Thom Hartmann

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Thom Hartmann 2010

Thomas Carl „Thom“ Hartmann (* 7. Mai 1951 in Lansing, Michigan) ist ein US-amerikanischer Journalist, Autor und Radiomoderator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thom Hartmann wurde als Thomas Carl Hartmann 1951 in Lansing, Michigan als eines von vier Kindern geboren. Seine Vorfahren kamen aus Norwegen, Wales und England. Er studierte an der Michigan State University Elektrotechnik.[1] Er ist mit Louise Hartmann verheiratet und hat drei Kinder.[2] Eines seiner Kinder[3] und er haben eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Hartmann engagiert sich für die weltweit agierende deutsche gemeinnützige Organisation Salem International.[4] 1978 gründete er gemeinsam mit seiner Frau das New England Salem Children's Village für misshandelte Kinder am Stinson Lake in Rumney, New Hampshire. 1979 gründeten sie zusammen The Hunter School, ein Internat für ADHS-Kinder in Rumney.[5][2]

In den 1970er und 1990er Jahren unterrichtete er regelmäßig als NLP-Trainer in Kursen Konzentrations- und Meditationstechniken. Zu diesem Thema hat er sowohl in den USA als auch in Europa zahlreiche Vorträge gehalten.

Hartmann ist Gründer mehrerer Unternehmen und ist als Unternehmensberater für Marketing und Werbung tätig.

Journalist und Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartmann arbeitete mehrere Jahre als Journalist und erhielt unter anderem den Jesse H. Neal Award für seine Berichterstattung.

Hartmann veröffentlichte zahlreiche Artikel und Bücher über politische und zeitgeschichtliche Themen sowie zu Gesundheitsthemen. Ferner ist er Autor mehrerer Romane.

In seinen Büchern über ADHS stellt er die Hypothese auf, dass ADHS keine Krankheit, sondern eine genetische Besonderheit ist, die bis zu den Jägern und Sammlern der Steinzeit zurückzuführen sei. Hartmann erstellte als Metapher die Hunter/Farmer-Theorie und erklärte damit, dass ADHS neben Nachteilen diverse Vorteile mit sich bringe und somit auch als Gabe angesehen werden kann.

Das Ziel seiner ADHS-Bücher ist es, den Betroffenen mit ihren Angehörigen im Alltag zu helfen und ihnen eine neue Perspektive zu bieten, die Besonderheiten von ADHS zu nutzen. Sie erhielten somit eine Alternative zur bisher unbewusst bevorzugten Anpassung an die „Farmer-Welt“.

In dem Buch Ultimate Sacrifice (2006) spekulieren Lamar Waldron und Thom Hartmann darüber, ob John F. Kennedy von der Mafia umgebracht wurde.[6][7]

Radiomoderator[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thom Hartmann (2004)

Hartmann ist einer der führenden Moderatoren des Progressive Talk Radios mit liberal ausgerichteten Talkshows. Das Fachmagazin Talkers platziert ihn unter den zehn einflussreichsten Talkmastern in den USA.[8][9]

The Thom Hartmann Program startete 2009 und wurde bis Ende 2012 vom Radionetzwerk Air America ausgestrahlt. Heute wird die Show von Westwood One US-weit verteilt und täglich US-weit von UKW- und Mittelwellenstationen gesendet. Auch das Pacifica Network überträgt die Sendung.[9] Parallel wird sie auf Youtube und Free Speech TV gestreamt. Live wird auch in Sirius XM Satellite Radio übertragen. Zu den regelmäßigen Gästen seiner Show gehört u. a. der US-Senator Bernie Sanders. Es werden Gäste aus dem gesamten politischen Spektrum eingeladen.[10]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Auswahl der ins Deutsche übersetzten Bücher Hartmanns:

  • Eine andere Art, die Welt zu sehen. Schmidt-Römhild, Lübeck 1997, ISBN 3-7950-0735-6.
  • ADHS als Chance begreifen. Schmidt-Römhild, Lübeck 2004, ISBN 3-7950-0792-5.
  • ADD: Veränderungen selbst bewirken. Schmidt-Römhild, Lübeck 2000, ISBN 3-7950-0762-3.
  • Unser ausgebrannter Planet. Von der Weisheit der Erde und der Torheit der Moderne. Riemann Verlag März 2000, ISBN 3-570-50011-X.
  • Der Weg des Propheten. Verlag Via Nova, Petersberg 2000, ISBN 3-928632-71-X.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007: 11th Hour – 5 vor 12Dokumentarfilm von und mit Leonardo DiCaprio, USA, 91 Minuten (Thom Hartmann als er selbst)
  • 2014: Pay 2 Play: Democracy’s High Stakes – Dokumentarfilm von und mit John Wellington Ennis, USA, 87 Minuten (Thom Hartmann als er selbst)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thom Hartmann – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thom Hartmann: Who's Who in America, 63rd Edition.
  2. a b Thom Hartmann: Biography. Website von Thom Hartmann, abgerufen am 18. Februar 2017 (englisch).
  3. Kerstin Krupp: Ein US-Experte vermutet, daß in Kindern, die Probleme mit der Aufmerksamkeit haben, ein Talent aus der Urzeit fortlebt: Kleine Jäger in einer Welt voller Bauern. In: Berliner Zeitung, 8. Juli 1998, abgerufen am 18. Februar 2017.
  4. Warum SALEM unterstützen? Website der Salem International gemeinnützige GmbH, abgerufen am 19. Februar 2017.
  5. Louise Hartmann: Please Help the Salem Children's Village If You Can... Website von Thom Hartmann, 29. Dezember 2009, abgerufen am 18. Februar 2017 (englisch).
  6. Ultimate Sacrifice. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  7. Ultimate Sacrifice. Abgerufen am 18. Februar 2017 (englisch).
  8. 2016 Talkers Heavy Hundred 1–25. In: talkers.com. Abgerufen am 18. Februar 2017 (amerikanisches englisch).
  9. a b Thom Hartmann - KXRO News Radio. In: KXRO News Radio. (kxro.com [abgerufen am 18. Februar 2017]).
  10. Thom Hartmann Program | 91.3 KBCS. Abgerufen am 18. Februar 2017 (amerikanisches englisch).