Thiézac

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Thiézac
Tiesac
Thiézac (Frankreich)
Thiézac
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Cantal
Arrondissement Aurillac
Kanton Vic-sur-Cère
Gemeindeverband Cère et Goul en Carladès
Koordinaten 45° 1′ N, 2° 40′ OKoordinaten: 45° 1′ N, 2° 40′ O
Höhe 673–1.565 m
Fläche 41,70 km2
Einwohner 610 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km2
Postleitzahl 15800
INSEE-Code
Website Thiézac

Kirche Saint-Martin

Thiézac (okzitanisch: Tiesac) ist ein französischer Ort und eine Gemeinde mit 610 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Cantal in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Thiézac gehört zur historischen Region des Carladès.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Thiézac liegt in einer Höhe von ca. 800 m ü. d. M. am Fluss Cère. Die Entfernung nach Aurillac beträgt ca. 25 km (Fahrtstrecke) in südwestlicher Richtung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 1.555 1.992 1.526 1.086 614 614

Der Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert resultiert im Wesentlichen aus dem Mangel an Arbeitsplätzen infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Thiézac diente jahrhundertelang den ausschließlich landwirtschaftlich orientierten und sich selbstversorgenden Weilern (hameaux) und Einzelgehöften in der Umgebung als Handwerks-, Handels- und Dienstleistungszentrum. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine nicht unbedeutende Rolle für das Wirtschaftsleben des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Geschichte des Ortes ist nur wenig bekannt. Der Überlieferung zufolge sollen sich bereits im 6. Jahrhundert christliche Eremiten in der Grotte Saint-Michel niedergelassen haben.

Im 15. Jahrhundert soll hier die Muttergottes einigen Pilgern erschienen sein. In dieser Zeit entstand auch die örtliche Pfarrkirche. Im Jahr 1643 erhob der französische König Ludwig XIII. das Carladès zur Grafschaft und gab es der in Monaco residierenden Familie Grimaldi zum Lehen; diese verwaltete es bis zum Ausbruch der Französischen Revolution.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtskapelle Notre-Dame de Consolation
Innenansicht
  • Die gotische Pfarrkirche (Église Saint-Martin) war ehemals eine Prioratskirche und stand in Abhängigkeit zur Abtei von Aurillac. Der auf der Nordseite befindliche oktogonale Glockenturm steht in der Tradition auvergnatischer Kirchen des Mittelalters. Im rippengewölbten Kirchenschiff befindet sich die polychromierte Statue eines gegeißelten Christus (Ecce homo); der spätbarocke Altarretabel mit seinen gedrehten Säulen zeigt Anklänge an den spanischen Stil der Churriguerismus. Die Kirche ist seit dem Jahr 1976 als Monument historique anerkannt.[1]
  • Die oberhalb des Ortes stehende Wallfahrtskapelle Notre-Dame de Consolation ist ein schlichter Bau des ausgehenden Mittelalters. Das niedrige Tonnengewölbe im Innern ist mit 'naiven' Barockmalereien geschmückt; an den Wänden hängen zahlreiche Votivtäfelchen. Der Bau ist seit dem Jahr 1980 als Monument historique anerkannt.[2]
  • Im Wald verborgen liegt die Chaumière de Granier, eine binsengedeckte restaurierte Wohnscheune aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.
  • In der waldreichen Umgebung gibt es mehrere Wanderwege, die auch an Wasserfällen (z. B. Cascade de Faillitoux, Cascade de Malbec, Cascade de la Roucole) vorbeiführen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thiézac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Saint-Martin, Thiézac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Chapelle Notre-Dame de Consolation, Thiézac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)