Thomas Geisel

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Thomas Geisel (2014)

Thomas Geisel (* 26. Oktober 1963 in Ellwangen, Ostalbkreis) ist ein deutscher Politiker (SPD) und seit dem 2. September 2014 Oberbürgermeister der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.

Herkunft, Studium und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Geisel wuchs in einer linksliberal geprägten Mittelschichtsfamilie auf (sein Vater war der langjährige sozialdemokratische baden-württembergische Landtagsvizepräsident Alfred Geisel).[1] Nach dem Abitur am Peutinger-Gymnasium Ellwangen studierte Geisel ab 1983 in Freiburg und Genf Rechts- und Politikwissenschaften. Sein Politikstudium schloss er 1988 in den Vereinigten Staaten, an der Georgetown University in Washington, D.C., mit dem akademischen Grad Master of Arts ab. Die erste juristische Staatsprüfung legte er 1990 in Freiburg ab. Anschließend studierte Geisel als Stipendiat des McCloy Academic Scholarship Program Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften an der Harvard Kennedy School der Harvard University, an der er 1992 den akademischen Grad des „Master in Public Administration“ erwarb. 1994 legte Geisel das zweite juristische Staatsexamen in Berlin ab.

Geisel ist zum zweiten Mal verheiratet und hat fünf Töchter. Mit seiner zweiten Ehefrau Vera, einer Rechtsanwältin, hat er vier Töchter. Seine älteste Tochter stammt aus erster Ehe.[2] Zu seinen Hobbys zählen Marathonlauf, Skilaufen und Querflöte spielen. Geisel beherrscht auch die älteste Tradition Düsseldorfs, das Radschlagen.[3] Seit 2003 lebt er in Düsseldorf-Pempelfort.

Berufliche Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geisel bekleidete Positionen in diversen Unternehmen. Er war zwischen 1994 und 1998 bei der bundesunmittelbaren Treuhandanstalt tätig, zwischen 1998 und 2000 beim Energieunternehmen Enron in London und ab 2000 bis 2013 für die Ruhrgas AG in Essen. Ruhrgas wurde zu dieser Zeit von E.ON übernommen.[4]

SPD-Politiker seit 1983[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Geisel am Abend seiner Wahl zum Düsseldorfer Oberbürgermeister (2014)

In die SPD trat Geisel am Tag seines Abiturs 1983 ein.[5] Er wurde Referent der SPD-Fraktion in der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR, danach Referent des SPD-Bundesgeschäftsführers Karlheinz Blessing. Er war Vize-Parteichef im Unterbezirk Prenzlauer Berg (Berlin) und ist nun Mitglied im SPD-Ortsverein Düsseldorf-Golzheim.

Oberbürgermeisterwahl 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. April 2013 wurde er vom Düsseldorfer Unterbezirk der SPD zum Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister ernannt und am 28. Juni 2013 einstimmig nominiert. Am 25. Mai 2014 erreichte er dann mit 85.766 Stimmen von insgesamt 471.272 Wahlberechtigten 37,9 % der möglichen Stimmen; gegenüber stand der amtierende CDU-Oberbürgermeister Dirk Elbers, für den 46,1 % der teilnehmenden Wähler votierten.[6] In der folgenden Stichwahl zum Amt des Oberbürgermeisters Düsseldorfs am 15. Juni erzielte er bei einer Wahlbeteiligung von 41,75 % die Mehrheit mit 59,2 %.[7] Die Amtszeit für Thomas Geisel endet regulär im Oktober 2020.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Rückerwerb von Anteilen an den Stadtwerken Düsseldorf, die unter Oberbürgermeister Joachim Erwin an die EnBW Energie Baden-Württemberg veräußert worden waren, schloss er in seiner Nominierungsrede am 28. Juni 2013 nicht aus.[8][9]

Am 9. Januar 2015 beurteilte das Verwaltungsgericht Düsseldorf Geisels Nutzung von städtischen Ressourcen zu Aufrufen gegen PEGIDA[10] in einer Eilentscheidung über eine beantragte einstweilige Anordnung als Verstoß gegen die Neutralitätspflicht des Oberbürgermeisters (Grundpflicht nach § 33 Beamtenstatusgesetz) und untersagte Geisel weitere derartige Mobilisierungsversuche.[11] In der folgenden Instanz beurteilte das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen den demonstrativen Aufruf des Oberbürgermeisters, das Licht auszuschalten, sowie das Ausschalten der Beleuchtung an städtischen Gebäuden als rechtswidrig. Das Bundesverwaltungsgericht stellte am 13. September 2017 in letzter Instanz fest, dass auch Geisels Aufruf zur Teilnahme an einer Gegendemonstration rechtswidrig war.[12]

Mit den Veranstaltern der Tour de France 2017 schloss er ein Abkommen für einen Grand Départ in Düsseldorf.[13] Die Kosten für den Tourstart in Düsseldorf beliefen sich auf 15,8 Millionen Euro. Geplant waren lediglich 11 Millionen. Nach Angaben von Geisel waren die Kosten für das Sicherheitskonzept höher als erwartet.[14]

Geisel ist auch in der Friedensbewegung aktiv. Er ist Mitglied von Mayors for Peace[15] und regelmäßig Redner beim Ostermarsch Rhein-Ruhr.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thomas Geisel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. schwaebische.de: Thomas Geisel will OB in Düsseldorf werden 22. April 2013
  2. rp-online.de: Düsseldorfer OB-Kandidat Thomas Geisel, "Die Stadt wird unter Wert regiert" zuletzt aktualisiert: 20. April 2013
  3. welt.de: Der rote Radschläger, 1. Juni 2014
  4. spiegel.de: E.ON/Ruhrgas, Herbe Kritik an der Ministererlaubnis, 4. Juli 2002
  5. rp-online.de: Thomas Geisel im Gespräch. Wie schwäbisch darf ein Oberbürgermeister sein?, zuletzt aktualisiert am 8. Mai 2013 um 20:05 Uhr
  6. Das Ministerium für Inneres und Kommunales informiert – Wahl der Oberbürgermeister/-innen der kreisfreien Städte sowie der Landrätinnen und Landräte der Kreise, wahlergebnisse.nrw.de. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  7. Fast 60 %, Rheinische Post – Website. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  8. http://www.spd-stadtbezirk7.de/meldungen/33298/134647/Thomas-Geisel-einstimmig-zum-OB-Kandidaten-gewaehlt.html
  9. spd-duesseldorf.de: Entwurf der Rede des SPD-Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, Thomas Geisel anlässlich des Parteitages der SPD Düsseldorf
  10. Lichter aus! Düsseldorf setzt Zeichen gegen Intoleranz. Webseite vom 9. Januar 2015 im Portal duesseldorf.de, abgerufen am 9. Januar 2015
  11. Der Spiegel: Düsseldorf: Bürgermeister darf nicht zu Anti-Pegida-Protesten aufrufen, 9. Januar 2015, abgerufen am 9. Januar 2015
  12. Düsseldorfer „Licht-aus!“-Appell war rechtswidrig, Presseerklärung des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. September 2017 (BVerwG 10 C 6.16)
  13. Alexander Schulte und Olaf Kupfer: Die Tour de France startet 2017 in Düsseldorf. In: Westdeutsche Zeitung. Abgerufen am 10. Januar 2016.
  14. Arne Lieb: OB Geisel nennt Geld "gut investiert". Düsseldorf zahlt 7,8 Millionen für Tour. In: rp-online.de. 6. September 2017; abgerufen am 6. September 2017.
  15. https://www.duesseldorf.de/medienportal/pressedienst-einzelansicht/pld/mayors-for-peace.html
  16. http://duesseldorf.vvn-bda.de/2017/04/07/ostermarsch-der-friedensbewegung-in-duesseldorf/