Thermocycler

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Unter Thermocycler bzw. Thermozykler, auch PCR-Block genannt, versteht man ein Gerät, das in der Lage ist, die Temperaturzyklen einer Polymerase-Kettenreaktion (PCR) selbständig durchzuführen.

Aufbau und Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein typischer PCR-Zyklus besteht aus einem Denaturierungsschritt, gefolgt von der Primerhybridisierung (engl. primer annealing) und der Elongation. Meist wird bei einem PCR-Lauf dieser Zyklus etwa 20–45 mal durchlaufen. Die Reaktionslösungen (PCR-Ansätze mit Volumina zwischen 5 und 100 µl) werden häufig in kleinen Mikroreaktionsgefäßen durchgeführt. Um Verdunstung zu verhindern, schichtete man früher Mineralöl über die Versuchsansätze, heutzutage ist das Problem durch auf bis zu 100 °C beheizbare Deckel weitestgehend gelöst. Der Thermocycler ermöglicht eine vollautomatisierte Durchführung verschiedener temperaturabhängiger Reaktionen (PCR, Restriktionsreaktionen, Ligationensschritte, und vieles mehr). Für manche Anwendungen, wie beispielsweise die Real Time Quantitative PCR gibt es spezielle Thermocycler, die mit optischen Systemen zur Fluoreszenzanregung und Fluoreszenzmessung ausgestattet sind. Das Einbinden des Gerätes in so genannte High Throughput Experimentations zum Analysieren großer Probenzahlen in „Robotorstraßen“ (z. B. im Rahmen von Wirkstoffanalysen) ist schon heute weit verbreitet. Hohe Prozessraten bei kleinen Probenmengen können auch mit Hilfe von Chip-Thermocyclern erreicht werden. Durchfluss-Thermocycler erlauben die schnelle serielle Prozessierung größerer Probenserien im Nanoliterbereich, was vor allem für miniaturisierte DNA-Analysesysteme interessant ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thermocycler – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien