Theodoret

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Theodoret von Kyrrhos (mittelgriechisch Θεοδώρητος ο Κύρου, * 393 in Antiochia, Syrien; † um 460 in Kyrrhos) war Bischof von Kyrrhos und ein bedeutender Theologe und Kirchenhistoriker. Er wird in den Ostkirchen als Seliger verehrt.

Theodoret trat um 415 in das Kloster Nikertai bei Apamea ein und amtierte ab 423 als Bischof in Kyrrhos. Er verteidigte die Lehren des Nestorius gegen Kyrill von Alexandrien und wurde dafür 449 auf dem Konzil von Ephesos (der so genannten „Räubersynode“) verurteilt, 451 jedoch rehabilitiert. Theodoret hinterließ eine große Anzahl von Werken, darunter insbesondere eine griechische Fortsetzung der Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea in fünf Büchern, welche die Zeit bis zum Beginn des nestorianischen Streits behandelt.

Das Werk stellt aufgrund des darin überlieferten dokumentarischen Materials zum arianischen Streit eine wichtige Quelle dar. Die Schriften Theodorets gegen Kyrill von Alexandria wurden im Rahmen des Dreikapitelstreits auf dem Zweiten Konzil von Konstantinopel im Jahre 553 verurteilt. Aufgrund der von Cassiodor im 6. Jahrhundert angeregten lateinischen Übersetzung seiner Kirchengeschichte wurde das Werk dennoch rezipiert und entfaltete in der Westkirche im Mittelalter eine erhebliche Wirkung.

Die Kirchengeschichte des Theodoret wurde im Rahmen der Kirchenväterkommission der Berliner Akademie der Wissenschaften 1911 von Léon Parmentier herausgegeben. Die zweite Auflage (1954) wurde von Felix Scheidweiler besorgt, die dritte Auflage (1998) von Günther Christian Hansen. Eine neue Ausgabe der Kirchengeschichte Theodorets ist im Rahmen der Reihe Fontes Christiani in Vorbereitung (als Herausgeber fungieren Ulrich Hamm und Mischa Meier).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]