusammen. Mit Marschland, Geest und Waterkant vertraut, kannte er die regionstypische Mischung aus oberflächlichem Christentum und tiefsitzendem Aberglauben.[42] Wie sein Freund Ferdinand Tönnies berichtete, sprach Storm mit ihm gern über Geheimnisvolles und glaubte an „noch unerkannte Kräfte der menschlichen Seele“. Geister- und Spukphänomene hätten für ihn nicht bloß einen poetischen Reiz. Seine Vorliebe für Gespenstisches ließ Storm bis ins hohe Alter Spukgeschichten vortragen, wenn er auch Gottfried Keller erklärte, nicht an Übernatürliches zu glauben, wiewohl „das Natürliche bei Weitem noch nicht erkannt“ sei.[43] Keller betrachtete die Sphäre des Gespenstischen nüchterner als Storm, was Thomas Mann mit dessen „gemüthafter Nachgiebigkeit gegen den heidnischen Volksglauben“ erklärte, „die dem aufgeklärt-ungläubigen Sohne des 19. Jahrhunderts freilich widerspruchsvoll genug zu Gesicht“ stehe.[44]

Nicht nur Storms Kunstmärchen wie Bulemanns Haus, Die Regentrude und seine berühmteste Novelle Der Schimmelreiter zeugen davon, sondern auch Novellen wie Renate, die das Motiv der Hexe und Draußen im Heidedorf die das des Vampirs verarbeiten sowie der Erzählreigen Am Kamin, mit dem Storm sich bereits ironisch von der traditionellen Gespenstergeschichte verabschiedete.[45] Zudem liegt eine Spukgeschichtensammlung anderer Autoren vor, die nicht veröffentlicht wurde und lange unbekannt geblieben ist. Bereits seine frühe, fragmentarisch wirkende Novelle Posthuma, die wie viele spätere Werke das Motiv der Kindfrau aufgreift, deutet bei einigen Details auf einen phantastischen Hintergrund. So fühlt der Protagonist bei einer Begegnung mit dem kränklichen Mädchen eine unbestimmte Abwehr und weiß nicht, dass es sich um den Tod handelt. Er wundert sich, dass er bei dem „elfenhaften Körper“ der jungen Frau keine Last spürt und spricht sie neckisch als „Hexe“ an.[46] Mit diesen Themen stehen seine Werke in einem Spannungsverhältnis zu den Vorgaben des poetischen Realismus.[47] Laut Gottfried Honnefelder gelang es Storm hingegen, in seinen unheimlichen Erzählungen und Märchen eine Wahrheitsebene zu schaffen, an der jeder oberflächliche Realismus „scheitert oder gar seiner Blindheit überführt wird.“[48]

Im Spätwerk Storms verschieben sich die Akzente; neue, soziale Konfliktlinien werden deutlich. Die Darstellung der Emanzipation des aufstrebenden Bürgertums gegenüber dem Adel weicht einer selbstkritischen Reflexion bürgerlicher Werte und Lebensformen. Zunehmend zeigt sich Storms Sensibilität für marginalisierte Außenseiter, Menschen aus schwierigen Verhältnissen und unteren Schichten. Novellen wie Carsten Curator, Der Herr Etatsrat und Hans und Heinz Kirch zeigen Konflikte zwischen bürgerlichem Leistungsstreben einerseits und Strukturen der bürgerlichen Familie andererseits. Seine Aufmerksamkeit gilt nun verstärkt der Lebenswirklichkeit „kleiner Leute“, wie es im Titel des 1887 veröffentlichten Erzählungsbandes Bei kleinen Leuten zum Ausdruck kommt. Im Mittelpunkt stehen abstiegsgefährdete kleine Handwerker wie Bötjer Basch, eine an ihrem Geiz scheiternde Figur wie Madame Sievert in der früheren Novelle Im Nachbarhause links, ein entlassener Strafgefangener in Ein Doppelgänger oder ausgegrenzte Sonderlinge wie die Zwei Kuchenesser der alten Zeit aus den Zerstreuten Kapiteln, eine Sammlung, die für den seriellen Druck in Zeitschriften geschrieben wurde.[49]

Gedenkstätten, Gesellschaften, Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Storm-Büste von Adolf Brütt im Husumer Schlosspark
Theodor Storm, Zeichnung von Ingo Kühl 1980

Zehn Jahre nach Storms Tod wurde an seinem Geburtstag seine von Adolf Brütt geschaffene Denkmalbüste im Husumer Schlosspark enthüllt. Die Stadt Husum ist bis heute bekannt als Graue Stadt am Meer, nach dem Storm-Gedicht Die Stadt. In Husum und im übrigen Herzogtum Schleswig spielen viele Erzählungen Storms. Zahlreiche öffentliche Einrichtungen in ganz Deutschland, darunter Plätze, Straßen und die Theodor-Storm-Schulen, sind nach ihm benannt. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger benannte den Seenotkreuzer Theodor Storm nach dem Schriftsteller.

Die Theodor-Storm-Gesellschaft hat heute etwa 1100 Mitglieder,[50] widmet sich der Erforschung seiner Werke und gibt eine eigene wissenschaftliche Zeitschrift (die „Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft“) heraus. Ihr derzeitiger Vorsitzender ist der Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn. Sie hat ihren Sitz im Theodor-Storm-Haus in der Husumer Wasserreihe.

In Heiligenstadt erinnert heute das Literaturmuseum „Theodor Storm“ an das Leben und Wirken des Schriftstellers vor Ort. Das Museum mit anschließendem Rosengarten befindet sich im sogenannten Mainzer Haus, dem im 15. Jahrhundert erbauten ältesten Gebäude der Stadt.[51]

Werkverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertonungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Franz: Ach, wär’ es nie geschehen! für Singstimme und Klavier op. 23,3 (1855)
  • Hermann Goetz: Schneewittchen für Soli, Chor und Orchester, Text: Theodor Storm (1865–1866)
  • Richard Heuberger: Ständchen für Singstimme und Klavier op. 9,3 no. 3 (1879)
  • Johannes Brahms: Über die Heide für Singstimme und Klavier, op. 86, 4 (1882)
  • Adolf Jensen: Lose für Singstimme und Klavier (1882)
  • Carl Reinecke: Weihnachtslied für Singstimme und Klavier, op. 178,5 (1884)
  • Adalbert von Goldschmidt: Über die Heide, Nelken, Albumblatt für Singstimme und Klavier
  • Wilhelm Kienzl: Meine Mutter hat’s gewollt für mittlere Stimme und Klavier, op. 39,2 (1890)
  • Max Reger: Gute Nacht für Singstimme und Klavier, Jugendlieder, no. 9. (1890/1)
  • Max Reger: Nelken für mittlere Stimme und Klavier, op. 15,3 (1894)
  • Alexander Zemlinsky: Geflüster der Nacht für Singstimme und Klavier op. 2 (1894–6)
  • Ludwig Thuille: Sommermittag für Singstimme und Klavier op. 19,2 (1900)
  • Julius Weismann: Juli für Singstimme und Klavier op. 6,7 (1901/2)
  • Franz Schreker: Wohl fühl’ ich wie das Leben rinnt für Singstimme und Klavier, op. 4, 3 (189-?)
  • Franz Schreker: Lied des Harfenmädchens für Singstimme und Klavier, op. 7,8 (1900?)
  • Max Reger: Einen Brief soll ich schreiben für Singstimme und Klavier, op. 76,8 (Schlichte Weisen) (1903–4)
  • Alban Berg: Die Nachtigall für Singstimme und Klavier (1907)
  • Erwin Schulhoff: Juli für Sopran und Klavier op. 18,3 (1911)
  • Heinrich Kaminski: Elisabeth für Singstimme und Klavier (1909/12)
  • Carl Orff: Begrabe nun dein Liebstes für Alt (oder Bariton) und Klavier, op. 3,2 (1910–20)
  • Carl Orff: Die Nachtigall für Sopran und Klavier, op. 8,1 (1910–20)
  • Alban Berg: Schließe mir die Augen beide für Sopran und Klavier (1925)
  • Othmar Schoeck: April für tiefe Stimme und Klavier, op. 35,2 (1928)
  • Ernst Křenek: Musikanten wollen wandern für mittlere Stimme und Klavier, op. 64,2 (1930)
  • Ernst Křenek: Nun ein Scherflein in der Runde für mittlere Stimme und Klavier, op. 64,5 (1930)
  • Kurt Hessenberg: Fiedellieder – Kantate nach Worten von Theodor Storm für Tenor, gemischten Chor und Orchester, op 22 (1939–1940)
  • Josef Schelb: Fünf Lieder nach Gedichten von Theodor Storm (1934–1946)
  • Kurt Hessenberg: Zehn Lieder nach Worten von Theodor Storm für Mezzosopran (oder Bariton), Klavier, Violine und Bratsche in wechselnder Besetzung (1944)
  • Kurt Hessenberg: Drei Lieder auf Texte von Theodor Storm für mittlere Stimme und kleines Orchester, op. 32a (1948)
  • Hermann Reutter: Fünf Lieder nach Gedichten von Theodor Storm für tiefe Stimme und Klavier, op. 58 (1945)
  • Bertold Hummel: Zehn Lieder nach Gedichten von Theodor Storm für mittlere Stimme und Klavier, op. 71b (1975–1983) bertoldhummel.de
  • Wilfried Hiller: Der Schimmelreiter – Zweiundzwanzig Szenen und ein Zwischengesang nach Theodor Storm (1996–1997), Libretto von Andreas K. W. Meyer
  • Wolfram Oettl: Die Regentrude – Kinderoper nach Motiven von Theodor Storm (2004), Libretto Nina Rausch

Verfilmungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sämtliche Schriften. Erste Gesamtausgabe, 6 Bände. Braunschweig 1868.
  • Gesammelte Schriften. 19 Bände. Braunschweig 1877–1889.
  • Sämtliche Werke. Neue Ausgabe, 8 Bände. Braunschweig 1898.
  • Werke. Hrsg. von Theodor Hertel, 6 Bände. Leipzig; Wien 1919.
  • Sämtliche Werke. Hrsg. von Albert Köster, 8 Bände. Leipzig 1919–1920.
  • Sämtliche Werke. Hrsg. von Peter Goldammer, 4 Bände. Berlin (Ost) 1956 (4. Auflage. Weimar 1978).
  • Sämtliche Werke. Hrsg. Christian Jenssen, Sonderausgabe Die Tempel-Klassiker, 2 Bände. Wiesbaden 1975.
  • Sämtliche Werke. Hrsg. Christian Jenssen, Sonderausgabe Die Tempel-Klassiker, 8 Bände. Dreieich 1981, ISBN 978-3-8201-0053-2.
  • Sämtliche Werke. Hrsg. von Karl Ernst Laage und Dieter Lohmeier, 4 Bände. Frankfurt am Main 1987–1988.

Briefausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkmarke der Deutschen Bundespost zum 100. Todestag
  • Theodor Storm, Constanze Storm: Briefwechsel. Hrsg. von Regina Fasold. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-503-09879-8.
  • Theodor Storm – Klaus Groth: Briefwechsel. Krit. Ausgabe. In Verbindung mit der Theodor-Storm-Gesellschaft hrsg. von Boy Hinrichs. Erich Schmidt, Berlin 1990, ISBN 3-503-03010-7.
  • Theodor Storm – Theodor Fontane: Briefwechsel. Krit. Ausgabe. Hrsg. von Gabriele Radecke. Erich Schmidt, Berlin 2011, ISBN 978-3-503-12280-6.

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Storm: Erzählungen, Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1998, ISBN 3-15-056144-2.

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Periodisch erscheinende Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Husumer Beiträge zur Storm-Forschung (HuB), Erich Schmidt Verlag Berlin
  • Storm – Briefwechsel, (StBw) Erich Schmidt Verlag Berlin
  • Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft, Boyens Verlag Heide
  • Storm-Blätter aus Heiligenstadt, Heiligenstadt

Biografische Darstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzeluntersuchungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mareike Börner: Dichtung und Wahrheit – „Immensee“. In: Mädchenknospe – Spiegelkindlein: Die Kindfrau im Werk Theodor Storms. Königshausen & Neumann, Würzburg 2009, ISBN 978-3-8260-41259
  • Heinrich Detering: Kindheitsspuren. Theodor Storm und das Ende der Romantik. Boyens, Heide 2011. ISBN 978-3-8042-1333-3.
  • Gerd Eversberg (Hrsg.): Storms erste große Liebe. Theodor Storm und Bertha von Buchan in Gedichten und Dokumenten. Boyens, Heide 1995, ISBN 3-8042-0762-6.
  • Jean Firges: Theodor Storm. Idylle und Verfall. Sonnenberg, Annweiler 2001, ISBN 3-933264-11-1. (Exemplarische Reihe Literatur und Philosophie, Bd. 09)
  • Asteris Koutoulas: Theodor Storms Novelle „Hans und Heinz Kirch“. Essay.
  • Hildegard Lorenz: Varianz und Invarianz. Theodor Storms Erzählungen: Figurenkonstellationen und Handlungsmuster. Bonn 1985.
  • Hans-Erich Teitge (Kompilator); Deutsche Staatsbibliothek (Hrsg.): Theodor-Storm-Bibliographie. 1967.
  • Theodor-Storm-Gesellschaft Husum: Die Storm-Handschriften aus dem Nachlaß von Ernst Storm. Mit der Edition des „Concepts“ zur Novelle „Der Schimmelreiter“. Hrsg. Kulturstiftung der Länder, Bundesministerium des Innern, Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein u. a., Kulturstiftung der Länder, Berlin 1999. (patrimonia 151)
  • Wulf Wülfing: „Luft ist kein leerer Wahn.“ Theodor Fontane und die Berliner Luft als Metapher für das politisch-gesellschaftliche Klima im nachmärzlichen Preußen; unter besonderer Berücksichtigung des Briefwechsels mit Theodor Storm im Jahre 1853. In: Formen der Wirklichkeitserfassung nach 1848. Deutsche Literatur und Kultur vom Nachmärz bis zur Gründerzeit in europäischer Perspektive. Bd. 1. Hrsg. v. Helmut Koopmann und Michael Perraudin unter Mitarb. v. Andrea Bartl. Aisthesis. Bielefeld 2003, S. 167–188.
  • Axel Winkler: Constanze Esmarch. Ihr Leben mit Theodor Storm. Duderstadt 2017.

Editionswissenschaftliche Untersuchungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabriele Radecke: „Schließlich die Bitte, mir das M.S. baldmöglich wiederzusenden, da es brennt“. Zur Kommentarfunktion von Briefbeilagen am Beispiel von Theodor Fontanes Briefwechseln mit Bernhard von Lepel und Theodor Storm. In: Probleme des Kommentierens. Beiträge eines Innsbrucker Workshops. Hrsg. von Wolfgang Wiesmüller. Innsbruck 2014 (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft Germanistische Reihe, Bd. 80), S. 131–146.
  • Gabriele Radecke: Beilage, Einlage, Einschluss. Zur Funktion und Differenzierung von Briefbeigaben und ihrer editorischen Repräsentation am Beispiel von Theodor Fontanes Briefwechseln mit Bernhard von Lepel und Theodor Storm. In: Brief-Edition im digitalen Zeitalter. Hrsg. von Anne Bohnenkamp und Elke Richter. Berlin, Boston 2013 (Beihefte zu editio, Bd. 34), S. 165–177.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Theodor Storm – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


Werke im Internet

Wikisource: Theodor Storm – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Ernst Laage: Theodor Storm und seine Vaterstadt Husum. Ein widersprüchliches Kapitel seiner Biografie. In: Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft. Band 54 (2005), S. 65.
  2. Walter Arnold: Schulzeit in Lübeck, Studium in Kiel und Berlin. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 4.
  3. Jochen Missfeldt: Herkunft. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 2.
  4. Karl Ernst Laage: Theodor Storm und seine Vaterstadt Husum. Ein widersprüchliches Kapitel seiner Biografie. In: Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft. Band 54 (2005), S. 65.
  5. Jörg Pottbeckers: Autobiographisches. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 283.
  6. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: Künstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 666.
  7. Harald Lönnecker: Rezensionen. In: GfbG-Nachrichten Nr. 45 – 6. Jahrgang, 2011, S. 8. Online-Version (PDF; 138 kB)
  8. Dichter. Abgerufen am 9. April 2017.
  9. Thorsten Carstensen: Der entlaufene Romantiker - Heinrich Detering untersucht Theodor Storms lebenslangen Kindheitskult: literaturkritik.de. Abgerufen am 9. April 2017.
  10. Theodor Storm - Du graue Stadt am Meer. Abgerufen am 9. April 2017.
  11. Werner Trost: Theodor Storms Sohn war Arzt in Wörth. In: Ders., Wörth am Main. Chronik einer fränkischen Kleinstadt. Band 2, Wörth 1991, S. 224–244.
  12. Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen III (I–Z). In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 22, 2003, S. 269–305, hier: S. 295 (zum in Husum geborenen und in Aschaffenburg gestorbenen Schiffsarzt und praktischen Arzt Hans Storm).
  13. Gerd Eversberg: Theodor Storm und die Fotografie auf der Seite g.eversberg.eu, abgerufen am 24. Januar 2015
  14. Regina Fasold: Im Exil in Potsdam und in Heiligenstadt. In: Christian Demandt, Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch. Leben, Werk, Wirkung. Stuttgart 2017, S. 8–9.
  15. Vgl. Georg Bollenbeck: Theodor Storm. Eine Biographie. Frankfurt am Main 1988, S. 149.
  16. Karl Ernst Laage: Storm als Kreisrichter in Heiligenstadt (1856 – 1864). In: Karl Ernst Laage: Theodor Storm zum 200. Geburtstag. Aufsätze, Untersuchungen, Dokumente. Boyens, Heide 2017, S. 70.
  17. Zit. nach: Karl Ernst Laage: Storm als Kreisrichter in Heiligenstadt (1856 – 1864). In: Karl Ernst Laage: Theodor Storm zum 200. Geburtstag. Aufsätze, Untersuchungen, Dokumente. Boyens, Heide 2017, S. 70.
  18. Zit. nach Karl Ernst Laage: Theodor Storm. Boyens, Heide 1999, S. 113.
  19. Zit. nach: Karl Ernst Laage: Storm als Kreisrichter in Heiligenstadt (1856 – 1864). In: Karl Ernst Laage: Theodor Storm zum 200. Geburtstag. Aufsätze, Untersuchungen, Dokumente. Boyens, Heide 2017, S. 71.
  20. Anne Petersen: Weltanschauliche Lyrik. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 85.
  21. Vgl. Ferdinand Tönnies: Theodor Storm. Zum 14. September 1917. Gedenkblätter, TG 10, 2008, S. 363–425.
  22. Briefwechsel Gottfried Keller
  23. Ingrid Bachér: Storm-Urenkelin und Kriegskind, wdr.de, 30. März 2018
  24. Hans-Juergen Fink, Ricarda Twellmann: Autor Peter Bachér feierte seinen 85. Geburtstag. In: Hamburger Abendblatt, 7. Mai 2012.
  25. So etwa H. A. und E. Frenzel: Daten deutscher Dichtung, Chronologischer Abriss der deutschen Literaturgeschichte. Band 2, Vom Realismus bis zur Gegenwart, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1990, S. 418–419.
  26. Andreas Ammer: Theodor Storm. Das lyrische Werk. In: Kindlers Neues Literatur Lexikon. Band 16, München 1991, S. 23.
  27. Anne Petersen: Zum lyrischen Grundverständnis Storms. In: Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 54.
  28. Gerd Eversberg: Storms Publikationspraxis. In: Storm-Handbuch. Metzler, Stuttgart 2017, S. 46.
  29. Andreas Ammer: Theodor Storm. Das lyrische Werk. In: Kindlers Neues Literatur Lexikon. Band 16, München 1991, S. 23–24.
  30. Karl Ernst Laage: Theodor Storm. Boyens, Heide 1999, S. 156.
  31. Zit. nach: Andreas Ammer: Theodor Storm. Das lyrische Werk. In: Kindlers Neues Literatur Lexikon. Band 16, München 1991, S. 23.
  32. Irmgard Roebling: Naturlyrik. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 61.
  33. Zit. nach: Irmgard Roebling: Naturlyrik. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 61.
  34. Andreas Ammer: Theodor Storm. Das lyrische Werk. In: Kindlers Neues Literatur Lexikon. Band 16, München 1991, S. 24.
  35. Marcel Reich-Ranicki: Thomas Mann als literarischer Kritiker. In: Thomas-Mann-Handbuch. Fischer, Frankfurt am Main 2005, S. 715.
  36. Thomas Mann: Theodor Storm. In: Essays. Band 3: Ein Appell an die Vernunft. Fischer, Frankfurt 1994, S. 229–230.
  37. Hermann Kurzke: Verlorene Gedichte und Dramen. In: Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk. Beck, München 2006, S. 57.
  38. Zit. nach: Christiane Arndt / Tove Holmes: Storms poetisches Selbstverständnis und der Realismus. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 317–318.
  39. Christiane Arndt / Tove Holmes: Storms poetisches Selbstverständnis und der Realismus. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 318.
  40. Karl Ernst Laage: Theodor Storm. Boyens, Heide 1999, S. 74.
  41. Karl Ernst Laage: Theodor Storm. Boyens, Heide 1999, S. 206–207.
  42. Gero von Wilpert: Die deutsche Gespenstergeschichte: Motiv, Form, Entwicklung. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 1994, S. 310.
  43. Karl Ernst Laage: Neues Gespensterbuch. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 112–113.
  44. Thomas Mann: Theodor Storm. In: Essays. Band 3: Ein Appell an die Vernunft. Fischer, Frankfurt 1994, S. 239.
  45. So Rein A. Zondergeld: Storm, Theodor. In: Lexikon der phantastischen Literatur, Suhrkamp, Phantastische Bibliothek, Frankfurt 1983, S. 236.
  46. Mareike Timm: Posthuma. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 138.
  47. Christiane Arndt / Tove Holmes: Storms poetisches Selbstverständnis und der Realismus. In: Christian Demandt und Philipp Theisohn (Hrsg.): Storm-Handbuch, Metzler, Stuttgart 2017, S. 316.
  48. Gottfried Honnefelder: In: Theodor Storm. Am Kamin und andere unheimliche Geschichten. Nachwort, Insel-Taschenbuch, Frankfurt am Main 1979, S. 158.
  49. Heinrich Detering: Storms Politik. In: Storm-Handbuch. Metzler, Stuttgart 2017, S. 37–38.
  50. Website der Storm-Gesellschaft, abgerufen am 25. Juli 2012.
  51. Karl Albert Heidenblut: Das „Maintzisch Haus“, eine mittelalterliche Haus- und Hofanlage am Heiligenstädter Stiftsberg. In: Eichsfeld-Jahrbuch 25 (2017), Duderstadt 2017, S. 51–87, hier S. 54.
  52. Immensee in der Deutschen Digitalen Bibliothek