Thomas Fuchs (Psychiater)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Thomas Fuchs (* 29. September 1958 in München) ist ein deutscher Psychiater und Philosoph.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1981 bis 1988 studierte Fuchs Medizin, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte. 1990 wurde er in Medizingeschichte mit einer Dissertation über Die Mechanisierung des Herzens – Harvey und Descartes promoviert. In den Jahren von 1989 bis 1996 folgte eine psychiatrische Ausbildung an der TU München. 1995 wurde er zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ernannt. Seit 1997 ist Fuchs Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg sowie Leiter der Sektion Phänomenologische Psychopathologie und Psychotherapie. 1999 folgte seine Habilitation in Psychiatrie an der Universität Heidelberg. 1999 promovierte er in Philosophie zum Thema "Leib, Raum, Person. Entwurf einer phänomenologischen Anthropologie".

Seit 2004 ist er Leiter des Referats "Philosophische Grundlagen" der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, seit 2005 Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg. Seit 2008 Fellow im Marsilius-Kolleg (Center for Advanced Interdisciplinary Studies) Heidelberg und Direktor des Interdisziplinären Forums für Biomedizin und Kulturwissenschaften (IFBK). 2010 schließlich folgte seine Habilitation in Philosophie an der Universität Heidelberg und die Ernennung zum Karl Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie.[1] Seit 2012 ist er Forschungsstellenleiter des Editionsprojekts "Karl-Jaspers-Gesamtausgabe" an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und seit 2013 erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Anthropologie, Psychiatrie und Psychotherapie (DGAP).

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Phänomenologische Psychologie, Psychopathologie und Anthropologie, Leibphänomenologie, das Verhältnis zwischen Phänomenologie und kognitiven Neurowissenschaften besonders im Hinblick auf Theorien der Verkörperung, des Enaktivismus, der Zeitlichkeit und Intersubjektivität, Mutter-Kind-Interaktionsforschung bei postpartalen Störungen, Theorie und Ethik der Psychiatrie und Neurowissenschaften.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Mechanisierung des Herzens. Harvey und Descartes - Der vitale und der mechanische Aspekt des Kreislaufs. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992.
  • Psychopathologie von Leib und Raum. Phänomenologisch-empirische Untersuchungen zu depressiven und paranoiden Erkrankungen. Steinkopff, Darmstadt 2000.
  • Leib, Raum, Person. Entwurf einer phänomenologischen Anthropologie. Klett-Cotta, Stuttgart 2000.
  • Zeit-Diagnosen. Philosophisch-psychiatrische Essays. Die Graue Edition, Zug 2002.
  • Leib und Lebenswelt. Neue philosophisch-psychiatrische Essays. Die Graue Edition, Kusterdingen 2008.
  • Das Gehirn - ein Beziehungsorgan. Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption. Kohlhammer, Stuttgart 2008.
  • Ecology of the Brain. The Phenomenology and Biology of the Embodied Mind. Oxford University Press, Oxford 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage der Psychiatrischen Klinik Heidelberg, abgerufen am 28. Juli 2011.
  2. RPP Institut Wien, abgerufen am 28. Juli 2011.