Thomas G. Schattner

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Thomas Gregor Schattner (* 28. April 1955 in Dahn) ist ein deutscher Klassischer Archäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas G. Schattner studierte an den Universitäten in Mainz, Bonn und Coimbra und wurde 1987 im Fach Klassische Archäologie mit der architekturgeschichtlichen Arbeit Griechische Hausmodelle. Untersuchungen zur frühgriechischen Architektur in Mainz promoviert. Er ging dann zum Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Berlin und kam später zur Abteilung Madrid. In den 1990er-Jahren war er wissenschaftlicher Direktor der DAI-Außenstelle in Lissabon, die 1999 geschlossen wurde. 2001 wurde er mit einer Arbeit über die Fundkeramik des 8. bis 4. Jahrhundert v. Chr. aus der kleinasiatischen Stadt Didyma an der Universität Gießen habilitiert.

Schattner ist inzwischen an der Abteilung Madrid des DAI als wissenschaftlicher zweiter Direktor sowie als Leiter der 2009 wieder eingerichteten Forschungsstelle Lissabon in Fortsetzung der ehemaligen Außenstelle (1971–1999) tätig. Er forscht auf der Iberischen Halbinsel zur Klassischen Archäologie, Provinzialrömischen Archäologie und Vor- und Frühgeschichte. Schattner war bzw. ist unter anderem an folgenden, jeweils mit Grabungen verbundenen Forschungsprojekten beteiligt:[1][2]

  • Munigua, die Wirtschaftsgrundlagen der Stadt (Provinz Sevilla/Spanien).
  • Die Romanisierung einheimischer Heiligtümer im Westen der Iberischen Halbinsel (Portugal/Spanien).
  • Das Tharsis-Projekt. Wirtschaftsweise, Gesellschaft und Kultur in der Kontaktzone zwischen Küste und Hinterland in der mittleren Eisenzeit (Tharsis, Provinz Huelva/Spanien).

Neben seiner Tätigkeit beim DAI lehrt Schattner am Institut für Altertumswissenschaften der Universität Gießen als außerplanmäßiger Professor das Fach Klassische Archäologie. Er kooperiert mit verschiedenen Partnern außerhalb der Hochschule, wie mit dem Althistorischen Seminar der Universität Kassel und der Eurasien-Abteilung/Paläobotanik des DAI sowie in Spanien mit den Archäologischen Instituten der Universitäten in Huelva und Sevilla und den Museen in Ávila und Santiago de Compostela, und in Portugal mit dem Archäologischen Institut der Universität Lissabon und der Stadtarchäologie Guarda.[2][3]

Außerdem ist Schattner als Gutachter des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und für die Fritz Thyssen Stiftung tätig, gehört dem Prüfungsausschuß für Doktorarbeiten der spanischen Universität Córdoba an und ist Habilitations-Gutachter an der Universität Kiel.[2]

Er ist ordentliches Mitglied des DAI sowie Mitherausgeber der archäologischen Fachzeitschrift Madrider Mitteilungen und der Schriftenreihen Iberia Archaeologica, Madrider Beiträge und Madrider Forschungen. Zudem gehört er den wissenschaftlichen Beiräten der Fachzeitschrift Archivo español de arqueología und der Schriftenreihe Studia Lusitana an.[2]

Schattner hat neben seinen Qualifikationsschriften einen zusammenfassenden Band zu den bereits seit über 50 Jahren andauernden Ausgrabungen in der hispanischen Stadt Munigua verfasst. Für die Reihe Kulturgeschichte der Antiken Welt hat er einen Reiseführer zu den archäologischen Stätten Portugals herausgegeben. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge in Fachzeitschriften und Anthologien.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autorenschaft

  • Munigua. Cuarenta años de investigaciones. Junta de Andalucia, Consejería de Cultura, Sevilla 2003, ISBN 84-8266-364-X (spanisch; Arqueologia monografias. Memorias, Band 16).
  • Didyma. Teil 3: Ergebnisse der Ausgrabungen und Untersuchungen seit dem Jahre 1962. Band 4: Die Fundkeramik vom 8. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. Von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3827-1 (mit einem Beitrag von: Josef Riederer; zugleich Habilitation, Universität Gießen 2001).
  • Griechische Hausmodelle. Untersuchungen zur frühgriechischen Architektur. Mann, Berlin 1990, ISBN 3-7861-1585-0 (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung, Beiheft 15; zugleich Dissertation, Universität Mainz 1986/87).

Herausgeberschaften

  • mit Fernando Valdés Fernández: Spolien im Umkreis der Macht. Akten der Tagung in Toledo vom 21. bis 22. September 2006. Spolia en el entorno del poder. Von Zabern, Mainz 2009, ISBN 978-3-8053-4190-5 (Iberia archaeologica, Band 12).
  • Stadttore. Bautyp und Kunstform. Akten der Tagung in Toledo vom 25. bis 27. September 2003. Puertas de ciudades. Von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-3576-8 (Iberia archaeologica, Band 8).
  • Archäologischer Wegweiser durch Portugal. Von Zabern, Mainz 1998, ISBN 3-8053-2313-1 (Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 74).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben zu Thomas G. Schattner. Auf: Website des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Madrid, Stand: 2011; abgerufen am 6. September 2011.
  2. a b c d e Angaben zu Thomas G. Schattner. In: Akkreditierungsantrag, Handbuch der Lehrenden der Universität Gießen vom Juni 2008, S. 45–47; PDF-Datei, 1,33 MB, abgerufen am 6. September 2011.
  3. Angaben zu Thomas Schattner. Auf: Website der Universität Gießen, Stand: 20. November 2009; abgerufen am 6. September 2011.