Thomas Gottschalk

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Thomas Gottschalk (2018)

Thomas Johannes Gottschalk (* 18. Mai 1950 in Bamberg) ist ein deutscher Radio- und Fernsehmoderator sowie Entertainer und Schauspieler. Er wurde besonders als Moderator der Fernsehshow Wetten, dass..? bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Gottschalk wurde als Sohn des Rechtsanwalts Hans Gottschalk (* 1902 in Kaulwitz bei Namslau in Oberschlesien; † 1964 in Kulmbach)[1] und dessen Frau Rutila (* 1922 in Groschowitz bei Oppeln; † 2004 in Kulmbach)[1] in Bamberg geboren. Er hat einen drei Jahre jüngeren Bruder namens Christoph sowie eine zehn Jahre jüngere Schwester namens Raphaela Ackermann.[2] Die Familie war aus Oberschlesien vertrieben worden und wurde im oberfränkischen Kulmbach ansässig.

Gottschalk war Ministrant in der Kulmbacher Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau.[3] Er machte 1971 sein Abitur am humanistischen Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in Kulmbach. Nebenbei jobbte er als DJ in einem Kulmbacher Tanzlokal und erteilte Nachhilfeunterricht, außerdem arbeitete er als Kinder- und Jugendbetreuer der katholischen Pfarrgemeinde. Ein Stipendium des Cusanuswerks ermöglichte es ihm, die Fächer Deutsch und Geschichte für das Grund- und Hauptschullehramt an der Ludwig-Maximilians-Universität München zu studieren. Dort trat er der katholischen Studentenverbindung KDStV Tuiskonia München im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen, einer nichtschlagenden Verbindung bei.[4]

Frühe Radiokarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1971 arbeitete er als freier Mitarbeiter für Die Servicewelle von Radio München beim Bayerischen Rundfunk (Bayern 3). 1973 wurde er Sprecher der Abendschau-Nachrichten. 1976 erhielt er nach einem Abstecher zum Münchner Merkur eine Festanstellung beim Bayerischen Rundfunk (BR) und steigerte seine Bekanntheit als Moderator der Hörfunksendung Pop nach acht (auf Bayern 3). Als Titelmelodie wählte er das Instrumentalstück Pelican Dance.[5] Anfang der 1980er holte ihn Frank Elstner zum deutschen Hörfunkprogramm von Radio Luxemburg, wo er unter anderem als „Mister Morning“ auf Sendung ging und ab September 1980 die RTL-Hitparade moderierte. 1983 ging er zurück zum BR, wurde Leiter bei Bayern 3 und moderierte u. a. bis 1989 die B3-Radioshow am Nachmittag. Gottschalk übernahm dabei den ersten Teil der Sendung, anschließend wurde diese dann noch 90 Minuten von Günther Jauch moderiert.

Frühe Fernsehkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1976 schaffte Gottschalk den Durchbruch im Fernsehen mit der Musikclip-Sendung Szene, die später Pop Stop hieß und von dem Clown Anthony Powell und dessen pantomimischen Slapstick-Einlagen begleitet wurde. 1977 moderierte Gottschalk die Anrufsendung Telespiele, die zunächst im Bayerischen Fernsehen und dann im Ersten gesendet wurde. Er führte mit Carolin Reiber durch die Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 1979 und 1980. Im April 1980 erreichte die Formation G.L.S.-United, bestehend aus Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer, mit dem Rap-Song Rapper's Deutsch Platz 49 der deutschen Hitparade.

Von 1982 bis 1984 war Gottschalk Moderator der im ZDF-Vorabendprogramm laufenden Musikshow Thommys Pop Show, in der Videoclips aktueller Hits gezeigt wurden. Neben neun knapp einstündigen Folgen gab es im Dezember 1983 und 1984 im Abendprogramm jeweils unter dem Titel Thommys Pop-Show extra ein Pop-Festival in der Dortmunder Westfalenhalle, bei denen Musiker und Bands live auftraten. Fortgesetzt wurde dies von 1985 bis 1992 unter dem Titel Peters Pop-Show mit Peter Illmann und dann bis 1993 als ZDF Pop-Show mit Kristiane Backer.

Von 1982 bis 1987 moderierte Gottschalk im ZDF die Sendung Na sowas!, für die er 1986 die Goldene Kamera bekam. Er ist bekannt für seine spontane Gesprächsführung und seine – für damalige Verhältnisse – lockere Kleidung (Jeans und Micky-Maus-T-Shirt, Shorts und Schlappen, Hemd und Hosenträger ohne Jackett). 1989 kommentierte er für die ARD den Eurovision Song Contest 1989 in Lausanne.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1981 drehte Gottschalk gemeinsam mit Mike Krüger die Unterhaltungsfilme Piratensender Powerplay, Die Supernasen, Zwei Nasen tanken Super und Die Einsteiger. Es folgten Mama Mia – Nur keine Panik, Zärtliche Chaoten, Zärtliche Chaoten II, Eine Frau namens Harry und Trabbi goes to Hollywood. Daneben sah man ihn in Filmen wie Sister Act 2 (1993), dem Helmut-Dietl-Film Late Show (1999), in der Til-Schweiger-Komödie 1½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde (2008) und in der Komödie Der Zoowärter (2011).

Im Film Joe & Max (2002) trat er als Produzent auf. 2004 lieh er in Garfield – Der Film als Synchronsprecher der Hauptfigur Garfield seine Stimme. Für seine Synchronarbeit wurde er von vielen Kritikern gelobt, übernahm aber bei der Fortsetzung die Rolle nicht mehr. Bekannt wurde seine Stimme auch als Baby Mikey bei Kuck mal, wer da spricht!.

Wetten, dass..?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottschalk auf der Festung Ehrenbreitstein (2005)

Im September 1987 übernahm Gottschalk vom Showerfinder Frank Elstner die Sendung Wetten, dass..?. Mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung von September 1992 bis zum November 1993, als Wolfgang Lippert durch die Sendung führte, moderierte er die Sendung bis Dezember 2011. Gottschalk trug maßgeblich zum langjährigen Erfolg der Show bei, die eine der erfolgreichsten im deutschsprachigen Raum und eine der letzten verbliebenen Samstagabendshows war. Von Oktober 2009 bis zu seinem Rücktritt stand ihm Michelle Hunziker als Co-Moderatorin zur Seite. Thomas Gottschalk erhielt pro Wetten, dass..?-Folge eine Gage von 100.000 Euro.[6] Er gehörte damit über Jahrzehnte zu den bestbezahlten Persönlichkeiten im deutschen Fernsehen.

In der 192. Ausgabe von Wetten, dass..? im Dezember 2010 verletzte sich der Wettkandidat Samuel Koch schwer, die Show wurde daraufhin abgebrochen. In der folgenden Sendung im Februar 2011 gab Gottschalk bekannt, dass er nach Ende der laufenden Staffel seine Arbeit als Moderator von Wetten, dass..? beenden werde. Nach dem schweren Unfall Kochs liege für ihn „ein Schatten auf der Sendung“, der es ihm nicht erlaube, „zu der guten Laune zurückzufinden“, die das Publikum „zu Recht“ von ihm erwarte, erklärte Gottschalk. Die Wetten, dass..?-Ausgabe im April 2011 aus Offenburg war seine letzte reguläre Sendung. Im Juni 2011 führte er durch die große Sommersendung auf Mallorca.[7] Im Herbst 2011 moderierte er noch drei Sendungen, in denen besonders auf 30 Jahre Wetten, dass..? zurückgeschaut wurde.[8] Die letzte dieser drei Sendungen fand am 3. Dezember 2011 in Friedrichshafen statt. Insgesamt hat Gottschalk 151 Ausgaben der Show moderiert. Sein Nachfolger war von Oktober 2012 bis Ende 2014 Markus Lanz.[9] Mitte März 2019 wurde durch das ZDF bekannt, dass Gottschalk anlässlich seines 70. Geburtstages 2020 eine einmalige Ausgabe von Wetten, dass..? moderieren werde. Diese wurde wegen der COVID-19-Pandemie auf 2021 verschoben.[10]

Eurovision Song Contest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer verlorenen Wetten, dass ..?-Saalwette kündigte Gottschalk an, bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2001 in Hannover anzutreten. Der Song What Happened to Rock 'n' Roll mit Gottschalk als Sänger wurde zwar veröffentlicht, doch zu einem Auftritt bei der Vorentscheidung kam es nicht. Die Veranstalter hatten ihm vorher ein Nachrückrecht eingeräumt.

Tätigkeit beim Privatfernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1990 arbeitete Gottschalk auch für den Privatsender RTL.[11] Dort präsentierte er bis 1992 eine Personality-Show, die schlicht Gottschalk hieß. Zugleich war er Programmdirektor des Münchner Privatsenders Radio Xanadu. Von 1992 bis 1996 sowie 1999 bis 2000 moderierte Gottschalk die Disney Filmparade, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls von RTL ausgestrahlt wurde. Hier wurden überwiegend Klassiker gezeigt und neue Disney-Filme vorgestellt.

Vom September 1992 bis April 1995 moderierte Gottschalk seine eigene Late-Night-Show, Gottschalk Late Night,[12] zunächst gemeinsam mit TV-Hund Dicker, für die er 1994 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Im Pressematerial zur Sendung machte der Sender den Bezug zu US-amerikanischen Vorbildern deutlich und nannte konkret die dortigen Moderatoren Johnny Carson, David Letterman und Arsenio Hall.[13] In drei Produktionsjahren erlebte die Reihe mehrere redaktionelle Wechsel und inhaltliche Veränderungen. Dennoch legten Gottschalk und sein Nachfolger Thomas Koschwitz den Grundstein für andere Sendungen wie Die Harald Schmidt Show[14], TV total und Johannes B. Kerner und schafften höhere Einschaltquoten als diese nachfolgenden Formate.

Im Anschluss an seine Tätigkeit bei RTL war er auch einige Jahre für den Privatsender Sat.1 tätig.[15] Sein größtes Projekt dort war die Gottschalks Hausparty genannte Sendung, von der von 1995 bis 1997 über 50 Folgen ausgestrahlt wurden. Die letzte Sendung brachte es auf 6,5 Millionen Zuschauer. Weiterhin lief von 1996 bis 1999 am Samstagnachmittag die Sendung Gottschalk kommt.

Rückkehr zum ZDF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende der Tätigkeit bei Sat.1 kehrte Gottschalk wieder ganz zum ZDF zurück. Seine Haupttätigkeit konzentrierte sich damals auf Wetten, dass..?, zudem moderierte er auch verschiedene andere Sendungen in unregelmäßigen Abständen. Von 2001 bis 2011 präsentierte er einmal jährlich die Spendengala Ein Herz für Kinder, bei der für die gleichnamige Aktion Geld gesammelt wird. Im Sommer 2005 moderierte er die Reihe Gottschalk & Friends, bei der er als Rückblick auf sein eigenes bisheriges Leben prominente Gäste und private Freunde einlud. Jede Sendung stand unter einem bestimmten Motto. Die letzte der insgesamt acht Folgen lief im Juli 2005.

Im August 2006 war er Moderator der Sendung Die Cleversten – Der große Drei-Länder-Check, bei der Teams aus Deutschland, Österreich und Schweiz gegeneinander antraten. Zwischen 2002 und 2004 sendete das ZDF zehn Folgen von Gottschalk America. Im April 2008 moderierte er die Sendung Musical Showstar 2008, im November 2010 sowie im Oktober 2011 die Verleihung des Echo Klassik. Gottschalk moderierte 2009 und 2010 den ZDF-Jahresrückblick Menschen.

Wechsel zur ARD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2011 wurde bekannt, dass Gottschalk nach dem Ende seines Engagements beim ZDF im Januar 2012 zur ARD wechselt. Seit Januar 2012 moderierte er viermal wöchentlich Gottschalk Live, eine halbstündige Vorabend-Talkshow der ARD, in der Gottschalk überwiegend prominente Gäste aus den Bereichen Lifestyle, Entertainment und Kultur empfing. In der Sendung ging es neben Unterhaltung auch um die aktuellen Themen des Tages. Gottschalk Live wurde vor der Tagesschau ausgestrahlt und sendete anfangs live aus Berlin aus einem Studio nahe dem Gendarmenmarkt. Ab April 2012 wurde die Sendung aufgezeichnet. Mangels Zuschauerinteresse wurde die Show schon am 6. Juni 2012 eingestellt.[16]

Rückkehr zu RTL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2012 wurde bekannt, dass Gottschalk zu RTL wechseln und dort in der Sendung Das Supertalent mitwirken wird.[17] Von September bis Dezember 2012 saß er dort neben Dieter Bohlen und Michelle Hunziker in der Jury. Im Mai 2013 teilte RTL in einer Pressemitteilung mit, dass Gottschalk dem Sender erhalten bleibe und in Zukunft weitere Show-Formate moderieren werde. Zudem sicherte sich RTL eine Exklusivität gegenüber den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten.[18]

In der erstmals 2013 von RTL ausgestrahlten Live-Show Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle trat Thomas Gottschalk mit Günther Jauch gegen mehrere Studiokandidaten, das Studiopublikum und die Fernsehzuschauer an. Moderiert wurde sie bis zur Einstellung Ende 2017 von Barbara Schöneberger. Im Sommer 2018 begann die Nachfolgesendung Denn sie wissen nicht, was passiert, in der Jauch, Gottschalk und Schöneberger per Zufallsprinzip erfahren, wer die Sendung moderiert und welche verbliebenen Moderatoren in diversen Spielen gegen prominente Gäste antreten. Als Spielleiter und Schiedsrichter fungiert Thorsten Schorn.

Im Januar 2014 moderierte er 30 Jahre RTL – Die große Jubiläumsshow mit Thomas Gottschalk.[19] In Back to School – Gottschalks großes Klassentreffen trifft der Entertainer auf alte Schulkameraden und ehemalige Lehrer von prominenten Gästen. Zwei Prominente müssen mit ihren Mitschülern in Quiz- und Aktionsrunden sowie in einem Abschlusstest gegeneinander antreten. Die Sendung wurde im Februar 2014 zum ersten Mal ausgestrahlt und endete nach acht Ausgaben im Juni 2015. Im Juni 2016 moderierte Gottschalk die Live-Sendung Mensch Gottschalk – Das bewegt Deutschland. Eine zweite Ausgabe wurde im Mai 2017 ausgestrahlt.[20]

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie war Gottschalk im März 2020 Teil des kurzfristig ins Leben gerufenen TV-Formats Die Quarantäne-WG – Willkommen Zuhause!. Via Livestream im Internet diskutierte er mit Günther Jauch und Oliver Pocher zur aktuellen Lage und sprach auch mit zugeschalteten Gästen. Nach drei Ausgaben wurde die Sendung aufgrund stark fallender Zuschauerzahlen eingestellt.

Rückkehr zu Sat.1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 wurde bekannt, dass Gottschalk ab Frühjahr 2017 die Moderation der neuen Familienshow Little Big Stars auf Sat.1 übernimmt.[21] Er werde jedoch weiterhin auf RTL zu sehen sein, da der Vertrag mit Sat.1 keine Exklusivität vorsehe.[22] Little Big Stars wurde im April 2017 zum ersten Mal ausgestrahlt und endete nach drei Ausgaben.

Rückkehr zum Bayerischen Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2013 bis 2015 war Gottschalk sporadisch wieder im Kultabend gemeinsam mit Fritz Egner auf Bayern 3 zu hören.[23] Von 2017 bis 2019 moderierte Gottschalk live jeden ersten Sonntag im Monat auf Bayern 1 die Sendung Gottschalk – Die Bayern 1 Radioshow.[24]

Von März bis Dezember 2019 unterhielt sich Gottschalk in der auf ihn zugeschnittene Bücher-Show Gottschalk liest?, die im Bayerischen Fernsehen am späten Dienstagabend ausgestrahlt wurde, mit Schriftstellern über deren Neuerscheinungen. Im Dezember 2019 wurde bekannt, dass er alle regelmäßige Sendungen beim Bayerischen Rundfunk aufgibt.[25]

Engagement beim SWR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2020 bis 2021 war Gottschalk zusammen mit der Hörfunkmoderatorin Nicola Müntefering im 14-täglichen SWR3-Podcast Podschalk zu hören.[26] Seit 2020 moderiert er zusammen mit Constantin Zöller die montägliche Musiksendung Gottschalk & Zöller.[27] Seit Mai 2020 moderiert er jeden zweiten Freitag die Radiosendung Gottschalks Playlist.[28]

Sonstige Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1983 trat Gottschalk erstmals mit einem Werbespot für den Modelleisenbahnhersteller Fleischmann als Testimonial im Werbefernsehen auf und 1987 in einem weiteren Spot für McDonald’s. Von 1991 bis 2015 warb er für Haribo.[29] Im Oktober 2005 erhielt Gottschalk in diesem Zusammenhang einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für die „längste Beziehung zu einem werbetreibenden Unternehmen“.[30] Ferner warb er zusammen mit seinem Bruder Christoph für die Deutsche Post AG. Die Werbeaktivitäten von Thomas Gottschalk werden in seinen Firmen Brot und Spiele und Dolce Media gebündelt. Bisweilen genügt ein Auftritt ohne Nennung seines Namens, so ist das abgebildete Gesicht (mit rotem Hintergrund, 2018) bei einem Hörgerätehersteller zu sehen.

Unter dem Label Die Kulmbacher Filmnacht (auch: Die lange Kulmbacher Filmnacht) war Gottschalk zwischen 1997 und 1998 Moderator. Von 2007 bis 2011 war Gottschalk für Tele 5 tätig.[12] Unter anderem moderierte er verschiedene regelmäßige Formate zu neuen Kinofilmen. Für den österreichischen Privatsender ATV nahm er 2010 die Sendungen Mit Thomas Gottschalk am Opernball und Mit Thomas Gottschalk beim Beach Volleyball auf.[31]

Insgesamt nahm Gottschalk dreimal am Wer wird Millionär?-Prominenten-Special teil. 2001 gewann er 500.000 DM, 2008 eine Million Euro mit Hilfe von Marcel Reich-Ranicki, der ihm bei der Finalfrage als Telefonjoker zur Seite stand. 2021 gewann er 125.000 Euro. Gottschalk ist seit 2009 Repräsentant des Haribo Racing Teams bei dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Im April 2015 erschien das Buch Herbstblond: Die Autobiographie im Heyne Verlag, in dem Gottschalk aus seinem Leben erzählt. Er hielt Lesungen in mehreren deutschen Städten. Ein zweites Buch unter dem Titel Herbstbunt: Wer nur alt wird, aber nicht klüger, ist schön blöd erschien im September 2019. Seit Oktober 2019 ist Gottschalk Schirmherr des Patronats Windsbacher Knabenchor.[32] Im Januar und Februar 2021 war er Teilnehmer und Moderator der ersten Staffel der ProSieben-Sendung Wer stiehlt mir die Show?. Als sogenannter Gast-Juror ersetzte Gottschalk Ende März und Anfang April 2021 kurzfristig den erkrankten Dieter Bohlen bei den Final-Shows der 18. Staffel von Deutschland sucht den Superstar auf RTL.[33]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Marienfels

1976 heiratete Gottschalk die Nürnbergerin Thea Hauer, die er 1972 auf dem Münchner Medizinerball kennengelernt hatte. Damals war sie Mitarbeiterin einer Werbeagentur.[34] Mit ihr teilte er die Vorliebe für einen auffallenden Kleidungsstil. Am 5. November 1982 wurde Sohn Roman geboren. Die Familie lebte damals im oberbayerischen Weßling. 1989 adoptierten die Gottschalks Sohn Tristan.[35]

Um die Kinder ungestört vom Medientrubel aufwachsen zu lassen, zog die Familie Mitte der 1990er Jahre vom Weßlinger See nach Malibu in Kalifornien. Bei einem Waldbrand im November 2018 brannte sein dortiges, 1993 gekauftes Anwesen ab[36], dessen Wert mehr als 10 Millionen Euro betrug.[37] Mit dem Haus verbrannte ein Autograph des Gedichts Der Panther von Rainer Maria Rilke.[38][39] Das Grundstück verkaufte Gottschalk im Juli 2019.[40]

Im November 2004 erwarb Gottschalk das Schloss Marienfels in Remagen am Rhein. Er ließ das Gebäude renovieren und zog im Sommer 2006 ein. Ende Januar 2013 wurde bekannt, dass er die Immobilie an Frank Asbeck weiterverkauft hatte.[41][42]

Im Juli 2000 nahm Gottschalk, der schlesische Wurzeln hat, an der Eröffnung des Oberschlesischen Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrums in Lubowitz teil und beteiligte sich mit einer Spende von 50.000 DM.[43][44] Im Bundestagswahlkampf 2009 plädierte er für eine schwarz-gelbe Koalition.[45]

Im März 2019 wurde die bereits länger zurückliegende Trennung von Thomas und Thea Gottschalk bekannt.[46] Gleichzeitig wurde über seine neue Beziehung mit Karina Mross berichtet, einer Mitarbeiterin des SWR.[47] Gottschalk lebt seit 2019 in Baden-Baden.[48][49]

Moderationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Gottschalk hat sich fest in der deutschen Medienlandschaft etabliert und gehört im deutschsprachigen Raum zu den bekanntesten Personen. Er hat das Fernsehen und dessen Stil mitgeprägt. Harald Schmidt sagte über ihn: „Thomas Gottschalk hat das Frechsein im Fernsehen erfunden.“ Er polarisiert hierdurch allerdings auch und ist umstritten.

Beispielsweise schrieb die Frankfurter Rundschau zu seiner Sendung Gottschalk & Friends im Jahr 2005:

„Wäre es die Testsendung eines Neulings gewesen, man hätte ihn anschließend wohl höflich in Richtung Ausgang komplimentiert. Denn es gibt nichts Schlimmeres für einen Moderator, als vor laufender Kamera von einem Gast gefragt zu werden, ob er überhaupt zuhöre.“

Dagegen schrieb Quotenmeter.de zur selben Sendung folgendes:

„Was zu erwarten war – und selbst Thomas Gottschalk im Voraus wusste: Direkt nach der Sendung hagelte es Kritik. Wieso denn dieser Mann der beste Moderator Deutschlands sei, fragten „Schreiberlinge“ in mehr oder weniger niveauvollen Berichten. Vielmehr verblieb der Eindruck, dass jene Journalisten nur gerne auf Gottschalk einhauen, um sich selbst zu profilieren. Denn wirklich schlecht war die Sendung nicht. Das Gespräch mit Mike Krüger war unterhaltsam, die Showacts sorgten für gute Laune und im Interview mit Robin Gibb wurde erneut klar, dass Gottschalk ein gern gesehener Gastgeber bei den Großen der Welt ist.“[51]

Der Drei-Länder-Check wurde heftig kritisiert. So wurde neben technischen Fehlern moniert, dass er auf die Sendung nur unzureichend vorbereitet gewesen sei.

So schreibt das Online-Magazin DWDL.de dazu:

„Auch Armin Rohde war nicht weniger genervt, als Gastgeber Gottschalk kurz vor Ende noch zu ihm stürmte und aus Zeitnot gleich ohne Überleitung zur plumpen Eigenwerbung für einen ZDF-Film mit Rohde überging. Dieser wartete dann auf den sonst üblichen kurzen Einspieler, der aber nicht kam. Gottschalk fiel dann nicht einmal das Datum ein, an dem der Film laufen werde, obwohl Rohde es Sekunden vorher noch selbst erwähnte. Hätte Gottschalk zugehört, hätte er nicht ahnungslos im Riesenstudio seine Redakteure fragen müssen, wann dieser ZDF-Film nun laufe.“[52]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottschalk bei der Einweihung seines Sternes auf dem Boulevard der Stars in Berlin (2012)
Gottschalk mit dem Deutschen Fernsehpreis 2018

Seit 2001 ist Gottschalk Ehrenbürger seiner Heimatstadt Kulmbach,[53] im selben Jahr erhielt er den Bayerischen Verdienstorden. Für seine Arbeit wurde Gottschalk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit den folgenden Preisen:

Seine bis dahin drei Bambi-Auszeichnungen (1983, 1984 und 1987) gab Gottschalk neben anderen Ausgezeichneten 1988 „aus Verärgerung über die Berichterstattung in Burda-Blättern“ zurück. 2001 nahm er im Rahmen seiner vierten Ehrung die Trophäen wieder in Empfang.[57] Gottschalk erhielt 2011 für Wetten, dass..? als „TV-Ereignis des Jahres“ einen weiteren Bambi.[58]

Als Gottschalks Villa im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien, in der er sämtliche seiner Bambis aufbewahrte, aufgrund anhaltender Waldbrände zerstört wurde, erhielt er im Rahmen der Bambi-Verleihung 2018 einen „Sonderpreis“.[59] Auch der beim Feuer zerstörte Bayerische Verdienstorden wurde ersetzt.[60]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[61]
What Happened to Rock ’n’ Roll (& die besorgten Väter)
  DE 4 05.03.2001 (8 Wo.)
  AT 63 04.03.2001 (3 Wo.)
  CH 39 04.03.2001 (5 Wo.)

Singles

  • 2001: What Happened to Rock ’n’ Roll (& die besorgten Väter)

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thomas Gottschalk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jörg Bernhard Bilke: Ein Oberschlesier aus Franken: Thomas Gottschalk zum 65. Geburtstag. In: tabularasamagazin.de. 13. Mai 2015, abgerufen am 27. Mai 2021.
  2. Geburtstagsmarathon in New York. Bunte.de, 30. Mai 2010, abgerufen am 6. Dezember 2010.
  3. dpa: Viele Promis waren Messdiener. In: FAZ.net. 24. September 2014, abgerufen am 7. Januar 2017.
  4. Cartellverband (Memento vom 9. Juli 2012 im Internet Archive)
  5. br.de: Pelican Dance (1972) (Memento vom 17. September 2014 im Internet Archive)
  6. „Tatort“-Leiche verdient 150 Euro pro Drehtag. t-online.de, 10. Dezember 2009, abgerufen am 6. Dezember 2010: „Dass Showgrößen wie Thomas Gottschalk pro Sendung 100.000 Euro absahnen, ist nicht ungewöhnlich.“
  7. Michael Hanfeld: Gottschalk hört auf: „Schatten auf der Sendung“. In: faz.net. 12. Februar 2011, abgerufen am 12. Februar 2011.
  8. Mit der Sommer-Sendung ist Schluss, orf.at, 12. Februar 2011.
  9. Christoph Behrens: ZDF findet Gottschalk-Nachfolger: Markus Lanz übernimmt „Wetten, dass..?“ In: Focus Online. 12. März 2012, abgerufen am 7. Januar 2017.
  10. Einmaliges Comeback mit "Wetten, dass..?" In: stern.de. 20. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  11. vgl. Lutz Hinrichs: Wetten, es geht weiter?, in: HORIZONT vom 21. August 2008, S. 128.
  12. a b Rupert Sommer: Tele 5: „Wir sind arte für den kleinen Mann“, in: kressreport vom 23. Januar 2009, S. 24.
  13. Harald Keller: Die Geschichte der Talkshow in Deutschland. Frankfurt: S. Fischer, 2009, S. 307.
  14. Vgl. Harald Keller: Die Geschichte der Talkshow in Deutschland. Frankfurt: S. Fischer, 2009, S. 307ff. Dort enthalten u. a. eine ausführliche Beschreibung der ersten beiden Ausgaben von „Gottschalk täglich“.
  15. Peer Schader: 25 Jahre Privat-TV – Einer wird gewinnen, in: HORIZONT vom 5. Februar 2009 S. 40.
  16. ARD-Show: „Gottschalk Live“ wird eingestellt, abgerufen am 18. April 2012.
  17. Das Supertalent 2012: Thomas Gottschalk ist neuer Juror!, rtl.de vom 22. Juni 2012.
  18. @1@2Vorlage:Toter Link/kommunikation.rtl.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: RTL bringt neue Show-Formate mit Thomas Gottschalk, Pressemitteilung vom 22. Mai 2013.)
  19. Alle Infos & News zu Thomas Gottschalk. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  20. Mensch Gottschalk – Das bewegt Deutschland: Gottschalk plaudert mit Helene Fischer, hna.de vom 25. Mai 2017. Abgerufen am 7. Juni 2017.
  21. „Little Big Stars“: Gottschalk moderiert jetzt bei Sat.1. TZ. Abgerufen am 20. April 2017.
  22. Gottschalk bekommt neue Show bei Sat.1. shz.de. Abgerufen am 25. November 2016.
  23. Thomas Gottschalk kehrt zurück (Memento vom 30. Dezember 2012 im Internet Archive) offizielle Presseinfo des BR
  24. Bayern 1: Thomas Gottschalk ab 2017 live auf Bayern 1
  25. Süddeutsche Zeitung: Gottschalk hört auf. Abgerufen am 27. Juni 2020.
  26. DWDL de GmbH: Aus für "Podschalk", Audio Now auch in Regionalbahnen. Abgerufen am 7. Mai 2021 (englisch).
  27. SWR3: „Gottschalk & Zöller“ vom 13. Januar 2020
  28. Gottschalks Playlist SWR 3 15. Mai 2020. In: youtube.com. Abgerufen am 17. Mai 2020.
  29. Längster Werbevertrag der Geschichte: Gottschalk trennt sich vom Goldbären. In: Spiegel Online. 5. November 2014, abgerufen am 7. Januar 2017.
  30. Miriam Hebben: Gottschalks Treue zahlt sich aus, in: HORIZONT vom 8. November 2007, S. 34.
  31. Red: ATV schickt Gottschalk zum Beach Volleyball. derStandard.at, 6. Juli 2010, abgerufen am 6. Dezember 2010.
  32. Neuer Schirmherr Thomas Gottschalk. In: windsbacher-knabenchor.de. Abgerufen am 18. Oktober 2019.
  33. Matthias Schmitz: Krankmeldung: Dieter Bohlen nicht beim DSDS-Finale dabei! 25. März 2021, abgerufen am 26. März 2021.
  34. AP: Für Thomas Gottschalk ist Münchner Olympiahalle „heiliger Grund“. Bunte.de, 20. März 2009, abgerufen am 6. Dezember 2010.
  35. buchjournal.de vom 16. September, Das Leben des Entertainers Thomas Gottschalk, abgerufen am 2. Januar 2019.
  36. Hier lebte er den Traum vieler Deutscher: Thomas Gottschalks Villa in Malibu ist abgebrannt. In: stern.de, 12. November 2018.
  37. Zerstörerische Waldbrände fordern viele Todesopfer. Abgerufen am 15. November 2018.
  38. Siehe Der Panther#Trivia
  39. Miley Cyrus, Gerard Butler, Thomas Gottschalk: Villen der Stars in Malibu brennen nieder! bayern 3.de, 14. November 2018, abgerufen am 5. Februar 2019.
  40. Exclusiv vom 29. Oktober 2019
  41. Solarworld-Gründer kauft Gottschalk-Schloss, Kölner Stadt-Anzeiger, 25. Januar 2013.
  42. Luxus-Immobilie am Rhein: Solarworld-Chef kauft Gottschalks Schloss. In: Spiegel Online. 26. Januar 2013, abgerufen am 7. Januar 2017.
  43. Norbert Willisch: Wir sehnen uns nach Hause und wissen nicht, wohin? (PDF (148 kB)) Oberschlesisches Eichendorff-Kultur- und -Begegnungszentrum in Lubowitz eingeweiht. Abgerufen am 6. Dezember 2010.
  44. „Die teuerste Ansprache meines Lebens“. Thomas Gottschalk anlässlich der Einweihung des Oberschlesischen Eichendorff-Kultur-und-Begegnungszentrums in Lubowitz im Sommer 2000. In: Kulturpolitische Korrespondenz 1119. Stiftung Ostdeutscher Kulturrat, 20. September 2000, S. 5, abgerufen am 6. Dezember 2010.
  45. Thomas Gottschalk erklärt, wen er nicht wählt: Bundestagswahl. In: welt.de. 18. September 2009, abgerufen am 7. Januar 2017.
  46. Thomas Gottschalk und seine Thea: Trennung nach mehr als 40 Jahren Ehe merkur.de vom 18. März 2019
  47. Thomas Gottschalk: Trennung von Thea - Das ist seine neue Freundin. tz.de, 19. März 2019, abgerufen am 20. März 2019.
  48. Wechsel in die Heimatstadt Baden-Baden: Thomas Gottschalk plaudert künftig auf SWR3 über Promis, suedkurier.de vom 18. Dezember 2019, abgerufen am 2. Januar 2019.
  49. Sarah Huber: Gottschalk wohnt jetzt in Baden-Baden, schweizer-illustrierte.ch, 28. August 2019
  50. jaydio-presse.de: Gäste 80er@1@2Vorlage:Toter Link/www.jaydio-presse.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  51. Manuel Weis: Durchschnittlicher Start für «Gottschalk & Friends». In: Quotenmeter.de. 29. Juni 2005, abgerufen am 16. Dezember 2013.
  52. Thomas Lückerath: Klare Verlierer beim "Länder-Check": Das ZDF und Thomas Gottschalk. In: dwdl.de. 28. August 2005, abgerufen am 7. Januar 2017.
  53. Stadt Kulmbach: Thomas Gottschalk - Ehrenbürger der Stadt Kulmbach
  54. CICERO Rednerpreis
  55. sz-magazin.sueddeutsche.de: Lady and Gentleman
  56. News.de-Redaktion: Jürgen von Manger-Preis: Gewinner des Tags. Abgerufen am 25. November 2019.
  57. @1@2Vorlage:Toter Link/www.focus.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: 2001: Günther Jauch überreichte Thomas Gottschalk einen Sonder-Bambi sowie drei alte Bambis, die Gottschalk 13 Jahre zuvor in einer Plastiktüte zurückgegeben hatte)
  58. Bambi 2011 Alle Preisträger in der Übersicht auf Loomee-TV.de
  59. „Letzte Woche war ich noch herbstblond, jetzt bin ich aschblond“. FAZ online, 17. November 2018, abgerufen am 17. November 2018.
  60. Gottschalk erhält neuen Bayerischen Verdienstorden
  61. Chartquellen: DE AT CH