Thomas C. Zinke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Thomas C. Zinke 2016

Thomas Christoph Zinke (meist Thomas C. Zinke oder Thomas Zinke; * 20. Mai 1967 in München[1]) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss an das Abitur 1988 leistete Thomas Zinke bis 1990 seinen Zivildienst am Klinikum München-Großhadern.[1] Von 1990 bis 1994 absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Akademie für darstellende Kunst Ulm (AdK). Nach verschiedenen Stationen – darunter am Theater Trier – war er in der Spielzeit 1996/97 Ensemblemitglied des Städtetheaters Dinkelsbühl, wo er so unterschiedliche Bühnenfiguren wie Das tapfere Schneiderlein (1996) und den „Mandelstam“ in Carl Sternheims Die Hose gestaltete. Von 1997 bis 2000 war Thomas Zinke dann am Tiroler Landestheater Innsbruck fest engagiert. Dort war er 1997 in bekannten klassischen Rollen wie die „Viola“ und ihren Zwillingsbruder „Sebastian“ in Was ihr wollt von William Shakespeare oder der „Razmann“ in Friedrich Schillers Die Räuber zu sehen, aber auch als „Dilldapp“ in Tankred Dorsts Kinderstück Wie Dilldapp nach dem Riesen ging (1998) oder als Karl Valentin in Karl Valentin und Liesl Karlstadt (1999).[2]

Ab 2001 spielte Zinke bei der bremer shakespeare company, bis 2006 als festes Ensemblemitglied und seither regelmäßig als Gast. Zu den klassischen Shakespeare-Rollen, die er gestaltete, gehören der „Graf von Kent“ in König Lear (2001), „Capulet“ und „Benvolio“ in Romeo und Julia (2001), „Lysander“ in Ein Sommernachtstraum (2002), „Rodrigo“ in Othello (2002) sowie die Titelfiguren von Coriolan (2003) und König Johann (2004).[3]

Berufsbegleitend absolvierte Thomas C. Zinke von 2005 bis 2011 an der Universität Bremen noch ein Studium der Erziehungswissenschaften.[1]

Ab 2006 freischaffend als Schauspieler tätig[3], war er für einige Stücke an verschiedenen Bühnen engagiert. In drei Stücken spielte er unter der Regie von Andreas Kloos: Für die Produktionen des Theaters Kiel gestaltete Zinke 2008 den „Wachtmeister Dimpfelmoser“ in Der Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler und 2009 alle drei Geister in Eine Weihnachtsgeschichte nach der Vorlage von Charles Dickens, und am Theater Bielefeld gab er 2013/2014 den „Professor Tibatong“ in Urmel aus dem Eis von Max Kruse. Und er war 2013 im Musiktheater zu sehen, und zwar an der Hamburgischen Staatsoper in Der Meister und Margarita.

Im Jahr 2007 inszenierte Zinke im Blaumeier-Atelier Bremen das von ihm und Benjamin Krause entwickelte Maskenstück Ja, ich will!, in der er auch selbst als Pastor und Hausmeister agierte.[4] Im Herbst 2011 ging er mit einem szenischen Maskenspiel auf eine Reise durch Deutschland, um auf die bevorstehende Sonderausstellung Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand in der Kunsthalle Bremen aufmerksam zu machen. Mit Christian Bergmann teilte er sich dabei die Rolle des Malers Edvard Munch.[5]

Vor allem aber trat er ab 2010 mit seiner eigenen Literaturreihe auf. Unter dem Titel Zinke liest – Wer nicht lesen will, muss hören! Für diese szenischen Lesungen bearbeitete er von Johann Wolfgang von Goethe bis Robert Gernhardt alles, was sich reimt oder in Prosa geschrieben steht. Seit 2012 arbeitete er dabei mit dem Pianisten Hauke Scholten zusammen und erweiterte sein Programm um „Lesungen mit Musik“. Unter anderem produzierten sie für das Konzerthaus Die Glocke in Bremen mehrfach die Kinder-Lesungen mit Musik, und ab 2013 auch die literarisch-musikalischen Theaterabende Heinz Erhardt erklärt die Welt: Warum die Zitronen sauer wurden und „Es pocht das Herz, die Backen glüh'n“ – Liebe in Wort und Musik von Goethe bis Georgette Dee.[2]

In der Spielzeit 2017/18 ist Thomas C. Zinke wieder festes Mitglied in einem Schauspielensemble – und zwar am Theater & Philharmonie Thüringen mit den Spielstätten Altenburg und Gera. Dort spielt er unter der Regie von Manuel Kressin den „Otto Kringelein“ in der Bühnenfassung von Vicky Baums Menschen im Hotel.[2]

Neben seinen Theaterarbeiten war und ist der Schauspieler auch in Werbe- und Industriefilmen zu sehen oder als Sprecher in Dokumentarfilmen zu hören.[2]

Thomas C. Zinke lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Bremen.[1]

Bühnenrollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Stück Rolle Regie Theater
1994 Jagdszenen aus Niederbayern Abram Yvonne Racine Akademietheater Ulm
1994 Aladdin und die Wunderlampe Großwesir Regina Noelke Theater Trier
1995 Ein Sommernachtstraum Handwerker Karin Beyer Theater Neu-Ulm
1996 Das tapfere Schneiderlein Schneiderlein Hermes Schmid Städtetheater Dinkelsbühl
1996 Die Hose Mandelstam Thomas Willberger Städtetheater Dinkelsbühl
1997 Kissing God Harry Klaus Troemer Städtetheater Dinkelsbühl
1997 Zahngold Karl Hermes Schmid Städtetheater Dinkelsbühl
1997 Was ihr wollt Viola und Sebastian Pit Holzwarth Tiroler Landestheater Innsbruck
1997 Die Räuber Razmann Thorsten Schilling Tiroler Landestheater Innsbruck
1998 Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Nick Thorsten Schilling Tiroler Landestheater Innsbruck
1998 Wie Dilldapp nach dem Riesen ging Dilldapp Irmgard Lübke Tiroler Landestheater Innsbruck
1999 Karl Valentin und Liesl Karlstadt Karl Valentin Dietrich Hübsch Tiroler Landestheater Innsbruck
1999 Der eingebildete Kranke Cléante Hanspeter Horner Tiroler Landestheater Innsbruck
2000 Othello darf nicht platzen Page Klaus Rohrmoser Tiroler Landestheater Innsbruck
2000 Der Drang Fritz Manfred Schild Tiroler Landestheater Innsbruck
2000 Im Dickicht der Städte Pavian Klaus Rohrmoser Tiroler Landestheater Innsbruck
2001 König Lear Graf von Kent Sylvia Armbruster bremer shakespeare company
2001 Romeo und Julia Benvolio und Capulet Rainer Iwersen bremer shakespeare company
2002 Ein Sommernachtstraum Lysander und Handwerker Sebastian Kautz bremer shakespeare company
2002 Othello Rodrigo Ramin Yegani-Fard bremer shakespeare company
2003 Coriolan Coriolan Sebastian Kautz bremer shakespeare company
2004 König Johann König Johann Rainer Iwersen bremer shakespeare company
2005–2014 Kabale und Liebe für zwei Ferdinand, Miller, Wurm, Kalb, Milford Andreas Kloos bremer shakespeare company
2006 Liebe und Hass auf Malta Flavio und Benedikt Chris Alexander bremer shakespeare company
2007 Ja, ich will! Pastor und Hausmeister Thomas C. Zinke Blaumeier-Atelier Bremen
2008 Der Räuber Hotzenplotz Wachtmeister Dimpfelmoser Andreas Kloos Theater Kiel/Opernhaus Kiel
2009 Eine Weihnachtsgeschichte alle drei Geister Andreas Kloos Theater Kiel/Opernhaus Kiel
2012–2015 Faust I Dr. Heinrich Faust Petra-Janina Schultz bremer shakespeare company (und Gastspiele)
2012 Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch Pettersson, Findus und Erzähler Hauke Scholten Konzerthaus Die Glocke (Bremen)
2013 Der Meister und Margarita Meister Jochen Biganzoli Hamburgische Staatsoper
2013 Das kleine Gespenst Erzähler und Spieler Hauke Scholten Konzerthaus Die Glocke (Bremen)
2013–2014 Urmel aus dem Eis Professor Tibatong Andreas Kloos Theater Bielefeld
2014–2017 Heinz Erhardt erklärt die Welt: Warum die Zitronen sauer wurden Professor Agamemnon Steinwurf-Haslingen Petra-Janina Schultz Konzerthaus Die Glocke (Bremen) und Gastspiele
2015–2016 Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel Erzähler und Spieler Hauke Scholten Konzerthaus Die Glocke (Bremen)
2017–2018 Menschen im Hotel Otto Kringelein Manuel Kressin Theater & Philharmonie Thüringen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thomas C. Zinke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Kurzporträt bei www.anders-verändern.de; abgerufen am 19. November 2012
  2. a b c d Thomas C. Zinke bei schauspielervideos.de
  3. a b Thomas C. Zinke bei der bremer shakespeare company (Memento vom 24. Juli 2012 im Internet Archive)
  4. Ja, ich will! bei blaumeier.de (Memento vom 9. Oktober 2012 im Internet Archive)
  5. Heute: Edvard Munch – Theater-Deutschland-Tour startet in Celle auf celleheute.de; abgerufen am 19. November 2012