Thiergarten (Bayreuth)

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(Unter)Thiergarten

Thiergarten ist ein Ortsteil der Stadt Bayreuth.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Thiergarten liegt im Süden der Stadt. Er gliedert sich in den Teilbereich Oberthiergarten mit dem Jagdschloss Thiergarten und das im Tal gelegene (Unter)Thiergarten. Die bis 1976 selbstständige Gemeinde umfasste ferner die Ortsteile Sorgenflieh, Römersberg, Destuben, Rödensdorf, Heinersberg, Bauerngrün, Krodelsberg und Weiherhaus.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits um 1390 ist die Ortslage unter dem Namen „Breitengraß“ im Landbuch des Landschreibers Pfarrer Paul aus Kasendorf erwähnt.[2] Breitengraß bestand im 17. Jahrhundert aus einem Bauernhof, einem „Söldengut“, einem Jägerhaus mit „Wirtschaftsgerechtigkeit“, einer Schmiede und einer Ziegelhütte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg blieb der Ort unbewohnt und verfiel.[3]

Nachdem das Gebiet den Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth schon längere Zeit der Jagd gedient hatte, ließ Markgraf Christian Ernst oberhalb des Ortes ein erstes Jagdschlösschen errichten. 1715 wurde es von seinem Nachfolger Georg Wilhelm durch das nach wie vor erhaltene Jagdschloss Thiergarten ersetzt.[4] Etwa einen Kilometer abseits des Schlosses ließ der Markgraf im Tal des Tappert eine Stallung und ein Forsthaus errichten. Sie bildeten die Keimzelle des heutigen Ortsteils (Unter)Thiergarten.

Das Schloss und die Stallungen sowie mehrere Weiher lagen in einem umzäunten Jagdareal, dessen Zaun Christian Ernst durch eine massive Mauer, die von sechs Toren durchbrochen war, ersetzen ließ. Hauptzugang war das mit Skulpturen des Bildhauers Elias Räntz prächtig gestaltete Bayreuther Tor. Die Reste des Ortes Breitengraß verschwanden im Zuge der Umgestaltung des Areals zu einem barocken Jagdgarten.

Im Thiergarten wurden vor allem Damhirsche gehegt und gejagt, auch gab es einen 45 Tagwerk Land umfassenden Fasanengarten. Der letzte Markgraf Karl Alexander ließ aus Desinteresse an der Jagd das Gelände teilweise zerstören.

Am 1. Juli 1976 schloss sich die Gemeinde Thiergarten der Stadt Bayreuth an.[1] Zu diesem Zeitpunkt umfasste sie mehr als dreißig landwirtschaftliche Betriebe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Thiergarten liegt abseits der Hauptverkehrsachsen. Sie wird von den Linien 312 (und teilweise 315) des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) erschlossen.

Sorgenflieh[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der preußische Hauptmann von Reiche erbaute 1801 bachaufwärts einen kleinen Landsitz, den er Sorgenflieh nannte. Er war Verfasser eines Buchs über Bayreuth und eines Stadtplans.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten. Gondrom, Bindlach 1993, ISBN 3-8112-0809-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 94
  2. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 36
  3. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 91
  4. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 92