Theologische Hochschule Friedensau

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Theologische Hochschule Friedensau
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Gründung 1899
Trägerschaft kirchlich
Ort Möckern-Friedensau
Bundesland Sachsen-Anhalt
Land Deutschland
Rektor Roland E. Fischer
Studenten 187 Stand: WS 2015/16[1]
Mitarbeiter 89, davon 61 wissenschaftliche Mitarbeiter
Website www.thh-friedensau.de

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in kirchlicher Trägerschaft mit Sitz in Friedensau, einem Ortsteil der Stadt Möckern in Sachsen-Anhalt. Sie wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1899 auf Betreiben von Ludwig Richard Conradi als „Industrie- und Missionsschule“ mit zunächst sieben Schülern in Friedensau gegründet, entwickelte sie sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer kirchlichen Bildungseinrichtung für den gesamten mittel- und osteuropäischen Raum.

In der Blütezeit bis zum Ersten Weltkrieg absolvierten jährlich bis zu 250 Personen ihre Ausbildung. Ab 1914 wurde ein Teil der Schulgebäude als Lazarett genutzt. Erst 1919 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges musste der Lehrbetrieb erneut eingestellt werden. 1943 beschlagnahmte die Wehrmacht die meisten Gebäude und richtete ein Lazarett ein.[2] Die sowjetische Armee nutzte Friedensau später ebenfalls als Lazarett. 1947 wurden die Gebäude wieder freigegeben.

In den 40 Jahren der DDR konnte sich das Theologische Seminar in Friedensau behaupten und entwickelte sich zur Hochschule, die seit 1990 staatlich anerkannt ist. Heute ist die Theologische Hochschule Friedensau neben der Hochschule für Kirchenmusik in Halle eine der beiden kirchlichen Hochschulen in Sachsen-Anhalt. Derzeit lehren neun Professoren mit ihren Mitarbeitern an der Hochschule.

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theologische Hochschule umfasst die Fachbereiche „Theologie“ und „Christliches Sozialwesen“. Folgende Studiengänge werden angeboten:

Voruniversitäres Programm:

  • Deutsch als Fremdsprache (TestDAF-Prüfung und das „Kleine deutsche Sprachdiplom“ (KDS) des Goethe-Instituts)

Die ThHF besitzt bisher nicht das Promotionsrecht. Ein eigenes Promotionsrecht wird angestrebt.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Hochschule sind neben den klassischen Abteilungen der akademischen Fächer die folgenden Institute angesiedelt[3]:

  • Historisches Archiv der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa
  • Institut für Geschichte der Siebenten-Tags-Adventisten
  • Institut für Altes Testament und Biblische Archäologie
  • Institut für Entwicklungszusammenarbeit
  • Institut für Familien- und Sozialforschung
  • Institut für Sucht- und Abhängigkeitsfragen
  • Institut für Musiktherapie
  • Institut für Kirchenmusik
  • Institut für Sprachen
  • Missionswissenschaftliches Institut
  • An-Institut für kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung
  • An-Institut für Weiterbildung
  • An-Institut für Religionsfreiheit

Die Hochschulbibliothek umfasst ca. 120.000 Einheiten und kann 53 Stunden pro Woche kostenlos genutzt werden.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den regelmäßig erscheinenden Publikationen zählen

Bekannte Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Duhr: Die Bibliotheken freikirchlicher theologischer Seminare in der SBZ/DDR 1945–1990. Dargestellt an den Bibliotheken der Theologischen Seminare in Friedensau bei Magdeburg und Buckow bei Berlin. Magisterarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, 2007 (online).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierende an Hochschulen. Wintersemester 2015/2016 (= Fachserie 11, Reihe 4.1 – endgültige Ergebnisse), 2. September 2016, S. 79.
  2. Stefan Duhr, Ralph Köhler: Bewegte Geschichte und Gegenwart. Die Bibliothek der Theologischen Hochschule Friedensau. In: Johannes Hartlapp, Stefan Höschele (Hg.): Geschichte – Gesellschaft – Gerechtigkeit. Festschrift für Baldur Edmund Pfeiffer zum 70. Geburtstag. Frank & Timme, Berlin 2007, ISBN 978-3-86596-149-5, S. 51–62, hier S. 52.
  3. Institutübersicht auf der Website der Hochschule

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 12′ 42″ N, 11° 59′ 3″ O