Thomas Boehm (Immunologe)

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Thomas Boehm (* 21. Juli 1956 in Gelnhausen) ist ein deutscher Immunologe. Er ist einer der Direktoren am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg im Breisgau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boehm absolvierte sein Studium der Medizin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er wurde 1982 promoviert und arbeitete anschließend als Forschungsassistent in der Kinderheilkunde und der Biochemie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. 1988 habilitierte er sich für das Fach Biologische Chemie. Von 1987 bis 1991 war er zunächst Gastforscher, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter am Laboratory of Molecular Biology der Universität Cambridge. 1991 erhielt er eine Professur an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und 1994 eine gemeinsame Professur an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Seit 1998 ist er einer der Direktoren am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg im Breisgau.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boehm befasst sich mit der Evolution des Immunsystems, der Entwicklung des Thymus und den Beziehungen zwischen Lymphozyten und dem Stroma. Er konnte wegweisende Fortschritte in der Erforschung des Thymus erzielen. Mithilfe vergleichender Untersuchungen verschiedener Tierarten konnten wesentliche Eigenschaften der Immunsysteme aller Wirbeltiere identifiziert werden – insbesondere die Struktur des Immunsystems und die Grundlagen seiner Anpassungsfähigkeit. In seinem Labor wurden Steuerungsmechanismen aufgeklärt, die die Reifung und Differenzierung der Immunzellen bewirken. Auch gelangen erfolgreiche Experimente mit der Herstellung künstlicher Thymusdrüsen. Jüngere Arbeiten befassen sich mit Entwicklung und Funktion genetischer Netzwerke, die für die Immuntoleranz bei Antigenerkennung in Wirbeltieren und Wirbellosen erforderlich sind.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Preise. (PDF) In: Deutsches Ärzteblatt vom 6. Oktober 1988
  2. Liste der Leibniz-Preisträger 1986–2013 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (dfg.de); abgerufen am 9. Januar 2014
  3. Mitgliedseintrag von Thomas Boehm bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 9. Januar 2014.
  4. Thomas Boehm bei der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (haw.uni-heidelberg.de); abgerufen am 9. Januar 2014
  5. Preisträger 2014 – Der Medizin neue Möglichkeiten eröffnen bei der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung (jung-stiftung.de); abgerufen am 9. Januar 2014