Thomas Feist

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Thomas Feist (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Thomas Wolfgang Feist (* 8. April 1965 in Leipzig) ist ein deutscher Politiker der CDU. Der Musik- und Kulturwissenschaftler war Referent für Kulturarbeit, interkulturelle Arbeit und Musik bei der evangelischen Landeskirche Sachsen und auch Vorsitzender des Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend.

Leben[Bearbeiten]

In der DDR erhielt Feist als Nicht-FDJ-Mitglied aus akademischem Elternhause keinen Zugang zum Abitur, sodass er nach Beendigung der zehnklassigen polytechnischen Oberschule eine Ausbildung zum Handwerker aufnahm und erfolgreich abschloss. Danach arbeitete er bis 1993 als Betriebshandwerker an der Universität Leipzig, später als Ausbilder für lernbehinderte und sozial benachteiligte Jugendliche.

Im Laufe der Jahre zeichnete sich ein zunehmendes Engagement in politischen Kreisen und der Umweltbewegung der evangelischen Kirche ab. Er ist Gründer des Musiktheaters „Kaktus“, in dem einige Jahre auch „Kokolores Mitnichten“ (mit bürgerlichem Namen Titus Jany) der Band The Inchtabokatables trommelte.

Von 1995 an war er Referent für musisch-kulturelle und interkulturelle Bildung beim Landesjugendpfarramt Sachsen. Es folgte ein Studium der Musikwissenschaft, Soziologie und Theologie mit Abschluss „Magister Artium“ (M. A.). 2005 wurde er mit einer Arbeit zum Thema „Musik als Kulturfaktor“ zum Dr. phil. promoviert.

Von 1999 bis 2008 war Feist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Musik, heute arbeitet er im Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend, ist Mitglied im Deutschen Musikrat und in der Gesellschaft für Musikforschung. Im Jahr 1997 gründete er das Jugendkulturnetzwerk CrossOver. Er leitete von 2003 bis 2012 das zum Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend gehörende Schallarchiv in Leipzig, das seit Oktober 2012 am Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD bei der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig angesiedelt ist.

Von 2010 bis 2015 war Feist Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig. Seit 2010 ist er Vorsitzender des Regionalausschusses Leipzig von Jugend musiziert.

Feist ist verheiratet und hat drei Kinder.

Politik[Bearbeiten]

Zur Bundestagswahl 2009 kandidierte er als CDU-Bewerber für das Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis Leipzig II und errang das Mandat, welches 2005 noch vom SPD-Bewerber Gunter Weißgerber geholt worden war. Er setzte sich dabei unter anderem gegen den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister und Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) durch. Bei der Bundestagswahl 2013 wurde er erneut direkt gewählt.

In der 17. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages ist Feist im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, dem Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik sowie stellvertretend in den Ausschüssen: Petition, Auswärtige Politik, Parlamentarische Versammlung des Europarates und Europäische Versammlung für Sicherheit und Verteidigung / Versammlung der Westeuropäischen Union tätig.

In der 18. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages ist Feist als Berichterstatter für Berufsbildung und Internationalisierung im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, als Obmann im Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik sowie stellvertretend im Auswärtigen Ausschuss Auswärtige Politik und in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates tätig. Hier ist er Mitglied im Komitee für Kultur, Bildung, Wissenschaft und Sport.

Er ist Mitglied der Parlamentarischen Gesellschaft, der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, der Deutsch-Indischen Parlamentariergruppe und der Deutsch-Iranischen Parlamentariergruppe sowie im Parlamentarischen Forum Osteuropa.

Feist ist Initiator des mit 230 Millionen Euro ausgestatteten Bundesprogramms "Kultur macht stark" sowie des Bundesprogramms "Lesestart für Flüchtlinge". Dieses initiierte er als Mitglied im Kuratorium der Stiftung Lesen.

Im Juni 2012 wurde ihm vom Leipziger Stadtmagazin kreuzer aufgrund seiner kritischen Anmerkungen zur Nutzung des Bereichs um das Leipziger Völkerschlachtdenkmal für Spaßveranstaltungen die satirische „Schnecke des Monats“ gewidmet. Unterstützung erhielt er dagegen für seinen Vorstoß vom Leipziger Ehrenbürger Erich Loest ("Ein Totenmal verträgt keinen Jux") sowie bei einer Umfrage der Leipziger Volkszeitung. Hier sprachen sich bei einer Umfrage mehr als 3/4 der Anrufer gegen das sogenannte "Badewannenrennen" vor dem Völkerschlachtdenkmal aus. Mittlerweile ist diese Veranstaltung eingestellt.

Werke[Bearbeiten]

  • Thomas Feist: Musik als Kulturfaktor. Zur Theorie und Empirie christlicher Popularmusik. Peter Lang, Frankfurt am Main [u. a.] 2005, ISBN 3-631-53976-2
  • Wolfgang Kabus in Zusammenarbeit mit Thomas Feist (Hg.): Popularmusik und Kirche. Band 11, Peter Lang, Frankfurt am Main [u. a.] 2008, ISBN 978-3-631-57721-9
  • Thomas Feist: Kritik der sozialen Vernunft. Kulturelle Orientierungsmuster in der postmodernen Gesellschaft. Peter Lang, Frankfurt am Main [u. a.] 2009, ISBN 978-3-631-59292-2

Literatur[Bearbeiten]

  • Björn Meine: „Es liegt an einem selbst - nicht an der Gesellschaft“ - Vom Klempner ohne Abitur zum promovierten Bundestagsabgeordneten: Thomas Feist wird heute 50. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Leipzig, 8. April 2015, Seite 16

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thomas Feist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien