Thomas Bock (Architekt)

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Thomas Bock (* 16. Februar 1957 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Architekt und Professor für Automatisierung und Robotik im Bauwesen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Bock absolvierte 1976 sein Abitur am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen an der Donau. Er studierte von 1977 bis 1983 Bauingenieurwesen (2 Jahre) und Architektur an der Universität Stuttgart. Ausgezeichnet mit einem Fulbright-Stipendium studierte er von 1981 bis 1982 am IIT - Illinois Institute of Technology in Chicago. Seine dortige Abschlussarbeit Multi Use High Rise Building for Downtown Chicago (Myron Goldsmith, Fazlur Khan) wurde mit dem „Best USA thesis award“ der Harvard University in Boston ausgezeichnet. Im Anschluss arbeitete er bei Larry Bell am Environmental Center der Universität Houston an der Entwicklung einer Weltraumstation der NASA mit. Er absolvierte Praktika bei Frei Otto, Jean Prouvé und Fazlur Khan. Während seiner Studienzeit am IIT fiel ihm eine Broschüre des „Sekisui Heim M1“, eines in industrieller Produktion hergestellten Fertighauses des japanischen Herstellers Sekisui House in die Hände. Dies inspirierte ihn, nach Japan zu gehen, um dort die Industrialisierung und Robotik im Bauwesen zu studieren.[1] Von 1984 bis 1989 war er Stipendiat des japanischen Kultus- und Wissenschaftsministeriums und promovierte zum Thema A Study on Robot-oriented construction and building system bei Uchida an der Universität Tokio zum „Kogaku hakushi“ (jap. 工学博士, eng. Doctor of Engineering).[2] Nach einem kurzen Forschungsaufenthalt am CNRS - Centre national de la recherche scientifique in Paris erhielt er 1989 mit 32 Jahren einen Ruf auf die Professur für Automatisierung im Baubetrieb an der Bauingenieurfakultät der Universität Karlsruhe (TH) (ab 2009: Karlsruher Institut für Technologie). 1990 gründete er das Steinbeis-Transferzentrum für Robotik im Bauwesen.

1997 wechselte er von Karlsruhe an die TU München als Ordinarius für Baurealisierung und Bauinformatik (jetzt: Baurealisierung und Baurobotik).

Er ist seit 1996 Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung AV Edo-Rhenania zu Tokio, eine dem CV befreundete Verbindung.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Bock gilt als international gefragter Spezialist für innovative Bautechniken, insbesondere für Automatisierung und Robotik mit mehr als 300 Publikationen in Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch und Russisch (Stand 2011).[3]

Er erhielt Beratungsaufträge für die Generaldirektion XIII (Telekommunikation, Informationsmarkt und Nutzung der Forschungsergebnisse) der Europäischen Kommission und für den Wohnungsbau des japanischen Ministerium für Internationalen Handel und Industrie. Er ist Gutachter für das China Research Grants Council seit 1998, sowie das National Council of Engineering Sciences of Canada seit 2004.

Bock ist seit 2001 Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, seit 2002 der Akademie für Informatik Weißrusslands, sowie Mitglied der Robotics Society of Japan. Er war von 2003 bis 2007 Vorsitzender der Studiengemeinschaft Fertigbau Wiesbaden und von 2004 bis 2007 Präsident der IAARC - International Association for Automation and Robotics in Construction. Er ist Redaktionsmitglied der wissenschaftlichen Fachzeitschriften Automation in Construction (Elsevier Science Publishers B.V.), International Journal of Strategic Property Management (IJSPM) (Technische Universität Vilnius), Journal of Civil Engineering and Management (Technische Universität Vilnius), The International Journal of Construction Management (The Chinese Research Institute of Construction Management) und Robotica (Cambridge University Press).

Geehrt wurde er 2003 mit dem Titel eines Ehrenprofessors,[4] welcher in Russland auch die Ehrendoktorwürde einschließt, der Südrussischen Staatlichen Technischen Universität (SRSTU) in Nowotscherkassk, 2008 mit dem IAARC Richard L. Tucker - Yukio Hasegawa Award, sowie 2011 mit einer Verdienstauszeichnung des japanischen Außenministers.[5] Seit 2007 ist er Fellow an der Ingenieurfakultät der Universität Tokio.[6] Für 2017 wurde Bock der Eugen-und-Ilse-Seibold-Preis zugesprochen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Bock: „My impression of Sekisui Heim M1“ (PDF; 85 kB), München, 2005
  2. Doctoral Dissertation Database, The University of Tokyo, 29. März 1989
  3. „Veröffentlichungen Thomas Bock“, Lehrstuhl für Baurealisierung und Baurobotik, TUM
  4. „Auszeichnungen - Ehrenprofessur für Thomas Bock“ (PDF; 146 kB), Pressestelle TUM 2003
  5. „Verdienstauszeichnung des japanischen Außenministers“, Lehrstuhl für Baurealisierung und Baurobotik, TUM 2011 (Memento vom 21. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
  6. „Fellows“ (Memento vom 13. März 2012 im Internet Archive) (PDF; 1,3 MB), School of Engineering, The University of Tokyo, 2011