Thilo Henrik Schrödel

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Thilo Henrik Schrödel (* 16. März 1973 in München) – auch bekannt unter dem Pseudonym „Der Schwede“ – ist ein deutsch-schwedischer Schauspieler, Moderator, Sprecher, Autor und Kommunikationswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da seine Mutter aus Malmö in Südschweden stammt, besitzt Schrödel neben der deutschen auch die schwedische Staatsbürgerschaft. Dies brachte ihm im Freundeskreis den Spitznamen „Alter Schwede“ und später verkürzt nur noch „Schwede“ ein. In seiner Tätigkeit als Moderator benutzte er später diesen Spitznamen als Künstlernamen.

TV-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine schauspielerische Karriere begann Schrödel bereits im Alter von acht Jahren, nachdem er und sein älterer Bruder Tobias 1981 für die Kinder-Mystery-Serie „Anderland“ gecastet und als Darsteller verpflichtet wurden. Es folgten weitere Rollen als Kinderdarsteller im deutschen Fernsehen und auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper. Bis heute ist Schrödel in unregelmäßigen Abständen als Schauspieler tätig. Mitgewirkt hat er unter anderem bei: „Tatort“, „Der Fahnder“, „Der Bergdoktor“, „Wildbach“, „Aus heiterem Himmel“, „Frauenarzt Dr. Markus Merthin“, „Ein Bayer auf Rügen“, „Tierarzt Dr. Engel“ oder „Die Rosenheim-Cops[1]. Des Weiteren war er in einem Werbespot für die irische Biersorte „Harp“ zu sehen, der allerdings nur in Irland ausgestrahlt wurde.

Moderation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Moderation gelangte Schrödel durch sein Studium der Kommunikationswissenschaft an der LMU München, währenddessen er mithalf, den Aus- und Fortbildungskanal Radio M94.5 aufzubauen. Mit seinen befreundeten Kommilitonen Raphael Rossmann und Mike Hager produzierte er auf diesem Sender von Juni 1996 bis Dezember 1997 die wöchentliche Comedy-Show „Die Stunde der Abrechnung“ unter dem Pseudonym „Der alte Schwede“. Die Sendung avancierte zum Geheimtipp der Münchner Radioszene[2] und führte zu einem CD-Release im Januar 1998, welcher in der Satire-Zeitschrift „Titanic“ erstaunlich gute Kritiken einfuhr[3].

Dies erweckte die Aufmerksamkeit von Fernseh-Moderator und Radio-Comedy-Legende Jochen Bendel (Ruck Zuck, Dr. Ben), welcher die drei für die Morning-Show „Bendel & Co“ auf Energy München 93,3 anheuerte. Hier war Schrödel von Oktober 1997 bis Dezember 1998 als Co-Moderator und Comedy-Autor tätig. Anschließend arbeitete er vier Jahre für das erfolgreichste Privat-Radio Deutschlands „Antenne Bayern“ als Comedy-Autor und Sprecher. Gleichzeitig schuf er wiederum zusammen mit Jochen Bendel Comedy-Serien für den bundesweiten Jugendsender „Megaradio“ wie zum Beispiel „Castle Pentium“ mit Roberto Blanco als Sprecher des König Bios.

Nachtfalke und Big Brother[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die freundschaftliche Zusammenarbeit mit Jochen Bendel gipfelte 2003 in der Live-Latenight-Show „Nachtfalke“ auf dem wiedererweckten Privatsender Tele 5. Zuerst als trashige Latenight-Show konzipiert, konzentrierte sich der „Nachtfalke“ nach einem Monat auf die Zweitverwertung des RTL II-Formates „Big Brother – The Battle“ (Staffel 4). Hierbei wurde die Tageszusammenfassung von RTL II wiederholt und kritisch kommentiert, live in das Big Brother-Haus in Köln geschaltet und per Telefon Feedback mit Fans und Zuschauern gepflegt. Darüber hinaus wurden ehemalige Bewohner als Gäste in die Sendung eingeladen.

Die Einbindung des Big Brother-Formates verhalf dem „Nachtfalken“ zu relativ guten Quoten auch wenn dadurch die Inhalte der Sendung erheblich eingeschränkt wurden. Trotzdem versuchten Bendel und „Der Schwede“ den anarchischen Charakter der Sendung beizubehalten durch „Prank-Calls“, eingespielte Sketche oder unorthodoxes Umgehen mit den Gästen. Bis heute wird der „Nachtfalke“ mit dem Big Brother-Format assoziiert, obwohl – neben dem „Ur-Nachtfalke“ auch andere RTL II-Formate verarbeitet wurden wie „Fame Academy“ oder „Frauentausch“. Allerdings führte die fünfte Big Brother-Staffel – welche ein ganzes Jahr dauerte – dazu, dass für dieses tägliche Live-Format weitere Moderatoren angeheuert werden mussten. So avancierte Thilo Henrik Schrödel vom Sidekick von Jochen Bendel zum Co-Moderator von z. B. Mandana Naderian, Simon Krätschmer oder Dennie Klose und moderierte als einziger Nachtfalke-Präsentator über 500 Sendungen bis zur Einstellung der Show im September 2005.

Schrödel blieb auch später dem Big Brother-Franchise treu und begleitete die achte bis elfte Staffel sowie die erste Staffel Promi Big Brother als verantwortlicher Redakteur für den Premiere bzw. SKY-Big Brother-Kanal.

Comedy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Punchlines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 moderiert Schrödel die Stand-up-Comedy-Show „Punchlines“ aus dem Münchner Boxwerk auf München TV.

Stand Up Migranten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Comedy-Show „StandUpMigranten“ auf Einsplus erstellte er 2014 komische Zuspieler mit Abdelkarim und Marek Fis.

Lehraufträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thilo Henrik Schrödel besitzt einen Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Universität Passau und hält dort Seminare über Comedy in TV und Werbung[4].

Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinter der Kamera ist Thilo Henrik Schrödel auch als Autor tätig. So schrieb er vier Jahre Moderationen und Texte für Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf, Gülcan Kamps oder Collien Ulmen-Fernandes bei den Musiksendern VIVA und MTV. Des Weiteren verfasste er 2007 die Texte für das österreichische Reality-Format „Das Traumhaus“ (ATV) sowie 2009 Comedy-Texte für das Stermann & Grissemann-Format „Im Anschluss: Neues aus Waldheim“ auf SKY.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [//http://www.imdb.com/name/nm0775632/?ref_=fn_al_nm_1 Thilo Schrödel - Actor.] Website von IMDB. Abgerufen am 7. März 2016.
  2. Jetzt wird abgerechnet – Kampf dem Radio-Einheitsbrei! In: Prinz München. Nr. 7, 1997, S. 5.
  3. Hans Mentz: Humor Kritik. In: Titanic. Nr. 11, 1997, S. 51.
  4. [//http://www.ifkw.uni-muenchen.de/personen/lehrbeauftragte/schroedel_thilo/index.html Thilo Henrik Schrödel, M.A. Lehrauftrag Kommunikationsmarketing und Werbung - Lehrauftrag Praxis des Journalismus.] Website des IFKW. Abgerufen am 7. März 2016.